wize.life
Neu hier? Jetzt kostenlos registrieren und mitmachen! Warum eigentlich?
Mutter und Kind

Ich will euch trösten wie eine Mutter ihr Kind

Von Deutscher Evangelischer Frauenbund Bayern - Freitag, 08.01.2016 - 14:25 Uhr

Jahreslosung 2016
Gott spricht: Ich will euch trösten,
wie einen seine Mutter tröstet.
Jes. 66,13


Der Text ist auf den ersten Blick sehr eingängig, auf den zweiten Blick ungewöhnlich: Gott wird gezeigt nicht als der gestrenge strafende Vater, sondern als Tränen trocknende tröstende Mutter - eine fürwahr rare Stelle im Alten Testament.

Und doch ist solch eine scheinbar auf der Hand liegende Auslegung trügerisch und zeigt die Schwierigkeit bei der Auswahl der Jahreslosungen, die wie kleine Schnipsel die biblischen Texte zerkleinern und dadurch in ganz neue Zusammenhänge stellen.

Liest man (oder frau) den Text nur in seiner ganzen Kürze, so drängt sich sofort die Gewissheit auf: Das Kind muss bereits furchbare Erfahrungen und Niederlagen erlebt haben.

Gott spricht in diese Situation hinein als eine dem Kind in seiner Trauer zugewandte Mutter, die Tränen trocknet und Schmerz zwar nicht ungeschehen, aber doch erträglich macht. Es wird eine ganz besondere Beziehung zwischen den Personen nicht nur betont, sondern eine ganz enge Bindung geradezu durch das Bild des Verwandtschaftsbundes eingefordert.

Wird der Text hingegen im Zusammenhang des ganzen 66. Kapitels gelesen, wird sehr schnell offenkundig, dass hier - wie meist bei Jesaja - das Verhältnis von Gott und seinem Volk thematisiert wird. Die politische Wirklichkeit, in die hinein Jesaja dieses Wort Gottes ruft, ist keine mütterlich sanfte und friedliche, sondern eine kriegerisch bedrohliche.

Der mütterliche Trost lässt zwar Trauer und Verzweiflung zu, er nimmt das Kind für kurze Zeit aus dem Geschehen, nimmt es freundlich auf die Knie, um ein Zeichen zu senden, auch an die unter den Heiden versprengten fernen weiteren Kinder des Volkes Israel, aber das nahende letzte Gericht wird drohend beschworen.

Das Bild von Jerusalem als Mutter des Volkes Israel wird im vorangehenden Kontext gebraucht, die ihr Kind an der Brust säugt und tröstet und selbst in Zeiten der babylonischen Gefangenschaft ein Hoffnungszeichen zu setzen vermag.

Diesen Trost zu spenden ist ein Leuchtfeuer im Chaos, eine mütterliche Gabe und ein Zeichen und Zuspruch: Gott ist da! Er ist gegenwärtig.

Gott, der Allmächtige und Herrschende, ist Mann und Frau, Vater und Mutter zugleich.

Das Neue Testament scheint in der Ferne auf, die Verheißung richtet sich an alle versprengten, in dem Strudel der Zeiten verloren gegangenen Brüder und Schwestern. Jesaja selbst sieht in die Zukunft des neuen Jerusalems und zeigt dem Volk Gottes gleichsam das gelobte Land, in das er - Moses gleich - selber nicht mehr kommen wird.

Von der Bergpredigt und dem Tod und der Auferstehung Jesu her gesehen ist unser rückwärts auf die Losung gewandter Blick ein hoffnungsfroher, selbst in Zeiten großer Not und Unsicherheit, in Zeiten von Krieg und Vertreibung.

Damit ist die Jahreslosung - auch für uns persönlich - in eine ganz konkrete brisante Situation hinein gesprochen und wir können und dürfen sie ebenfalls als tröstenden Zuspruch verstehen.

Wir dürfen wissen und glauben, dass Gott nicht nur Vater und Mutter, sondern in Jesus Christus auch Bruder geworden ist.

Dietlinde Kunad,
Nürnberg

1 Kommentar

Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.
Schönes feierliches Geschwurbel. Wers braucht... bitte schön. Der muss aber schon wirklich arm dran sein. Und den Verstand muss er auch abgeschaltet haben.
Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.

wize.life News per Push Benachrichtigung in Ihrem Browser aktivieren

Benachrichtigungen aktivieren