wize.life
Neu hier? Jetzt kostenlos registrieren und mitmachen! Warum eigentlich?
in Puttaparthi
in PuttaparthiFoto-Quelle: eigner Bestand

Weihnachten in Puttaparthi (2002)

Beitrag von wize.life-Nutzer

Im Dunkeln tappe ich zwischen Häusern,
Die niemals fertig werden,
Über staubige Wege und Straßen,
Die den Namen nicht verdienen.
Um diese Zeit, da die Hähne krähen,
Wühlen die schwarzen Schweine im Müll,
Der die Straßen säumt
Wie anderswo Pflanzen und Bäume.

Wenn die Hupe der Auto-Rikshas
Krächzend die kühle Stille zerreißt,
Geben die Esel mit blutendem Hinterteil,
Von Steinen und Schlägen zerfetzt,
Langsam die Straße frei
Für die 'Krone der Schöpfung' -
In ihren Augen die Stille des Todes.

Das Tor zum Ashram empfängt
Mit offenen Armen die Pilger,
Die Mühseligen und die Beladenen,
Die den Gott in Menschengestalt sehen,
Hören, berühren und sprechen wollen,
Die seinen Segen erbitten, erflehen,
Erkaufen, erzwingen wollen.
Sie kommen auf leisen Sohlen,
Barfuß im Büßérgewand
Oder in golddurchwirkten Gewändern,
Jasminblüten im schwarzblauen Haar
Und goldene Ringe an Nasen, Ohren,
Händen, Armen und Füßen.

Prunk und Armut auf engem Raum,
Zusammengepfercht im Tempel,
Die Gedemütigten und Geschundenen,
Die Verworfenen und die Auserwählten,
Die sich den Platz im Tempel des Herrn
Vorzeiten verdient.
Nur wer gerufen wird, ist da,
Darf zu seinen Füßen sitzen,
Schauen, beten und weinen
Und manchmal erkennen,
Und manchmal erfahren,
Was Leben ist,
Was Leben sein kann,
Was Leben sein soll.

Schau, wie die Malven schön sind
Im Garten des Herrn!
Lausch dem Konzert der Vögel,
Die den Sonnenaufgang begrüßen.
Fühle die Kühle des Morgens.
Schön ist das Leben, so schön!

Sieh' den Krüppel am Straßenrand
Und den Bettler, ein großes Insekt
Mit dürren Armen und Beinen.
Sieh' das lüsterne Lächeln der Händler,
Deren Gott Geld ist
Und deren Gruß deinem Geld gilt.
Schwer ist das Leben, so schwer!

Am Heiligabend komm ich müde nach Hause
Wie ein Geläuterter,
Wie ein Besudelter,
Wie einer, der Himmel und Hölle
An einem Tag durchmessen hat.
Oh mein Gott,
Schenke mir heute nacht einen Traum,
Damit ich den Alptraum des Tages vergesse,
Und schenke mir morgen das Glück der Versöhnung
Mit ALLEM-WAS-IST.

ez


4 Kommentare

Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.
wize.life-Nutzer
Am Ufer drüben
ist mein einzger Freund zurückgeblieben.
An diesen Tagen
gibt es viele Fragen.
Hinter der Freude Mauer
mischt sich ein Hauch von Trauer.
Damals ist mir die Bedingtheit von Glück und Unglück ganz aggressiv vor Augen geführt worden.
Da spingt einem die Nacktheit der Armut buchstäblich ins Gesicht.
Da rutschen Kinder mit fehlenden Beinchen auf Holzbrettern durch die Straßen, weil die ELtern ihnen die Beine "gekürzt" haben, damit sie betteln und damit den Lebensunterhalt für die Familie verdienen können.

Es ist alles so miteinander verbunden, die strahlende Fülle des Lebens und das Elend.
Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.
Verloren und verlassen,
Armut und Sorgen in den Gassen.
Lasst uns heute auch an jene denken,
die sich nichts können schenken.
Die auch heute um ihr Leben
kämpfen und nach Essen streben.
Nach Liebe und einem Dach
für die Heilige Nacht.
Wir haben in HD eine knappe halbe MIllion € gesammelt, um Bedürftigen in der Stadt ein Weihnachtsgeschenk zu machen.
In jedem Jahr macht das die hiesige Zeitung mit großem Erfolg.

Ich wünschte mir, dass es auch einmal ein solches Geschenk von der politischen Kaste gäbe -
Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.

wize.life News per Push Benachrichtigung in Ihrem Browser aktivieren

Benachrichtigungen aktivieren