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Funktionen der Sprache

Von wize.life-Nutzer - Sonntag, 11.11.2018 - 16:01 Uhr

Funktionen der Sprache

Die Entstehung der Sprache ist ebenso umstritten wie die Entstehung des Universums. Wann fingen Menschen an, miteinander sprachlich zu kommunizieren? Lässt sich ein Miteinander ohne Sprache vorstellen, das nur aus visuellen und haptischen Reizen besteht?

Rudolf Steiner stellte sich Frauen als Sprachschöpfer vor, die abends am Feuer saßen und ihre Gefühle durch Vokale äußerten … „oh“ …. „ah“ ...Warum nur Vokale? Weil der Sprechvorgang auf keine Hindernisse stößt, wie das bei Konsonanten durchweg der Fall ist.
Sagt jemand voller Bewunderung oder Überraschung „oh“, so kann die Luft mühelos den Mundraum verlassen.

Sicher spielen G e f ü h l e bei der Entstehung von Sprache eine ganz entscheidende Rolle. Man wollte sich von ihnen einfach befreien; das war eine erste spezielle Information.

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Sprache ist akustische Übermittlung von Informationen, die sich, abhängig von Inhalt und Absicht des Sprechers - f o r m a l unterscheidet.
Man spricht dabei von Textsorten.

In der Literatur werden Prosa, Drama und Lyrik unterschieden, wobei jeder seine ganz eigene Affinität zu einer bestimmten sprachlichen Form zu haben scheint.
Bei mir waren es von allem Anfang an GEDICHTE.

Mein erstes Gedicht entstand , als ich mich im Winter 1945 durch die Flucht aus Bromberg von einem Hund trennen musste.
Ich höre noch heute das Winseln des Hundes, der in den Lastwagen springen wollte und vom Stiefel des SS-Mannes getroffen wurde.
Da schrieb ich mein erstes „Gedicht“.

Später, wenn das Leben zur Feier wurde oder ein Feuer gelöscht werden musste, entstand ein Gedicht, holprig, mit Reimen oder ohne, mitunter ein Loblied, ein Liebeslied oder eine böse Karikatur.

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Als ich Philologie als Studienfach wählte, traten immer häufiger englische, deutsche und lateinische Gedichte in mein Leben. Als wir schließlich auch noch das altenglische Drama Beowulf in Versform lesen mussten – Prof. Flasdiecks sprachhistorisches Interesse war nicht nur berühmt, sondern auch berüchtigt - , stellte ich fest, dass mich die formalen Elemente, Stil, Metrum, Rhythmus, Reime, besonders interessierten.
Meine Zulassungsarbeit zum Staatsexamen schrieb ich natürlich über einen „metaphysical poet“ und später erweiterte ich das, indem ich die Metaphorik von Andrew Marvells Liebesgedichten näher untersuchte.

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Warum entstehen überhaupt Gedichte? Es gibt natürlich immer einen Anlass, meist ein extrem starkes Gefühl positiver oder negativer Färbung.
Wize.life – damit meine ich ganz speziell die seelischen Hochs, die man durchaus hier erleben kann, aber auch die tiefen Erschütterungen – hat mich entdecken lassen, dass das Schreiben von Gedichten eine starke therapeutische Komponente haben kann. Überhaupt ist so ein „brodelnder Gefühlskessel“ wie wize.life ein Energiereservoir für Menschen, die diese Energie spüren und umsetzen können.

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Eine Erinnerung an eine Waldfreizeit:
Es gab da einen jungen Förster, der beide Augen im Krieg verloren hatte. Aber er erkannte alle Vögel an ihrem Sprech-Gesang!

Wie jemand mit Sprache umgeht, sorgsam oder schlampig, sparsam oder großzügig oder gar opulent – sagt viel über den Menschen aus.
Nicht alles natürlich, denn Sprache ist nur ein geistig-seelisches Instrument. Auch der Körper hat seine Sprache, seinen Gang, seine Gesten, seine Mimik. Die Sprache eines Balletttänzers kann eindringlicher und faszinierender sein als die eines brillanten Rhetorikers.

/c) ez

7 Kommentare

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Sehr interessant zu lesen ! Immer ein guter Einstieg für die eigene Selbstreflektion über das Thema. Gegenwärtig beschäftige mich die Sprache als Werkzeug im politischen Raum.
Geht uns in Zeiten von Fake News & Co das "Wahrsprechen" verloren ?
Danke für den Impuls ! LG
Ich fürchte, Peter, es ist uns schon verloren gegangen. Zu viel wird zugedeckt, verschwiegen, schön gefärbt - da werden naive Menschen in die Irre geführt, absichtlich.
Irgendwann gab es auch Plakate , da stand drauf: "Feind hört mit."

Die Sprache ist aber schon die zweite Stufe - die erste ist der Charakter.
Hierzu vielleicht eine kleine passende Ergänzung,..

Achte auf deine Gedanken,
denn sie werden Worte.

Achte auf deine Worte,
denn sie werden Handlungen.

Achte auf deine Handlungen,
den sie werden Gewohnheiten.

Achte auf deine Gewohnheiten,
denn sie werden dein Charakter.

Achte auf deinen Charakter,
denn er wird dein Schicksal.

Leide bin ich unsicher über den Ursprung dieser Gedanken
die ich jedoch persönlich sehr schätze.
Ja, das stimmt. Das lässt sich sogar sehr präzis am jeweiligen Horoskop erkennen. Der Charakter bestimmt das Schicksal.
Allerdings gehört das Konzept von Karma und Reinkarnation dabei eine Rolle.

Man hat in jedem Leben die Möglichkeit, seine Situation zu verbessern, indem ale "Schulden" abgezahlt werden und ein neues shöneres Leben angestrebt werden kann.

Dies erwähnte sogar der Dalai Lama in einem Vorwort zu einem seiner Bücher. Er sagte, das schwere Karma seines Volkes habe die gegenwärtige Problematik herbeigeführt.
sehe ich ähnlich...Edith, wünsche Dir einen guten Tag !
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"Sprache ist akustische Übermittlung von Informationen, die sich, abhängig von Inhalt und Absicht des Sprechers - f o r m a l unterscheidet."

Sollte es nicht besser hier heißen 'Sprache ist die Übermittlung von Informationen...'.

Bleibt Sprache auf die akustische Übermittlung beschränkt, so werden alle anderen Formen, seien es z. B. Zeichen, Bilder oder Gesten ausgeschlossen. Ursprünglich mag Sprache ausschließlich auf die gesprochene Sprache beschränkt gewesen zu sein. Die anderen Formen der Übermittlung sind das Ergebnis einer zivilisatorisch Weiterentwicklung von Sprache.
Sicer muss heute der Begriff 'Sprache' weiter gefasst werden. Ich habe es ja am Ende meines Beitrags bereits andeuten wollen.
Ursprünglich hat sprechen wirklich etwas mit Akustik zu tun.
ABer wenn wir z.B: von der Sprache eines Schriftstellers sprechen, so meinen wir durchaus auch seine geschriebene Sprache, seinen Stil, seine Wortwahl etc.
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