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Jeden Tag fast nur negative Nachrichten: Warum tun wir uns das an?
Jeden Tag fast nur negative Nachrichten: Warum tun wir uns das an?Foto-Quelle: Stephanie Hofschlaeger / www.pixelio.de

Jeden Tag fast nur negative Nachrichten: Warum tun wir uns das an?

Von Thomas Bily - Dienstag, 16.09.2014 - 16:59 Uhr

Ein ganz normaler nebliger Dienstag im September 2014 in München: Aufstehen, Kaffee und sueddeutsche.de überfliegen. Entweder ist es heute besonders auffällig oder ich bin besonders anfällig. Auf jeden Fall sticht ein fettes Übergewicht negativer Überschriften hervor: Sanktionen, Luftwaffe greift an, Soldaten zur Bekämpfung, Selbstmordanschlag. Dann eine Textanzeige zu Diabetes und Beinschmerz, die nicht gerade Optimismus ausstrahlt. Die erste positiv anmutende Schlagzeile "Wachstum und Klimaschutz vertragen sich doch" kommt an achter Stelle.

Die menschliche Photosynthese

Ausgezählt sind es rund 80% negativer Schlagzeilen auf der Homepage um 7.30 Uhr: Das vorgefundene Fressen für einen energiegeladenen Einstieg in den Tag. Dass wir trotzdem die nächsten 8-12 Arbeitsstunden was zustande bringen, kann nur daran liegen, dass wir entweder keine Nachrichten lesen, sie nicht ernst nehmen oder Photosynthese-artige Fähigkeiten der Pflanzen besitzen, um aus enerigearmen Zutaten energiereiche Stoffe zu zaubern.
Sogar im harmlosen Sportteil finden man fast nur Drama-Szenarien: Kroos verkrampft, Nürnberg scheitert und der DFB untersucht eine Headset-Panne.

Warum tun wir uns das an?

Das Abarbeiten von Nachrichten kommt mir vor wie ein Spießrutenlauf. Ich schlage mich durch und hoffe einigermaßen unbeschadet am Ende der Seite anzukommen. Es wäre meines Erachtens normal, wenn man nach Durchscrollen der Homepage mit dem Fazit enden würde: Die Welt geht dem Ende zu und wenn nichts dazwischen kommt, müsste morgen eine Rakete im Nebenhaus einschlagen.

Ich beschränke mich mittlerweile auf das Überfliegen der Nachrichten. Nur selten klicke ich auf ganze Beiträge. Heute war es der Artikel über die zufälligen Videoaufnahmen bei der WM in Brasilien, die nun zu einem Film verarbeitet werden. Überschrift: Zufällig ein Sommermärchen. Zufällig geklickt? Ich glaube nicht.

Warum sollte ich mir das andere antun...

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7 Kommentare

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Ja, es ist richtig, Tag für Tag lese ich überwiegend negative Nachrichten in meiner Tageszeitung, und dennoch lese ich sie konzentriert, bis auf den Sportteil, mit Interesse durch, denn ich will wissen, was auf der Welt, in der ich lebe geschieht. All das Schreckliche und uns Erschreckende geschieht seit Anbeginn der Menschheitsgeschichte unentwegt, und es wird so weiter gehen. Wir, das sogenannte Humankapital oder Humanmaterial (je nach Bedarf angewandt und eingesetzt) können an der m. E. geradezu menschenverachtenden Politik - vor allem - der Großmächte nichts ändern und dennoch können wir viel bewirken und zwar in unserem näheren und weiteren Umfeld, in dem wir uns täglich bewegen, also auch in der Familie, der Keimzelle des Staates. Hier haben wir im Kleinen doch all die Bereiche, die in der Regierung Ministerien heißen, und hier können wir Politik selber leben und gestalten und zwar so, wie es uns und unserem Umfeld zum Wohle gereicht.
Information ist alles, davon bin ich überzeugt, denn durch diese können wir eventuell überzeugt werden, z.B. unser Einkaufs -oder Ernährungsverhalten, sowie unser Gesundheitsbewusstsein zu verändern. Nur die Information der Medien kann uns das Leid der Menschen in Kriegs-und Krisengebieten nahe bringen und uns so begreiflich machen, dass es notwendig ist, dass wir hier in unserem Land nicht nur bloßes Asyl gewähren, sondern diesen Flüchtlingen helfen, in dem für sie fremden Land sich einzuleben. Gastfreundschaft nenne ich das. Und nur durch mediale Information können wir erkennen und begreifen, dass wir im Vergleich zu den meisten anderen Ländern hier in unserem Land menschenwürdig leben können.
Wer mit offenen Augen durch's Leben geht, wird erkennen, dass es neben all dem Negativem sehr viel Positives gibt, und was besonders wichtig ist: es gibt so viele Menschen, die echt in Ordnung sind!
P.S. Das wollte ich immer schon mal los werden!
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Oft überfliege ich die Nachrichten und gehe wenn ich frei habe statt dessen in die Natur. Dort kann ich am besten Energie tanken und abschalten.
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Weil das alles prima Nebenkriegsschauplätze sind.In Deutschland ist so viel im Argen.Stell dir vor da steht in der Zeitung 2030 leben 40% von Grundsicherung.Oder Kinderarmut oder Bildung.Mööööönsch der Bürger könnte ja aufwachen
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Nur eine Handvoll Menschen entscheiden in Deutschland was gelesen werden darf und wie es gelesen wird.
Nur eine Handvoll!
Ich habe geschrieben wer "entscheidet" und nicht wer einen journalistischen Beruf ausübt, Mirjam!
leider sagen auch viele, die sich nicht mehr informieren, dass sie nicht mehr wählen - und so kommen solche Wahlergebnisse wie bei den letzten Wahlen zustande.
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