wize.life
Neu hier? Jetzt kostenlos registrieren und mitmachen! Warum eigentlich?
Mainau, Bodensee

Erfahrene Tiefe - eine Trilogioe (1. Teil)

Von wize.life-Nutzer - Sonntag, 07.06.2015 - 11:18 Uhr

Erfahrene Tiefe - Eine Trilogie (1. Teil)

Wieder ist es Freitag Abend. Meine Frau ist bereits zu Bett. Ich sitze noch alleine vorm Fernseher; die Müdigkeit will sich heute wieder einmal einfach nicht einstellen. Entspannt zurück gelehnt sitze ich so in meinem Sessel und schaue durch den Fernseher hindurch. Der Ton klingt nur noch aus weiter Ferne an mein Ohr, hat aber auch schon keine Chance mehr, mein Bewusstsein zu erreichen. Nein, ich schlafe nicht, aber ich "träume".
Ich kann nicht sagen, wie lange ich schon so verharre. Die Zeit hat ihre Bedeutung verloren. Die Grenze zwischen Bewusstem und Unbewusstem hat sich aufgelöst. Ich befinde mich in meiner eigenen Tiefe. Eine Tiefe, die kein Yoga-Kurs je hätte herstellen können. Ich bin mitten drin in der Rumpelkammer Unterbewusstsein. Und ich "staune" nicht schlecht, über das, was sich hier in all den Jahren so angesammelt hat.
Einen großen Teil machen Erinnerungen aus. Mir begegnen Menschen, Ereignisse und Erfahrungen, die in meinem Leben wichtig waren. Sie stehen aber sonderbarerweise gleichwertig nebeneinander. Ich unterscheide nicht, zwischen gut und schlecht, ich nehme es nur wahr. Einen weiteren Teil machen Hoffnungen und wünsche aus. Manche wurden erfüllt, andere warten noch darauf. Manche würden dem ein oder anderen als illusorisch erscheinen, so wie sie mir teilweise auch erscheinen. Aber mein Unterbewusstsein sagt mir, alles sei möglich, ich solle nur anfangen, daran zu arbeiten.
Der letzte große Teil des "Gerümpels" besteht aus Zukunftsvisionen. Kann mein Leben wirklich so weiter gehen, frage ich mich. Ich war immer sehr ungeduldig, manchmal sogar aufbrausend, wenn etwas nicht schnell genug ging, oder wenn etwas anders gehen sollte, als ich es mir vorstellte. Mein Unterbewusstsein gaukelte mir hier nun einen Menschen vor, der das krasse Gegenteil war. Mein Unterbewusstsein gab mir nur zu verstehen, dass ich einfach anfangen sollte, die Dinge zu tun, die ich schon so lange vor mir herschob. Verriet mir aber nicht konkret, welche Dinge es denn nun meinte.
Der Beginn einer Musiksendung, die ziemlich laut einsetzte holte mich wieder aus meiner Tiefe zurück. Das Bewusstsein hatte wieder die Kontrolle übernommen. Der Blick zur Uhr lies mich erschaudern. Es waren Stunden vergangen und wäre nicht gerade Winter gewesen, hätte die Morgendämmerung schon eingesetzt. So schaltete ich den Fernseher aus und schlenderte zwischen zwei geistigen Welten ins Bett.

Mehr zum Thema

Kommentare

Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.

wize.life News per Push Benachrichtigung in Ihrem Browser aktivieren

Benachrichtigungen aktivieren