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Gedächtniskirche in Berlin
Gedächtniskirche in BerlinFoto-Quelle: Ingeborg Walter DEF

Lass dich nicht beirren und habe keine Angst

Von Deutscher Evangelischer Frauenbund Bayern - Montag, 22.09.2014 - 16:23 Uhr

Monatsspruch September:

Sei getrost und unverzagt, fürchte dich nicht und zage nicht (Luther)
Lass dich nicht beirren und und habe keine Angst, sondern sei mutig und entschlossen
1 Chr. 22, 13b (Gute Nachricht, Bibel in heutigem Deutsch)

Der Bibelabschnitt erzählt, wie ein Vater seinem Sohn Mut macht, einen großen Auftrag auszuführen.
König David hat für seinen Sohn Salomo alles vorbereitet, Baumaterial beschafft, Gold und Silber, Kupfer, Zedernholz vom Libanon, Eisen und Steine in Massen. Er, der junge und unerfahrene Kronprinz, soll den Tempel für Gott bauen, so unerhört groß und schön, dass alle Welt ihn bewundert (Nachzulesen im 1. Chronikbuch Kapitel 22). Und der Vater sagt ihm, er soll sich nicht beirren lassen ud keine Angst haben, sondern mutig und entschlossen an die Arbeit gehen. So steht es in der Guten Nachricht, in heutigem Deutsch übersetzt.

Wie oft standen auch wir im Leben vor neuen Aufgaben und anspruchsvollen Aufträgen, die ausgeführt werden sollten, wie oft ist man verzagt und fürchtet sich. Ich komme mir dann vor wie eine Spinne, die sich vom höchsten Punkt hinunterwirft in den Faden, den sie nach sich zieht und nur den dunklen Raum unter sich hat.
Finstere Täler und unbekannte Wege bleiben uns allen nicht erspart, aber Gott hält den Faden, an dem ich hänge, ich bin nicht haltlos, ich zappele, ohne es zu wissen, an den Händen Gottes, an seinem Faden über jeden Abgrund. Und der Faden hält!

"Sei getrost und unverzagt", das sagt mein himmlischer Vater so wie Vater David es seinem Sohn Salomo sagte. "Ich habe alles vorbereitet, ich bin bei dir und halte dich."

In die Berliner Gedächtniskirche kommen zum Mittagsgebet viele Besucher - Hausfrauen mit Einkaufstaschen zum Ausruhen, Rentner, die Zeit haben, Touristen, die zufällig die Tür öffnen, Studenten und Manager in ihrer Mittagspause, auch ein paar merkwürdige Zeitgenossen. Die Athmosphäre, die Ruhe tut allen gut.

Pastor Giesen, der Leiter der Berliner Stadtmission, hält eine kurze Andacht. Auch wer nur gleichgültig in der Bank sitzt, fühlt sich plötzlich angesprochen, als er einen wichtigen Satz hört: "Ich bin der Herr deiner Lage."

Drum dank, ach Gott, drum dank ich dir
Ach danket, danket Gott mit mir
Gebt unserm Gott die Ehre

Monatsandacht aus dem Andachtenheft
des Deutschen Evangelischen Frauenbundes
Andacht von Ingeborg Walter
aus dem DEF Ortsverband Nürnberg

10 Kommentare

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Ich halte es für gut und richtig, seinen Mitmenschen Mut zu machen. Aber ich halte es für grundfalsch, sich zu diesem Zweck irgendwelche Götter zu erfinden, die angeblich "Herr unserer Lage" sein sollen.
Diese Illusionen werden von denkenden Menschen nicht aufrecht erhalten werden können. Die nicht denkenden, die sich an solches Illusionen klammern, werden in die Kirche gelockt und zu Zahlungen an dieselbe verpflichtet. Ein verwerfliches Geschäftsmodell..
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Deutscher Evangelischer Frauenbund Bayern
Das ist doch nur einer, ein bibelexegetischer, der Wege, einander Mut zu machen. Ermutigung und auch mal ein Lob oder sogar ein dickes Lob sind ungeheuer wichtig! (aber selten)
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Es war stets Davids Herzenswunsch gewesen, einen solchen Tempel zu bauen, und obwohl er dies nicht tun durfte, wurde es ihm doch gestattet, eine große Menge Arbeiter zu stellen, die Steine behauten und Material zusammenbrachten, u. a. 100 000 Talente Gold (38 535 000 000 $) und 1 000 000 Talente Silber (6 606 000 000 $) ,
( der Dollarpreis stimmt sicher nicht mehrsowie jede Menge von Kupfer und Eisen (1Ch 22:2-16). Von seinem eigenen Vermögen spendete David Gold aus Ophir und geläutertes Silber von einem Wert, der auf über 1 202 000 000 Dollar geschätzt wird. Er lieferte ferner den Bauplan, den er unter göttlicher Inspiration erhalten hatte, und teilte Zehntausende von Leviten in die vielen Dienstabteilungen ein, zu denen auch ein großer Chor und unzählige Musiker gehörten (1Ch 23:1 bis 29:19; 2Ch 8:14; 23:18; 29:25; Esr 3:10).
was für eine Hochrechnung, aber mir fällt dazu das Gedicht von Bert Brecht ein:

FRAGEN EINES LESENDEN ARBEITERS
Wer baute das siebentorige Theben?
In den Büchern stehen die Namen von Königen.
Haben die Könige die Felsbrocken herbeigeschleppt?
Und das mehrmals zerstörte Babylon,
Wer baute es so viele Male auf ? In welchen Häusern
Des goldstrahlenden Lima wohnten die Bauleute?
Wohin gingen an dem Abend, wo die chinesische Mauer fertig war,
Die Maurer? Das große Rom
Ist voll von Triumphbögen. Über wen
Triumphierten die Cäsaren? Hatte das vielbesungene Byzanz
Nur Paläste für seine Bewohner? Selbst in dem sagenhaften Atlantis
Brüllten doch in der Nacht, wo das Meer es verschlang,
Die Ersaufenden nach ihren Sklaven.
Der junge Alexander eroberte Indien.
Er allein?
Cäsar schlug die Gallier.
Hatte er nicht wenigstens einen Koch bei sich?
Philipp von Spanien weinte, als seine Flotte
Untergegangen war. Weinte sonst niemand?
Friedrich der Zweite siegte im Sie
Siebenjährigen Krieg. Wer
Siegte außer ihm?
Jede Seite ein Sieg.
Wer kochte den Siegesschmaus?
Alle zehn Jahre ein großer Mann.
Wer bezahlte die Spesen?

So viele Berichte,
So viele Fragen.
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übrigens finde ich, in der David-Salomo Geschichte steckt noch mehr, vor allem auch das den anderen mal machen lassen, das Stärken des Selbstvertrauens - mach schon, es wird schon gut werden. Nicht schlecht für unsere Leistungsgesellschaft, wo immer gleich alles perfekt sein muss.
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"Ich bin der Herr deiner Lage!" - finde ich beeindruckend.
Unser Berufsleben mit der ständigen Entlassungsangst, den unsicheren Verträgen, Druck und Mobbing schafft massenhaft Sklavenseelen. Es ist schon ein teilweise unmenschliches System...
Sie sehen das aber ziemlich schwarz-weiß!
Ich weiß nicht, ob die Kirche"Sklavenseelen" schafft. Sie bietet aber jenen eine geistige Heimat, die gewohnt sind, gelenkt und regiert zu werden, für die die Welt ein einziges großes Rätsel ist und die jemand brauchen, der ihnen alles erklärt - erklärt mit ewigen Wahrheiten in denen man endlich sicher sein kann.
Wer sich in so einem Rückzugsgebiet heimisch zu fühlen gelernt hat, hat dann keine große Motivation mehr sein Schicksal in die Hand zu nehmen, schlimmstenfalls hofft er nur noch auf Erlösung oder ein besseres Leben im "Jenseits".
Kritisches Denken wird jedenfalls von den Kirchen nicht besonders gefördert...
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