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Das Abendmahl in Emmaus

Ostern 2015

Von wize.life-Nutzer - Sonntag, 05.04.2015 - 13:25 Uhr

Die Emmausjünger


Eine der interessantesten Kurzgeschichten der Welt, die ich je las, fand ich in der Bibel nach Lukas 24,13-35. In der von zwei Männern (Aposteln) die Rede ist, die nach der Verkündigung der Auferstehung nach Hause gingen und sich über das was geschehen war wunderten. Diese Geschichte erweckte meine vollste Aufmerksamkeit!
Warum?
Weil den Zuschauern das Ereignis Golgatha, das Reden von der Auferstehung Jesu ihnen wie leeres Gerede vorkam. Sie glaubten den Verkündigern nicht (vergleich Lk. 24,1-12; Mk. 16,1-11; Joh. 20,1-18) – wie wenig werden Menschen erst im 21 Jahrhundert daran glauben. Wie wenig glaubte ich daran, bevor die Gnade des Auferstandenen mir die Augen öffnete! Die beiden damals gingen ihres Weges dem Sonnenuntergang entgegen und sahen nichts, weder vom Leben, das der Frühling ringsum neu geweckt hat, noch von dem Lebendigen, der ihnen ganz nahe ist …

Wow! - Das ist ein bezeichnendes Bild vom moralischen „Ground Zero“, dem Ausbruch einer Seuche des Unglaubens! Denn schon vor langer Zeit war den Kindern Israels gesagt worden, dass sie durch die Wüste der aufgehender Sonne entgegen zögen sollen (4. Mose 21,11). Aber diese hier gingen dem Sonnenuntergang entgegen, und viele werden ihnen noch folgen, auch „Christen“! Aber Christen sollen vorwärts gehen, nicht der hereinbrechenden Nacht, sondern der anbrechenden Morgendämmerung entgegen. Das hatten die beiden Jünger in ihrem Schmerz und in ihrer
Enttäuschung völlig vergessen, wie dieses Gleichnis uns darstellt. Die beiden Emmausjünger überdachten auf ihrem Weg den Tod und das Begräbnis des Herrn, als sie niedergeschlagen von Jerusalem nach Emmaus zurückgingen. Der Alte blickt schweigend vor sich hin in dumpfer Trauer, und sein jüngerer Begleiter, so eifrig er redet, hat für anderes keinen Sinn als für das Unfassliche, was sie erlebt haben. Aus und vorbei ist es mit ihren Glauben, und ihre Hoffnung deckt der kalte schwere Grabesstein…
Oder ist es doch anders?- ich las weiter. Zum Verständnis besann ich mich auf die induktive Methode… Analysierte den Text, das Umfeld und die Aussagen der Geschichte und unterteilte vorerst die Geschichte in fünf Punkte: Sie erkannten ihn nicht, Das zentrale Geschehen, Die Ermahnung, Das Abendmahl, Die Enthüllung. […] …

Pkt. 5 Die Enthüllung: Die Aufgetanen Augen
… Hier kurz, in Luk 24,31 lesen wir über die Enthüllung: »Ihre Augen aber wurden aufgetan, und sie erkannten ihn …! « Ich fragte mich, wie wurden ihnen die Augen denn geöffnet? Der Unbekannte wurde nicht während des Brotbrechens erkannt, sondern erst nach der Brotzeit. Nachdem Jesus das Brot gesegnet, gebrochen und ausgeteilt hatte, wurde beiden Jüngern die Augen geöffnet; was mit den sonst dabei gewesenen geschieht, wird hier nicht weiter eingegangen. Nur den Jüngern wurden die Augen geöffnet!
Sie erkannten Jesus, weil sie durch Gottes Gnade sehend gemacht wurden. Auf diese Weise erwählte Gott die Berufenen Jünger, denn bis dahin wurden sie durch Gottes Willen und Wirken gehalten. Es mussten ihnen die Augen des Geistes geöffnet werden, um den Herrn, den Auferstandenen, im verklärten Leibe zu schauen.

Wikipedia: Das Abendmahl in Emmaus, von Michelangelo Merisi da Caravaggio, 1601. Eigentum:
National Gallery (London).

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