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Und wir sind doch "Schafe"... (Predigt zu Joh 10,11-18)

Von wize.life-Nutzer - Samstag, 25.04.2015 - 21:05 Uhr

Das Bild von der Kirche, das die Gläubigen als Schafe charakteri­siert, geht nach heutigem Sprachempfinden gar nicht mehr.
Für uns Stadtmenschen sind Schafe genau so, wie wir eben nicht sein wollen. Wissen Sie wie Schafe sind?
1.) Schafe sehen sehr schlecht, weil sie extrem kurzsichtig sind. Deshalb brauchen sie immer jemanden, der ihnen den Weg zu den Weideplätzen weist, einen Hirten eben.
2.) Schafe können ihr Leben kaum verteidigen, z.B. gegen Wölfe. Sie wissen ja nicht, wohin sie fliehen können und haben weder scharfe Zähne noch Krallen, um den Angreifer das Fürchten zu lehren.
3.) Schafe sind nach unserem Verständnis nicht besonders lernfähig, man kann sie nicht dressieren oder als Arbeitstiere einsetzen.
4.) Der größte Nutzen für den Menschen besteht in der Wolle und dem Fleisch, wenn sie geschlachtet werden.

Und mit einer solchen Spezies vergleicht uns Jesus und lobt sich dabei als den „guten Hirten“. Aber bei uns kommt das wie eine Bevormundung an, wie jemand, der es immer besser weiß, als wir selber; ja, der uns sogar die freie Entscheidung und Selbst­bestimmung vorenthält.
Also wir die Schafe? Geht irgendwie nicht so in unseren Kopf....

Einen „Führer“ vor der Nase, das hatten wir auch schon einmal, und auch das ging gründlich schief.
Soll das nun heißen, wir können heute mit diesem Evangelium nicht so recht etwas anfangen? Sollen wir es einfach abhaken?

Schauen wir doch etwas genauer auf diese Heilige Schrift:
Sind wir nicht doch kurzsichtig, eben wie Schafe?
Unter optischen Gesichtspunkten sind wir es sicher nicht, ja wir haben sogar Hilfsmittel, die uns sogar kleinste Strukturen und Zellen betrachten lassen unter dem Mikroskop und Lichtjahre entfernte Objekte im Weltraum mit unseren Teleskopen. Aber das ist nicht die Blindheit, die uns Schafen ähnlich machen könnte.
Wir haben eine fast krankhafte "Kurzsichtigkeit", weil wir vor allem die kurzfristigen Erfolge, die schnellen Gewinne und die unmittelbaren Erfolge sehen wollen. Aber das führt ganz häufig zu Fehlentscheidungen und zur Missachtung von Mensch und Natur. Um Mensch und Natur in unseren Entscheidungen wirklich gerecht zu werden, braucht es so genannte nachhaltige Entscheidungen.
Es braucht Vorhaben und Ziele, die sich auch langfristig als gut erweisen, denn weder Mensch noch Natur sind Eintagsfliegen.
Der schnelle technische „Fortschritt“ hat uns sogar in die Lage versetzt, die Lebensgrundlage vieler künftiger Generationen zerstören oder schwer schädigen zu können.
Die Gebote Gottes und die Gebote Jesu sind jedoch Weisungen, die so lange gut sind, wie es Menschen gibt.
Ja, es sind ewige Gebote, ewig gute Gebote.
Es ist nicht nur die mentale Kurzsichtigkeit, die uns mit Schafen so ähnlich macht. Auch die Unfähigkeit, unser Leben verteidigen zu können gegenüber denen, die es bedrohen. Das sind aber keine Wölfe, sondern Kriegstreiber, Lebensmittelspekulanten und Drogenbarone. Wenn täglich Tausende Kinder verhungern, für die niemand ein Wort verliert oder eine Schlagzeile riskiert, dann werden dem sinnlosen Reichtum der Kapitalisten unschuldige Menschenleben auf unfassbare Weise „geopfert“.
Auch das macht uns den Schafen ähnlich, die einen Hirten und Fürsprecher brauchen.

Und noch ein drittes Vergleichsmerkmal macht uns Schafen so verblüffend ähnlich: Die scheinbare Unfähigkeit, Wichtiges zu erlernen, z.B. das sozialverträgliche Miteinander.
Noch nie waren so viele Menschen auf der Flucht wie heute. Und noch nie hatten es Flüchtlinge so schwer wie heute, eine neue Heimat zu finden. Das respektvolle Miteinander mit Menschen anderer Kulturen, das sozialverträgliche Teilen des Reichtums, die Sicherung des globalen Friedens, das sind Lernziele, die wohl in keiner Schule umfassend und nachhaltig erlernt werden können. Heute gleichen Schulen eher Einrichtungen zur Behebung sozialer Notstände bei Kindern.
Dass mit Waffen kein dauerhafter Frieden geschaffen werden kann, das scheinen auch heute die Menschen nicht zu begreifen. Es bleibt ein Lernziel für viele künftige Generationen.
Ein schwieriges Lernziel, das deswegen so schwierig ist, weil mit Krieg so viel schnelles Geld zu verdienen ist wie nie zuvor.

Ja, wir sind wie Schafe, die keinen Hirten haben.
Diese Feststellung Jesu vor 2000 Jahren galt damals ebenso wie sie auch heute gilt. Denn diejenigen, die die politische Macht haben, sind sehr oft von der Lobby gekauft und selbst Opfer von Intrigen und Machtspielchen.
Denken wir beispielsweise an das umweltschädliche Fracking, für das die Bundesregierung ein Gesetz plant, um auch in unserem Land Öl und Gas auf diese risikoreiche Weise fördern zu können. Wenn die Kanzlerin die Bürger fragen würde, dann wäre das Votum wohl eindeutig dagegen. Aber es werden primär die Inte­ressenverbände der Industrie gefragt. Die Folgen dieser blinden Entscheidungen haben die kommenden Generationen zu tragen.

Es gibt wohl nur noch einen einzigen wirklich unabhängigen und sich nur dem Dienst an den Menschen verpflichteten Staatsführer und Hirten weltweit. Papst Franziskus ist von keiner Lobby gekauft und muss auch nicht Stimmen für die nächste Wieder­wahl sammeln. Ein „guter Hirte“, diesen Titel wird man ihm wohl vorbehaltlos geben können, weil er sich nur seinem Herrn verpflichtet weiß, die Menschen so zu führen, wie Jesus es an seiner Stelle machen würde. Der Papst im wahrsten Sinn des Wortes ein „Stellvertreter Christi“ auf Erden. Gott sei Dank!

www.konrad-heil.de

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2 Kommentare

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Wir brauchen keinen irdischen Hirten, wenn wir den himmlischen haben. (Selbst wenn er sich Papst nennt.) ER allein kann sich nicht irren und kennt jedes seiner Schafe persönlich, weiß was für es gut ist und führt es genau so durch sein Leben, dass es sicher in den himmlischen Stall findet. ER hat uns für alle Gelegenheiten seine Gebote/Rezepte für ein richtig geführtes Leben gegeben. Irdische Hirten glauben zu oft, es besser als ER zu wissen. Drum lehne ich sie ab. Der Vergleich mit den Schafen ist wirklich sehr treffend, gerade für den heutigen Menschen, der glaubt, weil die Technik fortgeschritten ist, besser zu wissen, was gut für ihn ist. Dabei läuft er, wie die Lemminge, mehr und mehr Richtung Abgrund. Wer sich heute nicht an seinen himmlischen Hirten hält, ist unweigerlich verloren, in dem Strudel dieser irren Zeit, in der wir uns befinden, und in der die Lüge für die Wahrheit erklärt wird, nur weil es alle möglichst bequem haben wollen und ihren Egoismus ausleben möchten. Noch nie brauchten die Schafe den Hirten dringender!
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Naja - der Vatikan und seine Bank bekleckern sich auch nich grad mit Ruhm. Dafür ist ja dann schon auch der Pabst verantwortlich.
Es gab allerdings wohl schon schlimmere Vorgänger.
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