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Adam und Eva
Adam und EvaFoto-Quelle: Lucas Cranach, gemeinfrei

Mein Wort zum Sonntag: Die sieben Hauptsünden, Teil 2

News Team
Beitrag von News Team

Im Mittelalter gab es sieben Hauptsünden (nicht: Todsünden) als Grundlage für alle anderen Sünden der Menschen. Haben sie heute noch irgendeine Bedeutung? Hier Nummer 3 und 4 und ihr Bezug zur Gegenwart.

Hauptsünde 3: Wollust (Ausschweifung, Genusssucht, Begehren)

Für die frühen Christen war alles Körperbetonte des Teufels, darum wurde die Lust an Sinnlichkeit und Sex zur Wurzel vieler Übel deklariert. Was hier "zuviel" ist, bestimmt allerdings die Gesellschaft bzw. im Mittelalter die Kirche. Immerhin hat das Wort eine allgemeinere Bedeutung, wie der lateinische Name zeigt. Denn das Lateinische "Luxuria" weitet den Begriff von der sexuellen Ausschweifung zum Überflüssigen, das noch dazu gar nicht zweckdienlich eingesetzt wird: "Luxuria" ist Luxus und Verschwendungssucht. Darüber haben wir an anderer Stelle schon geschrieben.
Die Menschen der sognannten Ersten Welt leben alle in Luxus, auch diejenigen, denen dieser scheinbar verweht wird, jedenfalls im Vergleich zu früheren Zeiten oder anderen Kontinenten. Ein Ende unseres Strebens nach Überfluss, Genuss und gutem Leben ist nicht abzusehen. Wäre das so, würde unser kapitalistisches System kollabieren. Denn wenn Sie Nachrichten hören, erscheint immer der ominöse Satz: "Das Wirtschaftswachstum ... " und dann kommt: ... hat endlich wieder Fahrt aufgenommen", oder aber: ... stagniert bedauerlicherweise immer noch, und darum geht es uns schlecht." Immer mehr Genuss, immer mehr Verschwendung, bis der letzte Öltropfen aus dem Boden gepresst, der letzte Quadratmeter Ackerboden zugebaut und der letzte Kubikmeter Meer ausgefischt ist.

Hauptsünde 4: Zorn (Wut, Rachsucht)

Der Zorn richtet sich gegen eine Person und hat einen bestimmten Grund, im Gegensatz zur diffusen Wut. So bedeutet das Lateinische "Ira" die Erregtheit, die aus der Versagung eines Anspruchs oder Bedürfnisses entspringt. Ein Kind ist zornig, weil es eine Süßigkeit nicht bekommen hat. Und wir sind zornig, weil die da oben mehr verdienen als wir; weil wir nicht kriegen, was uns (unsrer Meinung nach) zusteht; weil wir unseren Frust ablassen wollen.
Allerdings darf Gott zornig sein (was Er im Alten Testament auch oft genug ist), weil er sich über die Ruchlosigkeit seiner Geschöpfe empört, angeblich eine Voraussetzung für unsere Furcht vor Ihm und damit Grundlage unserer Religion. So denken wir heute nicht mehr - ob menschlicher oder göttlicher Zorn, beides ist verderblich.
Und der Mensch der Gegenwart? Wie oft sind wir zornig beispielsweise auf Politiker, weil sie nicht so agieren, wie wir uns das vorstellen. Zorn entlädt sich ungehemmt und immens zerstörerisch im Internet, wenn über jemand hergefallen wird, ohne dass ein echter Anlass dafür besteht.
Das nächste Mal: Hauptsünden 6 und 7.


18 Kommentare

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Danke schön
sehr lesenswert
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Was muss ich tun, gegen die Hauptsünde 3 zu verstoßen ... sollte ich vielleicht in die Kirche zum Gebet und darin darum bitten --vielleicht werde ich ja erhört, leider mangelt es ansonsten an geeigneten Gelegenheiten...!
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Sünde Nr 3 gefällt mir besonders gut, hehe, da mach ich gerne mit
Es lebe die Liebe, die Lust und der Spass, die einen Hadern mit dem Schicksal und blasen Trübsal die anderen geben richtig Gas
Nein keine Sorge, ich lebe gerne und mach mir das Leben so angenehm wie möglich solange ich es noch kann!
Das hatte ich jahrelang, der Krebstod meines letzten Mannes (meiner großem Liebe) eingeschlossen, seitdem weiss ich wie unendlich viel Glück man haben kann wenn man noch gesund ist und es geniessen kann. Zwei Ehen, ein erwachsener Sohn, was Verantwortung ist weiss ich auch nur zu gut, jetzt bin ich in der Situation für niemanden mehr verantwortlich zu sein und mein mir mein Leben so zu gestalten wie ich es möchte, darum tue ich das und lass mich auch nicht von völlig idiotischen kirchlichen Begriffen wie Sünde beeinflussen, aber das muss jeder für sich entscheiden
Renate, außer "Spaß" gibt es auch noch Freude, z. B. Lebensfreude.
Was machst du denn, wenn du mal gerade nicht bespaßt wirst?
nun ich freue mich doch meines Lebens und geniesse es, es kommen bestimmt Zeiten wo ich das nicht mehr kann, dann habe ich aber schöne Erinnerungen an schöne Zeiten mit Familie und Freunden oder Kollegen oder an Hobbys usw. gehabt zu haben, dann kann ich sagen, ich habe das optimale aus meinem Leben gemacht, mein Leben war geil...das und nicht mehr meine ich Und da alles wir fühlen usw. zutiefst menschlich ist, halte ich auch von religiösem Geschwafel nix
Hallo Renate, ich fürchte, du hast nur die Überschrift gelesen. Die meisten Menschen denken bei "Sünde" automatisch an Strafe, Teufel und Hölle.
Nennen wir das doch einfach mal "asoziales Verhalten."
Peter ist, soweit ich das einschätzen kann, bestimmt kein religiöser Mensch.
Aber kannst du den Satz von ihm: "Immer mehr Genuss, immer mehr Verschwendung, bis der letzte Öltropfen aus dem Boden gepresst, der letzte Quadratmeter Ackerboden zugebaut und der letzte Kubikmeter Meer ausgefischt ist."
nicht auch unterschreiben.?
Du machst nicht den Eindruck, als ob dir das alles wurscht sei.
Da hast du recht, das ökologische Gleichgewicht muss im Rahmen bleiben. Das es kein ungebremstes Wachstum gibt und der Mensch die einzige Lebensform ist die an dem Ast sägt auf dem sie sitzt ist auch klar. Aber das könnte man auch anders ausdrücken, die kirchlichen Begriffe als solche sind irrelevant für ein Leben im 21. Jahrhundert. Es ist keine Sünde danach zu streben das es einem gut geht, der Mensch ist auch nicht auf der Welt um ständig zu leiden und angsterfüllt vor irgendereiner imaginären Gottheit oder Institution einen Kniefall zu machen. Stimmt mir geht nur das Wort Sünde auf den Senkel ....besonders das Wort Erbsünde, als ob jemand eine Verfehlung erben könnte ist sowas von ausgemachter Schwachsinn......aber es gibt leider immer noch Menschen die sich davon ins Bockshorn jagen lassen oder denen dieser Schwachsinn eingetrichtert wird jo und jetzt gut mit den Thread
Glaube an Strafe, Hölle, Teufel ist aber völlig destruktiv und lebensfeindlich. Glaube an einen liebenden Gott ist lebensfreundlich. Und vor allem, der Glaube daran, dass wir mit unserem Verstand auch Verantwortung mitbekommen haben. Der Buddhismus spricht von Karma, bedingtem Entstehen - durch unser Denken und Handeln.
Handle heilsam - meide das Unheilsame.
Und was die Erbsünde betrifft. Unsere Eltern erbten die Folgen von Hitlers Verbrechen.
Wir erben gerade die Folgen von G.W. Bush's krankhaften Sendungsbewusstsein und seiner unsäglicher Arroganz und dazu ein paar strahlende Atommüllfässer.
Unsere Kinder werden von uns eine zerstörte, ausgeplünderte Umwelt erben.
Das was um uns herum passiert hat es zu allen Zeiten gegeben, es gibt welche die andere ausnutzen und welche die sich kritiklos ausnutzen lassen. Beides ist nicht gut. Verschwendungssucht? also ich kenne niemanden der was zu verschwenden hätte, doch ich hab was zum verschwenden, meine ZUNEIGUNG und Liebe zu den Menschen die mr am Herzen liegen. Werte? Nun was sich bewährt hat wird in irgend einer Form erhalten bleiben.
hat keiner behauptet
stimmt aber auch da kenn ich persönlich niemanden der nicht auf seine Kohle achtet, weil der zuviel davon hat
Die "Kohle" ist das eine - die Verantwortung für Kinder und Enkel - ich habe 5 davon - das andere um achtsam und aufmerksam zu leben.
Jo geht ja eben nur darum nicht pauschal alle Leute zu Sündern zu degradieren, natürlich gibt es immer welche die gedankenlos aus dem vollen schöpfen und die nach mir die Sinnflut Mentalität an den Tag legen, ich behaupte einfach mal die wenigstens sind so ob sie nun gläubig sind oder nicht. Ich kenne nur Menschen die ihr Leben nicht genießen konnten weil der Glaube an eine imaginäre Gottheit ihnen Angst machte und die Lebensfreude killte. Meine Erfahrung mit der Religion völlig unnütz. Die Kirche war immer ob ev. oder Kath. eine zutiefst lustfeindliche nur auf Reproduktion ausgehende Institution die auf die wirklichen Fragen keine Antwort hatte. Es hieß glaube und hinterfrage nicht. Hinterfragen ist aber notwendig und wichtig für ein selbstbestimmtes Leben. Erwachsene haben nicht automatisch die richtigen Argumente und die Erkenntnisse von heute sind die Irrtümer von morgen. Die Welt ist ständig im Wandel und nicht alles was früher war war gut und nicht alles was heute ist ist schlecht. Unsere Zeit ist schnelllebiger geworden. Wir lernen voneinander ein ganzes Leben lang und das beste was dem Menschen passieren kann ist ein gutes ausgefülltes Leben. Am Ende eines Lebens ist nur eines Schlecht, wenn der Mensch sagen muss: Ich habe es allen recht gemacht...allen hat mein Lebem gefallen nur einem nicht : mir selbst
Rechtfertigen must du dich vor niemandem und auch vor niemandem niederknien, es ist dein Leben was du lebst und niemand hat dir letztendlich vorzuschreiben was dich glücklich macht....ich wünsche dir alles erdenklich Gute
Renate, das was du gesagt hast, ist ja fast eine Sonntagspredigt Ich gebe dir in allen Punkten Recht. Nur wer glücklich ist, kann das Glück auch weitergeben. Ob nun Glauben dabei mitspielt oder nicht (bei mir tut er das). Jedenfalls - wer Gutes tut, nur weil er Bestrafung fürchtet, oder Belohnung erwartet - der kann es lieber gleich ganz lassen, denn das sind höchst egoistische Vorstellungen.
PS. Grad denke ich - in deinem Fall: Manchmal spricht Gott auch durch einen Atheisten
In dem Fall: Namaste (ich grüße das Göttliche in dir)
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