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Ordnung muss sein !

Ordnung muss sein !

23.08.2018, 16:20 Uhr
Beitrag von wize.life-Nutzer

Ordnung ist das halbe Leben......

…..und die andere Hälfte? Ist das etwa das Chaos, die 'vollkommene' Unordnung? Und welche der beiden Hälften ist die Erstrebenswerte, ist der Zustand, in welchem ich mich wohl fühle? Leben wir in einer Welt, in der beide Seiten – das Chaos und die Ordnung – gleichzeitig und nebeneinander existieren? Oder wechseln sie sich etwa ab, zeitlich wie räumlich. Gibt es also Phasen, Zeiträume, in welchen das Prinzip Ordnung vorherrscht, also unser aller Leben vornehmlich bestimmt, und wieder andere, in welchen das Chaos die Herrschaft übernommen zu haben scheint? Welche Rolle spielt Ordnung (oder das, was wir dafür halten) in der Natur? Ist die Natur 'ordentlich', und wenn ja, warum bzw. wenn nicht, warum nicht?

Was ist überhaupt 'Ordnung'? Wer oder was legt fest, wie etwas 'geordnet' sein muss, damit es für uns nicht chaotisch erscheint? Und bedeutet 'Ordnung' für alle Menschen prinzipiell das Gleiche? Ist Ordnung in allen Lebensbereichen wichtig? Oder aber darf es nicht auch schon mal chaotisch zugehen, und sei es auch nur der Abwechslung halber?

Fragen über Fragen! Mir scheint, der Versuch, sie alle beantworten zu wollen ist vergebliche Liebesmüh und führt eher zu mehr Chaos und Verwirrung. Und dennoch sagt uns der gesunde Menschenverstand, dass wir nicht umhin können, unser Leben 'in Ordnung' zu bringen. Das mag für jeden etwas anderes bedeuten, doch 'Ordnung muss sein!', das sagt schon ein uraltes Sprichwort. Wollen wir das Leben meistern, wollen wir im Einklang mit der Natur und der Umwelt, im friedlichen Umgang miteinander leben, so müssen wir uns an vorgegebene Ordnungsregeln halten. Wer diese Ordnung stört, bringt nicht nur sich selbst, sondern das Ganze in Gefahr.

Sowohl die Religionen wie auch die Philosophie haben sich seit jeher mit den angesprochenen Fragen befasst. Für den gläubigen Menschen gibt es eine 'göttliche Ordnung', die allumfassend gilt. Der schottische Philosoph David Hume meint: „Gott hat alles so geordnet, dass das Naturgegebene gar nicht gegen diese Ordnung verstoßen kann.“ Auch wenn man den allmächtigen Schöpfer und Lenker außer Acht lässt, so scheint die moderne Naturwissenschaft doch zu bestätigen, was dieer Satz aussagt: dass nämlich Alles mit Allem zusammenhängt und dass der kleinste Störfaktor in diesem Ordnungsgefüge das Ganze zum Einsturz bringt.

Zumindest gilt das für die Natur und ihre 'Gesetze'. Und doch ist auch das Chaos, das scheinbar Ungeordnete, Teil unserer Welt. Es begegnet uns auf Schritt und Tritt, ohne dass wir uns dessen immer bewusst sind. Vieles um uns herum geschieht eher zu-fällig, ohne erkennbaren Grund, ohne dass es dafür eine plausible Gesetzmäßigkeit oder einen kausalen Zusammenhang gäbe. Oft sind die Zusammenhänge so komplex, dass unsere Erkenntnisfähigkeit nicht ausreicht, sie zu erfassen. Ist es vielleicht das, was wir als 'Chaos' bezeichnen?

Theodor W. Adorno formulierte einmal: „„Aufgabe von Kunst heute ist es, Chaos in die Ordnung zu bringen.“ - Ist die Kunst – zumindest die moderne – also 'chaotisch'?. Oder aber hat Adorno ein Paradoxon formuliert, indem er nämlich der modernen Kunst neue Ordnungsregeln verpasst?

Die von vielen Menschen als 'chaotisch' empfundene moderne Kunstwerke (Gemälde, Musik,u.a.) sind gute Beispiele dafür, dass auch in ihnen Ordnungsprinzipien herrschen, die aus dem scheinbaren Chaos Kunst entstehen lassen. Kunst entsteht eben nicht dadurch, dass man ihre Ingredienzien in beliebiger Unordnung in einem Gefäß 'zusammenrührt'. Wahre Kunst macht das Beziehungsgeflecht deutlich, das zwischen ihren Teilen herrscht. Jede Tonfrequenz in einer Sonate, jeder Farbklecks in einem Gemälde, erlangen ihre Bedeutung erst durch den Bezug zu ihrer Umgebung.
Es ist wohlfeil, über Ordnung und Chaos zu philosophieren, ihre Notwendigkeit, ihre Gegenwart oder Abwesenheit zu fordern oder zu leugnen. Dass beide im Leben aller Menschen eine Rolle spielen ist unbestreitbar. Dabei bleibt es jedem Leser dieser Zeilen überlassen, welches Gewicht er der einen oder anderen Seite in seinem Leben zumisst.

Ein vergnügliches Feature zum Thema finden Sie hier:
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235 Kommentare

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wize.life-Nutzer
Ordnung ist nicht das halbe Leben, sondern erleichtert es ungemein.

Wo sollte man zuerst anfangen?

Ich bin der Meinung, man sollte mit dem Kopf anfangen, denn "Ordnung im Kopf" ist eine wichtige Voraussetzung für fast alle Bemühungen das Leben erfolgreich zu ordnen.
  • 28.08.2018, 16:41 Uhr
Ordnung als Haltegriff im Chaos des Lebens? - Auch das ist sicher richtig.
  • 29.08.2018, 21:34 Uhr
O ja...
  • 30.08.2018, 07:34 Uhr
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  • 28.08.2018, 15:23 Uhr
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...also, tatsächlich doch GEHEIM, na so was.
  • 28.08.2018, 13:34 Uhr
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Das ist nur zu verständlich... vor allem wenn man diese Problematik aus eigener Anschauung so gut kennt.
  • 28.08.2018, 13:17 Uhr
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Ich unterschätze nicht das Urteilsvermögen anderer.
Gedächtnislücken, schon so früh?
  • 27.08.2018, 19:52 Uhr
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Zitat (s.u.): "Aber jeder, der hier mitgelesen/schrieben hat, weiß, dass es sich um jemand anders handelt."

Darf man erfahren wer der oder die Glückliche ist oder ist das geheim?
  • 27.08.2018, 19:33 Uhr
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Sind das jetzt die unten erwähnten Entgleisungen oder ist das noch eine "gut gemeinte Direktheit"?
  • 27.08.2018, 19:26 Uhr
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Sie reden davon, dass ich "Zündhölzer verteile".

Würden Sie bitte ihre Behauptung durch Hinweise belegen?
  • 27.08.2018, 17:59 Uhr
Ich warte, wenn hier nichts kommt, nehmen Sie Ihre Behauptung zurück!
  • 27.08.2018, 18:43 Uhr
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Sie missverstehen meinen Kommentar, Frau La Pazza, zumal Sie ja immer nur als Feuerwehr aufkreuzen und nie etwas zum Thema beitragen.
Ich spiele hier kein "Brandopfer, m i c h hat hier niemand angezündet.
Aber jeder, der hier mitgelesen/schrieben hat, weiß, dass es sich um jemand anders handelt.

Aber Sie dürfen ruhig ihre Bosheit ausleben. mich trifft das nicht. Sie wissen noch nicht einmal, dass SIe sich selber damit dauernd verletzen!
  • 27.08.2018, 17:48 Uhr
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Ich kenne Beiträge von Friedhelm und anschließende Diskussionen
Sie waren immer lesenswert und lobenswert.
Vielleicht reagiere ich empfindlicher auf "gut gemeinte Direktheit".
  • 27.08.2018, 16:45 Uhr
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