Die Chuzpe der Alice Schwarzer

Beitrag von wize.life-Nutzer

Chuzpe gehört zum Geschäft. Das weiß ein erfahrener Medienprofi wie Alice Schwarzer. Deshalb versucht sie im Eiltempo, den Fall ihrer jahrzehntelangen Steuerhinterziehung zu einem Justiz- und Medienskandal umzudeuten. Angriff ist immer noch die beste Verteidigung.

Die Frauenrechtlerin hofft mit ihrem Getöse, den Fall von sich weg- und der Justiz und dem “Spiegel” zuschieben zu können. Das kann nicht gelingen, denn nur die Weitergabe eines Falles von Selbstanzeige ist strafbar, nicht aber die Veröffentlichung.

Und es scheint auch kein deutscher Justizfall zu sein, wenn es stimmt, dass die Informationenen aus der Schweiz angeboten wurden. Da sollte Frau Schwarzer eher einmal bei ihrer langjährigen Komplizenbank in der Schweiz nachfragen.

Ins Leere greift deshalb auch ihr Vorwurf, sie werde wegen ihres Kampfes gegen die Prostitution und das Ehegatten-Splitting verfolgt. Es ist besonders ärgerlich, dass sich Alice Schwarzer gleich zweimal als politisch Verfolgte ausgibt. Einmal, als sie die angeblichen 2,4 Millionen Euro wegen der “Hatz” auf sie in die Schweiz brachte, weil sie glaubte, auswandern zu müssen. Zum zweiten mal jetzt.

Das ist ziemlich durchsichtig und schäbig und zeugt von wenig Einsicht. Es ist eine Pose der Selbstgerechtigkeit, kein Plädoyer für Gerechtigkeit.

Deshalb zurück zum Kern des Steuerfalles Alice Schwarzer. Sie hat jahrzehntelang Geld in die Schweiz gebracht und die Zinsen nicht versteuert. Dass sie mit dieser Steuerhinterziehung beträchtliche Gewinne gemacht haben muss, davon zeugt die Nachzahlung in Höhe von 200.000 Euro. Und sie hat sich wohl auch nicht aus Einsicht und Reue selbst angezeigt, sondern weil immer mehr Steuer-CDs auftauchten und sie ihre Enttarnung fürchten musste.

Und sie hatte bei der Selbstanzeige noch Glück: die Zinsen, die ihrem Konto gutgeschrieben wurden, musste sie offenbar nur zu einem Teil nachversteuern, weil die Verjährungsfrist 10 Jahre beträgt. Also ist sie imer noch eine Gewinnerin. Steuerhinterziehung lohnte sich in ihrem Fall doch. Hinzu kommt, dass die strafbefreiende Selbstanzeige seit Jahren politisch umstritten ist und aus Gründen der Steuergerechtigkeit abgeschafft gehört.

Was bleibt: wieder einmal hat – wie im Fall Hoeneß – ein moralischer Zeigefinger der Republik ausgespielt. Alice Schwarzer ist künftig eine andere als bisher. Das schmälert – ähnlich wie im Fall Hoeneß – nicht die persönlichen Verdienste, die sich Frau Schwarzer zweifellos um die Emanzipation der deutschen Frauen erworben hat. Aber sie ist eben auch nur ein schwacher Mensch und keine moralische Instanz. Ein Beitrag von:sprengsatz c/o Michael H. Spreng, http://www.sprengsatz.de/

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