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Organspende: Der Streit um den Hirntod

Organspende: Der Streit um den Hirntod

04.10.2018, 17:22 Uhr
Beitrag von wize.life-Nutzer

Noch lebend oder schon tot?

Neben dem Herztod gilt seit 1968 auch der Hirntod als Ende des Lebens. Doch Wissenschaftler äußern zunehmend Zweifel. Dabei benötigt die Transplantationsmedizin ein Todeskriterium, denn nur Toten dürfen lebenswichtige Organe entnommen werden. Aber sind Organspender wirklich tot?

Seit der ersten erfolgreichen Herztransplantation 1967 gehören Organspenden in vielen Ländern zum Klinikalltag. Doch die Akzeptanz scheint in einigen Ländern abzunehmen: In Deutschland sinkt die Zahl der postmortalen Organspender kontinuierlich, von 1.200 Personen im Jahr 2011 auf 797 im Jahr 2017. Und in Staaten wie Japan wird die Transplantationsmedizin von der Bevölkerung schon seit Jahrzehnten kritisch gesehen und kaum angewandt.

Diese Dokumentation macht sich auf eine Spurensuche rund um den Globus: Warum stehen Menschen der Organspende skeptisch gegenüber? Ein Grund für das Unbehagen an der Transplantationsmedizin scheint die Diskussion um den Hirntod zu sein. Seit 1968 gibt es neben dem Herz-Kreislauf-Tod diese weitere Definition des Todes: den sogenannten Hirntod. Er gilt zugleich als Bedingung für eine postmortale Organspende. Medizinethiker wie Professor Robert Truog von der Harvard Medical School kritisieren dieses Konzept: „Der Hirntod ist kein wissenschaftlicher Fakt, sondern es ist eine soziale Übereinkunft darüber, wann wir jemanden als tot betrachten“, so Professor Robert Truog.

In der Dokumentation kommen Transplantierte und ihre Angehörigen, Mediziner, Ethiker und Politiker zu Wort. Sie alle suchen nach Antworten auf die Frage nach dem Zeitpunkt des Todes. Denn die Antwort darauf wird wesentlich mitbestimmen, wie es in Frankreich, Deutschland und weltweit mit der Praxis der Organspende weitergehen wird. (YouTube)

6 Kommentare

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Auf diesen Bericht stieß ich vorhin zufällig bei youtube und wollte es zum Thema beitragen.

Als ich nun aber erstmal Dein sehr interessantes & informatives Video anschaute, war ich ganz überrrascht, dass die Familie Focke - und deren Sohn Arnd - auch Teil dieser Reportage sind.

Insofern passt mein eingestelltes Video ganz gut, denke ich mal
  • 05.10.2018, 04:01 Uhr
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Dr.med. Eben Alexander, Neurochirurg und 15 Jahre Professor an der Harvard Uiversity berichtet in seinem Buch "Proof of Heaven" - ins Deutsche etwas bescheidener als "BLick in die Ewigkeit" übersetzt - dass er nach seinem HIrntod 8 Stunden im Koma lag und die erstaunlichsten DInge erlebt hat.
Sein Bericht gilt als außerordentlich spektakulär und überzeugend.

Hirntod ist also nicht mit dem Tod des Menschen identisch.
Deshalb lehne ich auch Organspenden ab.
  • 04.10.2018, 18:26 Uhr
Unumkehrbar sterbend
Müssen wir den ganzen Organtransplantationskomplex aufgeben, weil der Hirntod unsicher geworden ist? Ich meine: Nein! Es stimmt weiterhin, dass mit dem Hirntod der Sterbeprozess unumkehrbar geworden ist. Ist der Hirntote dann ein Lebender oder ein Toter? Das Recht verlangt bisher eine klare Antwort. Nur wenn sie lautet: Der Hirntote ist ein Toter, dann ist die Organentnahme keine Tötungshandlung. Sie wäre eben sonst Tötung auf Verlangen, aktive Sterbehilfe. Wir müssen aber anerkennen, dass uns die Hochleistungsmedizin eine dritte Kategorie beschert hat, die weder unter die üblichen juristischen Kategorien "lebendig" oder "tot" fällt: den Hirntoten als den unumkehrbar Sterbenden. Der Hirntote ist eben nicht mehr im juristischen Sinne lebendig, weil er alle Zustände, die wir mit Personalität verbinden - Denken, Fühlen, Handeln, sprachlich und expressiv kommunizieren zu können, sich bewegen, emotional reagieren zu können, von sich aus die Beständigkeit des Organismus aufrecht erhalten zu können - unwiederbringlich verloren hat. Umgekehrt ist durch technische Assistenz die Homöostase des Organismus noch nicht vollständig erloschen. Sicher, sie gibt es nur durch technische Assistenz, aber wir würden ja auch nicht einem Menschen, der an einem Nierenversagen leidet und dessen Homöostase durch die technische Assistenz der Dialyse aufrechterhalten wird, Lebendigkeit oder erst recht nicht das Recht auf Leben absprechen. Aber ich möchte dennoch, dass im Falle einer Organtransplantation mit mir als unumkehrbar Sterbendem würdevoll umgegangen wird. Deshalb plädiere ich für eine standardmäßige Narkose während der Explantation - wie in der Schweiz üblich. Würden doch so letzte körperliche Reaktionen des unumkehrbar Sterbenden für die an der Operation Beteiligten und die Angehörigen, die nach der Operation Abschied nehmen mögen, gedämpft.
  • 04.10.2018, 19:15 Uhr
Hier wurde ein Kommentar durch den Ersteller entfernt.
wize.life-Nutzer
Von einem TOTEN Menschen kann man keine LEBENDEN Organe entnehmen.

Ergo: Wenn man von einem Menschen LEBENDE Organe entnimmt, kann dieser Mensch auch nicht TOT sein.

Über diesen Sachverhalt muss man potenzielle Spender und deren Angehörige unbedingt offen und ehrlich AUFKLÄREN, damit sie wissen auf was sie sich EINLASSEN, denn sonst ist die Transplantationsmedizin eine biologisch-moralisch höchst problematische Angelegenheit.
  • 05.10.2018, 15:46 Uhr
Sehe ich auch so!!! Darum hab ich mich auch gegen Organspende entschieden, wobei ich mich innerhalb der Familie immer zur Lebend-Spende entscheiden würde
  • 05.10.2018, 20:02 Uhr
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