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Philosophie als Gemäldegalerie

23.08.2018, 08:55 Uhr
Beitrag von wize.life-Nutzer

Eine Weile machte sich Monotonie in der Rubrik PHILOSOPHIE breit.

Der größte Philosoph - ich wage den Namen nicht zu nennen - wurde kurzerhand ausquartiert, weil seine Philosophie eben nicht in diese heiligen Hallen passte.

Dann gab es ein paar wirklich fundierte Beiträge von Theologen und deren Gegenspielern, wobei jeder den anderen an Intoleranz überbot. Sie gingen und kamen nicht wieder.

Ein paar Einzelspieler traten auf, deren Beiträge so skurril waren, dass niemand den Versuch machte, sie überhaupt zu verstehen. Sie wurden einfach verspottet und verschwanden im Off.

Nun also beginnt eine neue Ära! Zeitgleich mit einer Reihe von Beiträgen zum Thema 'Erleuchtung' - das im Zeitalter der Glühbirnen nun wirklich nichts Neues mehr bieten kann - erscheint eine Flut von Gemälden, ineinander verschlungene Farbgirlanden, die wohl dem jeweiligen Seelenzustand des Malers entsprechen, vorausgesetzt er besitzt eine Seele. Denn was man nicht beweisen kann, kann man auch nicht besitzen. Wittgenstein möge das unpräzise Plagiat verzeihen
Jedenfalls dienen diese schillernden Bilder als Einstimmung in den folgenden Text.

Eine neue Variante zweifellos, inspirierend und zeitlos schön. Was ja nun auch auf die Disziplin Philosophie zutrifft.
Wie sich die Farbzusammenstellung auf den Duktus und Inhalt des Beitrags und der Kommentare auswirkt, wird sicher zu einem späteren Zeitpunkt noch einer Untersuchung würdig sein.

ez

27 Kommentare

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Denkanstöße zu den Gemälden ...

<<Die Kluft, die den abstrakten Künstler von dem Verständnis seines Publikums trennt, nun durch psychologische, philosophische oder geistesgeschichtliche Erklärungen wenigstens technisch zu überbrücken, ist bisher nicht gelungen. Die Vielzahl der Antworten auf die scheinbar simple, tatsächlich entscheidende Frage: „Warum malen sie abstrakt?“ zeigt nur, daß die Erklärung noch nicht gefunden wurde.>>
(...)
<<Auf die Frage: „Warum malen sie abstrakt?“ fühle ich mich, nach all dem, was hier nur angedeutet werden konnte, versucht zu der Gegenfrage: „Was sollen sie denn malen?“ >>
https://www.zeit.de/1960/32/warum-ma...lettansicht
+++++
[Dieser Aufsatz ist von Hoimar v. Ditfurth und entstammt dem Büchlein "Zusammenhänge"; mehr dazu hier: https://www.facebook.com/notes/hoima...4051630905/ ]
  • 25.08.2018, 19:57 Uhr
Mir ist abstrakte Kunst zum ersten Mal in London begegnet in den Gemälden von Kandinsky. Ich machte damals eine Führung durch die Tate Gallery mit und erfuhr, dass die emotionale Befindlichkeit oder eine Idee des Künstlers sich hinter den bunten Strichen verberge.

Dem Geisteswissenschaftler ist die Deutung oder Interpretation eines Kunstwerks wesentliche Aufgabe.
Ein Pianist macht ja auch nichts anderes als Interpret eines Musikstücks.

Vielleicht mag der Künstler etwas ganz anderes im Sinn gehabt haben oder eben auch gar nichts, vielleicht war es eine übermütige Laune, der er nachgab - dennoch finde ich es herausfordernd, sich über ein Werk mit dem Schöpfer des Werks verbinden zu w o l l e n
Ich erinnere mich nur vage an einen Text, in dem es genau um diese s Erfassen des Wesens des Künstlers ging.
EIn junger Geiger lernte das Instrument kennen. Der Meister gab ihm ein Übungsstück und sagte ihm, er solle so lange üben, bis er den Namen des Musikers wisse und seinen Charakter beschreiben könnne.

Irgendwie löste der Schüler auch diese Aufgabe.
  • 25.08.2018, 20:41 Uhr
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Wenn ein Philosoph gleichzeitig ein Maler ist, so bietet sich dem Betrachter/Leser eine Möglichkeit des Vergleichs.
Die ART zu denken ist der ART zu malen gegenübergestellt.

Der Maler erlebt die Welt als ein farbiges verknäueltes Etwas, Farbgirlanden, die eine Art Labyrinth darstellen, in dem sich ein Blick durchaus verirren könnte.
Sehr schmiegsam, weich, aber von der anderen Farbgirlande doch klar abgegrenzt, ein Hauch von Ordnung im Chaos.

Ganz im Gegensatz dazu ist das Denken des Philosophen linear, folgt dem Gesetz der Kausalität, weicht nie aus, es gibt keine Exkurse, keine anschaulichen Metaphern, es ist gnadenlos auf ein einziges Ziel ausgerichtet, dem Ordnungsprinzip verfallen.

Der Hunger nach Farbe, Geschmeidigkeit, Wärme wird auf künstlerische Weise gestillt.
  • 24.08.2018, 14:10 Uhr
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Sich mit den bekannten Philosophen auseinander zu setzen, ist oft schwierig und verwirrend: Nicht nur sind ihre Schriften in komplizierter Sprache verfasst, auch baut die Theorie eines Philosophen meist auf der seiner Vorgänger auf - so widerlegt er ihre Ansichten oder entwickelt ihre Denkrichtung weiter. Ist Philosophie deshalb nur etwas für "gebildete Erwachsene"? Auf keinen Fall, denn "philosophieren" kann zunächst einmal jeder, indem er sich nicht einfach mit den Dingen des Lebens abfindet und das Wissen anderer nicht fraglos übernimmt, sondern immer wieder selbst fragt, staunt und zweifelt. Aus diesem Grund finden einige Denker, dass Kinder sogar besonders gute Philosophen sein können - denn sie erkunden die Welt und stellen immer wieder neue Fragen, auf die auch die Erwachsenen nicht immer eine Antwort wissen. Selbst wenn wir nicht auf alle Fragen über unsere Existenz und die Welt um uns herum endgültige Antworten erhalten können, ist es wichtig, dass wir uns mit ihnen auseinander setzen. Denn nur wer fragt und zweifelt, wird zu neuen Erkenntnissen gelangen und sich der "Wahrheit" nähern, sofern es eine solche gibt, sagen die Philosophen.
  • 23.08.2018, 20:20 Uhr
Ich finde sogar, man sollte neben den üblichen Ethik/Religionsunterricht in die Lehrpläne an Gymnasien eine Stunde Philosophie einbauen, um bereits junge Menschen mit zentralen Lebensfragen zu konfrontieren.
Ich erinnere mich an die Vorlesung, die Heidegger hier in HD hielt. ! !
Man verließ zerknirscht und gedemütigt den Saal.

In der Schule könnte man eine Basis schaffen, die den EInstieg später erleichtern könnte.
  • 23.08.2018, 20:44 Uhr
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Was mir neulich aufgefallen ist, ist das Fehlen der Rubrik PSYCHOLOGIE..
Da hätten eben Texte über Verhaltensweisen besser hingepasst.

Wenn man z.B. über den international bekannten Psychologen Max Lüscher berichten wollte - er hat hier in HD mehrere Vorträge über seine Farb-Psychologie gehalten - dann weiß man echt nicht, wo das hingehört.
  • 23.08.2018, 14:28 Uhr
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Da ich mich damals auch gerne mit dem o. a. 'Philosophen' ausgetauscht habe (zu seinen philosophischen Themen!), erinnere ich gerne noch einmal an ihn - für die nicht informierten Mitleser ...
(das war nicht nur thematisch anspruchsvoll, oft auch recht lustig und unterhaltsam ... erinnert Ihr Euch?)
--> wize.life/profil/peter-priewe/37930/buch/eint...a33f90cb320
  • 23.08.2018, 10:45 Uhr
Ich habe mich damals auch oft mit ihm gestritten - was ja bei meinem Naturell durchaus möglich ist - aber ich habe seine "Besessenheit", mit der er sich philosophische Kenntnisse erobert hat, geschätzt.
Aber seine beste Leistung war damals ein Text in pfälzischem Dialekt geschrieben. So amüsant!

Leider haben nur noch wenige überhaupt Zeit und Lust, sich hier zu Wort zu melden. Der eigentliche Grund ist aber sicher ein anderer
  • 23.08.2018, 11:54 Uhr
Zeit ist für noch aktiv Berufstätige natürlich ein Argument. Ein anderes ist vermutlich die Argumentationsqualität hier im Forum, die leider von der Quantität verdrängt wurde ...
  • 23.08.2018, 11:58 Uhr
Nicht nur, Peter, es ist nicht Mangel an Qualität, was manche verstummen lässt, sondern deren höhere Sensibilität, die durch Lebenserfahrungen und ihre Lebenseinstellung zustande gekommen ist.

Es gibt auch User, die keinen einzigen Artikel je eingestellt haben, aber dies hier zu ihrem Therapieplatz machen. Ich nenne sie Energieräuber. Sie haben immer Recht und gehen immer als "Sieger vom Feld". Ihre hohe Kunst besteht darin, andere zu demütigen.

Was bleibt, ist eigentlich nur noch die Satire.
  • 23.08.2018, 12:09 Uhr
Was war ich doch naiv, als ich vor 4 Jahrern hier eintrat. Ich war dermaßen überrascht, dass man hier Gedichte einstellen konnte. Und dass es auch möglich war, Beiträge, die länger als ein Satz waren, einzustellen.

Ich hatte nicht viel Erfahrung. Mein einziges Experiment war der Science-room von AOL gewesen, wo sich meist ca. 60 User trafen und um einen Typ herumkreisten, der sich "Dosenkasper"nannte.
Es war interessant, sehr humorvoll , bis eines Tages ein "Sektenbeauftragter" erschien, der einige sofort ins Auge fasste, weil sie dermaßen krude Auffassungen vertraten.

Das war meine erste Begegnung mit Hass in öffentlichen Foren. Der chatroom wurde später aufgelöst, ich ging dann zu einer philosophischen Gruppe, die sich auch zerfleischte.
Es scheint eben wirklich so zu sein, dass der Umgang mit Menschen eine der höchsten Künste zu sein scheint, weil sich eben unter all den Lämmern auch ein paar Wölfe befinden.
  • 23.08.2018, 12:19 Uhr
In der Anonymität fühlen sich gerade diejenigen stark, die im echten Leben kaum Boden gewinnen können.
  • 23.08.2018, 12:54 Uhr
Anonymität kann ich tolerieren; Animosität finde ich anstrengend und schmerzhaft.
  • 23.08.2018, 22:06 Uhr
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Es ist schon seltsam, wie sich diese Rubrik entwickelt hat. Ich hatte ja letztens einen Beitrag dazu eingestellt.
Ich denke, ich weiß, wen du meinst wize.life-Nutzer und ich she es auch als Verlust, dass er den WL-Meldern nicht genehm war.
Der neue blockierende möchtegern-Beherrscher der Rubrik ist kein adequater Ersatz auch wenn er gelegentlich interessante Inhalte ausgraben kann.
  • 23.08.2018, 09:37 Uhr
Kommt Zeit, kommt Rat.
Menschen sind eben unterschiedlich, und man kann es nicht allen recht machen.
Löschen und Blockieren sind sicher nicht d i e Lösung, aber man wollte eben doch einigen eine Art Verteidigung ermöglichen.
  • 23.08.2018, 09:45 Uhr
Klar kann und soll man es aus meiner Sicht auch gar nicht allen recht machen.
Ich habe ja diese Funktionen auch schon benutzt, wenn auch seit langem nur äußerst selten.
Zur Erleuchtung noch: Das finde ich nach wie vor ein spannendes Thema.
  • 23.08.2018, 09:47 Uhr
Dann empfehle ich Dir das Buch von Pir Yilayat Inayat Khan, Erwachen.
Ein Sufi-Meister, der diese Tradition in Europa und den USA bekannt gemacht hat.

"Sein Ziel ist nicht, wohl formulierte Doktrinen zu propagieren, sondern das Erwachen der innern Fähigkeiten zu fördern, die jeder von uns besitzt."
  • 23.08.2018, 09:57 Uhr
Ich habs nich so mit Büchern mehr, hat nix mit dir zu tun sondern eher, weil ich mich noch immer nich an die Verwendung einer Lesebrille gewöhnen kann.
  • 23.08.2018, 10:04 Uhr
PS: Ich halte es seit langem wie der spätere Siddhartha, der grundsätzlich Lehren und Lehrern dann misstraute bzw. besser nicht folgen wollte mehr und eigene Wege ging.
Sufismus ist ja letztlich auch eine solche. Natürlich kann es gut sein, der Mann hat interessantes zu sagen.
  • 23.08.2018, 10:36 Uhr
Im Sufismus gibt es keine Spur von Intoleranz, sondern nur Empathie gegenüber allem.
  • 23.08.2018, 15:46 Uhr
Nur ist sicher nicht ganz korrekt. Es steckt schon ein gewisser Glaube dahinter nebst entsprechenden Ritualen.
Ich hab mal nen interessanten Bericht über tanzende Derwische gesehen, Das war schon beeindruckend. Man kann dieses tanzen ja als eine Art Meditation betrachten.
  • 23.08.2018, 16:04 Uhr
Khan zählt drei Schritte auf: a) der Gottesbegriff ist der erste Schritt, b) die Gotteserfahrung und c) das Erwachen zum inneren GOtt.

Zu 1. ein ganz individuelles Gottesbild, losgelöst von allen Religionen
2. im Tanz, vergleichbar einer intensiven Meditation, erste Gotteserfahrungen
3. das Erwachen schlechthin

Natürlich gibt es 40tägige Retreats mit Ritualen.

Ich habe aber gerade erst die beiden Bücher bekommen und fange an zu lesen.
  • 23.08.2018, 18:58 Uhr
In dem Begriff "Philosophie" stecken die altgriechischen Wörter "philia" ("Liebe") und "sophia" ("Weisheit") - er bedeutet wörtlich übersetzt "Liebe zur Weisheit". Die Philosophie will die menschliche Existenz, das Leben und die Welt hinterfragen, verstehen und deuten. Bereits die alten Griechen, die als "Erfinder" der westlichen Philosophie gelten, haben die menschliche Wahrnehmung der Wirklichkeit kritisch hinterfragt. Sokrates, Platon oder Aristotelest, den berühmtesten griechischen Philosophen der Antike. Das Interesse der Vorsokratiker - so bezeichnet man alle griechischen Philosophen, die vor Sokrates (469 bis 399 vor Christus) gelebt haben - galt zunächst einmal den Vorgängen der Natur. Sokrates, der "Vater der Philosophie", und sein Schüler Platon (etwa 428 bis 348 vor Christus) hinterfragten nicht nur die menschliche Erkenntnis allgemein, sie beschäftigten sich ebenso mit Fragen nach der Gerechtigkeit und dem guten Handeln und wer oder was sind die Götter.
  • 23.08.2018, 20:25 Uhr
Rolf, wenn Phgilosophie die "Liebe zur Weisheit" ist, was ist dann w e i s e?
Ist jemand weise, der viel weiß, der also Wissen besitzt? Wer z.B. bei "Wer wird Millonär" alle Fragen beantworten kann?

Das wäre doch absurd.

Wenn jeman die Fragen "Wer bin ich, woher komme ich, wohin gehe ich" so beantworten könnte, dass keine Zweifel mehr aufkommen könnten, den könnte man vielleicht für einen weisen Menschen halten.

Die Philosophie gilt ja auch als die Mutter aller Wissenschaften - zu Recht, denn sie will ja Menschen w e i s e machen.

Ist sie damit vielleicht gescheitert?

Wie definierst du "weise"?
  • 24.08.2018, 13:50 Uhr
Hier eine Definition
  • 25.08.2018, 03:53 Uhr
Einer von 4 Milliarden erlangt WEISHEIT!
Das ist sehr interessant, danke !
  • 25.08.2018, 06:30 Uhr
Rolf, ich finde diese Tafel erstaunlich; gibt es da eine Quelle?
Der Verfasser muss sehr viel von der Entwicklung des Menschen verstehen, denn dass er 'LIebe' - und damit ist eben die reine Menschenliebe gemeint - erst n a c h Vernunft einsetzt und ein wenig später 'Glück' finde ich sehr zutreffend.

Denn die wirklich Liebenden strahlen dieses Glück aus.

Auch dass dieser Weg soooo lang ist, bis Weisheit erlangt wird, entspricht den geistigen Gesetzen.

Dr. med. David Hawkins hat diese Entwicklungskette kinesiologisch getestet, und da kalibriert tatsächlich die hohe Vernunft bei 499 ... und die bedingungslose Liebe bei 540 (Skala: 1-1000)
  • 25.08.2018, 13:00 Uhr
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