Älter werden in einem fremden Land
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Seniorplace
Beitrag von Seniorplace

Älter werden in einem fremden Land

Hüseyin Aktas hat wieder angefangen zu lächeln. Jetzt ,wo im Fernsehen türkische Volksmusik läuft. Jetzt, wo er wieder sprechen kann. Weil die Pfleger und die anderen Bewohner seine Sprache verstehen.
Hüseyin Aktas hat Deutsch sprechen verlernt in den letzten Jahren. Das passiert den meisten Demenzkranken. Sie vergessen jede Sprache außer ihrer Muttersprache. Hüseyin lebt schon seit ein paar Jahren im Seniorenheim. Aber jetzt ist er umgezogen. In eine Wohngruppe speziell für Senioren mit Migrationshintergrund.
Hüseyin Aktas gehört zur ersten Generation der Gastarbeiter in Deutschland, die jetzt alt, krank und pflegebedürftig werden. Den Umgang damit, müssen die meisten Pflegeeinrichtungen, die Betreffenden selber und die Angehörigen erst noch lernen.
Laut statistischem Bundesamt haben etwa 8% der Pflegebedürftigen in Deutschland einen Migrationshintergrund.
Die Angebote für kulturspezifische und kultursensible Altenpflege sind von Stadt zu Stadt sehr unterschiedlich. Doch vor allem in den großen Städten gibt es mittlerweile Pflegeheime und -dienste für Senioren mit Migrationshintergrund.
Dort wird z. B. auf die Essgewohnheiten der Bewohner Rücksicht genommen , -und etwa kein Schweinefleisch serviert. In einigen Einrichtungen gibt es neben christlichen Andachtsräumen muslimische Gebetsräume und freitags betet ein Iman.
Aber von einem Ansturm auf die speziellen Pflegeangebote kann man nicht sprechen. Und das liegt offenbar vor allem daran, dass die Angehörigen nicht wollen, dass ein Familienmitglied von Fremden gepflegt wird. Ein Argument, dass z.B. Elisabeth Römisch, Leiterin des Ehrenfelder Seniorenzentrums in Köln, kennt. „Durch die enge Bindung in den Familien entstehen sehr hohe Erwartungen an die Pflege. In Familien mit türkischem Migrationshintergrund ist der Anspruch an die Betreuung oft so hoch, dass dem kaum eine Einrichtung gerecht werden kann“, sagt sie. „Den Beruf Altenpfleger gibt es in der Türkei auch so gar nicht“, sagt Römisch.
Und ein großes Problem ist außerdem die Finanzierung. Die meisten Angehörigen können es sich nicht leisten für das betroffene Familienmitglied professionelle Pflege in Anspruch zu nehmen, und pflegen deshalb zu Hause. Darüber hinaus mangelt es an Informationen über spezielle Pflegeangebote für ältere Migranten. Die Senioren und ihre Familien wissen häufig gar nicht, dass es so etwas überhaupt gibt.
Die Gruppe der älteren Migranten wächst –laut demographischen Statistiken-am schnellsten und Pflegeeinrichtungen stellen sich darauf auch vermehrt ein. Doch es wird es noch einige Zeit dauern, bis die Unsicherheiten auf beiden Seiten ausgeräumt sind und kulturspezifische Altenpflege zum Alltag gehört.

Seniorplace berät Sie gerne bei der Suche nach einem Betreuungsplatz mit kulturspezifischer Pflege in Ihrer Nähe –informieren Sie sich unverbindlich und gebührenfrei unter: 0800.22 30 800. (pt)