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Was Frauen wirklich denken: SEPA - Wann findet endlich die Gleichmacherei ein Ende?Foto-Quelle: © Africa Studio - www.Fotolia.com

Was Frauen wirklich denken: SEPA - Wann findet endlich die Gleichmacherei ein Ende?

Sonja Bissbort
Beitrag von Sonja Bissbort

SEPA ist die englische Abkürzung für Single Euro Paymants Area. Auf deutsch wird's auch nicht wirklich besser: Einheitlicher Euro-Zahlungsverkehrsraum. Man will die bargeldlosen Zahlungen vereinheitlichen. Werden sie dadurch auch wirklich einfacher und gar transparenter? Wohl kaum.

Wenn ich mir meine Kontoauszüge anschaue und meine Überweisungsträger, dann frage ich mich, wer davon wirklich profitiert. Angeblich liegt der Vorteil darin, dass wir Kunden im SEPA-Zahlungsraum keine Unterschiede mehr zwischen den nationalen und grenzüberschreitenden Zahlungen erkennen können.

Ist die Zeit nun endgültig vorbei, in der wir in Europa die Unterschiede lieben durften?


Ich weiß noch, meine erste Urlaubsreise nach Spanien. Da war ich 17 und verstand nur, dass "manjanamanjana" (ich habe den Klang des Wortes noch immer im Ohr) nicht "morgen" heißt wie in Deutschland, sondern eine ganze Lebensphilosophie und einen sehr unbestimmten, unbestimmbaren Zeitraum beinhaltet. Was habe ich dieses Wort geliebt! Es klang nach Freiheit und Freisein von deutscher Pünktlichkeit und Disziplin. Und heute?

Heute, im Jahr 2014, noch keine zwei Jahrzehnte nach der Euro-Einführung, herrscht in Spanien wie in fast allen europäischen Ländern eine ähnliche Geschäftigkeit wie in Deutschland, bei denen, die einen Job und Erfolg haben. Man rennt und hastet durch den Alltag. All jene, die keine Arbeit haben, bei den Jugendlichen spricht man von weit über 50%, verbinden mit jenem früheren Wort "manjana" (ich weiß, es schreibt sich im Spanischen anders) heute Angst, Perspektivenlosigkeit, nackte Existenzangst. Noch etwas anderes hat sich zu damals verändert: Heute triumphiert allerorten die Gleichmacherei: Große Ketten durchziehen und überfluten Europa mit ihren Produkten von Food bis Fashion. Für alle, die noch genug haben, um sich beides zu leisten.

Von SEPA aber kann man sich kein Brot kaufen.


Weder in Spanien noch in Griechenland noch in Deutschland, um nur wenige europäische Länder stellvertretend für alle anderen zu nennen, haben Bürokratismen die Jobs gemehrt. Es scheint so, dass Gleichmacherei nicht nur viel Geld kostet, bis alles eingeführt ist, alle Fehler der Anfänge beseitigt wurden und alle Schlupflöcher für kriminelle Energien geschlossen sind. Es ist wohl auch so, dass die zunehmende Gleichmacherei immer weniger Raum lässt für Individualität und Kreativität, für jene Prinzipien, die zu wahrer Produktivität und in eine gute Zukunft führen.

Nun also, sei die Frage gestattet, wenn selbst die Banker unter SEPA stöhnen:

Wer sind denn nun die SEPA-Profiteure? Doch hoffentlich nicht die gleichen, die nach dem deutschen Mauerfall und der phantasielosen Angleichung Ost an West dank Treuhand-Anstalt & Co. den Ausverkauf eines Landes zum eigenen Wohle nutzten?


Europa und wir europäischen BürgerInnen haben mehr verdient als ein Denken, dass Gleichmacherei kultiviert und die Kultur der einzelnen Länder nivelliert, ihren Reichtum umverteilt und die Fähigkeit zur Eigeninitiative unterhöhlt.