Zeit
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Warum vergeht die Zeit im Alter immer schneller?

Christine Kammerer
Beitrag von Christine Kammerer

Als wir klein waren verging die Zeit manchmal unendlich langsam. Das Warten aufs Christkind dauerte eine gefühlte Ewigkeit. Mit den Jahren ändert sich etwas in unserem Zeitgefühl. Plötzlich scheint uns die Zeit regelrecht davon zu laufen…

Kinder erscheint die Zeit vor dem Weihnachtsfest endlos lang. Für ihre Eltern dagegen verrinnt die Adventszeit im Nu. Ihr Leben ist ausgefüllt mit so vielen Dingen, die neben dem ganz normalen Alltag noch erledigt werden müssen: Plätzchen backen, Geschenke kaufen, die Wohnung festlich schmücken…

Unser merkwürdiges Gefühl für die Zeit
Sollte man nicht meinen, dass wenigstens die Großeltern alle Zeit der Welt haben, da sie ja nun von den Elternpflichten befreit sind? Mitnichten. Ihre Zeit flieht. Sie scheint sogar gnadenlos immer schneller dahin zu rinnen. Was – schon wieder Weihnachten? Das Jahr schon wieder fast vorbei? Wie kann das sein?

War es nicht erst gestern, als wir selber noch ungeduldig auf den Weihnachtsmann gewartet haben? Die Bilder unserer Erinnerung sind so klar wie ehedem. Aber wo ist nur die Zeit dazwischen abgeblieben?

Die Alltagsroutine frisst Jahrzehnte
Damals, ja, da war noch alles offen. Wir entdeckten immer mehr neue und aufregende Seiten des Lebens. Die Zeit erschien uns unendlich lang, das Alter - unvorstellbar fern.

Dann kommen die festen Routinen. Wir sind eingebunden in Beruf und Familie. Nach jedem Arbeitstag ist noch so viel zu erledigen. Die Wochenenden verfliegen im Nu. Schon wieder ein Urlaub vorbei, Weihnachten, ein ganzes Jahr. Und so geht Jahr um Jahr ins Land. Es tut sich nicht mehr viel Neues und doch gehen in einem kurzen Augenblick so viele Jahre ins Land.

Plötzlich wird die Zeit kurz

Jetzt ist es da – das Alter. Wir wussten immer, dass es kommen wird, doch wenn es dann soweit ist, erschrecken wir fast ein bisschen. Auch weil wir wissen: jetzt bleibt uns nicht mehr so viel Zeit. Und da war doch noch so vieles, was wir tun wollten! Dinge, die wir immer wieder aufgeschoben haben, weil uns einfach die Zeit dazu fehlte.

Wir haben wieder Muße – die Kinder sind groß, das Arbeitsleben neigt sich dem Ende zu und viele haben es bereits hinter sich. Dennoch fehlt uns irgendwie die Zeit – die Tage, Monate und Jahre sind angefüllt mit lieb gewonnenen Gewohnheiten und Ritualen. Dem alten Trott.

Lebenszeit zurück gewinnen
Und nun die gute Nachricht: Wir können wieder Zeit gewinnen. Allerdings nicht, indem wir uns mit immer neuen Plänen und Zielen unter Druck setzen. Dann schwindet die Zeit nur noch schneller dahin. Unser Zeitgefühl wird bestimmt durch die Intensität des Erlebens. Wir fühlen uns reicher an Zeit, wenn wir ein ausgefülltes Leben führen. Zum Beispiel, indem wir im Alltag Neues entdecken, uns wieder dem Unerwarteten öffnen, neugierig werden wie die Kinder, beim Spielen die Zeit vergessen und einfach genießen.