Überwachung - Wieviel erträgt der Mensch?
Überwachung - Wieviel erträgt der Mensch?Foto-Quelle: ©aka / www.pixelio.de

Überwachung - Wieviel erträgt der Mensch?

Beitrag von wize.life-Nutzer

(das Video besteht aus fünf Teilen, youtube)

„In Deutschland gilt derjenige, der auf den Schmutz hinweist, für viel gefährlicher als derjenige, der den Schmutz macht.“ Kurt Tucholsky (1890-1935), 

Das trifft auf Edward Snowden wohl zu, der von der US-Regierung als Staatsfeind Nr. 1 gilt, weil er Geheimnisverrat begangen hat, von vielen anderen aber als Held gefeiert wird. Dass ein Geheimdienstprogramm auffliegt, welches sogar das Handy der Bundeskanzlerin anzapfte, wird gerne in Kauf genommen, und ich weiß nicht, wie die Bundeskanzlerin selber darüber denkt. Wie erinnernd uns alle an den Spion im Kanzleramt. Der DDR-Agent Günther Guillaume, ein enger Mitarbeiter von Willy Brandt, flog im Jahre 1974 auf.
"Für den Tyrannen gilt es, möglichst dafür Sorge zu tragen, dass nicht verborgen bleibt, was einer von den Untertanen sagt oder tut; vielmehr also Späher eingesetzt werden, wie in Syrakus die so genannten 'Zuträger' und wie Hieron die 'Ohrenkriecher' ausschickte, wo irgendein Treffen oder eine Zusammenkunft stattfand." (Aristoteles)
Diese Aussage des Philosophen hört sich sehr nach Überwachungsstaat an, und diejenigen, die in der DDR mit der Stasi in Berührung kamen, ist vielleicht flau im Magen geworden. Einen Überwachungsstaat beschreibt George Orwell fiktiv in seinem Roman „1984“.

Edward Snowden sagte während der Verleihung des deutschen Whistleblower- Preises:

"Wir dürfen niemals die Lehren aus der Geschichte vergessen, wenn die Überwachung überhand nahm"

In einem Beitrag von Spiegel- Online, 16.06.2013, lesen wir, "100 Millionen Programm: BND will Internet-Überwachung massiv ausweiten“ Anders als die NSA (Natural Security Agency), die das sämtliche Internet überwacht, siebt nach dem Bericht im Spiegel der BND die Kommunikation nur. Nach dem „Gesetz zur Beschränkung des Brief-, Post- und Fernmeldegeheimnisses (Artikel 10-Gesetz - G 10)“ darf der BND bis zu 20 % des internationalen Fernmeldeverkehrs nach Stichworten durchzusuchen. Im Oktober 2013 ließ sich der BND vom Bundesinnenminiterium das Anzapfen deutschter Internetprovider genehmigen. Auf Anfrage der Linksfraktion, ob es sich bei dem Anzapfen um innerdeutschen Kommunikation handelte, kam nur eine unbefriedigende Antwort: "Die Bundesregierung hat keine Kenntnisse über die Datenführung der genannten Unternehmen.“ Unklar ist, welchen Anteil innerdeutscher Kommunikation der BND an die NSA weiterleitet. Laut den Unterlagen von Edward Snowden sollen es im Dezember 2012 500000 Datensätze gewesen sein.

Viele deutsche Nutzer sind bei Facebbook oder Google registriert,amerikanische Firmen, und wir dürfen wohl annehmen, dass die NSA hier im großen Bogen spioniert. Selbst wenn wir unseren Account bei Facebook löschen, was gar nicht so einfach ist, aber das ist nicht das Thema, bleibt alles auf Serven in den USA gespeichert. Dagegen machen können wir nichts. Die Warscheinlichkeit, dass die NSA Profile von Seniorbook-Nutzern abgrast, halte ich doch für sehr unwarscheinlich. Anhand des Facebook-Profiles und der Postings kann sich Facebook leicht ein Bild des Nutzers machen und geeignete Werbung auf der persönlichen Facebookseite einblenden. Das Facebook alles wissen möchte, da hat diese soziale Plattform eine Gemeinsamkeit. Es gibt auch deutsche Suchmaschinen wie „firebird“ oder „web.de“. Es gibt sogar ökologische Suchmaschinen wie „Ecosia“, deren Geründer Christian Kroll, während einer Weltreise auf die Idee dieses Projektes kam, als der die Rodungen des Regenwaldes mit eigenen Augen sah.
Nicht nur der Staat überwacht mehr oder weniger, auch Arbeitgeber machen sich die Überwachung zu Nutze. Sie Installieren Kameras, Überwachen die PC – Vorgänge ihrer Mitarbeiter. Videoüberwachung im Betrieb ist nur mit Zustimmung der Mitarbeiter legal. In vielen Filialen des Discounters Lidl wurden Mitarbeiter bespitzelt: Privatgespräche, Lebenssituation und Arbeitsweise der Angestellten. Es wurden Miniaturkameras benutzt, die normalerweise zur Aufdeckung von Ladendiebstählen verwendet werden. Spiegel-Online berichtete darüber am 26.03. 2008 (Stasi-Methoden beim Discounter: Lidl ließ Mitarbeiter systematisch bespitzeln“) Was geht einem Arbeitgeber an, wie oft man auf Toilette geht, oder ob man ein Liebesverhältnis pflegt.? Da Überwachung am Arbeitsplatz in die Persönlichkeitsrechte des Arbeitnehmers greift, unterliegt Videoüberwachung engen Grenzen. So muss diese in einem Arbeitsvertrag, in einer Betriebsvereinbarung oder in einem Tarifvertrag formuliert sein. Überwachungsaktionen müssen zeitlich begrenzt sein können nur aufgrund von begründetem Verdacht einer Straftat eingesetzt werden, zum Beispiel wenn der Verdacht besteht, eine Kassiererin lasse an der Kasse Ware an an einen guten Freund in seine Handtasche wandern, ohne dass es in der Kasse gebongt wurde.

Kunden können mit Gesichtserkennungs-Software indentifiziert werden. Wenn die Daten mit der Kasse vernetzt werden, können Kaufprofile erstellt werden, ohne, dass es der Kunde merkt. In den USA und Großbritannien setzten Handelsketten diese Software schon ein. Es können dadurch gezielte Markanalysen und Werbemaßnahmen eingeleitet werden. Klein Facebook im wirklichem Leben.

RFID-Chips – Mit Hilfe eines Mikrochip zur Totalüberwachung

“ ... Und es macht, dass sie allesamt sich ein Malzeichen geben an ihre rechte Hand oder an ihre Stirn...“ (aus der Offenbarung des Johannes, Kapitel 13

Die RFID- Technik erfasst die Ware sehr leicht an der Kasse und schützt vor Ladendiebstahl, doch diese Technik kann auch missbraucht werden. Das Lesegerät an der Kasse erfasst die Seriennummer des Artikels. Über eineOnline- Datenbank gelangt man zur detailiierten Beschreibung eines Artikels. Durch diesen Mikrochip, den der Kunde ohne seines Wissens an seinerr Kleidung trägrt, können für Webezwecke nicht nur individuelle Einkaufstipps ermittelt werden, sondern schlimmer noch, es kann ein vollständiges Bewegungsprofil eines Kunden ermittelt werden. Technisch möglich wäre das heute schon.

An Bahnhöfen und Flughäfen werden wir mit Video überwacht. Damit haben wir uns angefreundet. Schließlich dienen sie dazu, terrorisrtische Anschläge zu verhindern. Ich habe im Internet aber auch Beispiele gefunden, in denen unbescholtene Bürger unter Verdacht des Terrorismus gerieten. Ein falsches Wort in einer E-mail und...

Können wir uns überhaupt vor Überwachung schützen?
Das ist auch unser Thema im Themenchat am 17.03. im Foyer. 20.00 Uhr