Von Zwergen und anderen "kleinen Leuten"

Beitrag von wize.life-Nutzer

Von Zwergen und anderen „kleinen Leuten“

Zwerge begleiten uns von allem Anfang an: Wie ergriffen habe ich in dem schön bebilderten grimmschen Märchenbuch von „Schneewittchen und den 7 Zwergen“ gelesen. Später entdeckte ich die roten ZIpfelmützen in manchen Vorgärten, sie wurden bestaunt und gleichzeitig als spießig-deutsch verspottet.

Als wir im Studium einmal über die Herkunft von Märchenmotiven diskutierten und darüber staunten, dass es in den entferntesten Winkeln der Erde Märchen mit Zwergen, Kobolden, Elfen und Nixen gab, obwohl es doch keine Möglichkeiten des Kontaktes gegeben hatte, meinte ein Seminarteilnehmer, wahrscheinlich hätten die Menschen in uralten Zeiten diese kleinen Wesen tatsächlich g e s e h e n. Nach einer spannungsgeladenen Pause meldete sich eine Studentin aus Norwegen zu Wort und sagte, sie könne das auch!

Ein ganz wichtiger 'Augenzeuge' wurde für mich Hermann Hesse.
Ich beschäftigte mich beruflich mit seinem Werk und stieß dabei auf sein autobiographisches Märchen „Kindheit des Zauberers“ (S. 212 – 229).
Darin berichtet er, dass „von allen magischen Erscheinungen die wichtigste 'der kleine Mann' war“: ein winziges, grau schattenhaftes Wesen, das dauernd vor ihm herging und dem er folgen musste. Denn wenn er es tat, war die Unternehmung erfolgreich.
Erst in der Pubertät verschwand er aus dem Leben des Dichters, nachdem er ihm noch den Weg zu einer hübschen jungen Frau gezeigt hatte, die Hesse eine ganz neue Welt erschloss.

Vor einigen Jahren ereignete sich etwas ganz und gar Denkwürdiges im Champs Elysée Palast in Paris. Man berichtete darüber in der Presse und den Medien: Ein Zwerg mit roter Zipfelmütze sei in diesem Schloss von Politikern und Personal gesehen worden.Ich erinnere mich nicht mehr an den Schlossherrn, den Namen des Präsidenten, mir ist nur diese abenteuerliche Meldung im Gedächtnis geblieben.

Eine ganz persönliche Erfahrung hatte ich vor Jahren im Haus der Hinterglas-Malerin Brunhilde Schell in Rastatt. Sie interessierte sich damals sehr für englische Medien und hatte ein schottisches Malmedium Drönma eingeladen.
Mediale/sensitive Menschen sind in der Tradition der Spiritual Church of England bekannte und sehr geachtete Menschen. Sie verfügen über besondere Gaben wie z.B. Hellsehen, Hellhören, Heilkräfte. Seit der Mitte des letzten Jahrhunderts kamen zahlreiche Medien aus England in die Schweiz und vereinzelt auch nach Deutschland, um interessierten Menschen einen Einblick in die angrenzenden geistigen Welten zu geben.
Man hatte mir einen Termin für eine Einzelsitzung angeboten, und so saß ich schließlich Mrs. Drönma gegenüber und war gespannt, was sie wohl sagen würde.
Sie fragte mich sofort: „Are you interested in little people?“ Das war der terminus technicus für diese kleinen Naturgeister im Englischen. Ich verneinte, und daraufhin malte sie ein sehr interessantes Portrait eines Chinesen (der mir seit langer Zeit vertraut war)!

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„Die kleinen Leute“ drängten dennoch in mein Leben, als mir Annette R., eine Userin bei wize.life vor zwei Jahren das prächtig bebilderte Buch der isländischen Elfenbeauftragten Erla Stefansdottir schickte („Lifssyn min“)

„... oft habe ich meinen Körper verlassen und ich schwebte dann über Städten und Dörfern in der Gegenwart, schwebte mit Naturwesen über Wäldern, Flüssen und Seen, habe mit Panelfen und wunderschönen, verborgenen Wesen gespielt.“ (S. 5)
Schon als Kind konnte sie mit den Natur reden. Mit 9 Jahren wurde ihr bewusst, dass sie anders sei als andere Menschen. Mit 13 wurde sie mit der Fülle ihrer Wahrnehmungen nicht mehr fertig, sie konnte zwischen den Diesseits- und Jenseits-Menschen nicht unterscheiden.
Da sie sehr musikalisch war, Klavier spielte, am liebsten Bach, wollte sie nach dem Abitur Musik studieren, aber da trat eine Kinderlähmungs-Epidemie in Reykjavik auf, und obwohl keine Lähmungen bei ihr zurückblieben, gab sie die Absicht auf, Musik zu studieren, und erkannte ihre eigentliche Aufgabe.

Ab 1982 begann sie, im Theosophischen Verein Islands über ihre Begabung zu sprechen und andere darin auszubilden. Schüler aus Island, Norwegen, Schweden und Dänemark nahmen daran teil.
„Das dritte Auge ist das Kraftzentrum, das mitten auf der Stirn sitzt. Wenn wir dieses Kraftzentrum trainieren, können wir in die verschiedenen Ebenen der materiellen Welt und andere Welten sehen ...“ (S, 46).

Erla sieht, beschreibt und malt folgende Naturwesen: Zwerge, Hauselfen, Wassernymphen, Trolle, Baumdevas …
Dabei ist das auch nur ein winziger Ausschnitt aus der Welt, die sie sieht und erfährt. Im Grunde hat sie Zugang zu den letzten Rätseln des Menschen, seiner Ausstattung, seiner großen Fähigkeiten, der Kette seiner Leben, der 'Nachbarwelt'.
Wer dieses Buch liest, mag jene Transformation erleben, die er gar nicht sich vorzustellen gewagt hat.

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Zwerge sind die Kleinen Bauleute in der Natur, die uns helfen, sie zu erhalten. Jede liebevolle Zuwendung, die wir einer Pflanze oder einem Baum schenken, wird gespürt, und es wird dankbar darauf reagiert.
Erla Stefansdottir, war nicht nur die offizielle isländische Elfenbeauftragte, die mit „den kleinen Leuten“ redete, wenn sie sich dem Bau einer Straße widersetzten, sie erkannte auch sehr klar Wesen und Ziele des Menschen und enträtselte das Mysterium des Lebens schlechthin.

Literatur:

Erla Stefansdottir, „Lifssyn min“, 2007.
Margot Ruis, „Naturwesen – Begegnung mit Freunden des Menschen“. 6. Aufl. 2013.
Hermann Hesse, „Die Märchen“. 10. Aufl. 1981.

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