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Hieronymus Bosch - Tisch mit Szenen zu den sieben Todsünden und den letzten  ...

Mein Wort zum Sonntag: Moderne Todsünden, Teil 2

Von News Team - Sonntag, 05.04.2015 - 02:55 Uhr

Wir haben im letzten Beitrag vier moderne Todsünden aufgezählt. hier drei weitere, um die - diesmal 'unheilige' - Zahl sieben auszuschöpfen.

Abholzung der Wälder

Der Mensch liebt die Wälder nicht, sie hindern ihn an seiner Ausbreitung. Die Deutschen schwärmen zwar von ihrem Wald, aber nur dann, wenn er gut begehbar ist und eine Einkehr mit deftiger Jause bietet. Die Germanen schlugen die Bäume weg, schufen Land zum Leben und zum Anbau von Gemüse. Doch das wäre nicht so schlimm. Schlimm ist die kommerzielle Ausrichtung des Menschen. Holz ist eine Ware, mit der man gut Geld verdienen kann. Der Wald als Ökosystem interessiert nur, so lange er genügend Nutzholz hergibt.
Dabei ist die Lebensvielfalt in den Wäldern - nicht nur in den tropischen! - enorm und für unser Wohlergehen lebensnotwendig. Bäume stabilisieren unser Klima durch Aufnahme und Abgaben von Wasserdampf. Ohne Wälder wäre es auf unserer Erde entweder glühend heiß (wie in der Sahara) oder eisig kalt (wie in der Antarktis), auf jeden Fall trocken. Die "Bösen" sind nicht nur Staaten wie Brasilien oder Indonesien, die ihre Wälder rücksichtslos vernichten, es sind wir selbst, indem wir die "borealen Wälder" zugunsten von mehr landwirtschaftlich nutzbarer oder bebaubarer Fläche zurückdrängen.

Vernichtung von Ackerland

Täglich verschwindet Ackerland von der Größe eines Fußballfelds - oder ist es bedeutend mehr? Das zwingt die Bauern dazu, ihren Hof zu verlassen und die Ernte einem Großbetrieb zu überlassen. Der Großbetrieb muss ökonomisch wirtschaften, was nicht unbedingt gleichbedeutend ist mit "ökologisch". So wird die Erde vollgepumpt mit Dünger (z.B. Schweinegülle), der dann wiederum ins Trinkwasser gelangt. Unkraut, das nur stört, wird mit dem Großeinsatz von Giften bekämpft (Monsanto lässt grüßen), was Giftrückstände in Nahrung und Erde zur Folge hat. Je weniger Ackerland, desto weniger kann die Erde 'atmen', was keineswegs esoterisch gemeint ist: Eine gute Durchlüftungsmöglichkeit des Landes ist unerlässlich für die zahlreichen Klein- und Kleinstlebewesen, die unsere Erde bevölkern und fruchtbar machen. Wir hinterlassen eine staubige Ödnis, die wir dann mit Asphalt zubetonieren. Möglicherweise ernähren wir uns in Zukunft nur noch von Algen, die in riesigen Bottichen gezüchtet und künstlich ernährt werden.

Überbevölkerung

Wie viele Menschen verträgt die Erde? 10 Milliarden, 15 Milliarden, oder ist die Grenze gar schon erreicht? Die Meinungen darüber gehen weit auseinander, vor allem auch deshalb, weil es darauf ankommt, wie die Menschheit lebt und ihre Umwelt behandelt. Jedenfalls: Würden alle Menschen den glichen Lebensstandard haben wie die Bewohner der hochtechnisierten Länder (Beispiel: USA, Kanada, Australien, Europa), dann wären es jetzt schon viel zu viele Menschen. Aber können wir denen, die noch nicht so weit sind wie wir, unseren Lebensstil verbieten?
Solange die Menschen alle so leben wollen wie unsere Superreichen, gibt es tatsächlich zu viele Menschen auf dieser Erde. Die Frage ist, was sich schneller ändert: Unser Bewusstsein von der Endlichkeit unserer Ressourcen, oder unsere Fruchtbarkeit.

1 Kommentar

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Die Lösung sämtlicher Probleme liegt ersten darin, sie nicht mehr als Probleme, sondern als Herausfordeungen zu betrachten. Zweitens ist in aller Wahrheit genug für alle da. Die Abschaffung des sämtlichen Militärs würde soviel Geld freisetzen, dass jeder! Mensch, Kleidung, Nahrung, Obdach, Bildung und eine Grundsicherung zur Verfügung hätte.
Drittens liegt die Lösung mittel- und langfristig in der Einsicht dessen. Nicht alle Menschen wollen superreich sein, wozu denn auch? Mehr als sattessen ist nicht und auf Dauer wird ein Leben in Saus und Braus langweilig. Der 'normale' Erdenbürger ist bestrebt sein Leben selbst zu gestalten und Kreativität zu entwickeln, sich zu verwirklichen. Unter den genannten Bedingungen ist das möglich. Die Entwicklung dahin hat bereits begonnen, scheint im Moment noch nicht sehr modern zu sein. Doch bevor das eine große Bewegung wird, ist es an uns, sich entsprechend zu benehmen und zu handeln und diese Haltung zu vertreten, sich mit Gleichdenkern zu verbünden. Der sorgsame Umgang mit Ressourcen beginnt zu Hause. So sollte man z.B. bei der Anschaffung von Möbeln neben des Ursprunges des Holzes (Einheimisch!) auf Langlebigkeit geachten. Dieses 'Spiel' kann auf alle bereiche ausgedehnt werden.

Mein Sohn brachte den Spruch mal mit:
'Wir sind zu arm, um billig zu kaufen'.
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