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Gedanken zu einem Gedicht von Rainer Maria Rilke: "Herbst"

Beitrag von wize.life-Nutzer

Gedanken zu dem Gedicht "Herbst" von Rainer Maria Rilke

Die Blätter fallen, fallen wie von weit,
Als welkten in den Himmeln ferne Gärten;
Sie fallen mit verneinender Gebärde.

Und in den Nächten fällt die schwere Erde
Aus allen Sternen in die Einsamkeit.

Wir alle fallen. Diese Hand da fällt.
Und sieh dir andre an; es ist in allen.

Und doch ist einer, welcher dieses Fallen
Unendlich sanft in seinen Händen hält.

Die symbolische Interpretation der Jahreszeiten, ihre Übertragung auf die Lebensspanne des Menschen, ist schon immer Thema der Lyrik gewesen. Dabei scheinen die Übergangszeiten Frühling und Herbst den Dichter noch mehr anzusprechen als Sommer und Winter. Denn nicht das SEIN, das WERDEN birgt das größere Geheimnis.
RIlke hat mehrere Herbstgedichte geschrieben, gleichzeitig (1902) entstanden "Herbsttag" und "Herbst". Während das eine noch mit drängenden Imperativen den Höhepunkt der Ernte herbeisehnt, dabei schon angefüllt mut dunklen Ahnungen von Abschied und Einsamkeit, ist das Thema dieses Gedichtes der Tod.

RIlke schreibt das Gedicht im Herbst 1902, als die Reisen in Russland und die durch die religiöse Inbrunst des Volkes zutiefst erlebte Begegnung mit Gott erst zwei Jahre zurückliegen. Unmittelbar voraus geht die Erfahrung von Trennung und Abschied. Lou Andreas Salomé, vier Jahre lang seine Geliebte, trennt sich 1901 von ihm, kurz vor seiner Eheschließung. Nach einjähriger Ehe nimmt er vom "Wächter seiner Einsamkeit" Abschied, gibt ein für allemal den Versuch eines Miteinanders auf. Von nun an wird er immer wieder Abschied nehmen, von Frauen, von Freunden, von Häusern und Landschaften, wird sich darin üben, den "kleinen Tod" zu überleben, denn für Rilke ist im Abschied der Tod als "feinstverteilte Essenz" enthalten.
Am 28. August 1902 ist er in Paris, jener Stadt, die ihn fortan sein ganzes Leben lang rufen wird, die er hassen und lieben und nie mehr vergessen wird. Immer wieder versucht er zu fliehen, aus ihrer lauten Geselligkeit in die Einsamkeit verwunschener Schlösser, immer wieder kehrt er zurück, und noch kurz vor seinem Tode will er ihren heißen Atem, ihren unbändigen Lebenshunger spüren.

Die erste Begegnung enthält schon alle Elemente dieser Beziehung, Verzweiflung und Ekstase, qualvolle Einsamkeit und beglückende Gemeinschaft.
Der heiße Sommer ist vorüber. "Es war die Zeit, da die Bäume in der Stadt welk sind ohne Herbst", schreibt er an die Freundin Lou. Unter fallenden Blättern wandert er die Alleen entlang, einsam, und verzweifelt, "da sich von mir, wie von einem Erblindenden, alle DInge zurückzogen, da ich zitterte vor Angst, das Gesicht des allernächsten Menschen nicht mehr zu erkennen ...". Todesgedanken überfallen ihn und lassen ihn bis zum Ende seines Lebens nicht mehr los. An seine Frau schreibt er: "Ich habe das noch in keiner Stadt gefühlt, und es ist seltsam, dass ich es gerade in Paris fühle, wo ... der Lebenstrieb stärker ist als anderswo. Lebenstrieb - ist das Leben? Nein - Leben ist etwas Ruhiges, Weites, Einfaches. Lebenstrieb ist Hass und Jagd, Trieb, das Leben zu haben, gleich, ganz, in einer Stunde. Davon ist Paris so voll und darum so nahe am Tod.".

Am 1. September ist Rilke auf dem Weg zur Werkstatt Rodins, dem er schon Jahre zuvor Ehrfurcht und Bewunderung entgegengebracht hat. Von ihm erwartet und erhofft er neue Impulse für die eigene Arbeit. Die Begegnung mit dem Meister, "der versenkt in sich selbst steht wie ein alter Baum im Herbst", überwältigt ihn. Tief betroffen steht er vor der Riesenhand, der "Hand Gottes", in die sich ein Menschenpaar hineinschmiegt. "Es gibt im Werke Rodins Hände, selbständige, kleine Hände, die zu irgendeinem Körper gehören, lebendig sind. Hände, die sich aufrichten ... Hände, die gehen, schlafende Hände, und Hände, welche erwachen ..." Und so groß ist seine Bewunderung, dass er Rodins schöpferische Kraft mit der Gottes vergleicht: " ... wenn er eine Hand bildet, so ist sie im Raum allein und es ist nichts außer einer Hand; und Gott hat in sechs Tagen nur eine Hand gemacht und hat die Wasser um sie ausgegossen und die Himmel gebogen über sie; und hat geruht über ihr als alles vollendet war, und es war eine Herrlichkeit und eine Hand."
Es scheint, als sei dieser Eindruck so stark gewesen, um als zentrales Bild in unser Gedicht einzugehen.

Die Begegnung mit Rodin ist das erste prägende Erlebnis nin der fremden Stadt; sie ist der Anfang einer Freundschaft, die Höhen und Untiefen hat. Rilke, der Jüngere, gerät zunächst ganz unter den Einfluss des im Alter schon weit vorgerückten Meisters. Es ist sicher kein Zufall, dass das erste Gedicht nach dieser Begegnung den Tod zum Thema hat.

_________

Zit. nach EZ, "Die Hand Gottes - Gedanken zu einem Gedicht von Rainer Maria Rilke "Herbst". (Literatur für Leser).

125 Kommentare

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Philosophie - Quo Vadis?
Dann bitte das Team um zwei Rubriken: Literatur und Psychologie.
Ich doch nicht, das kannst du doch tun.
Die Grenzen der Philosophie sind durchaus fließend.
Rilke hat sich während der Entstehungszeit dieses Gedichts intensiv mit dem Thema Tod auseinandergesetzt.
DAS gehört auf jeden Fall zur Philosophie.
Schade, dass diese Rubrik so oft missbraucht wird... aber die Philosophie kann ja fast alles schlucken, oder?
Du kannst es nur nicht ertragen, dass es religiöse Bezüge gibt.
Sicher stellen sich bei Dir Kopf- oder Herzschmerzen ein, wenn da das Wort "Gott" auftaucht.
Klar, der Tod passt zu fast allem.
Erstaunlich - diese Übereinstimmung.
Der esoterische Atheist bist doch du.
Deine Definitionen wechseln wie die Wochentage.
Definierst du denn Wochentage?... ich nicht, zumindest nicht esoterisch.
Ich bin weder das eine noch das andere -
Stimmt, denn Esoteriker sind ja fast alles, oder?
Eine solche Verarmung deiner Sprache ist mir schon seit langer Zeit bei dir aufgefallen, "esoterisch" ist bei dir fast alles.
Ein Zeichen von Besessenheit bei dir - da wüsste der nette Volker weiter
Nein, bei mir gibt's nichts Esoterisches, denn an so etwas glaube/vertraue ich doch nicht.
Zum Beispiel sternengläubig dürfen gerne andere sein.
Du solltest in die reale Welt zurückkehren. Da bist du besser aufgehoben.
Geistige Welten verwirren dich, sie sind zu mysteriös. Nichts lässt sich m e s s e n. Sicher läufst du den ganzen Tag mit einem zentimetermaß um den Hals herum -
Ich war und bin in der realen Welt... mit irrealen Welten lasse ich ANDERE beschäftigen, egal was dabei 'raus kommt.
"Sternengläubig" ist besser als ungläubig. Der eine hat etwas, der andere nichts.
So vieles ist ir-real - und doch ist es ungeheuer wichtig.
Ja, für Esoteriker schon, denn das erfahren wir hier fast täglich.
UNGLÄUBIGE gibt es nicht, jeder glaubt an etwas, aber deshalb muss man doch nicht gleich an jeden Unsinn glauben.
Du kannst ja auswandern - dann erfährst du das nicht täglich.
Du könntest dich auch an anderer Stelle engagieren, aber dazu fehlt dir der Mut.

Dir fehlt ein Hobby.
Ich bin hochzufrieden mit meinen Hobbies.
Mehr wäre weniger.
Frank, wenn dir das Gedicht nicht gefällt, warum ignorierst du es dann nicht einfach? Mir gefällt es und Wehmut hat sicher auch etwas mit Philosophie zu tun, jedenfalls mehr als das, was heutzutage viele Firmen als "Philosophie" verkaufen.
wize.life-Nutzer
Da bringst du mal wieder etwas durcheinander, denn über die Qualität des Gedichtes habe ich mich überhaupt nicht geäußert.
Mir gefällt Lyrik, aber sie passt nun mal leider nicht in die Rubrik "Philosophie" und das ist nicht meine Schuld.

Wenn "Wehmut" etwas mit Philosophie zu tun hat, dann hat (fast) alles mit der Philosophie zu tun und eine Einteilung in Rubriken, im Bereich THEMEN, wäre dann nicht mehr notwendig.
Meinetwegen, dann ab jetzt (fast) alles in die Rubrik "Philosophie"... ich werde mich ganz sicher deshalb nicht streiten und mit euch schon mal gar nicht.
Ich kann das Ganze auch löschen, um es allen recht zu machen.
wize.life-Nutzer
Man kann es niemals ALLEN recht machen, so viel Erfahrung müsstest du eigentlich haben*.

*denn nicht alle sind esoterisch orientiert bzw. unterwegs.
Was hat deutsche Lyrik mit Esoterik zu tun???

Wo bleibt deine Unterscheidungsfähigkeit, also Deine analytische Kompetenz?

Aber selbst wenn ich etwas über die Geranien auf der Terrasse schreiben würde, wäre es für dich esoterisch.
Es gibt inzwischen kaum noch Bereiche, in denen sich die Esoterik* nicht breit gemacht hat, das gilt auch für die Lyrik.

*die neue Ersatz-Religion sonst orientierungsloser Menschen
______________________________

Aber mit oder ohne (esoterische) Lyrik, du kannst es trotzdem nicht allen recht machen, deshalb wäre Löschen sinnlos.

Anm.: Also ICH bin jedenfalls dabei, falls du löschen möchtest.
Ja, dann fällt all deine Weisheit diesem brutalen Löschvorgang zum Opfer!
Das stört am allerwenigsten mich.
Wenn es dich stören würde, fände ich es reizvoller.
Das mag ja sein,
aber ich hätte nichts davon.
Sitzt nicht, deine Antwort, lieber Frank! Denn, wenn menschliche Empfindungen, zu denen Wehmut zweifelsohne gehört, nichts mit Philosophie zu tun haben, was, bitte dann?
Ich erinnere, dass du vor nicht allzu langer Zeit einen Schopenhauer-Artikel eingestellt hast etwa: "Wie man jeden Disput gewinnt". Möglicherweise bist du hier gerade am Üben Aber Sieger nach Punkten bist du wieder einmal nicht.
Philosophie heißt wörtlich übertsetzt - das solltest du doch wissen, Frank - "Liebe zur Weisheit".
Liebe hat mit analytischem Verstand gar nichts zu tun und Weisheit ist ein Sammelbergiff, den zu deuten ich mir nicht anmaße bzw. hier nicht mehr mache.

Philosophen sind also mit Gefühlen unterwegs zu einem hohen Ziel. Das wäre eine einfache Beschreibunmg.

Warum sollte nicht angesichts einer Jahreszeit eine Parallele zu einem Lebensabschnitt gezogen werden - Herbst in der Natur - Herbst im Leben , und daran schließen sich wehmütige Empfindungen.

EIgentich gehört alles zur PHilosophie, was unser Leben und die Deutung dieses Experiments angeht.
______
Oder nimm die Lustlehre Epikurs. Auch da sind es Gefühle, die die Philosophie bestimmen.
wize.life-Nutzer
Meine Antwort "sitzt" auch nicht*, aber über Empfindungen/Emotionen gehören zur Kernkompetenz der PSYCHOLOGIE und nicht zur Kernkompetenz der Philosophie. Das bedeutet natürlich nicht, dass Empfindungen/Emotionen grundsätzlich NICHTS mit der Philosophie zu tun haben.

Schopenhauer ist ein Philosoph. Deshalb habe ich seinen Rhetorik-Artikel hier eingeordnet. Im übrigen ist die Sophistik/Rhetorik eine sehr bekannte philosophische Richtung.

Was dich betrifft, brauche ich nicht zu üben, denn du bist kein wirklich ernstzunehmender Gegner. Ich lasse dich aber gerne gewinnen, falls das für die Stabilität deines Selbstwertgefühls wichtig ist.

Im übrigen gewinne ich nicht nach Punkten, das überlasse ich z.B. frustrierten Frauen, die unbedingt Erfolgserlebnisse über Männer brauchen.

*wenn schon, dann "steht" sie eher
wize.life-Nutzer
Vieles hat mit analytischen Verstand NICHTS zu tun... zum Beispiel viele Formen der Esoterik und deren Protagonistinnen.

Anm.: Du kannst Philosophie gerne lustbetont betreiben und wenn dich das emotional stabilisiert... um so besser, oder?
Deinen analytischen Versrand überlasse ich Dir auch nicht ganz, du musst dir auch nicht einbilden, du wärst mir in jeder Hinsicht überlegen.
Jeder hat seine Spezialgebiete.

Ich finde den Epikur lust-ig - und ich habe das Lustprinzip nur als Gegenprinzip zur Wehmut angeführt.
ABer offenbar verstehst du vieles einfach nicht.
wize.life-Nutzer
Was hätte ich schon gewonnen, wenn ich dir überlegen wäre und das auch noch in jeder Hinsicht?

Dein Spezialgebiet ist die Esoterik, in diesem Bereich will und kann ich unmöglich überlegen sein.

Messe dich lieber mit anderen, am besten mit Esoterikern, die finden deinen Epikur sicher auch lustig.

Anm.: Wehmut kann durchaus Lust erzeugen, zumindest bei masochistisch Veranlagten.
Ich habe mit dem Epikur überhaupt nichts im Sinn -und masochistisch bin ich überhaupt nicht.
Du musst nicht immer von dir auf andere schließen.

Außerdem darfst du mir haushoch überlegen sein oder in der Esoterik null Ahnung haben, das darfst du alles.

Ich habe dich in die Schublade "Chamäleon" gesteckt.
F.A.: Du bist doch weder Gunther noch Siegfried und ich bin nicht Brünhilde.
Korrekt...aber wer würde schon einen solchen Unsinn vermuten?
Bei dir bin ich mir da nicht so ganz sicher
wize.life-Nutzer
Hauptsache Schublade, wenn du dich nur wohl dabei fühlst.

Anm.: Warum erwähnst du Epikur wenn du nichts mit ihm im Sinn hast?
Wie will denn jemand wie DU auch sicher sein?
Wer sich aufs Glatteis begibt, wie du und sich sicher fühlt, ist selbst schuld.
wize.life-Nutzer
Ich begebe mich nicht auf's GLATTEIS, zumindest nicht auf dein (fremdes) Glatteis.

Ich fühle mich nicht SICHER, denn niemand kann sich sicher fühlen.

Jeder ist zwar seines Glückes Schmied, aber wenn man keinen Amboss u./o. Hammer hat, ist man nicht SCHULD wenn nicht viel oder sogar nichts geschmiedet werden kann.
Also noch einmal: Ich habe Epikur erwähnt NACHDEM Heidi die Empfindung WEHMUT als durchaus zur Philosophie gehörend angeführt hat.

Darauf erinnerte ich mich an Epikur, der als Philosoph berühmt geworden ist, obwohl er nichts anderes im Sinn hatte, als das Leben zu genie0en.

Was das nun mit meiner Person zu tun hat, verstehe ich nicht.
Das kannst nur DU allein sicher beurteilen/verstehen, aber Epikur ist ja nicht die schlechteste Philosophen-Adresse, oder?
Zur Schublade "Chamäleon" - du könntest das ja auch als ein besonderes Kompliment ansehen, denn das heißt nichts anderes, als dass jemand viele Rollen spielen kann.
Und dar tust du doch. Ich bin z.B. ziemlich sicher, dass du dich im realen Leben a n d e r s verhältst als hier.

Wenn du dich dadurch sehr verletzt fühlst, möchte ich darauf hinweisen, dass du mich dauernd in Schubladen steckst, in die ich auch überhaupt nicht hineingehöre.

Aber vielleicht bist du der Ansicht, dass DU austeilen darfst und der andere sich das brav gefallen muss.
wize.life-Nutzer
Komplimente von Frauen sollte man grundsätzlich mit Vorsicht genießen.
Hier ist doch (fast) jeder anders als im realen Leben. Man sollte das nur niemand auf die Nase binden, denn sonst hat man den Salat.
Wer hat gefragt, w o h i n die Philosophie gehe, wenn jemand ein Gedicht , in dem Herbst mit Abschiedsgedanken verknüoft wird, analysiert und ein wehmütiges Herbstlied vorgestellt wird.

DU hast doch die ganze Diskussion losgetreten, weil du mir mitteilen wolltest, dass ich die heilige Rubrik missbrauche. ES ist doch IMMER dein Anliegen , mir klarzumachen, dass ich hier total überflüssig bin und dir auf die Nerven gehe.
Ich stecke dich doch nur in EINE Schublade, nämlich die "Esoterik-Schublade" und die trifft sogar zu, oder?
Nein, mir geht nur dieser ständige Astrologie- und Esoterik-Wahn auf den Geist.
Nein, du brauchst ihn, um aggressiv sein zu können.
Oder such dir jemanden, der dich auf andere Weise ärgert ...
Ich habe die Überflüssigkeit noch nie auf eine einzelne Person bezogen.
Wenn in einem Regal eine Schublade für Esoterik vorhanden ist, ist das ein Gewinn für den Schrank.
Wenn ein Regal nur EIN Schubfach hat, dann NICHT.
Für einen Schrank gilt das selbe.
Dann beschäftige dich doch mit einem nicht-esoterischen PHILOSOPHEN und unterhalte dich mit anderen Usern darüber.

Ja genau, Du wehrst dich gegen die e i n e SChublade, aber mir ist das nicht erlaubt.
Ich habe ja mehrere Schubladen.
Ja, natürlich, und ich komme mit einer auis, nicht wahr`?
Ich kann mich ja nicht dagegen wehren, ich moniere es nur.
Dafür ist die EINE sehr groß.
Die WElt ist so groß - es gibt viele SChränke mit zahllosen Schubladen.

Was weißt du über Reisen z.B:
Zeitgenössische LIteratur. Hast du Elena Ferrantes 4 Bände gelesen?
Sprichst du andere Sprachen?
Was weißt du in Politik?
Aber lass nur - es läuft darauf hinaus, dass mir dann andere DInge vorgeworfen werden.

Ich bin eben jemand mit einem ausgefallenen Hobby, und wer das nicht ertragen kann, sollte mich einfach übersehen.
wize.life-Nutzer
Esoterik ist doch kein Hobby.

Ja, ich reise gelegentlich.

Zeitgenössische Literatur ist unübersichtlich.
400.000 Neuerscheinungen auf der Frankfurter Buchmesse, wer soll & kann das alles lesen?

Klar spreche ich andere Sprachen, zum Beispiel perfekt schwäbisch.

An der Politik kommt doch fast niemand vorbei, also auch ich nicht.

Das Übersehen fällt hier flach, denn wir lesen uns ja glücklicherweise nur.
Natülich kann man nur überall eine Auswahl treffen, ob es sich um Reisen, Sprachen , Bücher oder Menschen handelt.

Den schwäbischen Dialekt kannn man, wenn er von einem Gebildeten gesprochen wird, gut verstehen. Er liebt die Diminutiva, das macht ihn so heimelig. Bei Dir kann ich mir das schlecht vorstellen.
wize.life-Nutzer
Es gibt nur eine "richtige" schwäbische Sprache und Schwabe ist, wer schwäbisch spricht bzw. sprechen kann.

Das "richtige" Schwäbische können Fremde auch bei "Gebildeten" nicht verstehen, denn Schwaben können alles nur kein Hochdeutsch, außer sie haben lange in der Diaspora gelebt.
Mein Mann war geborener Schwabe, er sprach den DIalekt, aber auch ein sehr gut verständliches Schwäbisch.
Wir lebten eine Weile in Mühlacker - ich verstand die Leute da gut, aber in STuttgart war ich einmal überfordert
Klar, ein Schwabe, der in der Diaspora gelernt hat nach der "Schrift zu sprechen", wird auch von Nicht-Schwaben verstanden.
Der Geburtsort ist nicht das Entscheidende. Entscheidend ist, wie lange man im Schwäbischen das Sprechen gelernt hat, ob die Eltern Schwaben sind und zuhause schwäbisch sprechen. Sind sie es nicht, werden die Kinder das Schwäbische nur mit Einschränkungen erlernen (können).
DIaspora?? Ist Karlsruhe und Pforzheim Diaspora?
Ich habe es immer bedauert, dass ich keinen Dialekt sprechen kann. Wir Deutsche waren ja in Polen in der Diaspora.

Die Eltern waren auch Schwaben, und mein Mann war insofern waschechter SChwabe, weil er ständig am Bauen war, ein Haus, zwei Garagen und das Haus meiner Mutter in HD erweitert.
Außerdem hängen echte Schwaben an der Scholle - wir hatten Gärten über Gärten
Karlsruhe gehört zu Baden und nicht zum Schwäbischen. Dort redet man badensisch und nicht schwäbisch.

Wer behauptet denn, dass Pforzheim zur Diaspora gehört?

Anm.: Dann war er ein Schwabe, wie schön für ihn.
Schaffe, schaffe, Häusle baue ----- das kam mir grad so in den Sinn
Niemand. Ich habe doch gefragt. Solche Grenzen waren mir doch egal.
Ossis werden Schwaben nie verstehen, denn es heißt:
Schaffa, schaffa, Heisle baua, verregga.
Schaffe ......... und ned nach de Mädle schaue -- ja, es ist ein fleißiges Völkchen. Es war sicher der fleißigste Mann in meinem ganzen Leben
Verrega - kenne ich nicht Mein Mann wurde 86 immerhin, aber er hat mit 83 noch Bäume in seinem Wald gefällt und Bienen gezüchtet. und dieser Honig war der beste,. den ich je gegessen habe
Stimmt, es kommt nicht auf die Größe an... fleißig muss er sein.

Leider sind die Schwaben zum Teil sehr provinziell.
verregga = verrecken = sterben
Er war - wie ich - ein extrem fleißiger Steinbock und ein extrem emotionaler Familienmensch. Vollmondgeburt

Provinziell? Ja, er liebte seine Heimat über alles.
Aber - und das macht seine menschliche Größe aus : er nahm eine Professur nicht an, um Zeit für seine Tochter zu haben !!!

Das macht ihm so schnell niemand nach - und das schreibe ich, obwohl ich mich ja nach 14 Jahren von ihm getrennt habe.
Wenn du F. A. mal so gut Schweizerdeutsch wie ich kannst - schließlich lebe ich seit 37 Jahren an der Schweizer Grenze und bin seit 14 Jahren in der Schweiz ehrenamtlich aktiv, dann können wir uns gegebenenfalls auch über die Dialekte in den neuen Bundesländern unterhalten. Erzgebirgisch und thüringerisch kann ich auch noch ganz gut. Bloß mit dem Verständnis von Plattitüden habe ich Schwierigkeiten.
Diese Begabung habe ich nicht. Ich spreche nur Hochdeutsch. Das historische gerollte r habe ich mir abgewöhnt.
Glücklicherweise verstehen die meisten Dialektsprecher auch Hochdeutsch.
Kleine Episode am Rande. Mit einer Freundin, Ur-Badnerin in Urlaub auf dem Darß. Dort trafen wir auf einem Wanderweg, ziemlich abgelegen von der nächsten Behausung eine Frau mit Fahrrad, dessen Kette sich so verwickelt hatte, dass sie es nicht einmal schieben konnte.
Ratschlag meiner Freundin: "I tät's halt stoh lo."
wize.life-Nutzer:
>>> Wenn du F. A. mal so gut Schweizerdeutsch wie ich kannst - schließlich lebe ich seit 37 Jahren an der Schweizer Grenze und bin seit 14 Jahren in der Schweiz ehrenamtlich aktiv, dann können wir uns gegebenenfalls auch über die Dialekte in den neuen Bundesländern unterhalten. Erzgebirgisch und thüringerisch kann ich auch noch ganz gut. Bloß mit dem Verständnis von Plattitüden habe ich Schwierigkeiten. <<<
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Du scheinst dich aber trotzdem hervorragend zu verstehen.
Alles Sprachkünstler ...
Warum sollen wir uns denn über die Dialekte in den neuen Bundesländern unterhalten? ...man hört sie hier nicht und viele klingen für Wessi-Ohren eh ziemlich unsympathisch.
FA.: das letzte von mir erwähnte Genre ist eher Anfängerlatein, welches hier bei WL - auch Dank deiner Mitwirkung fröhliche "Urständ" feiert.
Zum zweiten: hast lang überlegt, ob du den abgelatschten Ossi-Wessi-Hammer wieder einmal einstetzen sollst?
Klingt heutzutage, 28 Jahre nach der Wende doch nur noch hinterwälderisch.
wize.life-Nutzer
Ich habe überhaupt nichts gegen dein "Ossi-Latein", denn man hört es hier ja eh nicht.

Bei mir kommen die OSSIS nicht schlechter als die WESSIS weg und ich habe auch großes Verständnis für die historisch bedingte sozio-ökonomische Notlage vieler OSSIS.

Den "Hammer" siehst nur DU, aber das ist typisch, denn viele Ex-DDRler haben auch nach fast 30 Jahren einen immer noch störenden Minderwertigkeitskomplex.
Ich weiß nicht, wo dein HIER ist - aber ein paar schöne Urlaube im Thüringer Wald mit Besuchen in Jena, Weimar, Erfurt, oder in der wunderschönen sächsischen Schweiz würden dir gut tun und möglicherweise vergessen lassen, dass es so etwas wie Ossi und Wessi je gegeben hat.
Ich weiß nicht, wie viele Ossis du kennst, um ein solch pauschales Urteil abgeben zu können.
"Hammer" ist es schon, wenn man derart antiquierte Bezeichnungen wieder ausgräbt. Diese Retourkutsche ist wieder mal völlig ins Leere gegangen, zumal, wenn du in einem anderen Thread, meine Lebensgeschichte gelesen hättest, du wüsstest, dass ich nur einige Jahre in der DDR gelebt habe und würdest nicht immer wieder diesen falschen Ton auf deiner Trompete blasen.
wize.life-Nutzer
Das "hier" bezieht sich auf wize.life, auf was denn sonst? ...oder gibt es für dich noch ein anderes HIER?

Nichts gegen das OSSI-Land, und niemand hat es hier in einem schlechten Licht erscheinen lassen.

Ich habe ja nicht von allen OSSIS gesprochen und was deren Minderwertigkeitskomplex betrifft, so dürfte die Quantität und Qualität regional sehr unterschiedlich ausfallen. Es gibt auch WESSIS mit Minderwertigkeitskomplexen, aber nicht OSSIS gegenüber.

Von DIR persönlich habe ich nicht gesprochen und mit Minderwertigkeitskomplexen scheinst du auch keine Probleme zu haben, eher mit dem Gegenteil. Sei doch froh, dass du nur kurz in der DDR leben musstest und dich wo anders erfolgreich integrieren konntest.
Du glaubst gar nicht, WIE froh ich bin. Und mit dieser HIER-Frage meinte ich das Real-Leben, nicht WL. Mir jedenfalls ist WL keine Heimat, nur ein Zeitvertreib, ähnlich wie Kasperletheater, bei dem ich aber schnelle Reaktionen üben kann.
Aber jetzt hole ich den Fleischkäs für meine Enkel aus dem Ofen. Sie stehen schon Schlange....
Das ist Leben, das ist Glück!
wize.life-Nutzer
Wer hat denn hier behauptet, dass WL eine Heimat und mehr als nur ein Zeitvertreib sei?

Meinetwegen kannst du WL gerne mit der Augsburger Puppenkiste vergleichen, und eine tragende Nebenrolle wäre dir auch gewiss sicher.
Also, was willst du eigentlich?

Ja, genieße dein "Fleischkäs-Glück", denn wer weißt wie lange man das mit den Enkeln noch genießen kann?
" man hört sie hier nicht und viele klingen für Wessi-Ohren eh ziemlich unsympathisch" ----deine Worte, gar nicht so viel weiter oben--- Das kann sich ja wohl nicht auf WL beziehen, denn hier "hört" man ja wohl kaum etwas....
Höre ich aus dem letzten Satz so etwas wie Neid heraus?
Hast du Kinder, Enkel- und lebst du in ihrer Nähe, kochst du für sie und stellst einigen Blödsinn mit ihnen an? Dafür kriegt man in der Augsburger Puppenkiste sogar eine Hauptrolle.
Und: Was willst du denn eigentlich?
wize.life-Nutzer:
>>> " man hört sie hier nicht und viele klingen für Wessi-Ohren eh ziemlich unsympathisch" ----deine Worte, gar nicht so viel weiter oben--- Das kann sich ja wohl nicht auf WL beziehen, denn hier "hört" man ja wohl kaum etwas.... <<<
_________________

Ja und? ...das hat doch nichts mit dir persönlich zu tun, sondern ganz allgemein mit OSSI-Dialekten, die man hier eh nicht hören kann... und das ist dann ein Glück, falls man diese Dialekte unsympathisch findet.
wize.life-Nutzer:
>>> Höre ich aus dem letzten Satz so etwas wie Neid heraus?
Hast du Kinder, Enkel- und lebst du in ihrer Nähe, kochst du für sie und stellst einigen Blödsinn mit ihnen an? Dafür kriegt man in der Augsburger Puppenkiste sogar eine Hauptrolle. <<<
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Du hörst Neid, wo du Neid heraushören willst... aber du solltest meine affirmativen Kommentare, die sich auf DICH beziehen, nicht grundlos negativ bewerten.

Was gehen dich meine privaten Bezüge an? ...ich bin zufrieden und häufig auch sehr glücklich in meinen familiären Beziehungen.

Ich weiß was ich hier will, und wenn du das auch weißt, ist doch alles gut.
Und wenn du eine Frage mit einer Gegenfrage beantworten willst, ist mir das auch recht.
Du weißt, was du hier willst? Das ist aber überhaupt nicht ersichtlich. Mich erinnerst du eher an einen Ertrinkenden, der nach einem Strohhalm greift.
Möglicherweise ist dein "Wollen" auf das gerichtet, was du bei Schopenhauer herausgelesen hast: Die "Kunst" fast immer Recht zu behalten". Aber mein Eindruck ist der, dass du über den Angfängerkurs noch nicht hinausgekommen bist.
Bei mir kannst du noch was lernen, ich mache das schon länger - obwohl es wohl kaum einer merkt; ich beherrsche nämlich inzwischen auch die Kunst, im gegebenen Fall den Mund zu halten.
Für mich ist wize.life eine Art Gehirn-Jogging. Ich stelle z.B. fest, dass ich - noch dazu als Philologin - manchmal den Namen eines Autors nicht mehr weiß, dann zum Bücherschrank laufe, um das Buch herauszuholen.
Ich denke, man braucht im letzten Lebensdrittel viele unterschiedliche Anregungen.

Ich s p i e l e gern, z.b Tischtennis, Schach, Klavier, Wize.life. Da ich keine Familie mehr habe, sind mir andere Menschen Familie geworden, auch hier. Ich habe liebe Menschen kennengelernt, die ich nicht missen wollte.

Ein bisschen Sucht , das gebe ich zu - ist auch dabei, aber das ist bei uns allen der Fall. Ich könnte das esoterisch begründen, aber dann vergraule ich wieder Frank.
wize.life-Nutzer:
>>> Du weißt, was du hier willst? Das ist aber überhaupt nicht ersichtlich. Mich erinnerst du eher an einen Ertrinkenden, der nach einem Strohhalm greift.
Möglicherweise ist dein "Wollen" auf das gerichtet, was du bei Schopenhauer herausgelesen hast: Die "Kunst" fast immer Recht zu behalten". Aber mein Eindruck ist der, dass du über den Angfängerkurs noch nicht hinausgekommen bist. <<<
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Wie soll das für jemand wie dich auch ersichtlich sein?

Nur weil du dich mit mir anlegen willst, bin ich noch lange kein Ertrinkender, nur weil du über deinen Strohhalm Salzwasser trinkst.

Das "Recht haben" scheint ein Problem für dich zu sein, aber für lädierte, instabile Selbstwertgefühle kann ich nun wirklich nichts.

Schopenhauer wäre keine Option für dich, denn der würde keine Anfänger unterrichten.
wize.life-Nutzer:
>>> Bei mir kannst du noch was lernen, ich mache das schon länger - obwohl es wohl kaum einer merkt; ich beherrsche nämlich inzwischen auch die Kunst, im gegebenen Fall den Mund zu halten. <<<
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Ja, diese angeblich Kunst bemerkt kaum einer, nämlich dass du auch deinen Mund halten kannst.

Unter Beherrschung einer penetranten Logorrhoe verstehe ich zumindest etwas anderes.

Aber es ist ja auch noch kein Meister vom Himmel gefallen, vielleicht "fällst" du ja noch?
wize.life-Nutzer
Keine Sorge, äußere dich so wie du es für richtig hältst.

Mich vergrault keine Esoterikerin, eher belustigt sie mich, falls es mit der Dominanz der Esoterik thematisch nicht übertrieben wird.
Für mich ist kein Thema tabu. Warum macht dich das so ärgerlich? Hast du einmal so furchtbare Erfahrungen gemacht?

Im Grunde wird das zu den Kulisssen unseres Alltagslebens gehören. Zumal man sich bereits auf das Smartphone z.B. ein ausführliches Composit laden kann , mit Erläuterungen!
TT sucht gerade eine Traumfrau, und er zeigte mir diesen Partnervergleich,. Früher musste man das alles mühselig berechnen, jetzt wird es einem soz. nachgeworfen.

Ich finde dieses uralte I Ging unglaublich perfekt. Man stellt eine Frage, und erhält eine Antwort, wobei oft die Formulierung der Frage aufgenommen wird. Das alte China - welche weise Philosophie!!!
Ich habe von keinem Tabu gesprochen, noch bin ich ärgerlich und traumatische Erfahrungen habe ich mit Esoterikern auch noch nicht gehabt.
Kann aber alles noch kommen, wer weiß das schon so ganz genau?
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Ich bin ja ein Herbstkind von der Geburt her. Folgendes Lied hatte ich zwar schonmal gepostet irgendwo, aber kann man auch nochmal hören:
Herbstliche Wehmut -
Aber auch immer wieder: "und du, du lachst dazu."
Ich find auch die Gitarrenmusik genial.
Den Text habe ich nicht verstanden , die Melodie finde ich melancholisch.
Dabei bist du doch hier die große Textversteherin.
Ich finde sowohl Text als auch Melodie einfach nur schön.
Ich meine doch "akustisch" ... der Text geht einfach unter, das ist doch gar nicht schlimm, finde ich.
Die Musik ist schön, habe ich doch jetzt mehrfach umschrieben
Der Text ist schon auch interessant. Passt für mich zu dem Rilke-Gedicht. Daher kam ich ja spontan auf dieses Lied. Ich werd ihn aber nicht deuten und analysieren.
Ich habe leider auch kein Wort verstanden. Kannst du den Text nicht mal hier einstellen? Danke.
Das wundert mich echt, aber beim hören abtippseln is mir zu umständlich - ich kann ihn laut und deutlich hören. Sollt ich ihn irgendwo finden gern.
Ich habe leider Hörprobleme. Hörgerät hilft da auch nicht.
Ok-wusste ich nicht. Ich hab den Text gefunden. Kannst lesen und nebenher hören.:
https://lyricstranslate.com/de/zupfg...lyrics.html
Sehr schöner Text und genau diese melancholische Grundstimmung hört man.
Sehr schön! Vielen Dank.
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