Die Medien und der Fall Hoeness: Demaskierung im Blutrausch
Die Medien und der Fall Hoeness: Demaskierung im Blutrausch

Die Medien und der Fall Hoeness: Demaskierung im Blutrausch

Thomas Bily
Beitrag von Thomas Bily

Der Fall Hoeness hat die Medienlandschaft fest im Griff. Alle sind auf der Suche nach der neuesten Enthüllung, dem noch intimeren Statement - und wollen dafür Aufmerksamkeit, also Auflage und Quote, einheimsen. Der Wettbewerb ergreift Talk Show Gäste, Ticker, Karikaturen und Schlagzeilen. In diesem Blutrausch vergessen manche ihre Haltung.

Das Netz vergisst nichts

Diese Mahnung kommunizieren die Medien regelmäßig und warnen vor allzu offenherzigem Umgang vor allem in sozialem Netzwerken. Faustregel: Solange man sich im Griff hat und nur das von sich gibt, was man auch im richtigen Leben in der Öffentlichkeit sagen würde, bewegt man sich im grünen Bereich. Im Sinne dieser Faustregel erscheint das Verhalten einiger Medien im Fall Hoeness weit außerhalb des grünen Bereichts. Meines Erachtens im tiefroten Bereich, in dem man sich tiefrot fremdschämen muss. Auch und gerade für vermeintlich seriöse oder Anspruch reklamierende Medien. Hier ein kleiner Medienspiegel aus Twitter zum Hashtag "#Hoeness" vom 14. März 2014:

Ist das High End? Cicero, das Magazin für politische "Kultur"

Cicero
Cicero

Das ist auf jeden Fall Low End: Die BZ aus Berlin

BZ
BZ

Titelseite von Deutschlands meinungsführender Zeitung aus Frankfurt

FAZ Titel am 14.3.2014
FAZ Titel am 14.3.2014

Die übernommene Frankfurter Rundschau im Netz

Frankfurter Rundschau Web
Frankfurter Rundschau Web

Angeblich "Neues" Deutschland

Neues Deutschland Webseite 14.3.2014
Neues Deutschland Webseite 14.3.2014

Die intellektuelle taz schreibt und wirbt

taz Titel vom 14.3.2014
taz Titel vom 14.3.2014

taz Abo Werbung auf Twitter
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Diese vor Häme und Schadenfreude triefenden Medienbeiträge zeigen mir: Es geht nicht um eine journalistische Berichterstattung im Steuerfall Hoeness. Es geht vielmehr um Aspekte wie:

  • Einen erfolgreichen, polternden Prominenten vom Podest zu stoßen
  • Um das Ausleben einer Abneigung gegenüber Bayern als erfolgreichem Bundesland
  • Um das Ausleben einer Abneigung gegenüber Bayern als erfolgreichem Fußballverein
  • Um Revanche an einem Menschen, der seine Meinung immer laut, deutlich und unbeeindruckt von medialer Erwartungshaltung gesagt hat

Ja, ich bin aus (Nieder)bayern. Ich bin bekennender 1860 Fan. Mir war Uli Hoeness Auftreten nie symapthisch; persönlich kenne ich ihn nicht. Ich habe noch nie CSU gewählt (oder irgendwas rechts davon). Und ich habe vor Jahren aufgehört, Zeitungen zu lesen, weil das, was bei Hoeness so offensichtlich wird, zu jedem anderen Thema auch passiert: Schlechte Recherche. Tendenziöse Berichterstattung. Selbstgefällige Inszenierung.
Darunter sollte keiner leiden, finde ich.