Jesus ruft vom Tod zum Leben

Beitrag von wize.life-Nutzer

Jesus ruft vom Tod zum Leben

Als Martha hörte, dass Jesus auf dem Wege zu ihnen war, lief sie ihm entgegen. Maria aber blieb zu Hause.

Traurig sagte Martha zu Jesus: „Herr, wärst du hier gewesen, würde mein Bruder noch leben. Aber auch jetzt weiß ich, dass Gott dir alles geben wird, worum du ihn bittest.“

„Dein Bruder wird wieder leben!“ versicherte ihr Jesus.

„Ja, ich weiß“, sagte Martha, „am letzten Tag, am Tag der Auferstehung.“

Darauf erwiderte ihr Jesus: „Ich bin die Auferstehung, und ich bin das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, selbst wenn er stirbt. Und wer lebt und an mich glaubt, wird niemals sterben. Glaubst du das?“

„Ja, Herr“, antwortete ihm Martha, „ich glaube, dass du Christus bist, der Sohn Gottes, auf den wir so lange gewartet haben.“
Johannes 11,20 – 27

Wir lieben das Leben. In vollen Zügen wollen wir es genießen. Mit beiden Händen halten wir es fest. In jedem Menschen liegt der unbändige Wunsch, das Leben zu meistern. In Krankheitstagen ist Wille zum Leben der Motor, dass wir wieder genesen. Selbst oder gerade dann, wenn uns der Arzt diagnostiziert, dass wir eine tödliche Erkrankung haben, wird dieser Lebenswille übermächtig und wir kämpfen mit allen Mitteln gegen die Erkrankung an.

Ist es nicht seltsam? Wir reden die Länge und die Breite über unsere und die Krankheiten unserer Bekannten frei und ungezwungen. Krankheiten und Wetter sind die Standardthemen vieler Unterhaltungen. Wir sind entsetzt, wenn wir vom Tod eines Nachbarn oder Angehörigen erfahren. Wir wissen wohl, dass wir sterben müssen, aber wahrhaben wollen wir es nicht. Und doch werden wir von der Frage um Tod und Sterben mehr bedrängt, als wir uns oft eingestehen wollen.

Wie oft ertappen wir uns dabei, dem Tod auch noch etwas Selbstverständliches, Natürliches abgewinnen zu wollen, wo wir ihn schließlich nicht verhindern können? Alle Kreatur fürchtet sich vor dem Tod und doch suchen wir nach einer Rechtfertigung für ihn. Ist es deshalb, weil wir mit dem scheinbar Unabänderlichen sonst nicht zurechtkommen? Ist es deshalb, weil wir sonst die Frage nach dem Sinn allen Lebens stellen müssten in dem Wissen, dass wir keine Antwort dafür haben?

Immer wieder stehen wir hilflos und fassungslos vor dem Tod. Sei es, wenn Kinder in einem sinnlosen Krieg ihr Leben verlieren. Sei es, wenn ein Mensch gerade eine schwere Krankheit überstanden hat und auf dem Weg zur Besserung ist. Sei es, wenn durch Naturkatastrophen Hunderttausende ihr Leben verlieren. Der Tod bleibt immer der Sieger. So scheint es jedenfalls.

Doch halt! Es scheint so – auf den ersten Blick! Wir haben dabei die Rechnung ohne Gott gemacht.

Als Gott den Menschen schuf, hat er ihn für das Leben bestimmt, weil er selbst das Leben ist. Der Tod war nicht vorgesehen. Auch nicht seine Vorboten, die Krankheit, das Altern und Welken. Diese sind erst in das Leben der Menschen – und damit in das Leben aller Geschöpfe – eingetreten, als der Mensch sich von der Quelle des Lebens, von Gott, losgesagt hatte.

Wie viel versteckte Angst wir vor dem Tode haben erkennen wir unter anderem daran, dass wir es meisterhaft verstehen, ihn aus unserem Bewusstsein zu verdrängen. Ob das in Umschreibungen geschieht, die den Tod harmlos erscheinen lassen oder dadurch, dass er ins Krankenhaus, das Pflegeheim, das Hospiz verlagert wird. Um die ganze Trostlosigkeit nicht über sich zusammenbrechen zu lassen, greifen wir sogar zum Mittel der Verherrlichung des Todes.

Ganz anders Jesus. Betrachten wir die Begebenheit um den Tod des Lazarus einmal von einem etwas früheren Zeitpunkt als unserem Eingangswort. Dort wird uns beschrieben, dass Lazarus schwer erkrankt war und seine Schwestern nach Jesus schickten um ihm dies mitzuteilen. Sie hofften, dass Jesus schnell kommen würde und ihren Bruder, der ein Freund Jesu war, wieder gesund machen würde. Das hat er doch schon so oft gemacht. Warum also nicht auch bei Lazarus.

Weder heilte Jesus seinen Freund durch ein Wort, wie er dies schon bei dem Diener eines römischen Offiziers gemacht hatte, noch hatte er es besonders eilig, zu seinem Freund zu kommen, um ihm die Hand aufzulegen. Nein, Jesus wartet, bis Lazarus gestorben war und teilte dann seinen Freunden mit, wie es um ihn stand. Er bezeichnete den Tod des Lazarus als einen Schlaf. Warum ließ er sich so viel Zeit? Später erfahren wir, dass Jesus schließlich in Bethanien eintraf – als Lazarus bereits vier Tage im Grabe lag.

Welchen Grund hatte Jesus, solange zu warten? Wer dort in Palästina bereits vier Tage im Grabe lag, hatte bereits begonnen, zu verwesen. Jesus kündigte an: „Durch diese Krankheit soll die Macht Gottes sichtbar werden und der Sohn Gottes verherrlicht werden.“ (Joh. 11,4) Der Tod ist also nicht der letzte Sieger in dieser Welt! Auch der Tod findet seinen Bezwinger. Dieser Bezwinger des Todes ist Jesus Christus!

Zweifler und Kritiker Jesu konnten bei der Erweckung des Jünglings zu Nain oder der Tochter des Jairus vielleicht noch Zustimmung finden, dass die Erweckungen nur vorgetäuscht waren. Bei Lazarus war das nicht mehr möglich. Selbst seine Feinde machten dies deutlich, als sie sich zuflüsterten: „Einen Blinden hat er sehend gemacht. Hätte er nicht verhindern können, dass Lazarus starb?“ (Joh. 11,37)

Da sind sie, die anklagenden Worte der Menschen. Immer wieder werden sie vorgebracht. Nicht nur damals. Wir können das heute genau so gut. Kennen wir nicht ebenso diese vielen Warum-Fragen, die sowohl von gläubigen wie ungläubigen Menschen gestellt werden? „Warum konnte Gott die Kreuzzüge, den Dreißigjährigen Krieg, den ersten und den zweiten Weltkrieg, Hiroshima, das Massensterben in den Konzentrationslagern mit den unvorstellbaren Gräuel nicht verhindern? Warum lässt Gott die vielen Kriege der Neuzeit zu? Hat Gott keinen Sinn für die vielen tausend Menschen, die in Erdbeben und Flutwellen umkommen?“

Wenn wir so fragen, klagen wir Gott an und machen ihn für alles verantwortlich: „Angeklagter, Gott, wie kannst du das alles zulassen? Warum schweigst du?“

Wer so fragt, fragt falsch! Er fragt zwar nach dem warum, ohne aber nach einer wirklichen Antwort zu suchen. Der Unterton in der Frage selbst soll schon Antwort sein: „Es gibt keinen Gott, schon gar keinen Gott der Liebe, sonst könnte es nicht all das furchtbare Geschehen geben.“ Weil wir uns aber unserer Sache doch nicht so sicher sind, erfinden wir ständig neue Warum-Fragen, um uns gleichsam selbst einzureden, Gott kann es nicht geben.

Lassen wir uns auch nicht von jenen täuschen, die den Tod nur als das Ergebnis eines chemischen Zerfallsprozesses betrachten. Als solchen kann man den Vorgang des Sterbens genau beobachten und wissenschaftlich auswerten. Der menschliche Organismus verfällt durch jahrzehntelangen Verschleiß oder im Abwehrkampf mit Krankheitserregern und eines Tages hört das Herz auf zu schlagen. Nimmt es da Wunder, wenn allenthalben versucht wird, jene Gene zu entschlüsseln, die für das Altern und schließlich den Tod verantwortlich zeichnen sollen?

Ist der menschliche Organismus etwa mit einer Maschine vergleichbar, die gepflegt, gespeist und manchmal überholt werden muss, wenn sie lange in Betrieb war? Die schließlich ausrangiert wird, wenn sie verbraucht ist? Warum folgen wir dann nicht dem Motto derer, die da sagen: „Lasst uns essen und trinken; morgen sind wir sowieso tot!“? Mit derartigen Gedanken über den Tod kann man nur auskommen, solange uns der Tod in Ruhe lässt. Steht er aber vor uns selber, bricht unser Gleichmut wie ein Kartenhaus zusammen.

Ist das etwa alles am Tod? Wenn dem so wäre, warum wagt man dann so oft nicht, einem Sterbenden zu sagen, was für ein natürlicher Vorgang ihm bevorsteht? Warum dann Verschleierung und Ablenkungsmanöver? Warum nimmt man den Tod dann nicht als etwas Selbstverständliches hin? Wenn der Tod „natürlich“ ist, ist das Aufbäumen dagegen doch höchst „unnatürlich“! Warum dann die Angst vor dem Tod, das verzweifelte Anklammern an das Leben, das selbst bei jenen zu finden ist, die sich ihr Leben lang mit rein sachlichen Aussagen über den Tod begnügten?

Es gibt auch solche, die den Tod als Befreier feiern. Er befreit eine imaginäre Seele aus dem Gefängnis des Körpers. Er ist ihnen der Übergang in ein glücklicheres Leben. Der Tod nimmt uns nichts, sondern gibt uns etwas – den Übergang in ein besseres Leben. Sie machen den Tod zu einem Paradiesbringer für den müden Menschen, zum Erlöser. Unversehens wird der Tod in Leben umgefälscht. Sein Ernst und seine Gerichtsbarkeit werden ihm genommen. Er ist ihnen der Ersatz für den Erlöser Jesus Christus.

Ja, Jesus hätte verhindern können, dass Lazarus starb. Er hätte den Tod des Lazarus auch verharmlosen können. Aber er wollte nicht! Hier und heute sollte die Macht Gottes auch über den Tod sichtbar werden. Kein Leugner sollte mehr ein Argument in der Hand haben, sich ganz auf Gott zu verlassen. War es nicht die Schlange, die dem Menschen eingeredet hat, dass er Gott nicht braucht, um zu leben? Die Wirklichkeit ist eine andere. Der Tod ist der letzte Feind des Menschen. Er nimmt, zerstört, bricht Herzen und raubt die Besinnung, er gaukelt etwas vor, das es nicht gibt. Mit all dem räumt Jesus auf.

Martha hat er es als erster gesagt:

„Dein Bruder wird wieder leben!“ versicherte ihr Jesus.

Mit dem Tod ist nicht alles vorbei. Es gibt einen Neuanfang! Keinen Übergang in eine bessere Welt – einen Neuanfang! Was der Mensch Adam zerstört hat, wurde mit Jesus Christus wieder hergestellt. Das Vertrauensverhältnis zu Gott. Wie viel Trost liegt in diesen wenigen Worten:

„Dein Bruder wird wieder leben!“

Keine Angst mehr, keine Verzweiflung, kein Bangen mehr. Auch wenn wir es uns nicht vorstellen können. Gott handelt manchmal schneller, als wir erwarten. Martha wusste von der Auferstehungshoffnung am Jüngsten Tage. Wurde sie doch seit Jahrtausenden immer wach gehalten. Vor allem in ihrem Volke. Alle Propheten sprachen davon. Und diese Hoffnung brachte sie zum Ausdruck mit ihren Worten:

„Ja, ich weiß“, sagte Martha, „am letzten Tag, am Tag der Auferstehung.“

Aber war das nicht nur eine Vertröstung auf die Zukunft? Sie rechnete nicht damit, dass Jesus sofort handeln würde. Bisher hatte man nur von wenigen gehört, die wieder ins Leben zurück fanden. Doch auch diese waren schließlich gestorben. Die Erfüllung dieser Hoffnung sollte noch auf sich warten lassen. Jesus macht Martha aber klar, dass sie heute etwas erleben soll, das nach ihrer Vorstellung erst in ferner Zukunft Wirklichkeit werden soll.

„Ich bin die Auferstehung, und ich bin das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, selbst wenn er stirbt. Und wer lebt und an mich glaubt, wird niemals sterben. Glaubst du das?“

Die Verheißung an Adam und Eva ist Wirklichkeit geworden. Der Retter aus der Verlorenheit ist da. Der Herr des Lebens selbst steht vor ihr. Vertrauen in ihn ist die Grundlage für ein ganz neues Lebensgefühl. Wir leben nicht mehr auf den Tod hin. Die Ewigkeit ist das neue Ziel. Statt Traurigkeit herrscht Freude. Statt Trauer der Friede. Keine Rede mehr vom Ende des Lebens. Neues Leben erwächst nicht aus dem Tod, wie so mancher uns heute glauben machen will. Es quillt aus der Beziehung zu Jesus Christus, der den Tod besiegt hat.

„Ich bin die Auferstehung, und ich bin das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, selbst wenn er stirbt. Und wer lebt und an mich glaubt, wird niemals sterben. Glaubst du das?“

Neuanfang ist das Motto eines Menschen, der Jesus Christus gefunden hat. Dieser Neuanfang ist losgelöst vom Tod. Er beginnt mit dem Glauben an Jesus Christus. Niemand wird ausgeschlossen bei diesem Neuanfang. Für alle jene, die bereits gestorben waren, sagt Jesus, dass er die Auferstehung ist. Sie sind nicht ohne Sinn gestorben. Sie haben nicht ohne Sinn gelitten. Und für alle Lebenden gibt er die Zusicherung, das Leben zu sein. Damit wird deutlich, dass das Leben weit über das hinausgeht, was wir hier und jetzt erleben.

Jesus schlägt die Brücke über das Diesseits hinaus in die Ewigkeit. Leben heißt Gemeinschaft mit Gott – über den Tod hinaus. Aber er zeigt uns noch mehr. Das, was wir mit dem Sterben eines Menschen erleben ist nicht das entscheidende Ereignis. Weit tragischer in seiner Auswirkung ist die Loslösung von Gott. Jesus sagt:
„Ich bin das Leben“.

Die Schlange wollte dem Menschen weismachen, dass Leben ohne Gott möglich ist. Einen Vorgeschmack von dieser Lüge erhält der Mensch seitdem durch Krankheit, Altern und Tod, die uns auf Schritt und Tritt begleiten. Leben aus sich selber kann der Mensch nicht erlangen. Alle Versuche in diese Richtung sind bisher fehlgeschlagen. Ob wohl jene Menschen, die sich vor Jahren in den USA haben einfrieren lassen, wieder lebendig werden, wenn sie aufgetaut werden? Ob unsere Wissenschaftler wirklich ein „Lebensgen“ entdecken, dass uns ewiges Leben von eigenen Gnaden beschert?

Schon ein Pharao fragte: „Wer ist der Gott, dem ich gehorchen müsste?“ Wo ist er geblieben? Immer dann, wenn Menschen meinten, in die Natur eingreifen zu müssen, richteten sie mehr Schaden an, als dass sie Nutzen hervorbrachten. Ob sich das wohl je ändern wird? Ich denke, an Jesus Christus kommen wir nicht vorbei, wenn wir den Tod besiegen wollen. Er ist das Leben und er kann es verschenken. Wir müssen dieses Geschenk nur im Glauben annehmen. Nicht Leistung wird von uns verlangt, sondern einfach Vertrauen.

Dann wird auch der Tod keine Macht mehr über uns haben. Martha hat sich entschieden.

„Ja, Herr“, antwortete ihm Martha, „ich glaube, dass du Christus bist, der Sohn Gottes, auf den wir so lange gewartet haben.“

Die Erwartung der Jahrhunderte, der verheißene Retter ist da. Endlich! Wie viel Vertrauen spricht aus diesen Worten. Ein gläubiger Mensch stirbt anders als ein ungläubiger Mensch. Das wurde in der Vergangenheit immer wieder beobachtet. Liegt es daran, dass der Gläubige eine Gewissheit hat, die dem Ungläubigen fehlt? Liegt es daran, dass der Ungläubige seinen Träumen hinterherläuft in der Ungewissheit? Wer ist schon zurück gekommen aus der vermeintlichen „besseren“ Welt nach dem Tod, die er sich ausgemalt hat?

Christus hat Tote auferweckt. Er hat den Beweis geliefert, dass er Herr des Lebens ist. Selbst seine Widersacher mussten seine Fähigkeiten neidvoll eingestehen. Er selbst ist auferstanden von den Toten. Seine Feinde mussten zu Bestechungsmitteln greifen, um seine Auferstehung in Frage zu stellen. Es ist ihnen nicht gelungen. Der Auferstandene ist mehr als 500 Menschen begegnet, bevor er in den Himmel fuhr. Jesus brachte uns die Zeitenwende. Während vor seinem Leben alles in Richtung Tod und Vergänglichkeit zeigte, zeigt seit seinem Erdenleben alles in Richtung Leben.

Millionen von Menschen schöpfen wieder Hoffnung, wo eigentlich Hoffnungslosigkeit zu erwarten war.

Die Bolschewisten hatten Lettland eingenommen und viele Menschen in die Gefängnisse geworfen. Gerade Christen hatten viel zu leiden unter den Kommunisten. Im Russischen Gefängnis von Riga wurde mit vielen deutschen Frauen auch die baltische Adelige Marion von Kloth wegen ihres Glaubens inhaftiert. Auf engstem Raum wurden die Frauen in viel zu kleinen Gefängniszellen eingepfercht. Viele starben an den miserablen hygienischen Zuständen. Viele ihrer Mitgefangenen wurden in den Gefängnishof gebracht und erschossen. Die Zellen leerten sich zusehends. Marion von Kloth sprach den Frauen in ihrer schweren Lage Trost zu. Wenn wieder eine Mitgefangene in den Gefängnishof geholt wurde, sang Marion von Kloth das Lied von Hedwig von Redern, das ihr immer Kraft gegeben hatte:

„Weiß ich den Weg auch nicht, du weißt ihn wohl;
Das macht die Seele still und friedevoll.
Ist’s doch umsonst, dass ich mich sorgend müh',
Dass ängstlich schlägt das Herz, sei’s spät, sei’s früh.

Du weißt den Weg ja doch, du weißt die Zeit,
Dein Plan ist fertig schon und liegt bereit.
Ich preise Dich für Deiner Liebe Macht,
Ich rühm' die Gnade, die mir Heil gebracht.

Du weißt, woher der Wind so stürmisch weht,
Und du gebietest ihm, kommst nie zu spät;
Drum wart' ich still, Dein Wort ist ohne Trug,
Du weißt den Weg für mich – das ist genug.“

Schließlich wurde auch sie am 22. Mai 1919 vom Erschießungskommando abgeholt. Gefasst schritt sie über den Gefängnishof und ein letztes Mal drang Ihr Lied zu den Mitgefangenen in die Zellen. Nur wenige überlebten die grausamen Haftbedingungen. So wurde dieses Lied zum baltischen Märtyrerlied.

Mitten im Tod das Wissen um Geborgenheit. Mitten im Tod Vertrauen. Mitten im Tod Hoffnung. Der Tod ist der letzte Feind, der überwunden wird. Mit Christus beginnt das neue Leben!

Johannes Paetzold

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