Die Bundeswehr
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Die Bundeswehr

Beitrag von wize.life-Nutzer

Braucht Deutschland eine Bundeswehr?

Unser Bundespräsident hat anlässlich der 50. Münchner Sicherheitskonferenz 2014 in München u. a. folgendes gesagt:

„Als Deutsche einst ihr Land „über alles“ stellten, entwickelte sich ein Nationalismus, der von forciertem Selbstbewusstsein über Selbstblendung bis zur Hybris alle Stadien eines unaufgeklärten Nationalbewusstseins durchlief. Unser heutiges „ja“ zur eigenen Nation gründet in dem, was dieses Land glaubwürdig und vertrauenswürdig macht – einschließlich des Bekenntnisses zur Zusammenarbeit mit unseren europäischen und nordatlantischen Freunden. Nicht weil wir die deutsche Nation sind, dürfen wir vertrauen, sondern weil wir diese deutsche Nation sind. Lassen Sie uns also nicht die Augen verschließen, vor Bedrohungen nicht fliehen, sondern standhalten, universelle Werte weder vergessen noch verlassen oder verraten, sondern gemeinsam mit Freunden und Partnern zu ihnen stehen, sie glaubwürdig vorleben und sie verteidigen“.

Er spricht danach von „Verteidigen“ und nicht von „Krieg führen“ und die kritische Frage, ob in Afghanistan auch verteidigt wurde, kann trotzdem aus nachfolgenden Gründen mit ja beantwortet werden.

2001 erklärten nämlich militante Islamisten aus Afghanistan heraus der Welt den Krieg. Ein Krieg, der sich in den Anschlägen vom 11. September 2001 in Amerika, als die Doppeltürme des New Yorker World Trade Centers mit 2 gekaperten Passagier-Flugzeugen zum Einsturz gebracht wurden, manifestierte, in den Attentaten von Madrid, London, Istanbul, Bali.
Und diese Kriegserklärung galt auch der Bundesrepublik Deutschland, nämlich als ein Teil der internationalen Welt-Gemeinschaft.

Kundus hat sich durch die Präsenz der Bundeswehr zunächst sichtbar positiv entwickelt, aber letztlich keinen Frieden gebracht. An den gesellschaftlichen Rissen und politischen Feindschaften, die zum afghanischen Bürgerkrieg geführt haben, hat sich leider nichts geändert. Das deutsche Jahrzehnt unserer Bundeswehrsoldaten in Kundus geht zu Ende und die Zukunft der Provinz ist sehr ungewiss; und das ist symbolisch für das ganze Land, den wir militärisch nicht mehr helfen wollen.

Trotzdem sage ich, dass die Bundeswehr in Afghanistan nicht richtig eingesetzt wurde, Deutschland keinen Krieg gewollt und dort auch nicht vorsätzlich geführt hat.

Was die Bundeswehr schlechthin betrifft, ist Deutschland immer noch ein Land, in dem die Feststellung von manchen Bürgern, man könne zu Bundeswehreinsätzen grundsätzlich weder Ja noch Nein sagen, was außenpolitisch jedoch mit einem Fragezeichen zu versehen ist, nicht eindeutig ist. Während viele Deutsche davon überzeugt sind, schon durch ihr Nein zu einem Bundeswehreinsatz im Ausland z. B. lieber durch verhandeln, sanktionieren und individuelles Einkaufsverhalten einen Beitrag zur Rettung der Welt leisten zu können, grübelt die drittgrößte Wirtschaftsnation der Welt immer noch darüber nach, ob sie sich an der Lösung von äußeren Problemen und Konflikten beteiligen soll oder nicht. Genauso gut könnte man überlegen, ob man atmen soll oder nicht, bzw. einfach den Kopf in den Sand stecken. Deutschland ist inzwischen wie jedes andere Land der Welt „mitten“ drin, kann sich nicht wegducken und muss als Akteur einer großen Wirtschaftsmacht entsprechen seiner Möglichkeiten (auch in militärischer Hinsicht) mit gestalten – natürlich keinen Krieg anzetteln und auch keinen Krieg vorsätzlich führen.

Polemisieren und abweichen vom Thema oder persönliche Angriffe gegen Personen, die sich speziell zu dem aktuellen Thema objektiv auseinander setzen und sich äußern, ist kein guter Stil, fällt auf solche „Besserwisser“ zurück und ich bleibe dabei, dass Herr Gauck in seiner Rede anlässlich der Sicherheitskonferenz keinen Krieg verlangte – hinzu kommt, dass der Bundespräsident ebenfalls das Recht hat, seine Meinung frei zu äußern; trotzdem aber nicht die Richtlinien der Politik bestimmt und letztlich auch keinen deutschen Kriegeinsatz bestimmen kann.

Deutschland muss sich mit dem Thema „Einsätze der Bundeswehr im Ausland“ zwangsläufig befassen und im Bundestag eine klare Entscheidung herbeiführen.

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