Motivation
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Beitrag von wize.life-Nutzer

Tu ich`s oder lass` ich`s? Wenn ich`s tu´, warum? Wenn ich`s lass`, was dann? Nichts ist. Es bleibt alles beim Alten. Oder doch nicht? Zweifel treiben ihn seit Wochen um. Zweifel, ob es wichtig sei, dass er morgens aufsteht, seine Arbeit verrichtet, sich schlafen legt.


Er könne gleich im Bett bleiben, meint er, die Tage seien gleich, ob er aufsteht oder nicht. Und überhaupt, quält er mich: Was macht es, ob er lebe oder nicht?


Ist das der Novemberblues, der sich in diesem Jahr schon im Oktober breitmacht?
Paulchen kommt mir in den Sinn. Paulchen heißt auch noch Wilhelm. Wilhelm wie sein Urgroßvater väterlicherseits. Seine Enkelin gab ihrem Sohn des Großvaters Namen. Post mortem, weil sie nicht anders wusste, ihren Großvater zu ehren. Paulchen ist Fünf. Nein, nicht fünf Jahre. Fünf Monate. Paulchen beginnt zu sortieren, wer wichtig ist in seinem Leben. Am allerwichtigsten ist die Mama. Klar, die sorgt rundum für sein Wohlbefinden. Und der Papa. Der, der mit seiner warmen und kräftigen Stimme Na Sohn? Wie isses? ruft, wenn er das Zimmer betritt. Der, der seine großen Hände wie einen schützenden Panzer um Paulchen legt.
Ich bin nicht wichtig für Paulchen. Wir haben viel Spaß, wenn er da ist. Wir lachen viel und wenn seine kleinen weichen Händchen nach meinem Gesicht fassen, genieße ich das wie die ersten warmen Sonnenstrahlen des Jahres. Wenn er weggeht, bleiben die Erinnerungen bis sie verblassen und Neues hinzukommt, wenn er wieder da ist. Paulchen lacht mich an. Erkennt er mich? Erkennt er das Wort Oma, wenn er mit grr und umba und brr antwortet? Könnte sein. Ich muss es herausfinden. Ich weiß es, wenn daraus ein Oma geworden ist.
Es ist richtig, dass er morgens aufsteht, seine Arbeit verrichtet, sich schlafen legt. Er soll hören, wenn Paulchen Opa sagt.

Text: Connie B.

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