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ER ist schon da... (Joh 1,19-28)

Beitrag von wize.life-Nutzer

Advent, Advent ... und heute sind es schon 3 Kerzen am Kranz. Das entspricht ganz der kindgemäßen Vorweihnachts-Idylle.
So schön, dass wir uns so richtig daran gewöhnt haben und es auch nicht mehr missen möchten.
Aber einmal vom vorweihnachtlichen Rummel abgesehen, können wir eigentlich noch ernsthaft die Ankunftserwartung Jesu feiern und das Kommen des Erlösers erwarten, wo doch alle Christen felsenfest davon überzeugt sind, dass er vor über 2000 Jahren schon gekommen ist?
Fallen wir etwa wieder zurück in eine vorchristliche Messias-Erwartung, wie sie heute noch bei den Juden völlig normal ist?
Und die dritte provokante Frage lautet: Verstellt uns das süße Kind in der Krippe nicht den Blick auf gerade jenen oft so unerkannt gebliebenen Jesus mitten unter uns?
Also, wie sollen wir heute die dringende Aufforderung des taufenden Johannes verstehen, "ebnet den Weg für den Herrn"?
Denn es ist ja nicht irgendein Herr, sondern der, von dem er sagt: "Mitten unter euch steht der, den ihr nicht kennt"!
Es entsteht also unwillkürlich in uns das eher unangenehme Gefühl, wenn ein angekündigter Gast schon an der Haustüre klingelt, den wir erst viel später erwartet hätten und noch gar nicht auf den Besuch vorbereitet sind.
Jesus ist also schon da, "mitten unter uns"...
Ja, er konnte es einfach nicht erwarten,
>>> bis wir uns endlich für seinen Empfang bereitet und alle Hausaufgaben gemacht hätten
>>> bis wir alles schön festlich und für einen großen Gast gebührend vorbereitet hätten
>>> bis wir Sünder uns womöglich alle zu ihm bekehrt hätten...
Er ist schon da, mitten unter uns, und ... wir erkennen ihn nicht!
Aber warum eigentlich?

Seit jeher haben doch Menschen ganz präzise Vorstellungen von ihrem Gott, der groß und erhaben, herrlich und allmächtig zu sein hat.
Auf diesen Gott würden wir alle so gerne warten, damit er uns endlich aus dem Elend dieser Erdentage herausholt und uns in ein unbeschreiblich frohes und himmlisches Leben führt.
Aber dieser über alles triumphierende Gott, der wird tatsächlich wohl noch eine ganze Weile auf sich warten lassen und dann auch garantiert nicht hilflos in der Futterkrippe liegen.
Die Bereitung der Ankunft für einen Gott, der schon unerkannt unter uns ist, geht das eigentlich?
Vielleicht ist diese Vorbereitung seiner Ankunft etwas leichter, wenn wir uns vergegenwärtigen, dass Jesus dreimal kommt und in die Geschichte von uns Menschen eintritt.
Sein erstes Kommen, das ging so richtig daneben, obwohl es die Propheten längst angekündigt hatten. Kaum einer hat ihn erkannt. Und überhaupt, er kam ziemlich aufsässig daher und hat alle Machthaber und religiösen Führer seiner Zeit kritisiert.
So etwas konnte gar nicht gut gehen.
Niemand schien auf sein Kommen vorbereitet gewesen zu sein.
Todesstrafe für Aufwiegler, das war damals völlig normal.

Sein zweites Kommen, das hat Jesus selbst angekündigt und genau beschrieben: Er kommt in Gestalt von Armen und Sündern, von Heimatlosen und Ausgegrenzten, von Hilflosen und Kranken. "Was ihr dem Geringsten getan habt, das habt ihr mir getan." Das ist die Devise seines zweiten Kommens, heute, in jedem Haus, auf jeder Straße, in jedem Land.
ER ist schon da! Jetzt aber schnell, das Wichtigste vorbereiten und zurecht machen! Aber... was ist das Wichtigste, was mag er, worüber freut er sich, was ist ihm angenehm?
Das Wichtigste, ist unser Herz, das IHN aufnehmen darf und willkommen heißen muss. Das Zweite ist die Frage, was brauchen die Armen, Einsamen, Ausgegrenzten, Heimatlosen und Verzweifelten. Das ist jetzt ganz schnell in den Blick zu nehmen. Jesus selbst braucht es in diesen Menschen. Ohne unser Zutun wird Seine Liebe zu den Menschen gar nicht erfahrbar. Er braucht unsere Hände, unsere Augen und unsere warmen Worte.
Die Frage ist also nicht mehr, was wir auf unseren weihnacht­lichen Wunschzettel schreiben sollen, wo es uns doch schon relativ gut geht. Dringend ist jetzt zu schauen, was andere sich wünschen, um wieder an die Liebe Gottes glauben zu können...
Jeder Mensch, den wir nicht kennen, könnte ein verkleideter Jesus sein, der sich uns offenbaren möchte.
Ist das nicht faszinierender als aller Lametta- und Lichterglanz?

Und schließlich sollen wir uns bereiten für das dritte Kommen Jesu! Auch darüber hat Jesus schon Details verraten, wie das sein wird: Er wird kommen wie der Dieb in der Nacht...
Wieder völlig unerwartet. Aber dann mit großem Schrecken!
Das dritte Kommen Jesu scheint von einer Art zu sein, die die meisten Menschen eher vermeiden und verdrängen möchten.
Es wird eine Konfrontation und so etwas wie ein Gericht geben, vor dem sich die Menschen zu fürchten haben. Aber nicht alle. Die Klugen, die sich vorbereitet und ihn erwartet haben, für die wird es eine unbeschreibliche Freude und Erlösung sein.
Es kommt also wieder auf die Vorbereitung Seines Kommens an. Öl in den Lampen, Liebe im Herzen, helfende Kraft in den Händen, warme Worte im Mund, wohlmeinende und verzeihende Gedanken im Kopf...
Das sind aber auch genau die Vorbereitungen, die wir für sein zweites Kommen machen sollten. Also ist es kein Unterschied, ob wir uns auf SEIN Kommen heute oder am Ende der Zeiten vorbereiten.
Hauptsache, wir nehmen die Vorbereitung ernst, dann ist in jedem Fall SEIN Weg in unserm Herzen und unter uns bereitet.
Helfen wir uns also gegenseitig bei den Vorbereitungen, sonst er­kennen wir IHN womöglich nicht, nicht einmal zu Weihnachten!

www.konrad-heil.de

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3 Kommentare

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Advent und Weihnachten bestehen nur aus Lametta, Lichterglanz, kitschigen eingeschneiten Hütten mit noch kitschigerer bunter Beleuchtung, in der Erwartung, dass man bald "das schönste Gefühl des Jahres" haben wird und der notwendigen ernüchternden Enttäuschung. Mit einem Jesus hat das alles nicht zu tun.

Man täte gut daran,das idyllische biblische Weihnachtsmärchen als solches zu bezeichnen und es nicht etwa- wie das zur Zeit überall auf "Weihnachtsmärkten" geschieht - auch noch als historische Begebenheit zu verkaufen.
Aber auch die großen Kirchen trauen sich nicht, das gemeine Christenvolk so brutal aufzuklären. Wo doch wenigstens an Heiligabend die Kirchen etwas voller sind..
Insofern trifft auch die Kirchenleute eine Mitschuld am entsetzlich verkitschten Jesulein das keine Botschaft mehr hat als "das schönste Gefühl des Jahres" zu versprechen.

Weihnachten gehört abgeschafft! Wenn man Weihnachten wenigstens entfliehen könnte! Aber überall, Australien, Afrika, Südamerika, (Nordamerika sowieso) überall ist dieses fürchterliche Weihnachten. In den Touristenhotels in China und Japan sollen auch Christbäume stehen.. Bleibt wirklich kein anderer Ort alsSaudi-Arabien oder Afghanistan? Und ist man dort wenigstens vor Weihnachten sicher?
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Bist Du Pfarrer?
Ja.
Nach 30 Jahren Karriere in Wirtschaft und Ausbildung gehört mein Leben und meine Arbeitskraft jetzt dem WICHTIGSTEN...
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