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Herzensbildung
Herzensbildung

Herzensbildung

Von wize.life-Nutzer - Donnerstag, 11.09.2014 - 11:26 Uhr

Herzensbildung ist ein alter Begriff, den wohl Goethe einst prägte und der heute mit ‚Emotionaler Intelligenz‘ übersetzt wird.

Was ist emotionale Intelligenz?

Grundsätzlich handelt es dabei um den Umgang mit Gefühlen und deren Einschätzung bei sich selbst und anderen. Ferner ist das Beeinflussen von Gefühlen von Bedeutung.

Neumodischer psychologischer Quatsch, mögen einige sagen. Stimmt nicht ganz. Viele Psychologen setzten sich bereits mit derartigen Themen auseinander. In den 20er Jahren verwandte Edward Thorndike den Begriff ‚soziale Intelligenz‘. Also ganz ‚neumodisch‘ ist die Geschichte nicht.

Und Quatsch? Wohl kaum. Um einen guten Umgang mit seinen Mitmenschen führen, um überhaupt Beziehungen eingehen zu können, ist es von Bedeutung, dass man sich seiner eigenen Gefühle bewusst wird und die des Gegenübers möglichst genau einschätzen kann. Denn sonst funktioniert so gut wie keine Kommunikation. Das Einschätzen allein hat noch keinen Nutzen. In der Folge ist es wichtig, dass Gefühle beeinflusst werden können. Sowohl die eigenen, als auch die der anderen.


Zu keiner Zeit hat es sich bewährt, wenn man seinen Gefühlen, egal, wo man sich nun gerade befindet, großzügig freien Lauf lässt. Sei es, dass man nun vor lauter Wut, weil man an der Kasse schon 5 Minuten wartet, lauthals los zu schimpfen, oder einen Freudentanz aufführt, wenn der Chef heute die eigene Schnelligkeit bei der Arbeit lobt.
Das Beeinflussen der Gefühle hat, wie der Schwabe sagt, schnell ein ‚Gschmäckle‘. Bei dieser Vorstellung wird uns unwohl, wir denken an Manipulation, die uns vor allem in Politik und Werbung begegnet. So weit brauchen wir aber gar nicht zu schauen. Sind wir nicht ständig mehr oder weniger bewusst dabei, die Gefühle unseres Gegenübers zu beeinflussen? So setzen wir einiges daran, dass wir einen Rabatt beim Autokauf herausschlagen, oder wir versuchen dem Kollegen dahingehend umzustimmen, dass er nun doch eine unangenehme Aufgabe übernimmt oder unsere besser Hälfte möchten wir davon überzeugen, dass Omas Geburtstagsfeier ganz toll wird. Und der abgedrehten Freundin versuchen wir den ‚tollen‘ Typ von gestern sanft auszureden, weil wir wissen, dass sie bei weitem nicht die einzige ist, mit der er anbändelt.

Psychologen haben lange erkannt, dass die emotionale Intelligenz höher einzuschätzen ist, das die Intelligenz des Wissens. Populär wurde dies durch das Buch 'EQ. Emotionale Intelligenz' des amerikanischen Journalisten und Psychologen David Goleman. Seit ca. dieser Zeit (1995) kommen immer mehr Menschen, vor allem aber auch Unternehmen dahinter, dass nicht der IQ (Intelligenz-Quotient), sondern der EQ (Emotionaler Quotient) ein wichtiger Schlüssel zum persönlichen und beruflichen Erfolg ist.

Personen mit einem hohen EQ besitzen Führungsqualitäten, da sie gut mit anderen Menschen umgehen können. Sie können in der Regel Konflikte konstruktiv meistern, hören aktiv zu und wissen, dass sie andere nicht ändern können. Meist sind sie beliebt, pflegen tiefgehende Beziehungen und Freundschaften, sind selbst meist ausgeglichen und zufrieden.

Zu den Kompetenzen der emotionalen Intelligenz gehören:
> Selbstbewusstheit - realistische Einschätzung der eigenen Persönlichkeit
> Selbststeuerung - Fähigkeit eigene Gefühle und damit Stimmungen durch einen inneren Dialog konstruktiv zu beeinflussen
> Empathie - Fähigkeit sich in die Gefühle und Sichtweisen anderer Menschen hineinversetzen zu können und angemessen darauf zu reagieren
> Soziale Kompetenz - Fähigkeit Kontakte und Beziehungen zu anderen Menschen knüpfen und Beziehungen auch dauerhaft aufrecht erhalten können

Vieles, was emotionale Intelligenz ausmacht, kann erlernt werden. Die Auswahl an entsprechender Literatur und Zeitschriften ist enorm. So kann Hans doch noch Kompetenzen erlangen, die er als Hänschen nicht hatte. Um eine natürliche und positive, also authentische Wirkung zu erzielen, muss das Erlernte aber erst einmal ‚ins Herz sinken‘.

Die Demut des Herzens verlangt nicht, daß du dich demütigen, sondern daß du dich öffnen sollst. Das ist der Schlüssel des Austausches. Nur dann kannst du geben und empfangen.

Antoine de Saint-Exupéry, Die Stadt in der Wüste, Citadelle

20 Kommentare

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Solange die Kinder im Haus waren war alles noch in der Waage aber jetzt Leben wir uns von Tag zu Tag auseinander gestern Abend habe ich noch zu meiner Frau gesagt vielleicht sind wir in einen Jahr nicht mehr zusammen was kann man dagegen tun???
Lieber Arno, das geht, glaube ich, vielen Paaren so. Nun ist es die Frage, ob Ihr es zulassen wollt, Euch getrennt zu fühlen, oder ob Ihr Euch als Einheit in Eurer Beziehung seht. Jeder Mensch ist zwar für sich genommen eine Idiviualität, doch sind wir auf besondere Weise miteinander verbunden. Grundsätzlich halte ich eine Paarberatung für eine gute Idee. Überlegt Euch, was Euch zusammengeführt hat, was Ihr jeweils am anderen schätzt und was Ihr Euch an Euch selber schätzt. Lasst das Aufrechnen sein, denn Eure Ehe ist Euer gemeinsames Werk! (Genau wie die Kinder ) Trefft ene Entscheidung, was Ihr wollt. Ob Ihr zusammenbeiben wollt, um versorgt zu sein, oder ob Ihr einander zusammen bleiben wollt, weil Ihr es toll findet dass der andere DA ist, für Austaussch, für Gemeinsamkeit, etc. Seid kreativ, egal wie Ihr Euch entscheidt. Wir erschaffen alle unser Leben selber! Die Idee, das Wort, die Tat. Ihr seid nicht mehr dieselben wie einst. Das liegt in der Natur der Sache. Akzeptiert
zunächst das. Hört auf, Euch verpflichtet zu fühlen, weil Ihr es mal so getan habt. Wahre Liebe verpflichtet niemanden zu nichts. Und dennoch gibt jeder und der andere empfängt. Jeder glaubt, in der Ehe Sicherheit zu finden. Und das legt eine große Last auf beide. Kontrolle, Behinderung und Einschränkung sind die Dinge, die sich im Laufe der Zeit oft einschleichen und die Ansicht, dass der andere Besitz ist. Ehe ist eine Chance zum Wachstum (zu zweit) und zu vollem Selbstausdruck. Sie hat ein hohes, wenn nicht gar das höchste Potential dazu. Schaut in Ruhe und Güte (ohne Verurateilung) auf die Jahre und das was Ihr geleistet habt, seid ehrlich zu Euch selbst.
Hallo Renate Du hast Recht und ich glaube mein Sohn würde mich nicht mehr ansehen die Tochter ist eher auf meiner Seite und im Grunde genommen kommen wir auch gut aus Ich hatte Prostata Krebs und wurde Bestrahlt sie hat nie eine Forderung an mich gestellt aber das kuscheln oder Umarmungen im Bett blieben aus jetzt liegen wir wie zwei Fremde im Bett neben einander und schauen Fern aber nur was sie will Streiten oder Schlagen oder Schreien gibt es auch nicht bei uns wir Reden höchstens 2 Tage nicht mit einander ansonsten machen wir alles zusammen Arztbesuche oder Einkäufe oder bei Einladungen sind wir immer zusammen ich glaube unser Problem ist das wir zwei richtige Dickköpfe sind und ich glaube keiner will den anderen irgend was Böses zufügen Was kann ich dagegen Machen ??? und noch Was sie hat immer Recht !!
Nun, Arno, ich bin keine Psychologin oder Eheberatung. Mir scheint, Ihr leidet aber beide unter der Situation und Eure Kinder auch. So alt können die gar nicht werden, dass sie nicht unter dem Streit der Eltern litten. Und bei Streit gibt es nur eines: Verlierer auf der Gesamtlinie! Da Du ganz offensichtlich nach einer Lösung suchst, halte ich es für gut, wenn Du zunächst einmal alles aufschreibst, was Du empfindest, ohne großartig zu formulieren, ohne Rechschreibung, gerade, was Dir in den Kopf kommt. Aber alleine! Damit hast Du vielleicht schon vieles zum Ausdruck gebracht, ohne Deine Frau zu verletzen. (schmeiß den Zettel dann weg). Und u.U. kannst Du schon einmal einige Gedanken ordnen. Und ohne Gespräche wird sich die Situation nicht lösen lassen. Sei DU! Sei DIR treu! Damit bist Du ehrlich zu Dir und dann auch zu ihr. Lass keinen Streit mehr zu oder schlimmeres. Sage ihr, dass Du mit ihr reden willst. Geht spazieren, nebeneinander spricht es sich besser als gegebüber.
Nimm ihre Hände, sage ihr, was Du an ihr wertschätzt z.B. dass sie gut kocht - das ist nicht selbsverständlich!), sage ihr, dass Du keinen Streit willst, Auseinandersetzung ja, aber eben keinen Streit! Frage sie, wo Du sie unterstützen kannst. Schaut Euch alte Fotos an. Segne Deine Frau und Deine Kinder. Sei dankbar für ALLE Erfahrungen. Und sprich mit Gott!
'Möchtest du mich segnen und meine Grenzen erweitern, möchte Deine Hand mich leiten und Unheil von mir fernhalten, dass ich ohne Beschwerde bleibe.' (1.Chr. 4, 10) Gott erfüllt die Bitte.
Ich bete jeden Tag zu Gott für alle Familien Mitglieder und für alle Menschen wie haben halt zwei dicke Köpfe und Diskutieren ist bei Ihr nicht drin ....
Nimm das, was ich Dir schrieb: 1. Chr. 4,10. Das ist Jabez Gebet. Es heißt, wer dies betet, dem geht es alsbald besser. Ich habe das auch so gemacht. Erstaunlich ist, dass ich meine Gedanken auch wieder sortieren konnte, klarer sah und eine Richtung fand. Schreibe es Dir ab! Ich habe es auch ein schönes Bild aus einer Zeitschrift geschrieben, in einen kleinen Wechselrahmen gegeben und im Bad auf der Ablage unter dem Spiegel deponiert.
Danke ich habe alles so gemacht wie Du gesagt oder geschrieben Hast ich melde mich wieder Danke
Du kriegst das hin!
Danke
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danke Renate für diesen Beitrag. Ich habe den Begriff" soziale Kompetenz" gebraucht um meinen Sohn, der sehr jung nach Amerika ging, dort blieb, und heute mit über 40 Jahren eine nette Familie hat. den Rücken zu stärken, weil er es bedauerte keinen Hochschulabschluss zu haben. Er ist ein gefragter Tanzchoreograph, ein gut bezahlter Hairstylist, hat viele Freunde; wozu ein Diplom
Das sehe ich auch so, Kunigunde. Wer das Zeug zum Studieren hat, soll das tun und in einem diplomierten Beruf wirken. Um dort hin zu kommen, ist es auch kein Honigschlecken, werden Kinder, so wie ich es erlebte, dorthin mit Nachhilfe getrieben, um irgendwann zu erkennen, dass es nicht ihr Weg ist.
Jeder hat seinen Platz und wer studieren mag, kann es immer noch tun, hat dann aber schon einmal einen Beruf. Das ist ohnehin vorteilhaft.
Du hast das richtig so gemacht, so wie ich es sehe, ihn derart zu stützen. Wo wäre Dein Sohn, wenn er dein Diplom hätte? Wäre er dann glücklicher? Zwar lässt sich das kaum beantworten, aber das Bedauern über das nicht vorhandene Diplom bindet Kraft. Ich finde es toll, was er erreicht hat.
Und Danke für's Danke.
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Danke für den interessanten Bericht. Sehr gut formuliert. Heutzutage ist "Herzensbildung" ja unmodern. Sie kann man bei den Menschen schon suchen ........ Erschreckt hat es mich gerade bei den Älteren (ü70-ü80). Da gibt es so viele Egoisten u. Menschen mit Überheblichkeit, die wirklich denken, sie wären etwas Besseres und das auch betonen u. ausleben ...... Im Berufsleben s p r i c h t man dann nur von emotionaler Intelligenz ............. ???
DAnke für's Danke Es freut mich, dass Dir der Beitrag gefällt.
Bei alten Leuten ist mir das auch oft untergekommen. Das Egoistische scheint mir dann eine Form von Alterssturheit zu sein. 'Ich bin der Nabel der Welt, nur meine Belange stehen im Vordergrund, der Rest möge warten'. Und die Überheblichkeit ist nicht unbedingt welche. Ich habe mich das auch oft gefragt, wo das herkommt. Nun weiß ich ja nicht, wie wir mal reagieren werden, aber ich denke, es hat viel mit ihrer eignen Erziehung, bzw. Erfahrung zu tun. Und zwar in der Richtung, als dass sie ja nun schon so und so alt sind und sie sich nichts mehr und vor allem nicht von Jüngeren sagen lassen wollen, z.B. was und wie viel sie essen sollten.
Im Berufsleben muss man wohl den Spagat von Kundenfreundilchkeit einerseits und Wirtschaftlichkeit andererseits hinkriegen. Da ist ja klar, wer oder was auf der strecke bleibt!
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hast du sehr schön geschrieben!! Danke !
ich denke, die Führungsriegen haben heutzutage
noch mehr Probleme als früher damit.
Ich denke, dass sich die EI mehr beim Mittelstand durchsetzt, als ich ganz goßen Firmen.
Allerdings ist ein hoher EQ schon notwendig, will man gute Umsätze und Kundenbindung haben. Die Pflege von Kunden ist von enormer Wichtigkeit. Ich habe zwar schon auch etliche 'wichtige' Firmenmenschen kennengelernt, die sich eher nach erlernter EI richteten. Das ist dann sofort spürbar, weil es unnatürlich und aufgesetzt wirkt.
Ich glaube, ich weiß was Du damit meinst, dass die Führungsebenen heute mehr Probleme damit haben als früher. Früher waren die Leute höflich. Soll dann aber EI dazukommen, dann wirkt auch Höflichkeit und Zuvorkommenheit überzogen.
Achso, danke für's Danke und Lob
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