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Mein Wort zum Sonntag: Gott ist tot?

Mein Wort zum Sonntag: Gott ist tot?

Von News Team - Sonntag, 21.09.2014 - 17:18 Uhr

Viele wenden sich vom Glauben ab, weil sie nicht verstehen können, wie ein allmächtiger und allgütiger Gott so schreckliche Übel zulassen kann wie Völkermord und Kriege - in Seinem Namen! Dabei muss das gar nicht sein.
Jeder Gläubige steht vor einem Dilemma: Wie kann Gott, der doch allmächtig und barmherzig ist, zulassen, dass ganze Völker ausgerottet werden, und das nicht nur in der Antike oder bis 1945. Wie kann Er das ganze Elend und Leiden der Menschheit - durch Krankheiten, Naturkatastrophen und die Grausamkeit der Mitmenschen - akzeptieren und nichts dagegen tun? Wenn Er allbarmherzig ist, muss Er es ändern, außer, er ist nicht allmächtig. Wenn Er aber nicht allmächtig ist, dann ist Er nicht Er.

Die neue Theologie: Gott ist tot

Kein Wunder, dass so ikonoklastische Philosophen wie Friedrich Nietzsche kurzerhand Gott als Toten deklarierten. Dazu bildete sich sogar eine eigene Theologie, doch die meisten Denker, so sie sich mit dem Thema beschäftigen, bevorzugen es, Agnostiker oder Atheist zu sein, nach dem Motto: Lasst den Alten in Ruhe, sofern er überhaupt existiert. Besonders schlimm war das Problem für gläubige Juden, die den Holocaust erlebten. Schließlich waren sie sogar das von Ihm auserwählte Volk - und Er entließ sie in den Tod, ohne etwas dagegen zu tun.
Dabei ist die Sache gar nicht so seltsam, wie sie uns erscheint. Wir beurteilen Gottes Handlungen (in diesem Fall: Nicht-Handlungen) nach einem Gottesbild, das mit dem der Bibel nicht übereinstimmt, sondern erst von den Gelehrten des Mittelalters, den Scholastikern, allmählich entwickelt wurde. Sie waren Denker, denen das Unendliche wichtig schien und die deswegen Gott mit dem Absoluten identifizierten, was rein logisch nicht sein kann. Das haben schon die mittelalterlichen Gelehrten erkannt: Wenn Gott allmächtig ist, kann Er dann einen Stein erschaffen, der so schwer ist, dass Gott selbst ihn nicht aufheben kann? Wie immer die Antwort lautet (ja oder nein), Gott kann nicht allmächtig sein. Mehr dazu hier.

Gott ist nicht allmächtig

Doch Gott war nie allmächtig, zu Beginn nicht einmal Schöpfer. In der Genesis heißt es nämlich nicht, dass Gott die Welt geschaffen hätte. Gott trennte jeweils nur das Licht von der Finsternis, das Feuchte vom Trockenen, das Flüssige vom Festen. Danach erschuf er alles Mögliche, darunter den Menschen, und er sah jeweils, dass es gut war.
Und Gott war nicht das einzige mächtige Wesen. Neben ihm gab es die Elohim, auf deren Natur in der Bibel nicht näher eingegangen wird. Im Paradies standen zwei Bäume, der Baum der Erkenntnis von Gut und Böse, und der Baum des ewigen Lebens. Gott fürchtete, dass die Menschen von den Früchten dieser Bäume naschen und ihm ebenbürtig würden. Die Furcht war berechtigt, und nach dem ersten Früchte-Essen vertrieb er seine Geschöpfe aus dem Paradies.

Wird sich die Menschheit diesmal selbst vernichten?

Ab da entwickelte sich die Menschheit nicht so, wie Er sie sich vorgestellt hatte. Die Menschen hatten Freude an Kampf und Sex, wohl nicht so passend zu Seinen Moralvorstellungen. Irgendwann beschloss Er dann, seine Geschöpfe zu vernichten, und nur Noah samt Familie überlebte. So startete Gott, modern gesprochen, Projekt Menschheit 2.0, aber Er war nun nicht mehr so anspruchsvoll. Die Menschen durften ab jetzt auch Fleisch essen (vorher waren sie Vegetarier gewesen - steht in der Bibel!), sie durften ihren freien Willen entfalten, Er mischte noch ein bisschen mit und überließ seine gewandelten Geschöpfe dann sich selbst. Ob mit Erfolg oder nicht, das wird die Zukunft weisen. Im Augenblick sieht es eher danach aus, als ob sich die Menschheit selbst vernichtet, aber dann gibt es vermutlich niemanden mehr, der eine Menschheit 3.0 erschaffen wird. Schade, war doch ein interessantes Experiment.

11 Kommentare

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Wer hat denn diesen Artikel verfasst?
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Gott ist tot, wenn ich ihm in meinem Leben keinen Raum gebe.
Gott lebt, wenn er für mich existent ist,
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Gott ist wohl die Kraft, Energie in uns wie in allem, wir können sie so oder so nutzen, ob w i r die Erde zerstören oder nicht!
Religionen sind wohl menschengemacht, "Weltlehrer, Botschafter" zeigen uns "nur" einen Weg auf, den der "Liebe", doch wir können nicht loslassen Habgier, Hass, Misstrauen, Macht .... es liegt somit an uns!
www.kleine-energiekugel.de
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"Einer fragte Herrn K., ob es einen Gott gäbe.
Herr K. sagte: "Ich rate dir, nachzudenken,
ob dein Verhalten je nach der Antwort auf diese Frage sich ändern würde.
Würde es sich nicht ändern, dann können wir die Frage fallen lassen.
Würde es sich ändern, dann kann ich dir wenigstens noch so weit
behilflich sein, dass ich dir sage, du hast dich schon entschieden:
Du brauchst einen Gott."
Da ich die Frage, ob es einen Gott gibt oder nicht, und wenn ja, in welcher Form, halte ich mich an die Worte von Brecht. Ich lebe in den Äonen der Zeit nur winzige durchschittliche 75 Jahre, warum soll ich nachdenken, was mit mir danach ist, ich sollte darüber nachdenken, was ich in dieser Zeit mache mit mir und mit anderen (Liebe deinen Nächsten wie Dich selbst) und immer wieder überprüfen, ob ich noch auf dem richtigen Pfad bin. Dabei ist mir klar, dass ich als Mensch fehlbar bin und immer wieder falsche Entscheidungen treffe, das ist im Menschsein so angelegt, dazu sind Demut und Dankbarkeit wichti
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Zum Theama 'Theodiziee' habe ich bei SB schon einmal kommentiert, find es aber nicht mehr ("warum gibt es so viel Leid in der Welt, wenn Gott doch allmächtig ist?").
http://de.wikipedia.org/wiki/Theodizee

Es gibt dazu einen Denkansatz, der den 'Schöpfungsprozess' aus der Zeitdefinition heraus nimmt. Für unser Zeitempfinden sind die 13,7 Milliarden Jahre seit dem Weltenbeginn unvorstellbar lang, weil es eben entwicklungsgeschichtlich an den Rahmen einer menschlichen Lebensspanne angepasst ist.
Naturwissenschaftliche Forschung reicht methodisch bedingt nicht über diesen Anfang hinaus. Es lässt sich unwidersprechbar vermuten, dass jenseits unserer Raumzeit solche Zeiteigenschaften nicht existieren. Dass also von 'außen' betrachtet die 'Weltgeschichte' (oder auch 'Schöpfung', warum nicht) für uns nur einem Augeblick entspräche. Dann wäre eine 'Schöpfung' eben noch nicht fertig (im Status nascendi) und deshalb ggf. auch unvollkommen. Es könnte demnach nur besser werden ...
(H.v.D.)
Auch zur 'Interpretation von Gottes Wort' (Bibel) kommentierte ich schon einmal:

Die Jahrhunderte alten religiösen (und vernünftigen) Grundwerte und Verhaltensinterpretationen in ein zeitgemäßes Gewand kleiden. Die Sprache und der Kontext der ursprünglichen Texte sind heute kaum noch Jemanden verständlich, ihre angedachte Beziehung zum Alltag ist verloren gegangen.
Neu interpretiert und in einen heutigen Alltagskontext übertragen könnten sie vermutlich eine aktuelle Sinnhaftigkeit vermitteln. Aber natürlich müssen sich die gewonnenen Erkenntnisse der gleichen Jahrhunderte (Aufklärung) ungestutzt darin wiederfinden!
Dann klappt's auch wieder mit der 'sinnhaften Orientierung' ...
Lieber Peter,
Gestatte, dass ich meine Verwunderung darüber ausdrücke, mit welchen absurden Phantastereien manche Buchautoren (H.v.D) das Theodizee-Problem lösen wollen...
Dabei ist es so einfach: die Güte und die Allmacht Gottes sind unvereinbar mit dem Leid auf der Welt. Und daraus folgt eben, dass es einen gütigen und allmächtigen Gott nicht geben kann.
Das "Problem" liegt ausschliesslich darin, dass diese Lösung aus ideologischen Gründen nicht richtig sein darf.
Sie ist es aber trotzdem!
Die Bibel erklärt doch eindeutig, wer für all das Leid verantwortlich ist.
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Gott,gib mir das Licht und die Wärme,,,,,der Mensch gibt mir------
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Die Natur ist absolut perfekt. Das Einzige was stört, ist der Mensch.
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Ob es Gott gibt oder nicht, ist für uns Menschen irrelevant, denn er greift nicht ein und er erwartet auch nichts von uns. Einen freien Willen hat er uns auch nicht gegeben, denn niemand kann sich wirklich frei entscheiden. Immer ist es nur unsere Veranlagung und unserer Erfahrungen im bisherigen Leben, die bestimmen, wie wir handeln.
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