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Der Pfarrer und seine Frau - der Zölibat ist wider die Natur

Von Christine Kammerer - Donnerstag, 30.04.2015 - 10:02 Uhr

Keine Ehe, keine Kinder, kein Sex. Noch heute verpflichten sich Pfarrer bei ihrer Weihe zur Enthaltsamkeit. Doch das Bedürfnis nach körperlicher Liebe und Zärtlichkeit kann man nicht verbieten. Andernfalls verschafft es sich in aller Heimlichkeit Geltung – oft auch mit Gewalt.

Eines schönen Tages vor ungefähr 40 Jahren kam mein Vater ganz aufgeregt von einem Besuch bei unserem Dorf-Pfarrer nach Hause. Noch etwas verwirrt berichtete er meiner Mutter: Da sprang ein Kind auf dem Bett des Pfarrers herum und es nannte ihn „Papa“…

Meine Eltern sind in der streng katholischen Oberpfalz aufgewachsen. Sie waren im Glauben verwurzelt, aber nicht allzu verbissen. Dennoch stellte sie das Erlebnis vor einen Konflikt: sie konnten den Pfarrer irgendwie verstehen, aber durfte das sein?

Wir sind doch alle nur Menschen!

Es liegt auf der Hand, dass das strikte Verbot der katholischen Kirche beim besten Willen nicht eingehalten werden kann. Wir sind schließlich alle nur Menschen! Und als solche haben wir ein vollkommen natürliches und gesundes Bedürfnis nach Zärtlichkeit, nach Streicheleinheiten und nach körperlicher Liebe. Diese Bedürfnisse zu verleugnen – dazu bedarf es tatsächlich übermenschlicher Kräfte. Kein Wunder also, dass sich – seit 900 Jahren - die allerwenigsten an dieses absurde und menschenfeindliche Gesetz der Kirche halten.

Hätte Gott das gewollt?

Wir haben zur Genüge feststellen dürfen, wohin der Zölibat führt: Gegen das Verbot wird regelmäßig verstoßen. Unser Pfarrer lebte – wie so viele andere - in wilder Ehe mit seiner Pfarrköchin. Sein Kind war schon beinahe privilegiert – es durfte ihn immerhin „Papa“ nennen. Die meisten von ihnen leben noch immer in Heimlichkeit und Lüge. Die „Kinder der Sünde“ wurden zum Schweigen verdonnert. Doch worin besteht denn diese Sünde, wenn nicht in einer wirklich abscheulichen Lüge?

Heimlichkeit, Heuchelei und teuflische Versuchungen

Früher - als die Macht der Kirche noch ungebrochen war – drangen die Verfehlungen der Priester nicht an die Öffentlichkeit. Seit einigen Jahren wissen wir, welche furchtbaren Dinge unter dem Mäntelchen des Schweigens geschehen sind. Weil die Geistlichen ihre – mitunter ziemlich kranken - Bedürfnisse eben nicht unterdrücken konnten.

Um des Himmelreiches willen?

Gab es je einen guten Grund für das Gebot der Enthaltsamkeit? Ja. Den Machterhalt. Das Hab und Gut der Geistlichen fiel nach deren Tod der katholischen Kirche zu.

Ginge es der Kirche wirklich um das Himmelreich, dann sollten auch Pfarrer ein ganz normales Leben führen dürfen. Sie sollten nicht als „Seelsorger“ über Menschen urteilen, deren Alltag, deren Probleme und Konflikte sie gar nicht nachvollziehen können. Sie sollten – wie alle anderen Menschen auch – am wirklichen Leben teilnehmen!

54 Kommentare

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Was viele verwechseln-ist daß das Zöllibat nur die EHElosigkeit fordert-nicht den Verzicht auf Sex!!!!Bei Nonnen verbietet das Keuschheitsgelübte auch das noch. Aber Pfarrer dürfen sich "Streicheleinheiten" sogar in ziviler Kleidung holen. Das ist die echte Scheinheiligkeit der Kirche. Das hat mir mein Pfarrer verraten....
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Bei den 10 Geboten fehlt das wichtigste Gebot: Du sollst dich fortpflanzen!! Die ganze Natur ist zur Fortpflanzung geschaffen.
Ohne gäbe es weder Fauna noch Flora oder völker.
Auch der Mensch straft sich ohne Fortpflanzung selbst.
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Keine Ehe, keine Kinder, kein Sex.Genauso gehört sich das für die,die im Namen Gottes wirken...Können sie es nicht,sollten sie umgehend ihr Amt niederlegen.
Nicht Gott hat den Sex verboten sondern die Kirche.
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Der Frage, warum die kath. Kirche am Zölibat festhält, kommt man näher wenn man sich fragt warum die Pfarrer keine Rentenversicherung haben.
Denn beide Fragen haben die gleiche Antwort: Der Mitarbeiter dieser Institution ist damit völlig abhängig von seinem Arbeitgeber. Eine eigene Familie und eine Sozialversicherung würden den Mitarbeiter unabhängiger machen. So ist er psychisch und physisch abhängig, bis zu seinem Tod. Damit ist seine „Linientreue“ gesichert. Jede Aufmüpfigkeit ist in der Kirche existenzbedrohend. Das ist auch der Grund warum Ermittlungen wegen Missbrauch stets auf eine geschlossene Wand treffen. Der einzelne Mitarbeiter riskiert seine Existenz, wenn er sich nicht den Vorgaben entsprechend verhält.
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Wenn nahezu jede zweite Ehe geschieden wird, werden die Probleme des Zölibats nur verschoben. Wer glaubt denn, dass die Priester, die heute den Zölibat brechen nicht morgen die Ehe brechen werden?
Gerade da könnte er ein gutes Vorbild für andere sein, oder nicht?
Wenn ein Mensch mit seiner Lebensentscheidung (sei es beruflich oder privat) nicht klar kommt, wird er unglücklich sein. Der Umgang mit dem Frust ist jedoch sehr unterschiedlich. Die Ausstiegsentscheidung aus dem beruflichen Frust hängt davon ab, ob er mit der Berufsentscheidung als solcher zusammenhängt oder "nur" an Arbeitsplatz bezogenen Faktoren. Der Frust bezüglich der privaten Beziehungen hängt nicht nur von der eigenen Person ab sondern auch von den Partnern. Die Flucht in eine neue Beziehung erscheint oft als der rettende Weg. Er hinterlässt in den meisten Fällen jedoch großes Leid und Hilflosigkeit bei den verlassenen Partnern (einschließlich Kindern). Welcher Mensch hat in seinem Leben nicht schon soviel Frust erlebt, dass er am liebsten alles "hinschmeissen" wollte? Viele Menschen stehen solche Phasen (gemeinsam) durch und andere sind eben nicht so belastbar. Gerade Menschen in Berufen, die sehr intensiv mit der Hilfe für ihre Mitmenschen befasst sind, müssen überdurchschnittlich belastbar sein, sonst sind die Ideale schnell dahin.
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Den Zölibat gab es in Deutschland auch in der evangelischen Kirche, wenngleich auch nur für die Damen. Auch sie wurden entlassen, wenn sie heirateten.

Was aber bedeutet Zölibat heute?
Betrachte ich die Auswirkung, so ist es keinesfalls der Verzicht auf geschlechtliche Liebe.
Wäre es so, so müssten alle unverzüglich entlassen werden, wenn sie nachweislich GV hatten.

Die Auswirkung der Entlassung aus dem Dienst der Kirche erfolgt doch erst, wenn der Geistliche heiraten möchte oder geheiratet hat.

Tat und Rechtsfolge betrachtend bedeutet Zölibat;
"DU DARFST DICH NICHT VON EINER STANDESBEAMTIN ODER EINEM STANDESBEAMTEN VERHEIRATEN LASSEN."

Fazit, wenn ein katholischer Geistlicher in einem eheähnlichen Verhältnis lebt oder eigene Kinder hat, so ist das für mich kein Grund ihn zu diffamieren oder seine berufliche Qualifikation anzuzweifeln.
Jesus Christus hat seine ersten Priester beauftragt: "Welchen ihr die Sünden nachlasst ---" das ist die Beichte. Die Verschschwiegenheit der Priester wäre in Priesterfamilienvätern unmöglich und die unabänderliche Lehre Christi längst verwässert.
Da wird schon seit Jahrzehnten vermutet, diskutiert und spekuliert.
Ich stelle mir da folgende Frage. Was wäre denn, wenn Jesus als Rabbi verheiratetet war oder wenn Maria Magdalena seine Frau oder seine geliebte gewesen ist?
Für mich spielt es keine Rolle, da meine Gläubigkeit nicht von der Beantwortung der Frage abhängt.
@Josef: demnach müssten auch alle anderen Berufe mit Schweigepflicht (Therapeuten, Ärzte etc.) zölibatär leben...
Ein Rabbi musste verheiratet sein. Jesus wurde zu seiner Zeit zwar viel beschimpft aber niemals hiess es: Du bist ja nicht mal verheiratet.
PS Sex ist ein Geschenk und wird sogar belohnt.
Von der Schöpfung ist unser Körper mit Geist und freiem Willen ausgestattet. Hände zum schlagen oder streicheln, Sprache für Freundschaft oder Verleumdung, Sexualität zur Familienordnung oder deren Zersplitterung. Vor allem aber die freiheitliche Sexualität zerstört das soziale Gefüge ganzer Völker. Damit veranlagte Kinder von Priestervätern machte deren sonntägliche Evangelienlehre zum Gespött und nicht mehr zur Ermahnung der Weltordnung.
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Mönch und Nonne 17.Jahruhundert, Volkslied

Es ging ein Mönch ins Oberland
mit einer Nonn ward´ er bekannt

Sie gingen bald darauf spaziern
er wollt sie weit herüber führn

Der Mönch, der stieg den Baum hinauf
die Nonn, die sah von unten auf

„Ach Herr, was ist das lange Ding
das unter Euer Kutten hing?"

„Ach Nonn, es ist mein Messerlein
die Scheide habe ich daheim.“

„Ach Mönch, ach will tu schweigen mir
die Scheide will ich leihen Dir“

Er führt sie für die Kirchentür
er schob ihr einen Riegel für

Er führet sie für den Altor
da las er ihr den Psalter vor

Er führt sie für den Glockenstrang
da beutelt er fünf Stunden lang

„Hast du genug oder will tu mehr
ich will Dir tun nach Dein Begehr.“

„Die Scheide kannst Du brauchen lang
wenn Dir das Herz in Hosen krank.“

„Der Bruder soll es wissen nicht
was unter uns geschehen ist.“


So sindse....

Für 3 Kinder zahlt im übrigen die Kirche!
Ah ja. Ich hatte es in einem Liederbuch. Ist aber wiedermal weg.
Eine Geliebte ist immer noch besser als ein schwuler Partner.
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Das Geschäftsmodell der katholischen Kirche hat sich in den letzten Jahrhunderten praktisch nicht verändert.

Siehe: http://oesiblog.blog.de/2015/03/24/5...s-20203833/
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Katholischer Pfarrer zu sein und trotzdem mit einer Frau zu leben ist nicht nur inkonsequent, sondern auch egoistisch. Man sollte dazu stehen und so Druck ausüben. Spätestens, wenn keiner mehr den Job machen würde, müsste Rom umdenken.
Rom soll umdenken?
Zuerst sollten wir umdenken und es als Normalität ansehen und positiv bewerten, wenn katholische Geistliche eigene Kinder haben oder in eheähnlichen Verhältnissen leben.
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Schade, dass so viele Interpretationen und Meinungen dieses Thema ausmachen. Ich bin nicht katholisch, aber hier möchte ich doch etwas ausgewogener und nicht nur negativ argumentieren.
1. Was aus einer ehemals guten Absicht und (teils) guten Praxis geworden ist, ist nicht immer das, was ursprünglich möglich und gut war.
2. Es gibt viele Männer und Frauen, die aufgrund ihres Berufs - aus zeitlichen o. anderen Gründen - besser auf einen Ehepartner verzichten sollten. Wie könnte man auch eine wirklich gute und sinnvolle Partnerschaft pflegen, bzw. Kinder gemeinsam erziehen (wenn man es nicht dem Fremdpersonal überlassen will), wenn man von morgens früh bis abends spät keine Zeit dafür hat und das an mindestens 6 Tagen die Woche.
Verzicht zugunsten des Berufs war die ursprüngliche Forderung.

3. Es absolut von jedem in diesem Beruf zu fordern, schießt über das Ziel hinaus. Geistlicher Beruf ist auch ohne Zölibat möglich. Die Bibel, Ursprungsdokument des Christentums, kennt Beispiele für BEIDE Versionen (mit und ohne Zölibat): 1. Korintherbrief Kap. 9, Vers 5. Petrus (hier Kephas genannt und den die kath. Kirche für sich als Vorläufer des Papstes reklamiert), wird sogar erwähnt als der, der seine Ehefrau mitgenommen hat auf Reisen (um also vorübergehend längere Trennungen zu vermeiden). Der Mann scheint gewusst zu haben, dass man seine Frau nicht vernachlässigen sollte!

4. Auch Paulus war nicht frauen- noch sexfeindlich. Im Gegenteil, er hatte sogar Menschen empfohlen, ihren Partner nicht zu vernachlässigen - auch sexuell (1. Korintherbrief 7,5).
Der als Single lebende Paulus und der Apostel Johannes schrieben, dass es Leute gibt, die Ledigsein und damit sexuelle Enthaltsamkeit anordnen und es als geistlichere Form des Lebens propagieren (3. Johannesbrief und 1. Timotheusbrief 4,3). Beide, Paulus und Johannes, und nicht nur sie, verurteilen das.

Summa: man sollte hinterfragen, was Kirche(n) aus dem einstigen Inhalt und (nicht vorhandenen) Regeln des christlichen Glaubens gemacht haben. Darum sehe ich diesen Beitrag und Diskussion als Meinungsaustausch über Entwicklungen, nicht über einst gute Quellen, die auch Freude am Leben, der Schönheit von Sexualität (wie auch der Kunst und vielem anderem Schönen) einschließen.
Ja, Erwartungen der Firmen können erdrückend sein. Zum Glück gibt es aber auch hier familienfreundliche Firmen und gute Beispiele - wie auch bei den Kirchen.
Moni, mein statement war auch nix, um eine Kirche, in der ich nicht bin, zu revolutionieren. Es sollte die Allgemeinheit darauf aufmerksam machen, dass es auch andere Aspekte gibt, die im gesellschaftlichen Raum herumschwirren aber leider häufig übersehen werden.
Ich glaube, dass es auch sehr schwer ist, wenn man als kath. Priester seinen Beruf liebt, aber spürt, dass man nicht gleichzeitig zur Ehelosigkeit berufen ist.
Awenasa, da scheinst Du extrem schwarz-weiß zu denken. Kennst Du noch eine andere Kirchen, die ebenfalls auf Ehelosigkeit besteht, wenn jemand den Beruf des Geistlichen ausüben will? Wenn nicht, fallen Dir vielleicht eine ganze Menge Alternativen ein.
Ich kenne auch keine. Aber auf die Alternative(n) musst Du jetzt selbst kommen, sonst würde man hier glauben, dass ich einen Konfessionskrieg anzetteln würde.
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