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Sterbehilfe bei Kindern: Ab wann darf ein Mensch frei über seinen Tod entsch ...

Sterbehilfe bei Kindern: Ab wann darf ein Mensch frei über seinen Tod entscheiden?

20.02.2014, 16:06 Uhr
Beitrag von wize.life-Nutzer

Vergangenen Donnerstag verabschiedete Belgien als erstes europäisches Land ein Gesetz, das das 'Recht zur Tötung auf Verlangen' nun auch bei Kindern und Jugendlichen erlaubt. Aus diesem aktuellen Anlass wurde gestern Abend bei 'Stern TV' wieder einmal das Thema Sterbehilfe im öffentlichen Fernsehen zur Sprache gebracht. Zu Besuch in der Sendung von Steffen Hallaschka war die heute 18-jährige Hannah Jones aus England, die im Alter von 13 Jahren für ihr Recht zu sterben kämpfte.

Hannah war mit viereinhalb Jahren an einer seltenen Form der Leukämie erkrankt und nahm jahrelang die Tortur von einer Chemotherapie nach der anderen auf sich. Ihr Zustand besserte sich aber keineswegs, denn die Therapieform war zu aggressiv für das kleine Mädchen. Ihr Herzmuskel war durch die Therapie schwer angeschlagen und in ihrem Herzen war ein Loch entstanden. Das Herz der kleinen Hannah leistete nur noch 10 Prozent von dem eines normalen. Die Ärzte sahen als letzten Ausweg eine Herztransplantation, doch Hannah wollte nicht. Sie wollte keinen einzigen Tag länger in Krankenhäusern verbringen, wo doch der Erfolg der Transplantation so ungewiss war. Sie wollte in Würde sterben und ihre letzte Zeit zu Hause im Kreise der Familie verbringen. Ein Leben angeschlossen an Maschinen war für sie nicht mehr lebenswert.

Hannah Jones will sterben – und sie darf

Um diesen Willen durchzusetzen ging Hannah sogar vor Gericht und ihre Familie stand ihr zur Seite. Die hatte die Entscheidung der damals 13-jährigen zu keinem Zeitpunkt angezweifelt und unterstützte sie bei ihrem Kampf zur Selbstbestimmung - doch diese Unterstützung reichte nicht: die Jugendliche musste ihren Willen vor der Kinderschutz-Behörde in England rechtfertigen - und das Gremium sprach ihr Recht zu.

Hannah hatte ihren Kampf gewonnen und durfte schließlich nach Hause zu ihren Liebsten. Die Ärzte hatte sie gehen lassen und sie bekam endlich die Chance, ein ganz normales Leben zu führen und verbrachte sogar ein paar Tage im Disney Land in Florida – ein für die Ärzte immer unvorstellbarer Ausflug. Hannah durfte zum ersten Mal das machen, was sie wirklich wollte und merkte, wie schön das Leben außerhalb eines Krankenhauses sein konnte – und wollte doch nicht sterben. So lange hatte sie für ihren Willen gekämpft und entschied sich jetzt doch für die riskante Transplantation - doch warum? „Das war die Tatsache, dass mir auf einmal klar wurde, dass es noch Dinge gibt, die ich tun wollte. Dinge, die ich sehen wollte.“, erklärte sie gestern bei Stern TV.

Wie stehen Sie zur Sterbehilfe bei Minderjährigen? Sollte ein Mensch frei über seinen Tod entscheiden dürfen und wenn ja, ab wann?

47 Kommentare

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Hallo,
ich habe damit beruflich zu tun.
Das Thema ist wie alle Themen vielschichtig und jeder Fall muss individuell betrachtet werden. Pauschalaussagen sind unangebracht.
Auch Themen zu tabuisieren bringt Probleme mit sich, die später andere ausbaden müssen.

Hilfreich oder auch nicht:
Jeder Mensch ist für Sich und die Seinen verantwortlich!
Sowohl Handeln als auch NICHT-Handeln hat Konsequenzen.
Dabei sollte in die Vergangenheit geschaut, mit Bedacht und eine Rückschau betrieben werden. Dann sollte man alle vorstellbaren Varianten der Zukunft bedenken. Wenn man dann wieder im Hier und Jetzt ist, den anderen zugehorcht hat, dann sollte man sich selber befragen, was sagt mir mein Innerstes.

Nach Möglichkeit findet man eine gemeinsame Entscheidung, die alle Tragen können. Manchmal werden Entscheidungen von einem Selbst gefordert. Dann muss man Handeln und die Entscheidung treffen mit der man gewillt ist selber zu Leben!

Der Wille des Betreffenden hat oberste Priorität!
zu wenig Platz:
  • 25.06.2014, 01:02 Uhr
Diesen Willen gilt es so klar wie möglich herauszuarbeiten, wie ernst und klar er gemeint ist. Deswegen verstehe ich Menschen nicht, die über die wichtigen Themen des Lebens und Sterbens nicht nachdenken und sprechen möchten.
Es bedarf der Reife um zu Leben oder zu Sterben. Wer mit beidem nicht umgehen kann muss sowohl das eine als auch das andere Erleiden.

Zu dem Thema kann man viel mehr sagen...
Man kann es auch anderen überlassen darüber mehr zu sagen.
Lg Peter
  • 25.06.2014, 01:09 Uhr
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Ich meine über solch ein Thema sollte nicht im Netzt geredet werden. Dafür ist es zu ernst. Bitte andere Themen.
  • 22.02.2014, 15:47 Uhr
Lieber Josef, es gibt kein Thema, über das man NICHT reden sollte, und damit meine ich, auch hier darüber zu schreiben, egal wie ernst es auch sein mag. Ich habe ein Kind, es ist geistig behindert, und ich kann dir sagen, wenn ich mich manchmal nicht mit anderen Menschen hätte austauschen können darüber, wie sie gelitten hat in Krankenhäusern, mir hätte es die Brust gesprengt. Genau so ergeht es mir mit meinem Brustkrebs. Ich muss es "ausposaunen" denn nur so bringe ich ihn aus mir raus und von mir weg. Doch ich kenne auch Menschen, die das Leid in sich fressen oder grade mal im engsten Kreis der Familie bereden. Das sollt doch jeder für sich entscheiden.
glg. Gudrun
  • 23.02.2014, 07:46 Uhr
Wohl dem/der, die sich ihre Sorgen von der Seele reden oder schreiben können. Denn sie laufen nicht Gefahr, daran zu ersticken!
  • 24.02.2014, 10:59 Uhr
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Dann wenn jemand die Kraft hat die Verantwortung zu tragen
  • 22.02.2014, 08:02 Uhr
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Ja, dass soll er und zwar sobald er weis, worum es geht in seinem Leben.
  • 21.02.2014, 19:55 Uhr
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Jeder Mensch hat ein Recht zu Leben.Sollte die Behinderung!so Schwerwiegend sein,würde ich sagen ja.Es gibt aber auch Eltern!die an dem Kind bis zum Lebensende.Festhalten.
  • 21.02.2014, 15:11 Uhr
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Ich glaube, dass diese Frage nicht so einfach mit ja oder nein beantworten kann. Wenn man selbst vor einer solchen Entscheidung steht, reagiert man sicher ganz anders, als wenn man als Außenstehender dazu Stellung nehmen soll.
  • 21.02.2014, 15:00 Uhr
Man sollte sich den Betreffenden in der Situation genau ansehen und fragen möchte ich so leben, dann wird einem die Entscheidung zur Hilfe leichtgemacht. Ich weiß wovon ich rede.
  • 24.02.2014, 09:02 Uhr
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Wir haben kein Recht dazu unseren Tod zu bestimmen,Ich wünsche mir ein friedliches Einschlafen ohne lebensverlängernde Maßnahmen
  • 21.02.2014, 14:21 Uhr
Ich glaube das tun fast alle
  • 21.02.2014, 15:06 Uhr
Ich bin kein Kind mehr und wünsche für mich keine Apparatemedizin und verweigere auch Transplantationen, da ich weiß was auch unsere Vorfahren wußte, nämlich daß die Seele ca drei Tage braucht um sich vom Körper zu lösen (daher auch die drei Tage aufbahren früher) stehe ich auch nicht als Organspender zur Verfügung! Bei Kindern denke ich, ist das ganz anders. Die haben ihr Leben noch vor sich, aber die Eltern müssen auch loslassen können, in sofern kommt es darauf an ( so ist jedenfalls meine Meinung) wie schwer die Behinderung ist. Bei meinem ersten Sohn wurde mir diese Entscheidung von der "höchsten Macht" abgenommen und er durfte am dritten Tag heimgehen zum "Vater" , anscheinend war seine Aufgabe hier auf der Erde damit erledigt!
Ich bin zwar kein großer Kirchgänger, aber ich denke daß ich ein gläubiger Christ bin, insofern denke ich daß ich viel zu klein bin um in irgendeine Richtung zu entscheiden!
Denke, das muß jeder mit sich selbst und der "höchsten Macht ausmachen!
  • 21.02.2014, 19:09 Uhr
Mein Leben werde ich zu Ende leben mit allem was kommt,allerdings
ohne lebensverlängernde Maßnahmen.Sollte es schlimm kommen,
dann hoffe ich auf eine funktionierende Palliativmedizin
  • 23.02.2014, 12:47 Uhr
Hoffendlich gehen deine Wünsche so in Erfüllung
  • 24.02.2014, 09:03 Uhr
das hoffe ich auch!!!!!
  • 24.02.2014, 12:51 Uhr
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Diese Frage zu beantworten ist sehr schwierig. Wenn ich mit dieser Frage konfrontiert werde, erscheint bei mir im Kopf immer das Schreckgespenst "Euthanasie" .....
  • 21.02.2014, 13:59 Uhr
..es ist in vielen Fällen mit Sicherheit für den Schwerstkranken eine Erlösung gehen zu dürfen, und das Modell in den Niederlanden gefällt mir gut, aber trotzdem, bei mir bleibt doch ein komisches Gefühl. Streichen wir den oben genannten Begriff.
  • 22.02.2014, 19:33 Uhr
Wenn man in guten Zeiten miteinander in der Familie spricht und entsprechende Vorsorge trifft dann kann es im Ernstfall eine große Hilfe für den Betroffenen sein. Die Belegschaft in den Krankenhäuser ist dankbar wenn Vorsorge getroffen wurde. Das hat m. E. nichts mit Euthanasie zu tun. Wir sollten das was im 3. Reich geschehen ist um gotteswillen nicht vergessen, aber es kann die Deutschen nicht bis in alle Ewigkeit verfolgen und Schuldgefühle erhalten. Das ist meine persönliche Meinung.
  • 24.02.2014, 09:13 Uhr
..mein Mann und ich haben eine Patientenverfügung, und daher wissen unsere Tochter und die Ärzte, wie sie verfahren sollen wenn es soweit ist.
Zu meinem gedanklichen Rückfall in braune Zeiten - vielleicht habe ich auch zu schwarze Gedanken in dieser Beziehung, ab und zu.
Aber die ganzen Kommentare hier haben mir doch die dunklen Wolken aus dem Kopf geblasen.
  • 24.02.2014, 17:40 Uhr
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@ Iris Johanna
Daß Dein Kommentar hier an erster Stelle steht finde ich s e h r gut. Dir und Deiner Tochter alles Gute.
Wir Menschen haben alle unsere Schwächen und unsere Stärken. Wenn ich mir die Mehrzahl der "pro Sterbehilfe-Stimmen" ansehe, dann graut es mir, weil ich darin auch manchen leichtfertigen Tötungswillen sehe. Wann soll man sterben lassen, wann darf man Sterbehilfe leisten. Hier sind leider sehr viele Menschen beteiligt, die sich das Leben, aber auch ihren Kommentar zu diesem Thema überaus leicht machen möchten. Solche Themen dürfen einfach nicht mit blöden Alltagskommentaren abgetan werden.
  • 21.02.2014, 12:42 Uhr
Ich habe auch Angst vor den vielen pro-Stimmen. Allerdings kann ich mir nicht vorstellen, das alle im Ernstfall auch so entscheiden würden. Sicher ich möchte auch nicht mit Schmerzen dahinvegitieren, aber muß ichmich deshalb gleich umbringen lassen??? Man muß ja nicht jede Neuerung in der Medizin über sich ergehen lassen und sich künstlich am Leben erhalten lassen. ich will ganz einfach wenn die Zeit gekommen ist in aller Ruhe und schmerzfrei sterben und da brauche ich niemand der mir ein Medikament zum Sterben gibt, ich bin ja auch allein auf die Welt gekommen...
  • 21.02.2014, 15:05 Uhr
Ja im Krankenhaus ist es leider üblich am Patienten zu verdienen.
Aber mit einer Patientenverfügung kann man den Patienten nach
Hause holen und gemeinsam mit dem Hausarzt die Schmerzen
verringern damit man würdig einschlafen kann.
  • 21.02.2014, 22:05 Uhr
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ganz klar gar nicht.....dazu haben wir kein Recht, oder wollen wir Gottes macht übernehmen?
  • 21.02.2014, 09:37 Uhr
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