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Ein Zwiegespräch über künstliche Intelligenz eine Gedankenspielerei

Ein Zwiegespräch über künstliche Intelligenz eine Gedankenspielerei

04.10.2018, 08:32 Uhr
Beitrag von wize.life-Nutzer

Nehmen wir aber an, sie schaffen keine künstliche Intelligenz, aber die technischen Voraussetzungen dafür, ein neuronales Netzwerk, das in der Lage ist, menschliches Denken zu speichern und es wäre damit möglich, ein Backup von dir zu erstellen. Würdest du diese Entwicklung auch verteufeln? Würdest dich weigern, dich hochladen zu lassen? Auch wenn dies bedeuten würde, dass du nicht sterben wirst? Wenn von mir nur meine Gedanken (also auch meine Erinnerungen) gespeichert werden, ohne dass ich riechen, schmecken, tasten, sehen, hören, sprechen, mich berauschen oder vögeln kann, sprich ohne all das geile, sinnliche Erleben, das den wesentlichen Teil von mir ausmacht, bin ich tot. Der Gedanke, von meiner Existenz überlebten nur meine Gedanken und Erinnerungen, ist für mich der blanke Horror. Ich würde dem ein Ende bereiten wollen und könnte mich nicht einmal mehr selbst vernichten. Von außen betrachtet hast du absolut recht. Aber du existierst dann ja nur noch als Daten. Andere existieren als Daten. Und warum sollte nicht auch eine Welt aus Daten für all diese Existenzen geschaffen werden, in der sie all das tun, was du beschrieben hast. Du weißt ja auch heute schon nicht, ob du wirklich etwas ertastest oder schmeckst, sondern vertraust auf deine Sinnesreize, die aber auch nichts anderes als Daten und elektrische Signale an dein Gehirn sind. Natürlich wärst du in diesem Gedankenexperiment erst einmal der von außen geschaffenen, weil programmierten Welt ausgeliefert. Aber die Individuen, die darin gespeichert sind, haben diese Welt ja mit ihrer eigenen Intelligenz geschaffen, also können sie diese natürlich auch von innen heraus verändern, anpassen, also umprogrammieren.
Können wir zum Beispiel sicher sein, dass wir nicht bereits eine künstliche Intelligenz sind, die von einer anderen Intelligenz geschaffen wurde und der man auch gleich noch als Fingerübung ein bisschen Welt dazu programmiert hat? Gäbe es überhaupt eine Möglichkeit für uns, zu erkennen, dass das so ist?
Wie gesagt, nur eine Gedankenspielerei.

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23 Kommentare

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Ein Backup von mir wäre reizvoll, wenn es in einen voll funktionstüchtigen Roboter installiert würde. Das Sinnliche könnte bei einer derart ausgereiften Technik sicher auch implementiert werden, sodass ich den Unterschied gar nicht bemerke.
Positiv wäre sicher, dass ich den "Körper" jederzeit austauschen könnte, wenn die Industrie fortschrittlichere Modelle anbieten würde.
Natürlich weiß niemand, inwieweit die Individualität und die "Seele" bei einer derartigen Konstruktion mitmachen. Möglicherweise kann diese Entwicklung eine evolutionäre Form annehmen, sodass tatsächlich die Unsterblichkeit erreicht wird.
Ein nettes Gedankenspiel, das für mich nicht mehr infrage kommt, da ich in spätestens 20 Jahren in einer Urne liege.
  • 05.10.2018, 15:50 Uhr
Für mich ebenso reizvoll. Ich behalte sogar meinen Namen, vielleicht mit einer eingestanzten Serien-Nummer. Update Funktion inbegriffen. Nur eines ist dann auch sicher, von außen kann beliebige Software eingestellt werden, die mein Backup manipulieren kann. Von dort an ist es nicht mehr weit zu einer Roboter-Armee, die dann die Geschicke der Menschheit übernimmt. Das Sinnliche mit zu implementieren stützt meine These der Manipulation. Hilfe ich werde Mutter!
  • 05.10.2018, 19:52 Uhr
Riese, Du könntest Dich sogar millionenfach klonen lassen, dann wärst Du wirklich unsterblich! .....
  • 05.10.2018, 20:26 Uhr
@Digger, nicht klonen lassen, wenn dann mache ich es selbst! Dann könnte ich auch in meiner Umgebung z.B. Altersstarsinn u.a. bekämpfen.
  • 06.10.2018, 12:46 Uhr
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Bereits Augustinus, und ein paar Jahrhundert später Descartes, haben sich dieser Frage bereits angenommen und sind zu folgendem Schluß gelangt: Sicher ist nur unser Zweifel (Denken), denn es kann nicht bezweifelt werden, dass ICH zweifle (denke), alles andere kann auch eine Simulation sein.

Augustinus: "Ich zweifle, also bin ich."
Descartes: "Ich denke, also bin ich."
  • 04.10.2018, 17:05 Uhr
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Das erinnert mich stark an einen Fernseh-2-Teiler aus den 70-er Jahren: "Welt am Draht".
Leider gibt es diesen Film nicht zu kaufen und er wird wohl auch nicht mehr wiederholt, obwohl es eine restaurierte Fassung gibt.
Ein "Mensch" - Stiller - kommt dahinter, als er gerade dabei ist, eine künstliche Computerwelt zu schaffen, deren Chips sich für echte Menschen halten, dass auch er und seine Welt nur eine Computersimulation ist.
Vielleicht sind wir das auch. Wenn ich manchmal in den Rückspiegel im Auto schaue und wenige Sekunden später wieder, ist das blaue Auto hinter mir plötzlich weg, obwohl es keine Abfahrt zwischendurch gab. Vielleicht war es nur eine Computersimulation, so wie wir auch? Wäre das schlimm? Wenn wir all das, was wir erleben, interessant und lebenswert finden, obwohl wir gar nicht wirklich leben?
Ich frage ja nur - richtig glaube ich das natürlich nicht. Das Auto kann ja stehen geblieben oder langsamer geworden sein....
  • 04.10.2018, 13:20 Uhr
Ja, ein toller Fassbinder Film (die Filmtrilogie "Matrix" nimmt das Thema wieder auf ...).

>>Eine hervorragnde Verfilmung und ein faszinierender Inhalt sind die Kennzeichen von "Welt am Draht", die leider im Fernshen sehr selten gezeigt wird. Die Fassbinder-Verfilmung besticht durch eine faszinierende Kongruenz zwischen Form und Inhalt.
Klaus Löwitsch als Fred Stiller, der Leiter des Institutes für Kybernetik, hat eine eigene, virtuelle Welt erschaffen, die nicht weiß, daß sie eine Welt am Draht ist. Umso größer der Schock für Stiller, als er erfährt, daß auch unsere Welt nur eine Welt am Draht ist. Die alte Frage "Wer ist Ich?", die wir so leicht beantworten zu können glauben, wird auf eine subtile, eindrucksvolle Weise neu gestellt und reflektiert.
Eine SF-Verfilmung mit Action, fast gruselhaften Szenen (z.B. wie der Sicherheitschef Lause verschwindet und niemand kann sich an ihn erinnern), hauptsächlich aber für das Köpfchen.<<
https://www.amazon.de/Welt-Draht-Art...lt+am+draht

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  • 04.10.2018, 18:08 Uhr
Peter - und wie würdest du reagieren, wenn wir in der gleichen Situation wären wie Stiller? Verzweifeln, aufbegehren oder es einfach gelassen hinnehmen?
  • 04.10.2018, 22:08 Uhr
... das Beste draus machen; die Schallplatten mit Wagneropern bleiben ja (wenn auch vielleicht nur virtuell, aber davon merke ich ja nichts ), ebenso wie die Bier- und Weinvoräte ...
  • 05.10.2018, 11:10 Uhr
So denke ich auch --- man könnte es ja ohnehin nicht ändern.
  • 05.10.2018, 11:23 Uhr
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Ich finde diese Gedankenspiele recht interessant, aber ich reagiere darauf wie ein hilfloses Kind. Ich möchte Kunst, die aus starkem emotionalem Erleben und Intelligenz entstanden ist, ich mag eigentlich nichts Künstliches.
Auch keine künstlichen Blumen, auch keine Teddybären.

Der normale Rangunterschied bislang zwischen Gefühlen und Verstand ist, dass der Verstand immer als Wächter und Aufpasser von Gefühlen gilt.
Wenn du gern die Äpfel im Garten des Nachbarn stehlen willst (Gier), sagt der Verstand NEIN.

Diese Überlegenheit des Verstandes wird eher abnehmen - wenn die künstliche Intelligenz noch mehr an Boden gewinnt.

In dieser Entwicklung ist auch ein Krieg zwischen Gefühl und Intelligenz vorherzusagen.
  • 04.10.2018, 09:24 Uhr
Ich finde Kunst sehr wichtig, weil sie eben nicht nur "künstlich" ist, sondern kreativ. Ich erlebe dies besonders beim Musik machen, andere mit Malerei oder anderem.
  • 04.10.2018, 09:33 Uhr
Die Verbindung zwischen "emotionalem Erleben und Intelligenz" wird ja durch ein neuronales Netzwerk in der Amygdala realisiert. Durch entsprechende kybernetische Vernetzungen könnte so etwas (vermutlich) auch KI verfügbar gemacht werden. Also technische Entwicklung, keine --prinzipielle-- Barriere ...

>>Die Amygdala ... spielt allgemein eine wichtige Rolle bei der emotionalen Bewertung und Wiedererkennung von Situationen ... Sie verarbeitet externe Impulse und leitet die vegetativen Reaktionen dazu ein. Forschungsergebnisse aus dem Jahr 2004 belegen, dass die Amygdala bei der Wahrnehmung jeglicher Form von Erregung, also affekt- oder lustbetonter Empfindungen, unabdingbar ... ist.<<
https://de.wikipedia.org/wiki/Amygdala
  • 04.10.2018, 09:49 Uhr
Ich hatte mich ja auch mal mit Programmierung von Brettspielen bechäftigt.
Bei Schach gelang es ja schon lange, weltmeisterliches Niveau zu erreichen. Beim Go dauerte es wesentlich länger, aber ist inzischen auch erreicht.
Das allein macht noch keine echte künstliche intelligenz aus, aber ist doch schon sehr bemerkenswert.
  • 04.10.2018, 09:53 Uhr
Neben der Frage der Qualität (die --Art-- der Verschaltungen von Netzwerken) ist es eben auch eine Frage der Quantität (der --Menge-- der Verschaltungselemente und ihrer Knotenpunkte).
Deshalb ist es vermutlich keine Frage des --ob--, sondern des --wann--, bis KI deutlich wahrnehmbare Vorwärtssprünge macht ...
  • 04.10.2018, 09:57 Uhr
Das erinnert mich an einen alten Denkansatz, der mir noch vom Pflicht-Studium "Marxismus-Leninismus" damals in Erinnerung ist.
Da gab es so ne These von Umwandlung Quantität in Qualität und man nannte das materialistische Dialektik oder so ähnlich. Damals waren damit Produktionsmittel gemeint, die bei hinreichender Entwicklung die Produktionsverhältnisse verändern sollen.
An dem Gedanken scheint mir etwas dran zu sein, dass hinreichende Komplexität eines Systems - oder eben auch Programms - neue Eigenschaften generieren kann, die eben nicht programmiert wurden.
  • 04.10.2018, 10:00 Uhr
Dialektischer Materialismus; kam auch in meinem Bilanzbuchhalterlehrgang dran, war Pflichtfach in jedem Studium in der DDR.
  • 04.10.2018, 13:03 Uhr
Ja - eben auch beim Mathe-Studium.
  • 04.10.2018, 13:36 Uhr
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Hinweis:
>>Die Menschheit wird sich daher im weiteren Verlaufe mehr und mehr, ob sie das nun wünscht oder nicht, den Entscheidungen technischer Intelligenz anvertrauen müssen, auch wenn sie deren Argumente und Ratschläge immer häufiger blind wird akzeptieren müssen, weil sie nicht mehr dazu in der Lage ist, ihr Zustandekommen zu durchschauen. Was das kulturell und historisch bedeuten würde, liegt auf der Hand.<<
wize.life/themen/politik/36662/kuenstliche-in...er-hoffnung
  • 04.10.2018, 09:08 Uhr
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Eine solche Gedankenspielerei wurde auch schon verfilmt ...
>>In ihrer Verzweiflung kommt Evelyn die Idee, Wills Bewusstsein in den für die Simulation zuständigen Quantencomputer der Forschungseinrichtung hochzuladen, den das Projekt entwickelt hat. Sein bester Freund Max Waters, ebenfalls Forscher, ist skeptisch. Evelyn kann ihn überreden, und gemeinsam erstellen sie einen Apparat, in den sie Wills Geistesinhalt kopieren. Nachdem Wills Körper gestorben ist, erwacht sein Geist im Computer und fordert nach kurzer Konversation eine stabile Internetverbindung, mehr Rechenleistung, mehr Speicherkapazität und Zugang zu den Datenbanken der Wall Street. Max versucht, Evelyn klarzumachen, dass sie nicht wissen, womit sie es zu tun haben. Er zweifelt, dass diese Maschine eine hundertprozentige Kopie von Wills Bewusstsein ist, und spricht sich vehement dagegen aus, die Maschine zu unterstützen.<<
https://de.wikipedia.org/wiki/Transcendence_(Film)
  • 04.10.2018, 09:02 Uhr
Scheint ein Steckenpferd von DIr zu sein.
Ich kann dem gar nichts abgewinnen. EIgentlich bin ich froh, wenn mich etwas nicht extrem fasziniert.
Da ist dann plötzlich so viel Spielraum für Nichtstun, also Muße.
  • 04.10.2018, 21:20 Uhr
--> "EIgentlich bin ich froh, wenn mich etwas nicht extrem fasziniert."

Hmm, und das aus Deinem Munde?
  • 05.10.2018, 11:12 Uhr
Ja, man muss den Mut zur Lücke haben und gleichzeitig den Ehrgeiz, in bestimmten Bereichen top zu sein.

Es lebe die Freiheit der Wahl.
  • 05.10.2018, 11:32 Uhr
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