Der Graf von Saint-Germain - "der alles weiß und niemals stirbt" (Voltaire)

Beitrag von wize.life-Nutzer

An einem Januartag des Jahres 1972 herrschte im Aufnahmestudio eines Pariser Fernsehsenders helle Aufregung.
Ein junger Mann war plötzlich erschienen, hatte sich als Richard Chanfray ausgegeben und gesagt, er würde vor laufender Kamera Blei in Gold verwandeln.
Die Sendung wurde vorher spektakulär beworben und brachte erstaunlich hohe Zuschauerquoten.

Das Spektakel traf ein: Mithilfe eines Camping-Kochers verwandelte der junge Mann einen Klumpen Blei in Gold. Das hergestellte Gold erwies sich als echt.

Die größere Überraschung folgte aber dann: Als der verblüffte Moderator den jungen Mann befragte, wo er solche Kenntnisse erworben habe, sagte der Studiogast lakonisch: „Dies alles beherrsche ich schon seit vielen Jahrhunderten. Lassen Sie sich deshalb von meinem bürgerlichen Namen nicht irritieren, denn in Wahrheit bin ich – der Graf von Saint-Germain.“ (S. 171f.)

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Saint-Germain, eine Gestalt, die zu den rätselhaftesten und umstrittensten Persönlichkeiten des 18. Jahrhunderts gehört. Er tauchte fast an allen Kaiser-, Königs- und Fürstenhöfen auf, war außerordentlich sprachbegabt und verblüffte vor allem durch seine alchemistischen Fähigkeiten.
Er soll folgende Sprachen beherrscht haben: Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch, Portugiesisch, Latein, Griechisch, Sanskrit, Chinesisch und Arabisch.

Ludwig XV. stellte ihm einen Teil seines Schlosses als Labor zur Verfügung und Madame Pompadour, die vor allem ihre Schönheit erhalten wollte, bat um ein entsprechendes Elixier.

Casanova traf ihn mehrmals und staunte, dass dieser in seiner Gegenwart eine wertlose Münze in ein kostbares Goldstück verwandelte.

Friedrich II., der ihn auch empfing, nannte ihn eine Persönlichkeit, die nicht „enträtselt“ werden könne.

Zwischen 1660 und 1789 wurde er von vielen berühmten Persönlichkeiten gesehen, denen er Ratgeber in politischen und privaten Angelegenheiten war. Die meisten sahen in ihm einen außerordentlich gebildeten, ca. 40-60-jährigen Mann.

Er hatte etwa 80 Pseudonyme (S. 254f.)

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Interessant und aufschlussreich sind natürlich seine eigenen Aussagen:
„Ich habe viele Namen, ich habe diese Welt besucht vor der atlantischen Katastrophe, die ihr die Sintflut nennt. Ich lehrte Salomo die Weisheit, diskutierte mit Sokrates und besuchte Pythagoras. Ich habe kein Alter.“ (S. 233).

„Die Geschwindigkeit, mit der wir durch den Raum jagten, lässt sich mit nichts anderem vergleichen. In einem Augenblick hatte ich die Sicht auf die unten liegenden Ebenen vollkommen verloren. Die Erde erschien mir nur noch wie eine verschwommene Wolke. Man hatte mich zu riesiger Höhe emporgehoben. Eine ganze Weile zog ich durch den Weltraum dahin. Ich sah Himmelskörper um mich herum sich drehen und Erdkugeln zu meinen Füßen versinken ...“ (aus „La Très Sainte Trinosophie“, S. 232)

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Sehr häufig erschien er bei den geheimen Treffen von Freimaurern und Rosenkreuzern, und es liegt nahe zu vermuten, dass er zu den Aufgestiegenen Meistern der geistigen Hierarchie gehört (Theosophie), die ihm wohl die Aufgabe übertragen hatten, Europa zu bereisen und für dessen spirituelle Entwicklung einzutreten.

In der Tat vertritt der Leiter der Theosophie in Kanada, Dr. Mau, diese Auffassung.
www.sanctusgermanus.com

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Das Buch des Österreichers Peter Krassa „Der Wiedergänger“, (1989) enthält eine Fülle von Fakten, Zitaten und schriftlichen Zeugnissen.
Der Leser könnte es allerdings – wegen der Fülle des Materials – als verwirrend empfinden.

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