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Was Frauen wirklich denken: Wie klar darf ein Bundespräsident seine Meinung  ...

Was Frauen wirklich denken: Wie klar darf ein Bundespräsident seine Meinung sagen?

Sonja Bissbort
04.03.2014, 11:19 Uhr
Beitrag von Sonja Bissbort

In einer Diskussion mit Schülern antwortete Bundespräsident Joachim Gauck im letzten Jahr auf die Frage, wie er zu einem Verbotsverfahren gegen die NPD stehe, unter anderem: "Wir können die Partei verbieten, aber die Spinner und die Ideologen und die Fanatiker, die haben wir dann nicht aus der Welt geschafft."

Für die NPD war dies der Anlass, Joachim Gauck wegen fehlender politischer Neutralität vor dem BGH zu zitieren.

Botschaft korrekt? Form verfehlt?


Keine leichte Aufgabe für die BGH-Richter, da zum ersten Mal ein Staatsoberhaupt wegen seiner Wortwahl verklagt wurde. Mit anderen Worten: Nur die Wortwahl war also der Stein des Anstosses? Hätte also Joachim Gauck andere gemäßigtere Worte gewählt, hätte die NPD keinen Grund zur Klage gehabt?

Präsident Gauck ist, so scheint es mir einmal mehr, ein überaus intelligenter und weiser Mensch und ich könnte mir gut vorstellen, dass er sich sehr bewusst ist, was er sagt.

Vielleicht war es ja einfach mal an der Zeit, dass von oberster Stelle ein klares Statement erfolgte und kein Weichspülsprachprogramm?


Prof. Thomas Druyen hat vor einiger Zeit ein Buch mit einem interessanten Titel veröffentlicht. Ein Plädoyer für den gesunden Menschenverstand, für die Aufrichtigkeit und die Aufrechten, für alle, die sich in Deutschland und weltweit nicht verbiegen, verleiten und verführen lassen von all der gefälligen Schön- und Falschrederei. Sein Titel:

"Krieg der Scheinheiligkeit."


Er wendet sich in seinem Buch eindrucksvoll gegen die vielen Spielarten des und der Scheinheiligen, die uns immer wieder auf mannigfaltigste Weise ein X für ein U vormachen. Auf politischer, gesellschaftlicher, wirtschaftlicher und zwischenmenschlicher Ebene. Er zeigt, wie Themen so lange verdiskutiert werden, wie des Pudels wahrer Kern so lange abgelenkt und Wahrheit verdreht wird, bis der gesunde Menschenverstand sich selbst nicht mehr traut und bereit ist zu glauben, was er glauben soll zum Vorteil anderer und bestimmter Weniger.

Das Buch ist ebenso lesenswert wie die Interviews mit Prof. Thomas Druyen hörenswert, in denen er weitere Beispiele für Scheinheiligkeit in unserer Welt benennt. Ob Bischof von Limburg, Lance Armstrong oder Euro-Debakel, Spekulantentum um Nahrungsmittel angeblich zum Wohle der Menschheit:

Die manipulative Vortäuschung falscher Tatsachen hat zahllose Facetten und Gesichter.


Das Gegenmittel: "Konkrethik". Mit einer konkreten, handlungsorientierten Ethik entwirft Prof. Thomas Druyen ein Ausweg-Szenario. Das zu tun, was man sagt, und auch das, was man denkt, zu sagen, gehört dazu.

Also, Schluss mit Sprechblasen.


In Jahren, in denen Political Correctness und mediale Wirkung zunehmend über den wahren Sachverhalt gestellt werden, die Form benutzt wird, um Inhalte zu verschleiern, finde ich Joachim Gaucks klare Worte nicht nur mutig, sondern ebenso wichtig wie wegweisend: eines Präsidenten für würdig.

Erweisen wir uns seiner Person und seiner Worte für würdig und rücken wir den Scheinheiligen, die uns allerorten umgeben, zu Leibe. Entlarven wir die Verdummung, der man uns aussetzt, und sagen wir offen, wenn der Kaiser keine Kleider anhat und wir sie bewundern sollen.

Anlässe gibt dafür mehr als genug. Ich bin sicher, Sie finden sie auch manngifaltig. 2014 und wahrscheinlich - leider auch in Zukunft.

25 Kommentare

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Als Bundespräsident hat er sich neutral zu verhalten und sich nicht öffentlich zu äußern wenn er das nicht kann ist er der Falsche am falschen Ort.
  • 18.03.2014, 14:07 Uhr
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In der Schule habe ich gelernt, dass unser Bundespräsident der oberste Repräsentant des Staates ist, so, wie z.B. Königin Elisabeth dieses Amt in England innehat. Aus politischen Belangen hat sich auch unser Repräsentant heraus zu halten. In Deutschland hat sich mit den Jahren aber doch Wesentliches verändert. Hier ist so vieles easy und cool geworden, und das reicht bis in die Spitzen der Politik hinein. Da hatten wir uns mal einen Außenminister gegönnt, der als bereits erwachsener Mann Steine auf Polizisten geworfen hat. Wow, echt cool! Und nun gönnen wir uns einen Bundespräsidenten, von Beruf Pastor, der uns seine Geliebte (und das ist sie ja nun mal, da er verheiratet ist - Lebenspartnerin ist dafür echt der falsche Ausdruck - ) als First Lady vorsetzt. Das ist easy, jepp! Das tut doch den Menschen in unserem Land mal gut, solche total coolen Vorbilder präsentiert zu bekommen. Halleluja
  • 05.03.2014, 18:19 Uhr
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Gauck dürfte zu den wendigen "Scheinheiligen" in der ehemaligen DDR gezählt haben. Stand er doch -bis sich der Sieg des Volksaufstands unwiderruflich abgezeichnete- eher hinter den Vorhängen seines Rostocker Pfarrhauses. Während der echt gefährlichen Umbruchphase ist er meines Wissens nirgendwo als "Freiheitskämpfer" aufgetaucht.
"Scheinheilig" ist auch der hier gestartete Versuch über das Thema Gauck auf den nicht unumstrittenen Soziologen Prof. Thomas Druyen zu kommen, um für dessen aus vielen "Gutmenschen-Sprechblasen" bestehendes Buch zu werben. Seniorbook-Mitglieder leben in der Realität und sind vom Traumtänzertum eines Druyen weit entfernt.
  • 04.03.2014, 20:19 Uhr
Sonja Bissbort
Umstritten sein ist mitunter ein Prädikat. Jeder, der von gängigen Thesen abweicht, gerät schnell in die Kritik. "Gutmenschen-Sprechblasen" habe ich bei Prof. Druyen nicht gefunden, sondern zum einen erhebliche Kritik an bestehenden Strukturen und Systemen und zum anderen interessante Gegenentwürfe, die m.E. in vielen Punkten Realitäten verbessern können - beginnend beim Bewusstsein jeden Einzelnen. - Zu Herrn Gauck und dem Vorwurf, er habe hinter den Vorhängen gestanden: Hat er dies wirklich? Und wenn ja: der erste Bundeskanzler Konrad Adenauer tat dies auch - erzwungenermaßen während des Nazi-Regimes.
  • 05.03.2014, 07:17 Uhr
Den Worten von Frederik und Arne schließe ich mich an. Der gute Herr Gauck ist auf den Zug der Bürgerrechtsbewegung erst fast zum Schluss aufgesprungen. Wer ihn als den "Heilsbringer" emporgehoben hat, weiß ich nicht. Habe vor reichlich langer Zeit einen entsprechenden, interessanten Bericht über eben diesen
Herrn gesehen, als er noch kein Bundespräsident war.
  • 05.03.2014, 15:11 Uhr
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Meine Meinung!
Die Mafia ist ein ganz kleines licht ohne Möglichkeiten, wenn man sie mit Politikern vergleicht die in die Wirtschaft gewechselt sind um öffentliche Interessen zu unterwandern.
Nur meine Meinung, -aber eigentlich sind das doch Volksschädlinge oder nicht?
  • 04.03.2014, 19:26 Uhr
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Ohne unserer Regierung zu nahe zu treten, doch da hatte der Wulf um einiges mehr Format als der Gauck.
Vielleicht braucht die BRD diese Ost-Frau (Merkel) und diesen Ost-Mann (Gauck).
Meine Meinung: Früher jedenfalls hatten wir bessere Politiker, da gab`s sogar noch ARBEITER in der Politik und nicht nur dumm-studierte Politiker!
  • 04.03.2014, 09:58 Uhr
Sonja Bissbort
Ich stimme zu, dass zu Helmut Schmidts Zeiten Politiker vielfach anderen Formats waren. Zu Herrn Gauck und Herrn Wulff: Ich kann nur sagen, dass ich Herrn Gauck persönlich zwei Mal erlebt habe. Als Mensch und angenehme Persönlichkeit, der nicht so viel Aufhebens um sich macht, dafür mehr Wert auf Inhalte und kleine Gesten legt. Für mich hat das viel Format.
  • 04.03.2014, 12:54 Uhr
Wenn man zu Politikern persönlichen Kontakt hat, ist es eine ganz andere Sache wie als Aussenstehender. Wobei ich feststellen mußte, dass der Seehofer das Gegenteilige ist.
  • 04.03.2014, 14:49 Uhr
Es bestätigt sich nur was alle Interessierte bereits wissen!
Meiner Meinung nach nutzen Politiker alle Möglichleiten zu blenden und sich reinigend durch alle Gesetzeslücken zu wurschteln.
Meiner Meinung nach müsste der Gesetzgeber Nacktbilder von Kindern die nicht zur Familie gehören und auf fremden PCs gefunden werden unter richtig harte Strafe stellen!
Wer weiß schon wie die Bilder zustande gekommen sind? Pflegefamilien sind voll mit misshandelten Kindern, die für ihr Leben geprägt sind.
Es wird mir übel, wenn ich in Gesichter sehe die dem Anschein nach keiner Fliege was zu leide tun können, sich aber an nackte Kinder auf****en.
  • 04.03.2014, 19:36 Uhr
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Politisch korrekt wäre "Spinner und Spinnerinnen, Fanatiker und Fanatikerinnen" gewesen.
Deutsche Politik ist armselig.
  • 04.03.2014, 07:42 Uhr
Wenn Politiker nicht mehr nur an sich und ihre Posten denken, wird es solche Kapital-unterwürfigkeit nicht mehr geben.
Es sollte eine Reglung geben die das Anhäufen von Vermögen auf ein sozial verträgliches Maß begrenzt.
Das nur wenige Menschen alles haben bringt viel Leid für die, die nichts haben.
Was für asoziale Verstrickungen regeln, dass die Masse leer ausgeht und sich nicht durchsetzen kann?
Der Rückgang von Armut ist aus Sicht der Wirtschaft sicher kontraproduktiv!
Nur wer alles geben muss um zu überleben ist erpressbar und kann zu Zugeständnissen genötigt werden.
Meine Meinung!
Es wird dem Bürger auch nicht leicht gemacht etwas zu verändern!
Politiker nutzen weltweit das System der Täuschung, um in ihrem Sinn, ihre "Ordnung" herzustellen.
Bananen Republik!
  • 04.03.2014, 19:55 Uhr
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Ist Gauck nicht Pfarrer? Das alleine macht ihn für mich schon sehr verdächtig! Natürlich muss man seine Aussage relativieren. Er hat ja die im Prinzip die Rechtsradikalen gemeint und gedacht, da gehört es einfach dazu, sich strikt zu distanzieren. Aber die Wortwahl, dass "Ideologen aus der Welt geschafft gehören", ist natürlich sehr entlarvend. Trotzdem sollte man nicht vergessen, dass Gauck in der DDR offenbar nicht völlig nach der Pfeife der Mächtigen getanzt hatte, im Gegensatz zu der Bundeskanzlerin!
  • 04.03.2014, 03:32 Uhr


Das mal anhören und dann weiss man nach welcher Pfeife ein Gauck getanzt hat
  • 04.03.2014, 16:02 Uhr
Vielen Dank! Mit Gauck hatte ich mich bisher nicht groß befasst und nur das gehört, wie er so oberflächlich charakterisiert wurde. Was ich im Video gehört habe, passt aber sehr gut für einen christlichen Pfarrer so wie ich diese erlebt habe!
  • 04.03.2014, 20:25 Uhr
Er ist ein typischer Wendehals!
  • 06.03.2014, 14:54 Uhr
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Da ist ein Ja-sager auf dem richtigen Posten denk ich. Ich glaube dem Mann können sie alle möglichen Gesetze unterschieben zum unterschreiben.
  • 03.03.2014, 20:24 Uhr
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Für mich ist Gauck alles andere als Weise.
Ein Hassprediger aus dem Osten. Für ihn sind keine Mauern gefallen, er steht jetzt körperlich nur auf der anderen Seite und heizt den kalten Krieg erneut an.

Und die rechte Szene kann/sollte man nicht verbieten, das verträgt sich nicht mit Meinungsfreiheit und Demokratie.
Das sollte der Wähler übernehmen, mit seinem Stimmzettel.
Dazu müssten die regierenden Parteien aber mal selber etwas tun und das ist wesentlich mühevoller, als einfach zu verbieten.
  • 03.03.2014, 19:52 Uhr
tja Jörg, da hast Du den Nagel auf den Kopf getroffen.
1. Dieser gauck ist keinen Schuss Pulver wert.
2. Würden die grossen Parteien mehr Volksnähe beweisen, gäbe es keine Diskusionen über "Rechts" und "Links"
  • 04.03.2014, 09:48 Uhr
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der Bundespräsident soll repräsentieren, Kaffee trinken und Hände schütteln
  • 03.03.2014, 18:23 Uhr
Vor allem Hände schütteln.Das das darf er und kann er, denn selbst bei grösstem Schütteln kommen bei ihm die grauen Zellen nicht durcheinander.Denn drei Stück bekommt man locker sortiert
  • 03.03.2014, 18:28 Uhr
mit dem händeschüttelln ist das so eine sache. da kleben viele vieren dran. dann schon lieber den mund auf-machen !
  • 04.03.2014, 14:35 Uhr
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