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Die Richter Gottes und ihre geheimen Gerichtsprozesse
Die Richter Gottes und ihre geheimen GerichtsprozesseFoto-Quelle: Eigener Bestand

Die Richter Gottes und ihre geheimen Gerichtsprozesse

Beitrag von wize.life-Nutzer

"Kirchenprozesse unter Ausschluss der Öffentlichkeit

Dr. Cäcilia Giebermann hat zwei Berufe. Sie hat Medizin studiert, als Ärztin gearbeitet. Ihr zweiter Beruf ist weniger bekannt, sie ist Richterin. Jedoch nicht an einem staatlichen Gericht, sondern am größten deutschen Kirchengericht, dem Offizialat des Erzbistums Köln.

22 katholische Straf- und Ehegerichte gibt es in Deutschland. Dort führen Dr. Cäcilia Giebermann und ihre Kollegen Zeugenbefragungen und Verhöre durch. Es gibt Ermittler, Gutachter, Kirchenanwälte, Vernehmungsrichter. Sie verhandeln die Prozesse unter Ausschluss der Öffentlichkeit, nur selten dringt etwas nach außen und das ist gewollt.


Missbrauch Minderjähriger durch Priester und Ehenichtigkeitsverfahren

Denn die Gerichte befassen sich mit den Verfehlungen des eigenen Personals, mit den Missbrauchstätern. Und sie führen Eheprozesse, in denen es um das intime Familienleben geht. Die sogenannten "Ehenichtigkeitsverfahren" sind die einzige Möglichkeit, eine katholische Ehe aufzuheben. Damit sind die Prozesse eine Chance für hunderttausende Kirchenangestellte in Deutschland, die trotz einer zweiten Beziehung ihren Arbeitsplatz nicht verlieren wollen.

Barbara und Manfred Menzel haben gerade ein dreijähriges Verfahren hinter sich. Sechs Stunden dauerte Manfred Menzels Befragung vor dem Richter. Als Zeugen wurden sein Vater, seine Schwester, eine Schulfreundin vernommen. "Ich dachte nicht, dass das eine Inquisition wird", sagt Manfred Menzel heute dazu. "Wir haben gesagt, wenn davon die Stelle abhängt, dann machen wir das. Aber da waren wir beide absolut blauäugig", sagt seine Frau.


Die Welt der deutschen Kirchengerichte

Der Film "Richter Gottes" gibt zum ersten Mal einen Einblick in die Welt der deutschen Kirchengerichte. Er zeigt, welche Prozesse dort geführt werden. Wer die Angeklagten, wer die Opfer sind. Wer dort richtet. Zum ersten Mal sprechen Prozessbeteiligte ausführlich über ihre Arbeit.

Erzählt wird entlang der Geschichte eines Missbrauchstäters der katholischen Kirche in Deutschland. Es ist das erste Mal, dass er sich überhaupt öffentlich äußert. Er und auch seine Opfer berichten in diesem Film von ihrem Kirchengerichtsprozess, vom Umgang der Kirche mit diesem Fall." (Quelle: YouTube)



37 Kommentare

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Es darf höchstens darum gehen ob eine zweite Ehe auch den kirchliche Segen bekommt oder nicht, oder ob jemand von dem Verein ausgeschlossen wird, warum auch immer.
Das ist auch schon alles was ich dieser Art von Gericht zubillige.
Wem das wichtig ist der soll sich von den verstaubten Köppen demütigen lassen.
Alle anderen zivil- und strafrechtlichen Sachen gehören vor ein weltliches Gericht.
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Der Corpsgeist des Klerus verhindert, dass die Kirche sich an ihre eigenen Vorschriften hält.

Betrachtet man die geschilderten Fälle nach kirchlichem Recht und der Sakramentenlehre der Kirche, so ergibt sich folgendes:
Es beginnt mit der unerträglichen Bagatellisierung der Taten, oft als "unangemessenes Verhalten" bezeichnet.
Dazu zwei Zitate aus dem NT:
1. Wer aber eines dieser Kleinen, die an mich glauben, ärgern wird, dem wäre es besser, dass ein Mühlstein an seinen Hals gehängt, und er in die Tiefe des Meeres versenkt würde.
2. Wahrlich ich sage euch: Was ihr getan habt einem unter diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan. (Man stelle sich vor: Der 12-jährige Jesus im Tempel missbraucht …).
Facit: Der Ernst der Lage, also die schwere Sünde wird geleugnet.

Der Codex Iuris Canonici bestimmt in Can. 915: „Zur heiligen Kommunion dürfen nicht zugelassen werden Exkommunizierte und Interdizierte nach Verhängung oder Feststellung der Strafe sowie andere, die hartnäckig in einer offenkundigen schweren Sünde verharren“,
Can. 916 bestimmt: „Wer sich einer schweren Sünde bewusst ist, darf ohne vorherige sakramentale Beichte die Messe nicht feiern und nicht den Leib des Herrn empfangen, außer es liegt ein schwerwiegender Grund vor und es besteht keine Gelegenheit zur Beichte; in diesem Fall muss er sich der Verpflichtung bewusst sein, einen Akt der vollkommenen Reue zu erwecken, der den Vorsatz miteinschließt, sobald wie möglich zu beichten.“

Dass Priester, die Kinder missbrauchen, in einer schweren Sünde hartnäckig verharren, ist offensichtlich. Eine Absolution ist in aller Regel ausgeschlossen, da zur Wirksamkeit nicht nur Reue in Verbindung mit dem festen Vorsatz, die Sünde nicht zu wiederholen, was nicht vorzuliegen pflegt, sondern auch die Wiedergutmachung gehört. Diese besteht nicht in der Zahlung an einen Missbrauchsfond.
Erwachsenenkatechismus I S. 367: So haben alle Formen der Buße eine gemeinsame Grundstruktur: Einsicht in die Schuld - Reue über das Begangene oder Unterlassene - Bekenntnis der Schuld - Bereitschaft zur Änderung des Lebens einschließlich einer eventuell möglichen, grundsätzlich jedoch notwendigen Wiedergutmachung entstandenen Schadens.
II S. 89: Wo sich ein Mensch gegenüber einem anderen schuldig gemacht und Schaden angerichtet hat, kann dieser nicht allein durch Reue aus der Welt geschafft werden. Vielmehr muß der Schaden nach Möglichkeit wiedergutgemacht werden. Soweit eine materielle Schädigung vorliegt, ist die Wiedergutmachung vor allem durch Schadenersatz zu leisten.

Alle Priester feierten die Eucharestie samt Selbstkommunion unbeschadet ihrer schweren Sünde weiter.
Doch es geht noch weiter: Die Bischöfe, die davon erfuhren, habe die Kinder nicht vor diesen Priestern geschützt; im Gegenteil, sie haben die Fortsetzung der Verbrechen sogar ermöglicht, indem sie sie lediglich in eine andere Gemeinde versetzten, wo sie ihr Unwesen weiter treiben konnten. Das geht hinauf bis in den Vatikan. Der Papst setzte eine Kommission zum Thema Kindesmissbrauch ein. Eine Vertreterin der Opfer hat aus Protest gegen die Art und Weise, wie mit diesen Verbrechen umgegangen wird, die Kommission verlassen.

Paulus schrieb an die Korinther: „Tatsächlich hört man von Unzucht unter euch, und zwar von solcher Unzucht, wie es sie nicht einmal unter Heiden gibt, dass jemand die Frau des Vaters hat. Und ihr seid aufgeblasen und nicht vielmehr in Wehklage ausgebrochen, so dass der, der diese Tat vollbracht hat, aus eurer Mitte entfernt würde?! Ich nämlich, der ich [zwar] nicht leiblich bei euch bin, doch mit dem Geist, habe schon, als wäre ich [persönlich] anwesend, das Urteil gefällt über den, der dies so getan hat: Im Namen des Herrn Jesus sollt ihr, wenn ihr euch versammelt habt und mein Geist samt der Kraft unseres Herrn Jesus [bei euch ist], den Betreffenden dem Satan übergeben – zum Verderben des Fleisches, damit der Geist gerettet werde am Tage des Herrn. … Tatsächlich aber schrieb ich euch, dass ihr nichts zu schaffen haben sollt mit einem [Menschen], der sich "Bruder“ [oder "Schwester“] nennt und [dennoch] Unzucht treibt oder habgierig ist oder Götzen dient oder lästert oder säuft oder raubt; mit einem solchen [sollt ihr] nicht gemeinsam essen. … Entfernt den Bösen aus eurer Mitte!“
In der gegenwärtigen Kirche hätte dieser Mann durchaus das Zeug zum Bischof.

Nimmt irgendwer in dieser Kirche diese Passage des Korintherbriefs ernst? „Der Papst bedauert zutiefst …, findet die Verbrechen abscheulich usw.“ Ja, was denn sonst? Eine wohlfeile Floskel. Weiß er denn nicht, wissen die Bischöfe nicht, dass der Fluch der schweren Sünde nicht genommen und die Versöhnung mit Gott nur wiederhergestellt werden kann, wenn mit allen Mitteln eine Wiedergutmachung versucht wird? Das bedeutet, dass der Täter dem Opfer persönlich seine schwere Verletzung wiedergutachen muss!
Nach Kirchenrecht und Sakramentenlehre befinden sich diese Kleriker in einer exkommunikationsähnlichen Lage.
Neeee, der Satan muss exkommuniziert werden, der will die Menschen schocken weil er die Sünden der dennoch Auserwählten aufdeckt.
Man muss das schon von der richtigen Seite aus betrachten
Der Satan war nie kommuniziert und kann deshalb auch nicht exkommuniziert werden, zumindest nach katholischem Verständnis nicht.
deshalb mein Emoji
wize.life-Nutzer, das ist mir klar und mein Kommentar ging auch an die Adresse von wize.life-Nutzer.
Ach das muss man nicht so genau nehmen.
Ich bin überzeugt das er in einem geheimen Ritual schon längst die Kommunion empfangen hat.
Er ist schließlich sehr wichtig in der Kirche, man kann ihm so gut die Schuld für alles Mögliche in die Schuhe schieben und außerdem die Gläubigen damit so herrlich bedrohen.
Ja wize.life-Nutzer, es wird hier schnell klar, dass du Dinge nicht so genau nimmst, was für deine Art zu kommentieren passen mag, für andere aber eher nicht.
"Ich bin überzeugt das er in einem geheimen Ritual schon längst die Kommunion empfangen hat."
"Wer also unwürdig das Brot isst oder den Kelch des Herrn trinkt, der ist schuldig am Leib und am Blut des Herrn. Es prüfe aber ein Mensch sich selbst, und also esse er von dem Brot und trinke aus dem Kelch; denn wer unwürdig isst und trinkt, der isst und trinkt sich selbst das Gericht, weil er den Leib des Herrn nicht unterscheidet." (Paulus)
Fazit: Die heimliche Kommunion nützt ihm nichts, sondern stürzt ihn nur noch tiefer in der Morast der Sünde.

So die Lehre der Kirche.

Das ist eines der entscheidenden Unterschiede zwischen kirchlichem und profanem Recht:
Im profanen Recht muss der Täter überführt werden - immer.
Im kirchlichen Recht gibt es dagegen die "Tatstrafe". Sie tritt mit der Tat automatisch ein. Sie wird vom Gewissen, dem "Forum internum" im Augenblick der Tat verhängt.

Nachteil: Eine spürbare Wirkung hängt davon ab, dass der Täter gläubig ist. Andernfalls gibt es allenfalls ein böses Erwachen nach dem Tod - vielleicht - vielleicht auch nicht.
Was ich so von dem Haupttäter am Kölner Canisiuskolleg so mitbekommen habe, scheint bei ihm letzteres der Fall zu sein: Er ist zwar geweihter Priester, aber er glaubt (wie so viele in der Kirche) nicht. Ist halt ein Job (gewesen) - mehr nicht.
...nicht übersehen sollte man die vielen Gottesurteile.
Sie sind profane Veranstaltungen. Seit dem IV. Laterankonzil 1215 wurde die Beteiligung von Geistlichen an Gottesurteilen (die eigentlich nur eine Beweisform und kein Urteil waren) untersagt.
Richtig wize.life-Nutzer, im Jahr 1215 wurde die Beteiligung von christlichen Geistlichen an solchen Gottesurteilen durch die Bestimmungen des IV. Laterankonzils unter Innozenz III. untersagt.

Dies trug allmählich zum Verschwinden der Gottesurteile aus dem Rechtsleben bei, zumal auch von weltlicher Seite immer öfter ein Verbot der Gottesurteile erging. So lehnte beispielsweise der deutsche Kaiser Friedrich II. in seinen "Konstitutionen von Melfi" die Durchführung von Gottesurteilen als fehlerhaft ab.

Trotz allem fanden und finden zig-tausende von Gottesurteilen statt.

Anm.: Ausführliche Info mit vielen Querverweisen und Quellen bei Wikipedia unter dem Schlüsselwort: "Gottesurteil"
Das hat aber nix mit Kirche zu tun, sondern viel mit Aberglauben.
Und dagegen kämpfen Götter selbst vergebens (wenn's die denn gibt )
So isses, denn Gottesurteile sind kein Erfindung der katholischen Kirche.
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Die Geschichte der Gottesurteile reicht weit in die Anfangsphase der menschlichen Zivilisation zurück.

Erste schriftlich überlieferte Beschreibungen von Gottesurteilen bzw. Ordalen stammen aus Mesopotamien:
- Im 10. Paragraphen des Codex Ur-Nammu, der um 2100 v. Chr. vom sumerischen König Urnammu von Ur aufgestellt wurde, ist die Rede von einem Flussordal, einer Art Wasserprobe.
- Im Codex Hammurapi aus dem 18. Jahrhundert v. Chr. sind in den Paragraphen 2 (Zauberei) und 132 (Verleumdung der Ehefrau) ebenfalls Gottesurteile mit Hilfe des Wassers aufgeführt.

Auch das Alte Testament liefert Belege für die frühe Anwendung von Gottesurteilen wie in Numeri 5,11-31 EU oder 1. Samuel 10,17-27 EU.

Gottesurteile gab es im alten China, Japan, Indien und Ägypten, etwas weniger gebräuchlich waren sie in der griechischen und römischen Kultur.
(Wiki-Info unter "Gottesurteil")
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Durch die Inquisition sind ca. 1 Millionen Menschen getötet worden.
Wo hast du denn den Fake her?
In England noch im 17. und 18. Jahrhundert. Ich sprach nur von der Religion. Das ist Historie. Kann man in solchen nachlesen.
Die Klerikal orientierten relativieren gerne, die antikirchlichen übertreiben gerne.
Keine historische Forschung bestätigt die Zahlen. Im übrigen wurde von der Kirche lediglich die Häresie festgestellt. Dann wurde der Verurteilte den staatlichen Gerichten übergeben. Und die haben dann gausam zugeschlagen, keineswegs auf Betreiben der Kirche. Grund war vielmehr der archaische Aberglaube, dass Gott das Ganze Volk bestrafen würde, wenn man die Häretiker in seiner Mitte dulden würde. Diese Furcht ist bereits bei Hamurapi belegt. Deshalb war der widergöttliche Frevel nicht eine Angelegenheit der Kirche, sondern eine des Staates, um ihn vor Unheil zu schützen. Religion und Profanes waren damals nicht getrennt.
Der Historiker Angenendt hat dazu ausführliches Material in seinem Buch "Toleranz und Gewalt" 2009 zusammengestellt. Kann man dort nachlesen!
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