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Der Tag, an dem Christus kam

Der Tag, an dem Christus kam

Von wize.life-Nutzer - Sonntag, 05.05.2019 - 17:06 Uhr

Immer wieder entführt uns unserer Phantasie in Sphären, die durchaus so oder ähnlich geschehen können …

Es war die Zeit meiner Kindheit, als der Milchmann noch kam und die Milch ganz früh, als ich noch schlief, an die Haustür stellte. Aus dieser Zeit will ich euch eine Geschichte erzählen.

Es war nicht einfach ein gewöhnlicher Tag. Es war der gewöhnlichste Tag schlechthin.

Jener Tag, an dem der Herr wiederkam.

Man sollte meinen, dass Heinz Becker wenigstens eine Vorahnung gehabt hätte, als er am Morgen aufstand …
Aber wäre es so gewesen, dann müssten wir an der Verheißung Gottes zweifeln:

„Und doch weiß niemand, wann das Ende kommen wird, auch die Engel im Himmel nicht, ja, noch nicht einmal der Sohn. Den Tag und die Stunde kennt nur der Vater.“ (Matth. 24,36)

So stand Heinz auf wie immer. Noch ein wenig müde und selbst nach zwei Jahren nicht an diese frühen Stunden gewöhnt.

Heinz war Milchmann.

An diesem Morgen wollte er seine Frau nicht wecken.

„Inge braucht ihre Ruhe“, dachte er,

„den ganzen Tag lang muss sie hinter Bärbel her sein. Bärbel ist doch ein rechtes Quecksilber.“

Während er sich leise erhob, blickte er auf seine schlafende Frau nieder und lächelte. Inge war Christin und sie wollte so sehr, dass auch er Christ würde. Tatsächlich hatten sie erst vor ein paar Tagen darüber eine lange Unterhaltung gehabt. Und kurz darauf, am vergangenen Sabbat, hatte er die Empfindung, der Prediger richtete seine Worte nur an ihn.

„Das war natürlich nur meine Einbildung.“

Dachte ich.

„Ich war ja schließlich nicht als Einziger bei der Predigt.“

Und doch:

„Als ob der Prediger nur zu mir gesprochen hätte. Es war vielleicht auf mich zugeschnitten, aber was er sagte, war für die anderen bestimmt wichtiger als für mich. Die Wiederkunft Christi, na ja …“

Der Großteil der Predigt hatte Heinz gefallen. Direkt amüsant waren die Geschichten von Leuten, die immer wieder versuchten, den Tag der Wiederkunft Christi zu berechnen (Manche von ihnen hatten an diesem Tag weiße Kleider angezogen, sie waren auf die Berge, Bäume und sogar Dächer gestiegen, um dort den Herrn zu erwarten).

Beeindruckt hatte ihn auch die biblische Lehre

„Christus wird wiederkommen. Nach den ‚Zeichen der Zeit‘, von denen die Bibel berichtet, kann Christus auch jederzeit erscheinen.“

„Aber ich denke doch“,

sagte Heinz zu sich selbst, während er seine Haferflocken aß,

„dass der Prediger etwas übertrieben hat, als er sagte, Christus kann in den nächsten fünf Minuten kommen.“

Und er lächelte, als er den Gedanken weiterspann:

„Er kam ja aber gar nicht!“

„Wahrscheinlich haben Inge und der Prediger Recht“,

gestand er sich ein, als er sein Geschirr in das Spülbecken stellte,

„ich weiß eigentlich nicht recht, worauf ich noch warte. Eines Tages werde ich diesen Schritt tun und Christ werden.“

Als er mit dem Frühstück fertig war, schaute er noch einen Moment nach seiner Tochter. Es wurde ihm ganz warm ums Herz, als er das liebliche, kleine Gesicht sah.

Dann ging er ins Schlafzimmer, um Inge den Abschiedskuss zu geben. Als sie seinen Kuss noch halb im Schlaf erwiderte, lächelte er. Er musste nämlich daran denken, wie glücklich sie sein würde, wenn er sich taufen ließe.

„Worüber lächelst Du?“

fragte sie.

„Ach nichts“,

erwiderte er und dann ging er.

Während der nächsten Stunde war Heinz viel zu beschäftigt, um an etwas Anderes als an seine Arbeit zu denken. Da waren Anweisungen zu lesen, Flaschen aufzuladen und Vorbereitungen zu treffen. Endlich war das geschafft und er konnte mit dem Ausfahren beginnen.

Es war ein schöner Tag. Das war mit ein Grund warum Heinz seine Arbeit liebte. Es machte ihm Freude, die Welt jeden Morgen erwachen zu sehen. Es gefiel ihm, wenn sie nach der Ruhe einer Nacht hell und frisch war – ehe sie wieder müde und schmutzig werden konnte. Er genoss die Stille – zwischen den einzelnen Auslieferungen konnte er nachdenken.

Während er so dahinfuhr, musste er lächeln, als er bemerkte, wie es sich in den Häusern zu regen begann. Ein Wecker rasselte und irgendwo pfiff ein Wasserkessel. Hinter sich sah er Hausfrauen aus der Tür kommen. Sie waren noch im Morgenrock und das Haar war noch unfrisiert. Sie blickten sich um, griffen nach den Milchflaschen und verschwanden wieder.

Heinz machte weiter mit seiner Arbeit. Er fühlte sich wohl.

Aber aus irgendeinem Grund kam ihm immer wieder die Predigt vom vergangenen Sabbat in den Sinn. Als er frischen Kaffee roch, musste er an eine Stelle in der Bibel denken, die der Prediger im Zusammenhang mit der Wiederkunft Jesu gelesen hatte:

„… sie aßen, sie tranken …“ (Matth. 24,38)

In einem Haus hatte am Vorabend ein Polterabend stattgefunden. Girlanden und Scherben lagen noch vor dem Haus. Da dachte er:

„… heirateten die Menschen, wie sie es immer taten …“ (Matth. 24,38)

Er kam an einem Haus vorüber, an dem die Rolläden herabgelassen waren. Jemand war von der Nachtschicht heimgekommen und wollte nun schlafen.

„… Zwei schlafen in jener Nacht in einem Bett; einer wird angenommen, und der andere bleibt zurück.“ (Luk. 17,34)

Als er auf seiner Runde an den Stadtrand gelangte, überholte er einen Traktor. Ein Bauer fuhr mit zwei anderen Leuten aufs Feld.

„Zwei Männer werden auf dem Feld arbeiten; der eine wird angenommen, und der andere bleibt zurück.“ (Matth. 24,40)

Obwohl der Tag schön wurde, fror Heinz ein wenig und versuchte, diese Gedanken aus seinem Kopf zu verdrängen.

„Fange ich an zu phantasieren? Wenn Christus über 1900 Jahre lang nicht gekommen ist, warum sollte er dann gerade heute kommen? Außerdem bin ich gesund und kräftig und werde noch lange nicht sterben. Ich will an das Leben denken, nicht an das Ende aller Dinge.“

Es war wirklich ein schöner Tag. Wer Heinz sah, lächelte und manche winkten auch.

„An einem so herrlichen Tag wie heute, fällt es einem schwer, sich vorzustellen, wieviel Not eigentlich in der Welt ist – Hunger und Krieg, Krankheiten und Tod. An so einem Tag freut man sich einfach, dass man lebt.“

Auch dies hätte ihm eine Warnung sein können:

„Wenn sich die Leute in Sicherheit wiegen und sagen werden: »Überall ist Ruhe und Frieden«, wird sie das Ende so plötzlich überfallen wie die Wehen eine schwangere Frau. Es wird für niemanden mehr einen Ausweg aus dem Verderben geben.“ (1. Thess. 5,3)

Aber es war ihm keine Warnung.

Heinz fuhr fort in seiner Arbeit. Er trug volle Flaschen zu den Häusern und leere zurück zu seinem Wagen. Wenn er mit einer Straße fertig war, begann er mit der nächsten. Es war wie an jeden Morgen.

Nein, nicht ganz! Es geschah eigentlich ohne Vorwarnung.

Normalerweise liegt ein Gefühl in der Luft, ehe etwas Großes geschieht – aber es war nichts.

Normalerweise fühlten die Vögel das nahen einer Gefahr; aufgeregt flattern sieh hin und her – aber es war nichts.

Wie gewöhnlich stritten sich die Menschen und andere küssten sich, einige schliefen sogar noch. Wie gewöhnlich schrien Mütter ihre Kinder an. Wie gewöhnlich rümpften Jungen und Mädchen die Nase über ihr Essen.

In Afrika wimmerte ein Kind im Schlaf, denn es hatte kein Essen.

In Russland arbeitete ein übernächtigter Beamter am Produktionsplan für die kommende Woche.

In Australien beschlich ein Buschmann seine Beute – so wie er und seine Vorfahren es seit Jahrhunderten getan hatten.

In Amerika wurde ein Mann fast krank, weil er nicht wusste, wie er seine Raten bezahlen sollte. Er hätte sich keine Sorgen zu machen brauchen.

In Frankreich bestürmte eine Frau ihren Mann, weil sie neue Möbel wollte. Sie hätte sich ihre Reden sparen können.

Ein Prediger blätterte in einem Band voller Predigttexte und machte sich Gedanken, worüber er am Sabbat sprechen sollte. Er tat dies alles umsonst.

Es gab keine Vorwarung. Das Leben mit allem, was es an Gutem und Bösem in sich barg, ging weiter wie gewöhnlich.

Und dann geschah es.

„Ihr wisst selbst ganz genau, dass der Tag, an dem der Herr kommt, so unerwartet eintreffen wird wie ein Dieb in der Nacht.
Wenn sich die Leute in Sicherheit wiegen und sagen werden: »Überall ist Ruhe und Frieden«, wird sie das Ende so plötzlich überfallen wie die Wehen eine schwangere Frau. Es wird für niemanden mehr einen Ausweg aus dem Verderben geben.“ (1. Thess. 5,2.3)

„Denn der Menschensohn kommt für alle sichtbar – wie ein Blitz, der im Osten aufzuckt und den ganzen Himmel erhellt.“ (Matth. 24,27)

„Auf den Befehl Gottes werden die Stimme des höchsten Engels und der Schall der Posaune ertönen, und Christus, der Herr, wird vom Himmel herabkommen. Als Erste werden die auferstehen, die im Glauben an Christus gestorben sind.“ (1. Thess. 4,16)

Nie zuvor hatte Heinz die Stimme Gottes gehört. Es gab aber nicht den geringsten Zweifel daran, dass sie es war. Er hatte auch Jesus nie gesehen. Aber irgendwie wusste er genau, wer dies war und was sich ereignete.

„Nein, nein, nein!“

Begann er in Gedanken zu schreien.

„Seht! Jesus Christus wird auf den Wolken kommen. Alle Menschen werden ihn sehen, auch die, die ihn ans Kreuz geschlagen1 haben. Dann werden alle Völker dieser Erde jammern und klagen. Das wird ganz sicher geschehen. Amen! (Offb. 1,7)

„Er wird eure Not beenden, und auch wir werden nicht länger leiden müssen, wenn Jesus, der Herr, für alle sichtbar erscheinen wird. Er wird mit seinen mächtigen Engeln vom Himmel kommen,
umgeben von loderndem Feuer. Dann wird sein Urteil alle treffen, die von Gott nichts wissen wollen und die rettende Botschaft von Jesus, unserem Herrn, ablehnen.“ (2. Thess. 1, 7.8)

Der Himmel änderte seine Farbe. Sein Blau wurde verdrängt durch das Weiß der Wolke, das Licht der Engel und die Erscheinung von Feuer – und all dies wurde fast ausgelöscht durch die Majestät Jesu selbst.

Nun begann die Erde zu beben. Ihre Oberfläche wurde von Spalten überzogen. Im nahen Friedhof öffneten sich die ersten Gräber. Tote erschienen hier und da und überall. Ihre Körper waren anders als irgendetwas, da Heinz je gesehen hatte. Sie waren fest, aber auch nicht fest. Aus irgendeinem Grund kam ihm das Wort ‚unverweslich‘ in den Sinn.

Es überraschte ihn nicht, dass etliche glücklich aussahen – und andere nicht.

„Der Tag wird kommen, an dem die Toten in ihren Gräbern die Stimme von Gottes Sohn hören werden.
Dann werden alle Menschen ihre Gräber verlassen: Die Gutes getan haben, werden auferstehen, um ewig zu leben, die aber Böses getan haben, um verurteilt zu werden.“ (Joh. 5, 28.29)

„Wir werden nicht alle sterben, aber Gott wird uns alle verwandeln.
Das wird ganz plötzlich geschehen, von einem Augenblick zum anderen, wenn die Posaune das Ende ankündigt. Auf ihr Zeichen hin werden die Toten auferweckt und bekommen einen unvergänglichen Körper, und auch wir Lebenden werden verwandelt.“ (1. Kor. 15,51.52)

Heinz lief jetzt wie gehetzt. Er war nicht mehr weit von daheim und seine Gedanken waren darauf gerichtet, diese Zufluchtsstätte zu erreichen. Er war wie benommen. Wie aus der ‚Ferne hörte er den Schall einer Posaune – einen Klang, der ihn bis ins Mark traf.

Es wurde immer schwieriger, die Füße aufzusetzen, denn das Beben nahm zu. Er hörte einen schrecklichen Schrei, den schrecklichsten, den er in seinem ganzen Leben je wahrgenommen hatte – den herzzerreißenden, angstvollen Schrei einer gequälten Seele. Erst nach einiger Zeit wurde ihm klar, dass dieser Schrei seiner eigenen Brust entstiegen war.

Er sah mehrere Leute am Straßenrand stehen bei deren Begräbnis er dabei gewesen war. Aber das überraschte ihn nicht. Nichts überraschte ihn mehr.

Er eilte weiter. Um ihn herum wurden die Schreie, die Klagen und das Jammern immer lauter. Und von oben kam ein Gesang – ein herrliches Lied von Freude und Sieg. Für Heinz war jedoch kein Trost darin.

Aus den Augenwinkeln konnte er sehen, wie verherrlichte Körper entrückt wurden. Es waren die Christen, die ihrem Herrn entgegengingen. Er lief und lief. Er zwang sich zu jedem Schritt. Er lief an vielen Häusern vorbei und plötzlich –

war er daheim.

Er stürzte durch die Vordertür und lief von Zimmer zu Zimmer. Er schrie:

„Inge - Bärbel - Inge - Bärbel“

Bärbels Lieblingspuppe lag noch auf dem Fußboden. Inges Morgenrock war auf dem Stuhl neben dem Bett. Alle Anzeichen deuteten darauf hin, dass sie kurz vorher noch dagewesen waren. In der Küche stand das Geschirr halb abgewaschen. Er steckte die Hand ins Wasser – es war noch warm. Es war fast, als ob - fast als ob …

Und da wurde es ihm klar.

Sie waren bereit!

Er rast zurück vor das Haus und starrte empor, aber jetzt war es ganz finster.

Er war allein - allein - allein - allein mit seiner Sünde.

Wieder bebte die Erde und ihm wurde klar, dass sie wie eine alte Maschine war, die ihre Aufgabe erfüllt hatte. Eine alte Maschine, die nun nicht mehr konnte. Auch die Sonne konnte nicht mehr. Er konnte sie anschauen, ohne die Augen zukneifen zu müssen. Es wurde düster und immer düsterer. Ein Frosthauch lag in der Luft. Die Sterne wurden am Mittag sichtbar. Aber sie standen nicht still. Irr folgen sie hierhin und dorthin. Alles löste sich auf. Das Weltall zerfiel buchstäblich in Stücke.

„ … gab es ein gewaltiges Erdbeben. Die Sonne wurde schwarz wie ein Trauerkleid und der Mond rot wie Blut.
Und die Sterne fielen vom Himmel auf die Erde, so wie der Feigenbaum seine Früchte abwirft, wenn er vom Sturm geschüttelt wird.
Der Himmel verschwand vor meinen Augen wie eine Schriftrolle, die man zusammenrollt. Weder Berge noch Inseln blieben an ihren Plätzen.
Angst und Schrecken ergriff die Mächtigen und Herrscher der Erde, die Heerführer, die Reichen und die Starken, die Herren ebenso wie ihre Sklaven. Sie alle suchten Schutz in Höhlen und zwischen den Felsen der Berge.
Und alle schrien zu den Bergen: »Stürzt doch auf uns herab! Verbergt uns vor den Augen dessen, dem alle Macht gehört! Bewahrt uns vor dem Zorn des Lammes!
Der Tag, an dem sie Gericht halten, ist jetzt gekommen. Wer kann da bestehen?«“ (Offb. 6,12-17)

Heinz war alles klar.

„Jetzt muss ich Gott gegenübertreten.“

Der Gedanke erfüllte ihn mit Schrecken.

„Nein, nein, nein, ich bin nicht bereit! Ich muss mich verbergen …“

Halb blind rannte er ins Haus zurück und die Kellertreppe hinab. Er kauerte sich in die dunkelste Ecke und murmelte fast wahnsinnig vor sich hin:

„ich muss mich verbergen, ich muss mich verbergen …“
Aber es gab kein Verstecken. Heinz befand sich auf einer riesigen Kugel, die durch das Weltall jagte. Nur ein kleiner Stubs des Fingers Gottes – nur ein gebietendes Wort seiner Stimme – und diese alte Erde gab es nicht mehr.

„Doch der Tag, an dem der Herr sein Urteil spricht, wird so plötzlich und unerwartet da sein wie ein Dieb. Krachend werden dann die Himmel zerbersten, die Elemente werden sich auflösen und im Feuer verglühen, und die Erde wird verbrennen mit allem, was auf ihr ist.“ (2. Petr. 3,10)

Ein Augenblick hellsten Lichtes. Ein Augenblick stärkster Hitze. Dann Finsternis. Dann Stille.

Als Heinz wieder zu Bewußtsein kam, hatte er begriffen, was ihn nun erwartete.

„Denn einmal werden wir uns alle vor Christus als unserem Richter verantworten müssen. Dann wird jeder das bekommen, was er für sein Tun auf dieser Erde verdient hat, mag es gut oder schlecht gewesen sein.“ (2. Kor. 5,10)

Heinz hatte erkannt, dass alle ungläubigen Menschen, die jemals gelebt hatten, nun ihrer gerechten Strafe entgegen gehen. Ja, er wusste jetzt vieles, aber zu spät.

Er wusste jetzt, dass er doch Zeit für den Glauben gehabt hätte. Die vielen Dinge, die er vorgezogen hatte, waren eigentlich ganz unwichtig.

Er wusste auch, dass die Heuchler in der Gemeinde, die er seiner Frau wieder und wieder vorgehalten hatte, mit ihm das gleiche Schicksal teilten. Wenig Trost war nun in der Tatsache, dass er „auch nicht schlechter“ war als sie.

Er wusste sogar, dass seine Frau und sein Töchterlein irgendwie ohne ihn vollkommen glücklich sein werden. Denn ein allmächtiger Gott, dem nichts unmöglich ist, wird dafür sorgen.

So sehr viel war geschehen. Da war der Schrei, der Schall der Posaune, die Totenauferstehung und wie so viele Gläubige dem Herrn in der Luft entgegengerückt wurden und die gottlosen Toten wieder starben. Dabei wusste er, dass dies alles gleichsam außerhalb der Zeit geschehen war, in einem Nu, dass aber doch seitdem tausend Jahre vergangen waren.

Im Innersten seines Herzens hörte er schon, wie ein Name aufgerufen wurde. Es war sein Name. Die Reihe war an ihm, den Urteilsspruch zu empfangen. Er trat vor. Und schon als er vortrat, kannte er sein Urteil.

Für immer verloren.

Um ihn wurden Stimmen immer lauter, die sagten:

„Gott ist ungerecht!“ und

„Warum sind wir nicht in dieser herrlichen Stadt?“

Auch Heinz stimmte bald in diesen Chor mit ein.

„Gott hätte mich doch noch vier Wochen Zeit geben können, dann, dann … - ja, dann wäre ich auch bereit gewesen.“

Er erinnerte sich wieder an die Worte des Predigers, die er damals aus der Bibel vorlas

„»Wenn der Menschensohn in seiner ganzen Herrlichkeit kommt, begleitet von allen Engeln, dann wird er auf seinem Königsthron sitzen.
Alle Völker werden vor ihm versammelt werden, und er wird die Menschen in zwei Gruppen teilen, so wie ein Hirte die Schafe von den Ziegen trennt.
Die Schafe stellt er rechts von sich auf und die Ziegen links.
Dann wird der König zu denen an seiner rechten Seite sagen: ›Kommt her! Euch hat mein Vater gesegnet. Nehmt Gottes Reich in Besitz, das er seit Erschaffung der Welt als Erbe für euch bereithält!“ …

„Dann wird er sich denen an seiner linken Seite zuwenden und sagen: ›Geht mir aus den Augen, ihr Verfluchten, ins ewige Feuer, das für den Teufel und seine Engel bestimmt ist!“ …

„Und sie werden der ewigen Strafe ausgeliefert sein. Aber die Gottes Willen getan haben, erwartet unvergängliches Leben.«“ (Matth.25,31-34.41.46)

Schon war man sich einig. Das Urteil erkennen wir nicht an. Es ist ungerecht. Nur Heinz, obgleich er denen um sich zustimmte, dachte an jene Predigt. Er wusste, dass auch er jetzt versuchen würde, mit den vielen anderen die Stadt Gottes, in der seine Frau und seine Tochter jetzt lebten und ohne ihn glücklich sind, angreifen würde.

Schon war die Stimmung an den Siedepunkt gekommen. Wie in Trance wurden immer wieder dieselben Worte geschrieen.

Vielleicht war Heinz der einzige der wusste, was jetzt kommen würde. Die völlige Vernichtung.

„Doch der Tag, an dem der Herr sein Urteil spricht, wird so plötzlich und unerwartet da sein wie ein Dieb. Krachend werden dann die Himmel zerbersten, die Elemente werden sich auflösen und im Feuer verglühen, und die Erde wird verbrennen mit allem, was auf ihr ist.“ (2. Petr. 3,10)

„Über alle Menschen wurde das Urteil gesprochen, und zwar nach ihren Taten, wie sie darin beschrieben waren.
Das Meer gab seine Toten zurück, ebenso der Tod und das Totenreich. Alle, ohne jede Ausnahme, wurden entsprechend ihren Taten gerichtet.
Der Tod und das ganze Totenreich wurden in den See aus Feuer geworfen. Das ist der zweite, der ewige Tod.
Und alle, deren Namen nicht im Buch des Lebens aufgeschrieben waren, wurden ebenfalls in den Feuersee geworfen.“ (Offb. 20,13-15)

Auch wenn diese Geschichte so nicht geschehen sein kann, weil Christus noch nicht erschienen ist, gründet sie sich doch auf Aussagen der Heiligen Schrift. Christus hat auf dieser Erde gelebt, er wurde stellvertretend für uns hingerichtet und ermordet. Er ist auferstanden! Seinen Nachfolgern sagte er bei seinem Abscheiden, dass er wiederkommen werde, wenn er sein Werk vollendet hat.

Christus wird wiederkommen!
Christus kann heute noch kommen!

„Seid also zu jeder Zeit bereit, denn der Menschensohn wird gerade dann kommen, wenn ihr am wenigsten damit rechnet!“ (Matth. 24,44)

14 Kommentare

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In welchem Band der Gebrüder Grimm findet man dieses Märchen?
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Was wieder für ein unsinniger Mist... muss man den unbedingt in der Rubrik Philosophie abladen?
Das war auch mein erster Gedanke mit dem ‚Anhang’, warum der ‚Brei von vorgestern‘ hier wieder aufgetischt werden kann.
Na ja, ‚Gott‘ ist unzweifelhaft mit Philosophie verbunden, dem Festklopfen des Für und Wider sowie der Betonung, sich nicht festlegen zu können.
Wegen dieser Verknüpfung ‚Gottes’ mit der Philosophie, meinen ‚Indoktrinatoren’ kompetent für Aussagen zur Philosophie zu sein. Sie begreifen nicht, wie deplatziert ihre ‚Ergüsse’ unter dieser Rubrik sind.
Nun flossen sie wieder mal ein.
Solch ein Beitrag kann ignoriert werden. Dann erfreuen sich ‚kindliche‘ Leser ungetrübt daran oder werden womöglich Opfer dieser Phantasien. Deshalb sollte man darauf kurz reagieren - aufklärend wirres Zeug anprangern und es dann dabei belassen. Diskussionen mit Fundamentalisten - zwecklos1
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Friedrich Nietzsche über Jesus
##Dieser "frohe Botschafter" starb wie er lebte, wie er lehrte–nicht um "die Menschen zu erlösen", sondern um zu zeigen, wie man zu leben hat.
Die Praktik ist es, welche er der Menschheit hinterliess: sein Verhalten vor den Richtern, vor den Häschern, vor den Anklägern und aller Art Verleumdung und Hohn,–sein Verhalten am Kreuz.
Er widersteht nicht, er vertheidigt nicht sein Recht, er thut keinen Schritt, der das Äusserste von ihm abwehrt, mehr noch, er fordert es heraus...
Und er bittet, er leidet, er liebt mit denen, in denen, die ihm Böses thun ...
Die Worte zum Schächer am Kreuz enthalten das ganze Evangelium.
"Das ist wahrlich ein göttlicher Mensch gewesen, ein Kind Gottes" sagt der Schächer.
"Wenn du dies fühlst–anwortet der Erlöser–so bist du im Paradiese, so bist auch du ein Kind Gottes ..."
Nicht sich wehren, nicht zürnen, nicht verantwortlich-machen ... Sondern auch nicht dem Bösen widerstehen,–ihn lieben...##
Na prima Einstellung, wenn man die aktuellen Bedrohungen betrachtet.
Werner: heute mal ein von mir für dieses mir noch nicht bekannte Nietzsche - Zitat.
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oho - er ist zurück hier unverändert in seinem Missionierungswahn.
Auch wenn Franc jetzt wieder durch die Decke geht: der Ausdruck MissionierungsWAHN ist hier durchaus als psychiatrische Diagnose aufzufassen.
Eine psychische Störung...
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Ein riesenlanger Beitrag - und doch nur Unsinn.

Gefährlicher Unsinn allerdings. Auf solche Stories sind schon viele hereingefallen und haben viel Kirchensteuer bezahlt.

Glücklicherweise werden es immer weniger. Aber die Betrüger werden nie alle werden. Seid also auf der Hut, damit ihr nicht auf sie hereinfällt, wenn ihr am wenigsten damit rechnet...

Ihr könntet sonst enden wie der Autor, der wohl nach vielen durchgemachten Gehirnwäschen nicht mehr in der Lage ist, Wirklichkeit und Wunschdenken zu unterscheiden.
Obwohl ich bemüht war, aufmerksam zu lesen, gelang mir das nicht bei dem sich offenbarenden Unsinn!
Seit etwa 1700 begannen 'Aufklärer' zu wirken. Dass nach dem Verlauf von 300 Jahren mit der Anreicherung des Wissens durch die Wissenschaften noch solches 'Gedankengut' möglich ist! Entsetzlich!
Der Autor schreibt von Engeln im Himmel.
Wieviele mögen das wohl sein?
Wo ist ihr/der Himmel aus dem sie und Gottvater kommen?
"Geht mir aus den Augen, ihr Verfluchten, ins ewige Feuer, das für den Teufel und seine Engel bestimmt ist!“ … - Die armen Kinder, die aus Furcht vor Gott, der 'Peitsche' über ihren Köpfen, 'allgegenwärtig' geduckt, aufwachsen müssen.
Solche 'Indoktrinatoren' trampeln auf der Würde des Menschen herum!
Sie ist nach unserem Gg unantastbar!
'Alle Sterne fallen auf die Erde'. Das All fällt auf dieses Staubkörnchen Erde? Wie muss man sich das vorstellen?
Wie kindlich!
In der Trinität Gottes weiß der Sohn vom Tun des Vaters nicht?
Und der 'Heilige Geist'?
Was für wirre Vorstellungen!
Wie gefährlich solche Indoktrination für den Einzelnen sein kann, wurde seinerzeit durch Beispiele deutlich.
Hier ein Hinweis:
https://www.deutschlandfunknova.de/b...-und-schuld
hihihi der Missionar is wieder da.
Du nimmst mich als Missionar wahr?
Missionar is hier natürlich der Beitrgs-Ersteller.
Wer viele Deine Gedanken kennt, weiß natürlich, wem Deine Bemerkung unter meinem Kommentar galt. Danke dennoch für die deutliche Zuordnung. Damit ist ein mögliches Missverständnis ausgeschlossen.
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