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Missionierung - Begriffsklärung

20.08.2018, 17:33 Uhr
Beitrag von wize.life-Nutzer

Missionierung – Begriffsklärung


Das Wort 'Mission' geht auf lat. missio = das Schicken, die Entsendung zurück (DUDEN, Etymologisches Wörterbuch) und wurde im 16. Jh mit dieser Bedeutung in die deutsche Sprache aufgenommen.
Es folgten schnell die davon abgeleiteten Wörter 'Missionar', 'missionieren' und 'Missionierung'.

Missionierung betreibt also ein Gesandter, der die Aufgabe hat, andere zur Nachfolge eines vorgestellten (religiösen) Inhalts zu bewegen.

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Da sich im Neuen Testament die Christusworte „ Gehet hin in alle Welt und predigt das Evangelium aller Kreatur.“ (Mark 16,15) finden, haben Christen aller Zeiten dies als einen Auftrag empfunden.
Vorfahren von Hermann Hesse z.B. sind als christliche Missionare nach Indien aufgebrochen.
Kerala, die Provinz im SW des Landes, wird immer als Vorzeigemodell für gelungene Missionsarbeit angeführt. Hier gibt es keine Hungersnöte, ein ausgezeichnetes Schulsystem, die niedrigste Zahl von Analphabeten in ganz Indien.

Eine persönliche Erfahrung in Indien war für mich oft die Reaktion auf die Frage nach meinem Herkunftsland. Wenn ich Deutschland nannte, lächelte man erleichtert.
Obwohl englische Missionare sehr viel dazu beigetragen hatten, ein aufwendiges Verkehrsnetz zu bauen und vorzügliche Bildungseinrichtungen zu schaffen, empfand man sie als „Herren“ und sich selber als gedemütigt.

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Findet in den Sozialen Netzwerken Missionierung statt? Wenn Heidi Klum z.B. Fotos einstellt und von 45 000 Followern spricht, ist das Missionierung? Gibt sie vielleicht die Botschaft weiter: „Bleibt ewig jung, genießt euer Leben, verkauft euch meistbietend?“
Enthält nicht jedes Selfie, jedes Video eine Botschaft? Und ist das dann nicht eine „Auto-MIssionierung“?

Stellt z.B. jemand bei wize.life einen Beitrag ein, so macht er das vor allem, weil er mit anderen in ein Gespräch kommen möchte.
Macht er das mit einer besonderen Leidenschaft, so sollte das unter 'pädagogischem Eros' vermerkt werden.
„In dir muss brennen,was du in anderen entzünden willst.“ (Augustinus)
Man sollte auch gar nicht ausschließen, dass sich der Verfasser eines Beitrags darüber freuen würde, wenn sich jemand nach der Lektüre des Beitrags über Khalil Gibran mit dem Dichter befassen würde. Ist das Missionierung? Nein.

Würde der Autor darauf bestehen, dass der Leser sich mit diesem Thema befasst – unter Androhung schlimmer Konsequenzen, wenn er das nicht täte, dann wäre das der Versuch einer Missionierung!

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Wer andere auffordert, seine Weltanschaung oder seine Lebensphilosophie zu ändern, ist ein M i s s i o n a r.
Wer anderen öffentlich von seinen Erfahrungen egal wo, egal wie und egal in welchem Bereich berichtet, ist ein E r z ä h l e r oder Berichterstatter.
Wer anderen eine Handcreme vorstellt und sie verkaufen möchte, macht W e r b u n g.

Missionierung und Werbung gleichen sich darin, dass sie eine mehr oder weniger versteckte A b s i c h t verfolgen: eine andere Person zu beeinflussen.
Dies kann durchaus positive Wirkungen haben, negative sind nicht auszuschließen.

Berichte, Erzählungen, Romane, Bilder, Kunstwerke aller Art beeinflussen natürlich auch den, der sich ihnen nähert.
Dieser Einfluss ist allerdings subtiler, er geht vom Werk aus, wird vom Einzelnen zugelassen und manchmal gar nicht bemerkt.

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Wer anderen in den Sozialen Netzwerken aktive Missionierung unterstellt, sollte diese Behauptung beweisen müssen. Denn er wirft ihm fraglos einen Macht-Missbrauch vor.

© ez

31 Kommentare

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Es wird immer Menschen geben, die ein ausgeprägtes Sendungsbewusstsein haben und die sich keinen Deut darum scheren, ob sie autorisiert sind oder nicht.
  • 20.08.2018, 18:37 Uhr
Ich denke, jeder hat seine ganz spezifische Aufgabe , abhängig von seiner Persönlichkeit.
Solange ich nicht gezwungen werde, wehre ich mich nicht gegenüber Maßnahmen oder Hinweisen, die mir als vielversprechend vorgestellt werden.
Ich habe hier z.B. mehr als ein Dutzend Bücher empfohlen bekommen, die es absolut wert waren, gelesen zu werden. Nie würde ich das als MISSIONIEREN ansehen, das waren für mich sehr freundliche Hinweise.
  • 20.08.2018, 18:51 Uhr
Nun ... das von dir genannte geschah vermutlich aufgrund eines Gespräches und es har dir niemand aus dem off irgendwas um die Ohren geworfen. Wenn ich zu einem Thema etwas wissen möchte und um Anregungen oder Empfehlungen bitte, geht die Initiative ja von mir aus - das meine ich mit autorisiert.
  • 20.08.2018, 19:13 Uhr
Ja, sicher - ich habe einen Beitrag geschrieben, und dann bekam ich Empfehlungen und Hinweise.

Das ist doch das Wesen von Kommunikation - communis = gemeinsam.
Ich nenne das aber nicht "Missionierung", sondern Empfehlung. Das ist ein gradueller UNterschied.

Allerdings macht es mir auch nichts aus, wenn jemand sagt, "das MUSST du lesen" - da kommt es natürlich auf diesen JEMAND an.
  • 20.08.2018, 19:24 Uhr
der Unterschied ergibt sich für mich daraus, ob mir jemand auf meine Bitte etwas sagt/empfiehlt oder ungefragt.
  • 20.08.2018, 19:26 Uhr
Wenn mir jemand etwas spontan empfiehlt, empfinde ich das oft sogar als ein besonderes Geschenk.

Ich denke an eine Userin hier bei wize.life, die mir ca. 20 Bücher schickte, die mir neue Einsichten brachten, allerdings spirituelle Themen. Sie selber saß im Rollstuhl, hatte ein schweres Leben und war zu einem weisen liebevollen Menschen geworden, mit einem großen Charisma. Nie werde ich das vergessen.
Das war keine Missionierung , sondern ein Geschenk.
  • 20.08.2018, 19:37 Uhr
Es kommt immer auf die Situation und auf die Menschen an. Menschen, die ich als Geschenk empfunden habe, sind mir eher auf der absichtslosen Ebene begegnet.
  • 20.08.2018, 19:39 Uhr
Barbara, ich versuche, deine Situation zu verstehen. Wer mutiger ist als andere, bekommt auch immer härtere Prüfungen zu bestehen.
  • 20.08.2018, 19:42 Uhr
Da habe ich eine völlig andere Haltung ... und ich wüsste auch nicht, wozu du meine Situation verstehen müsstest - um die geht es gar nicht. Ich habe lediglich einen Kommentar zu deinem Beitrag abgegeben.
  • 20.08.2018, 19:44 Uhr
Und ich habe darauf reagiert. Da sich unsere Lebenssituation und unsere Lebenserfahrungen unterscheiden, kann meine Antwort nicht adäquat ausfallen.
  • 20.08.2018, 19:48 Uhr
du sprichst, wie eine Therapeutin.
  • 20.08.2018, 19:49 Uhr
Das überrascht mich nun wirklich. Ich therapiere niemanden. Ich freue mich , dass es hier sehr liebe Menschen gibt und ärgere mich darüber, dass es auch ein paar andere gibt. Das halte ich alles für normal. Auch meinen Ärger
  • 20.08.2018, 19:53 Uhr
Das war nur eine Feststellung meinerseits.
  • 20.08.2018, 19:54 Uhr
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Indem wir unser Leben, unsere Gedanken und Gefühle immer bewusster wahrnehmen, können wir mehr und mehr die Dinge so lenken, wie wir es wollen. Unser Leben wird so zu unserem bewusst gestalteten Kunstwerk, und wir sind die Künstler ... jeder auf seine einzigartig unverwechselbare Art und Weise.

Sich daraufhin in seiner Individualität zu spiegeln, beispielsweise mit dem Schreiben, Kommentieren oder in der bildlichen Veröffentlichung, scheint hier ein allgemein gültiger kreativer Vorgang zu sein, der nicht nur etwas mit der Verwirklichung seiner Wünsche in Form von Meinungen, Botschaften, Informationen oder sich Selbst zu tun hat.

Eine Missionierung in der oben angedeuteten Form kann ich darin überhaupt nicht erkennen.
Denn alles im Universum drückt sich aus, um sich eben zu erkennen oder über sich hinaus zu wachsen. Kreativität ist natürlich ebenso Erneuerung, Erkenntnis, Kraftquelle und eine (nicht nur) für das menschliche Sein grundlegende Eigenschaft, die zum Leben dazu gehört wie das Atmen.

Jeder hat also seine eigene unwiederholbare Art sich auszudrücken und so ist auch das Muster jedes Lebens einzigartig. Ähnlichkeiten in der äußeren Zeichnung unserer Existenz gestatten keine eindeutigen Aussagen über die Motive.
Wenn zwei dasselbe tun, wie hier zu schreiben, können ihre Intensionen sehr unterschiedlich sein. Ähneln sich diese, so bleiben sie doch Beweggründe verschiedener, einzigartiger Menschen.

Was beispielsweise für Metaphern und Symbole gilt, nämlich dass sie eine sehr individuelle Bedeutung haben, die sich nicht mittels eines Lexikons erfassen lässt, gilt auch für den individuellen Spiegel der Lebenswirklichkeit, die manche Schreiberlinge hier deutlich machen möchten.

Genau wie ein Künstler ist jedoch jeder für diesen Spiegel, für seine Deutung und die Schlüsse, die in Interpretation gezogen werden, selbst verantwortlich, wenn sie denn ehrlich gemeint ist.

Müssen wir denn davon ausgehen, dass die Sichtweise des schreibenden Verstandes hier einzig und allein richtig ist?

Wir müssen nicht, aber viele tun es oft, um nicht als verrückt oder anormal zu gelten.
Manche glauben sogar, dass falsche Loyalität Nähe bringen mag, wenn man nur dazugehört beim gemeinsamen Unterstellen von Behauptungen.

Und was ist der Preis dafür?

Selbstzweifel, Gesichtsverlust, auch vor sich selbst und Angst ... Attribute einer Verstandesorientiertheit, die eine negative Einstellung zum Leben reflektiert oder sogar auch hervorruft.

Gerade in dieser Hinsicht hat unsere Kultur genügend zu bieten, „Leitsätze“ wie:
Das Leben ist vergänglich!
Das Leben ist ein ständiger Kampf!
Das Leben ist eine ernste Angelegenheit!
Das Leben gibt mir nicht, was ich möchte!

Sind denn manche Schreiberlinge tatsächlich ständig gezwungen, ihre Existenzberechtigung hier am Brett mit Notizen, Artikeln oder Fotos unter Beweis zu stellen, indem sie noch schneller, noch kürzer, noch schlauer, noch lustiger, noch besser posten als all die Anderen?

Für den Verstand ist typisch, dass er misst, vergleicht und häufig miss(t)versteht. Aber Vergleiche sind nur möglich in Bezug auf eine vorgegebene Eigenschaft. Da jedoch das Individuum nicht die Kombination bestimmter Eigenschaften ist, sind Individuen (lateinisch: die Unteilbaren) unvergleichlich.

Einfach nur da zu sein reicht vollkommen aus, um dem Universum seine einzigartige Note hinzuzufügen. Allerdings ist WIZE nur ein witziger Teil in dieser Unendlichkeit.

Wer hier sein Existenzrecht jedoch aus der Konkurrenz der Allerbesten herleitet, bewegt sich auf sehr brüchigem Boden. Als sogenannter „Gewinnertyp“ hetzt er sich ab, um an die Spitze zu kommen, dann hetzt er sich ab, um seine Verfolger abzuschütteln, die ihm dicht auf den Fersen sind, wie er meint.
Eigentlich kommt er nie zur Ruhe, schon gar nicht, wenn er Macht ausübt, um seine angenommene führende Rolle einzunehmen und sie verteidigen will. Er lebt in der ständigen Angst, nicht gut genug zu sein oder noch besser sein zu müssen. Die Konklusion des Ganzen wäre als ein reines Suchtverhalten in ständiger Wize-Präsenz zu sehen.

Wenn es ihm aber gelingt, sein Selbstvertrauen aus eigenen Quellen zu speisen, könnte er dem „Kampf ums Wize-Dasein“ ein wenig den Rücken kehren und sein Leben mehr von der spielerischen Seite betrachten.
Die wird auch der Erfüllung seine Wünsche mehr Kraft verleihen und natürlich besonders seiner kreativen Seite!

Wenn Verstand und Intuition, menschlich-geistige Reife und unvoreingenommene Selbstwahrnehmung Hand in Hand arbeiten, könnte der „Postling“ seine angestammte Macht über sein (Wize)-Leben zurückgewinnen, jenseits von Angst und jenseits der Dehnungsgrenzen menschlichen Verstandes der hier aktiven „Inquisitionsgeschwader“.

Denn diese irren sich gewaltig, wenn sie in der liebevollen Herzlichkeit mancher Schreiberlinge nur die Hirngespinste von Menschen vermuten, die in einer Tour „esoterische Räucherkerzen“ anzünden, einen „Missionierungstrip“ entfachen wollen oder ständig auf dem Kriegspfad befinden.
  • 20.08.2018, 18:31 Uhr
Danke, Karl, für diesen sehr subtilen Kommentar, der eigentlich neben dem Beitrag stehen sollte.

Ich werde oft durch Kritik an meinem Auftreten zu solchen Texten angeregt.
Man meinte, ich missionierte ständig.
Deshalb habe ich mich selber zum Inquisitor gemacht,um herauszufinden, was ich hier eigentlich will, wenn ich schreibe, Gedichte einstelle oder kommentiere.

Ich bin auf zwei Motive gekommen: a) meine Liebe zur Sprache und b) mein Wunsch, anderen von meinem Leben etwas abzugeben.
  • 20.08.2018, 18:42 Uhr
Danke liebe Edith für Dein Statement.
Auch ich habe mit dieser Erfahrung häufiger zu tun gehabt, in dem man mich in die klerikale Schublade geschoben hatte oder mich mit dem spirtuellen Geist eines Osho-Jüngers verband. Was natürlich völliger Humbug war!
Jedenfalls konnte ich in diesen Re-Kommentaren deutlich die Konditionierung des Menschen erkennen und seinen tiefen Schmerz erspüren, der in bewegte mir nur auf diese Weise zu antworten.
Vielleicht später mehr zu den Inhalten dieser Antworten.

Meine Intentionen hier auf Wize ist der Austausch von Gedanken und die eines optimistischen und harmonischen Lebensgefühls.
Die inhaltlichen Themen sind breitbandig und handeln von Liebe, Beziehung und Lebenserfahrungen auf einer achtsamen und respektvollen Ebene.
Dazu schreibe ich Artikel, Gedichte und Essays, die nach Reflexion wünschen. Aber auch nach eigener Kognition, die den Tellerrand oder den Horizont anderer Anschauungen beleuchten wollen.
  • 20.08.2018, 21:22 Uhr
Sicher ist der Rückzug in Gruppen eine Möglichkeit, eine Art Annäherung an reales Leben.

Ich spiele aber immer noch mit dem Gedanken eines innerern Retreats.
  • 20.08.2018, 21:29 Uhr
Lese erst jetzt diesen schon erstaunlichen Strang mit dem sehr ausführlichen Statement von wize.life-Nutzer.
Es gibt doch immer wieder auch hier Überraschungen.
  • 21.08.2018, 03:36 Uhr
Nun, rückblickend beschäftigen mich die Inhalte eines 2-tägigen Seminars „Die Grenze: der Ort, an dem wir uns begegnen können“, das ich während unseres GTH-Kongresses in Meersburg besuchte, immer noch sehr intensiv. Introspektiv haben diese Grenzerfahrungen tiefe Wirkung in mir hinterlassen.
Dies ist mir besonders in der Kommunikation mit anderen Menschen bewusst geworden.
Einsicht, Nachsicht und Verständnis zeigen, im gewahr werden der eigenen Bewusstheit, um die physischen und psychischen Grenzen der Menschen zu respektieren und zu achten, dies war die Konklusion dieses Seminars.

Nun, zu meinem angekündigten Fallbeispiel, das mit den neu gewonnenen Erkenntnissen direkt korrespondierte und ebenso indirekt mit einer geglaubten Missionierung zusammenhängt:

Ein Zeitgenosse eines sozialen Netzwerkes kommentierte vor einiger Zeit einen Text von mir, in dem er die Kälte seines Lebensgefühls durch destruktive Behauptungen an mich zu übertragen versuchte.
Diesen Übertragungsversuch habe ich mit meiner gesunden Abgrenzung abgewendet.

Im Nachhinein verstehe ich nun, dass ihn die Tiefe meines Kontextes in abgrundtiefe Angst versetzt haben muss. Die Ausdrucksform meiner Lebendigkeit, wie ich über Liebe und Beziehungen empfinde und schreibe, hat sich für ihn wohl wie eine Katharsis angefühlt, die ihm innerlich seine gefühllose Unwissenheit spiegelte. Das muss ihn zutiefst verletzt haben und dafür bekam ich seine Verbitterung zu spüren.

Dass diese Verbitterung aber ganz und gar sein Gefühl ist und mit mir überhaupt nichts zu tun hatte - ich habe es nur ausgelöst – reflektierte im Wesentlichen deutlich die Konditionierung seiner Ich-Schwäche. Denn es war ein altes Gefühl, aus seiner Lebensgeschichte, die beständig in ihm aufsteigt, wenn sich jemand anderes seinem Schmerz fördernd verhält oder seinem Interesse widerspricht.

Leider konnte jener Zeitgenosse nicht innehalten und sein augenblickliches Gefühl ergründen.
So versuchte er eben mir Leidiges antun, in dem er mich und meine Liebste wiederholt mit üblen Sekten oder religiösen Glaubensgemeinschaften in Verbindung brachte, obwohl ich ihm mitteilte, dass eine Kirche oder sonstige religiöse Konfrontationen keinerlei Bedeutung für uns haben.

Doch offenbar sollten alle Menschen verstehen lernen, um wie viel einfacher es ist, ohne einen wirklichen argumentativen Bezug zur Lebensrealität, ohne Achtsamkeit der Würde, andere Menschen mit Behauptungen zu brandmarken und das Ganze dann folgerichtig auch noch (s)eine Meinung zu nennen.

Dass er uns auf diese Weise stigmatisieren musste, wenn er zu Lebzeiten die Liebe verpasst hatte und dabei auch noch wusste, dass er wirklich etwas verpasst hatte. Dass er mich als Schreiber deshalb bekämpfen musste, damit meine Worte keine Gefahr mehr für ihn darstellten. Damit die Herausforderung, die von ihnen ausgingen – die Herausforderung meiner Botschaft an jedes Menschenwesen: „LIEBE!“ – gebannt war und somit in Vergessenheit geraten kann, dass es für ihn jemals eine Herausforderung gegeben hatte.

Deswegen versuchte er den ganzen Schwerpunkt wegzubewegen von seinem Leben, hin zu meiner Unglaubwürdigkeit und dichte mir Dinge an, weil er nicht ertragen konnte, dass ich anders bin als er. Denn dies versuchte er zu beweisen, ansonsten hätte er sich ändern müssen, anstatt sich mit wilden Behauptungen an mich gerichtet aus seiner Verantwortung für sein Leben stehlen zu können.

Unsere Liebe ist so erfüllt, dass sie überfließt und alles in unserer Umgebung berührt, es verwandelt und verzaubert. Es ist eine Liebe, die eigentlich kein Objekt braucht, wie die Liebe zum Leben, zum Himmel wie zur Erde, bedingungslos, großmütig, lodernd wie Feuer.

Mit annähernd dieser Liebe können auch andere Menschen den Hunger in ihren Seelen stillen, an der sie zeitlebens gelitten haben, ohne sich dessen bewusst geworden zu sein, weil sie es wohl nie anders gekannt haben.
Ja, dieser Hunger – wieder eine Erkenntnis, ein neuer, klaffender Abgrund - wird es sein, der sie wohl antreiben könnte, mit ihrer Kraft an dieser Wahrhaftigkeit teilzuhaben - tiefen Frieden in sich zu spüren und sich der Liebe zu öffnen.

Denn der Glaube bin ich selbst und ich sehe in ihm, was mein Leben sein kann, dazu brauchen (jedenfalls wir) weder eine Religion, noch irgendeine Missionierung, noch irgendwelche Gurus.
  • 22.08.2018, 10:14 Uhr
Ich geb zu, es ist etwas anstrengend solch lange Beiträge zu lesen und zu verstehen.
Ich kenne sowas auch, dass andere ihre eigenen Defizite auf mich übertragen, ganz speziell in einem Fall, wo ich mit einem schon über Jahre immer wieder schreibe und er mich oft zutextet, für meine Zuwendung bedankt und sich dann wieder über ne Kleinigkeit aufregt, wenn ich nicht so schreibe, wie es ihm passt. Dann bin ich Prügelknabe seines Frustes und gestern hat er mal wieder den Kontakt abgebrochen. Da ist es nicht immer einfach selbst Geduld und Gelassenheit zu bewahren.
Das mit den Grenzerfahrungen klingt ganz interessant und über sowas hab ich mir auch schon so meine Gedanken gemacht.
Wahre Liebe funktioniert nur bedingungslos. Sobald da Änderungswünsche beim geliebten Partner ins Spiel kommen, sehe ich da schon Gefahr, wenn man von Liebe in Beziehungen redet.
Ich schick dir noch ne kleine PN mit nem Link.
  • 22.08.2018, 10:37 Uhr
Lieber Carl, da ich deine Sensibilität kenne, staune ich darüber , dass du mir auf diese Weise so offen öffentlich schreibst.

Ich weiß auch, dass es hier Menschen gibt, die gar nicht verstehen können, dass man auch in der letzten Lebensphase sehr liebevoll mit anderen umgehen kann, weil man nicht "verhungert" ist , viel Liebe erfahren hat und diese Brücke eigentlich für alle begehbar macht.

Es kommen noch andere Motive hinzu wie Neid, Eifersucht und die Unfähigkeit, die Gaben anderer anzuerkennen.

Mir ging/geht es wie Dir, Carl. Mir wird alles Mögliche angehängt, dass ich "psychisch defekt" bin, offenbar schon seit 4 Jahren - obwohl ich hier häufig Texte eingestellt habe, die dem Kritiker wegen mangelnder Intelligenz gar nicht zugänglich waren. Ja, ich wage es durchaus, die wahren Gründe für diesen Mangel an Achtung zu nennen.

Wenn es mir g a r nichts mehr ausmacht, gehe ich. Ich sehe darin eine Art Schulung, mich von solchen niedrigen Empfindungen nicht mehr berühren zu lassen.
Ich denke an einen Lepra-Arzt, der in die Leprakolonie geht und sich nicht ansteckt, weil er sich geschützt weiß.
  • 22.08.2018, 12:54 Uhr
Liebe Edith, lieber Knight Mover ...

... seid mir lich willkommen im Geiste unserer Gedanken.

Ich sehe, dass wir uns hier im Augenblick etwas häufiger lesen und kommentieren; und obwohl unsere Zeit bemessen ist, finden wir doch ab und zu immer noch die Möglichkeit uns hier zu begegnen. Das empfinde ich als überaus schön.

Spekulationen auf WL sind immer Anlässe, um auf ein kausales Gleis zu gelangen, das mit der Wirklichkeit in den geschriebenen Worte meist nichts mehr gemein hat.
Deshalb möchte ich auch nicht in Etwas hineininterpretieren, was ich im Augenblick nicht verstehe. Eigentlich bieten wir hier immer wieder Angriffsfläche, berechtigt oder unberechtigt. Egal! Hauptsache, wir bieten überhaupt Fläche. Damit sind wir allemal präsenter als diejenigen, die es sich zur Mission gemacht haben, uns irgendwelche Ungereimtheiten vorzuwerfen und sich deshalb bemühen müssen, möglichst flächenlos zu bleiben.

Natürlich ist es wichtig und richtig, was Ihr schreibt, wenn es aus Euch selbst herauskommt. Doch nur auf die Werke anderer hinzuweisen, ohne ein eigenes Gedanken-Statement, ist mir doch zu wenig Authentizität. Es lässt eher den Schluss zu, fremdgesteuert zu sein.

Das wiederum wäre kein Beinbruch, wenn man selbst die eigene Sichtweise auf die Dinge hinzufügt, auch beispielsweise Perspektiven aufzeigt, die vielleicht sogar überraschend sind und die wir selbst noch nicht eingenommen haben. Das wiederum stellt unser Bild der Erkenntnis in Frage. Deshalb finde ich es gut, den Weg zur Erkenntnis mit Euch zu teilen, obwohl wir manchmal nicht dieselbe Spur verfolgen. Aber genau das erweitert unser aller Horizont ... nicht wahr?

Auch wenn wir für unseren jeweiligen Erkenntnisstand oder aus unserem unbewussten Standpunkt heraus diskutieren, glaube ich, dass wir mit einem veränderten Bewusstsein die neuen Sichtweisen ebenso lebendig und kraftvoll betrachten, sie vertreten können und werden.
Diese, unsere Leidenschaft mit den Worten unserer eigenen Gedanken, machen uns eben sympathisch und schaffen Authentizität.
Wie entsetzlich lauwarm und langweilig ist doch dagegen eine Diplomatie im "Nachplappern" von Zitaten.

Glücklich sein ist etwas wundervolles, es überträgt sich auf andere, wenn jeder seine innere Mitte gefunden hat. Deshalb spüre ich auch eine Empathie, die von Euch ausgeht und kann deshalb Vertrauen und Akzeptanz empfinden ... denn genau Du bist in Resonanz mit Deiner direkten Umwelt und den Menschen darin ... und genau das erfüllt mich wiederum mit großer Freude.
So bilden sich kleine Kreise von Menschen, die ihr Glück weitergeben können, damit sich neue Kreise bilden können, vereint auf den gleich empfundenen Schwingungen von liebendem Verhalten.

Was andere tun oder nicht verstehen möchten, weil sie Nähe, Tiefe und Gefühle nicht zulassen können, aus welchem Grund auch immer, können wir nicht beeinflussen. Diese Menschen sind eben noch nicht so weit und ob sie es je werden, liegt außerhalb unserer liebenden Verantwortung. Da spielt ebenso eine gewisse Bildung mit einer ausgewogenen Intelligenz eine Rolle, da bin ich ganz bei Dir, liebe Edith.
Denn jeder baut sich seinen eigenen Himmel oder auch seine eigene Hölle. Die Verantwortung so zu leben, liegt also ganz alleine bei diesen Menschen.

Es ist schön, dass wir hier schreiben dürfen, jedoch empfinde ich es nicht als notwendig, dass wir es tun, sondern eher als ein Bedürfnis geistiger Begegnung, weil wir im Augenblick so gestimmt sind.

Möget Ihr heute reich beschenkt werden mit vielen Gedanken, in den Umarmungen, die Eure Seele streicheln. Manchmal brauchen wir auch diese liebevolle Gabe, eine Geste, um zu spüren - mitzufühlen - dass es da draußen in dieser Welt noch andere Wesen gibt, als die Alltäglichen, die vielleicht schon zu abgestumpft sind, so dass wir glauben könnten, sie lebten nicht wirklich.

Nachdenklichkeit ...
sich selbst empfinden…
die Stirn ist kühl
der Blick geht tief
die Gedanken sind klar
… Gefühle fließen.
… die Feder fliegt.

Ganz liebe ensgrüße
Carl
  • 23.08.2018, 21:23 Uhr
Carl, es ist ganz sicher so, dass wir hier den unterschiedlichsten Menschen begegnen, die darüber hinaus sich zum Teil verbergen, aus Gründen, die nur ihnen bekannt sind und die man tolerieren muss.

Mit Gruppen hatte ich es in meinem langen Leben eigentlich immer zu tun. Auch gerade sehr unterschiedlichen Gruppen, z.B. Studenten verschiedenen Alters aus 36 verschiedenen Nationen. Ich habe daran nur die besten Erinnerungen.
Später habe ich in Basel auf den PSI Messen Vorträge über Medialität gehalten und auch diese Gabe demonstriert, in Rastatt bei einer der letzten HInterglas-Malerinnen drei Jahre lang Seminare angeboten, schließlich hier an der Akademie für Ältere Lesungen und Vorträge gehalten.
Ich hatte es immer mit Gruppen zu tun, und es gab kein einziges Mal Ärger oder Verdruss.

Die Tatsache, dass hier sehr viele als Maskenträger unterwegs sind, die offenbar ganz andere Ziele verfolgen als wir, verdirbt jedes Gespräch.
Wer offen und herzlich auf den anderen zugeht, wird oft missverstanden.
Als zufriedener Mensch wirkt er suspekt; wer etwas weiß, was anderen noch nicht begegnet ist, ist eben "psychisch defekt", denn es zählen nur 0815 Vertreter.
Man verliert seine Spontaneität, wird im Laufe der Zeit entweder auch aggressiv oder zieht sich zurück.

Solche Typen, die andere ständig kritisieren, sind Energie-Räuber. Man muss ihnen aus dem Weg gehen und auch das will gelernt sein, denn der andere sieht darin auch eine Schwäche.
  • 23.08.2018, 21:49 Uhr
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ich halte nicht viel vom missionieren...warum der entwicklung der menschheit nicht ihren natürlichen lauf lassen. nicht zu vergessen was die hunde gottes, die dominikaner alles angerichtet haben mit ihrem missionieren...die steigerung dessen ist die inquisition...
die ausrottung der katharer...der hexenhammer. leben und leben lassen, so wie GOTT uns gemeint hat.
  • 20.08.2018, 18:19 Uhr
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Wie Missionierung geht, kannst du am Besten von Veganern und Konvertierten lernen.
  • 20.08.2018, 17:45 Uhr
Nunja - die extremen Bibelfans lassen sich da auch nicht lumpen.
Aber Edith hat schon recht. In gewisser Weise sind wir alle latente Missionare.
  • 20.08.2018, 18:14 Uhr
Vielleicht meinen die Veganer es aber gut.
Als die Grünen, die ich sonst gar nicht mehr schätze, vor einem Jahr einen fleischfreien Tag (Veggietag) vorschlugen, ernteten sie nur Gelächter und Spott.
Aber gleichzeitig spricht man von Umweltproblemen!! EIn Vegetarier spart 40 % von Weideflächen.
Wer sich nicht einmal ein ganz kleines bisschen einschränken kann - zum Wohl der Gemeinschaft - ist für mich ein Egoist ersten Grades.
  • 20.08.2018, 18:23 Uhr
Einschränken finde ich ok und hat mir viel geholfen, meine Freiheit zu leben.
Zwanghaft aber ist nicht ok und schränkt die Lebensfreude ein.
  • 20.08.2018, 18:25 Uhr
Manchmal zwingt der eigene Körper einen Menschen, seine Ernährung umzustellen.
  • 20.08.2018, 18:30 Uhr
Das ist sicher so. Man kanns ja bei Diabetikern u.a. sehen.
  • 20.08.2018, 18:49 Uhr
Gutes Beispiel -
  • 20.08.2018, 18:53 Uhr
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