die bodenlose Existenz
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Das Absurde der Philosophie oder die bodenlose Existenz

Beitrag von wize.life-Nutzer

Das Absurde kann eine bloße Nuance sein, ein Etwas, das aus dem Rahmen fällt, aber nur, um sich im Betrachter festzusetzen. Dieses Etwas erweist sich schon bald als
sinnfälliger als das zuvor geschaute Gesamtbild. Man ist sogar geneigt, dieses Etwas als Symbol für das eigene Lebensgefühl, selbst für den Zustand der Welt anzusehen
Der philosophische Diskurs in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, ausgehend von Frankreich, hat den Begriff des Absurden eng mit der Sinnlosigkeit des menschlichen Daseins verknüpft. Spricht man von absurden Phänomenen, ist meistens diese allgemeine, die menschliche Existenz als Ganzes beschreibende Dimension gemeint. Aufgrund der Wichtigkeit dieses Bedeutungsstranges, auch in Bezug auf absurde Literatur, wird das folgende Kapitel Platz bieten, dem absurden Lebensgefühl nachzugehen. Ein erster Eindruck dieser absurden Atmosphäre der menschlichen Existenz lässt sich anhand von Vilém Flussers philosophischer Biographie Bodenlo gewinnen. Flusser bedient sich dabei einer dreifachen Bestimmung des Wortes »absurd«:
1.»Absurd« bedeutet in dieser ersten Definition »bodenlos«, im Sinne von »ohne Wurzel«.
Als Beispiel nennt Flusser gepflückte Blumen in einer Vase auf dem
Frühstückstisch. Die Stimmung des absurden Lebens entspricht dem sinnlosen Drang der entwurzelten Blumen , Wurzeln zu schlagen. Streng genommen passt die Übersetzung von „ohne Wurzeln“ für das Bild der Blume in der Vase nicht ganz. »Absurd« bedeutet in diesem Sinne eher „nicht verwurzelt“.

2.„Das Wort »absurd« bedeutet in der Regel «bodenlos«, im Sinn[sic!]von »sinnlos«.“ Absurd in diesem Sinne ist etwa das Planetensystem. Scheinbar sinnlos drehen sich die Planeten um die Sonne und das „in der gähnenden, abgründigen Leere des Weltalls „und sind somit ebenfalls Ausdruck der Stimmung des absurden Lebens.

3.Drittens bedeutet »absurd« auch »bodenlos«, „im Sinn [sic!]
von »ohne vernünftige Basis«.
Ein Satz, der Ausdruck eines absurden Denkens ist, ist bodenlos, „weil es
absurd ist, von ihm sagen zu wollen, ob er wahr oder falsch ist.“
Der Mensch ist überfordert und weiß nicht, wie er mit diesen Sätzen adäquat umgehen soll. Das sich daraufhin einstellende Gefühl, als würde man über einem Abgrund schweben, ist Ausdruck der Stimmung des absurden Denkens.

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