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Bergarbeiter bei der Arbeitsbesprechung 1952
Bergarbeiter bei der Arbeitsbesprechung 1952Foto-Quelle: Bundesarchiv, Bild 183-13175-0046 / CC-BY-SA

Gibt es heute noch eine Arbeiterklasse?

News Team
Beitrag von News Team

Die Arbeiterklasse in Deutschland war bereits am Schrumpfen, als Willy Brand am 14. Februar 1964 den Bundesvorsitz der SPD übernahm. Bis 1962 war die Anzahl der Industriearbeiter beständig gestiegen, doch gesellschaftliche Änderungen sorgten dafür, dass die Arbeitsplätze in diesem Bereich immer mehr abnahmen. Die SPD, früher einmal Sprachrohr der arbeitenden Klasse, widmete sich seit dem Godesberger Programm vor allem gesamtgesellschaftlichen Themen.

Die Arbeiterklasse, die zuvor eine klare Identität und ein entspechendes Klassenbewusstsein hatte, zerfiel in den kommenden Jahrzehnten. Aus Arbeitern wurden Arbeitnehmer, die Beschäftigten in der Industrie nahmen ab, die in der Dienstleistungsbranche nahmen zu.

In der DDR hatte die Arbeiterklasse mit anderen Problemen zu kämpfen. Die Einheitspartei SED bezeichnete sich selbst zwar als "Avantgarde der Arbeiterklasse", eigene Organisationen, wie freie Gewerkschaften waren aber verboten. Mit der friedlichen Revolution 1989 war dann auch die selbsternannte Avantgarde der Arbeiterklasse am Ende.

Wie sieht es heute aus? Gibt es noch eine Arbeiterklasse oder macht der Begriff nur noch historisch Sinn?