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Überwachung - Wieviel erträgt der Mensch?

Überwachung - Wieviel erträgt der Mensch?

15.03.2014, 17:27 Uhr
Beitrag von wize.life-Nutzer

(das Video besteht aus fünf Teilen, youtube)

„In Deutschland gilt derjenige, der auf den Schmutz hinweist, für viel gefährlicher als derjenige, der den Schmutz macht.“ Kurt Tucholsky (1890-1935), 

Das trifft auf Edward Snowden wohl zu, der von der US-Regierung als Staatsfeind Nr. 1 gilt, weil er Geheimnisverrat begangen hat, von vielen anderen aber als Held gefeiert wird. Dass ein Geheimdienstprogramm auffliegt, welches sogar das Handy der Bundeskanzlerin anzapfte, wird gerne in Kauf genommen, und ich weiß nicht, wie die Bundeskanzlerin selber darüber denkt. Wie erinnernd uns alle an den Spion im Kanzleramt. Der DDR-Agent Günther Guillaume, ein enger Mitarbeiter von Willy Brandt, flog im Jahre 1974 auf.
"Für den Tyrannen gilt es, möglichst dafür Sorge zu tragen, dass nicht verborgen bleibt, was einer von den Untertanen sagt oder tut; vielmehr also Späher eingesetzt werden, wie in Syrakus die so genannten 'Zuträger' und wie Hieron die 'Ohrenkriecher' ausschickte, wo irgendein Treffen oder eine Zusammenkunft stattfand." (Aristoteles)
Diese Aussage des Philosophen hört sich sehr nach Überwachungsstaat an, und diejenigen, die in der DDR mit der Stasi in Berührung kamen, ist vielleicht flau im Magen geworden. Einen Überwachungsstaat beschreibt George Orwell fiktiv in seinem Roman „1984“.

Edward Snowden sagte während der Verleihung des deutschen Whistleblower- Preises:

"Wir dürfen niemals die Lehren aus der Geschichte vergessen, wenn die Überwachung überhand nahm"

In einem Beitrag von Spiegel- Online, 16.06.2013, lesen wir, "100 Millionen Programm: BND will Internet-Überwachung massiv ausweiten“ Anders als die NSA (Natural Security Agency), die das sämtliche Internet überwacht, siebt nach dem Bericht im Spiegel der BND die Kommunikation nur. Nach dem „Gesetz zur Beschränkung des Brief-, Post- und Fernmeldegeheimnisses (Artikel 10-Gesetz - G 10)“ darf der BND bis zu 20 % des internationalen Fernmeldeverkehrs nach Stichworten durchzusuchen. Im Oktober 2013 ließ sich der BND vom Bundesinnenminiterium das Anzapfen deutschter Internetprovider genehmigen. Auf Anfrage der Linksfraktion, ob es sich bei dem Anzapfen um innerdeutschen Kommunikation handelte, kam nur eine unbefriedigende Antwort: "Die Bundesregierung hat keine Kenntnisse über die Datenführung der genannten Unternehmen.“ Unklar ist, welchen Anteil innerdeutscher Kommunikation der BND an die NSA weiterleitet. Laut den Unterlagen von Edward Snowden sollen es im Dezember 2012 500000 Datensätze gewesen sein.

Viele deutsche Nutzer sind bei Facebbook oder Google registriert,amerikanische Firmen, und wir dürfen wohl annehmen, dass die NSA hier im großen Bogen spioniert. Selbst wenn wir unseren Account bei Facebook löschen, was gar nicht so einfach ist, aber das ist nicht das Thema, bleibt alles auf Serven in den USA gespeichert. Dagegen machen können wir nichts. Die Warscheinlichkeit, dass die NSA Profile von Seniorbook-Nutzern abgrast, halte ich doch für sehr unwarscheinlich. Anhand des Facebook-Profiles und der Postings kann sich Facebook leicht ein Bild des Nutzers machen und geeignete Werbung auf der persönlichen Facebookseite einblenden. Das Facebook alles wissen möchte, da hat diese soziale Plattform eine Gemeinsamkeit. Es gibt auch deutsche Suchmaschinen wie „firebird“ oder „web.de“. Es gibt sogar ökologische Suchmaschinen wie „Ecosia“, deren Geründer Christian Kroll, während einer Weltreise auf die Idee dieses Projektes kam, als der die Rodungen des Regenwaldes mit eigenen Augen sah.
Nicht nur der Staat überwacht mehr oder weniger, auch Arbeitgeber machen sich die Überwachung zu Nutze. Sie Installieren Kameras, Überwachen die PC – Vorgänge ihrer Mitarbeiter. Videoüberwachung im Betrieb ist nur mit Zustimmung der Mitarbeiter legal. In vielen Filialen des Discounters Lidl wurden Mitarbeiter bespitzelt: Privatgespräche, Lebenssituation und Arbeitsweise der Angestellten. Es wurden Miniaturkameras benutzt, die normalerweise zur Aufdeckung von Ladendiebstählen verwendet werden. Spiegel-Online berichtete darüber am 26.03. 2008 (Stasi-Methoden beim Discounter: Lidl ließ Mitarbeiter systematisch bespitzeln“) Was geht einem Arbeitgeber an, wie oft man auf Toilette geht, oder ob man ein Liebesverhältnis pflegt.? Da Überwachung am Arbeitsplatz in die Persönlichkeitsrechte des Arbeitnehmers greift, unterliegt Videoüberwachung engen Grenzen. So muss diese in einem Arbeitsvertrag, in einer Betriebsvereinbarung oder in einem Tarifvertrag formuliert sein. Überwachungsaktionen müssen zeitlich begrenzt sein können nur aufgrund von begründetem Verdacht einer Straftat eingesetzt werden, zum Beispiel wenn der Verdacht besteht, eine Kassiererin lasse an der Kasse Ware an an einen guten Freund in seine Handtasche wandern, ohne dass es in der Kasse gebongt wurde.

Kunden können mit Gesichtserkennungs-Software indentifiziert werden. Wenn die Daten mit der Kasse vernetzt werden, können Kaufprofile erstellt werden, ohne, dass es der Kunde merkt. In den USA und Großbritannien setzten Handelsketten diese Software schon ein. Es können dadurch gezielte Markanalysen und Werbemaßnahmen eingeleitet werden. Klein Facebook im wirklichem Leben.

RFID-Chips – Mit Hilfe eines Mikrochip zur Totalüberwachung

“ ... Und es macht, dass sie allesamt sich ein Malzeichen geben an ihre rechte Hand oder an ihre Stirn...“ (aus der Offenbarung des Johannes, Kapitel 13

Die RFID- Technik erfasst die Ware sehr leicht an der Kasse und schützt vor Ladendiebstahl, doch diese Technik kann auch missbraucht werden. Das Lesegerät an der Kasse erfasst die Seriennummer des Artikels. Über eineOnline- Datenbank gelangt man zur detailiierten Beschreibung eines Artikels. Durch diesen Mikrochip, den der Kunde ohne seines Wissens an seinerr Kleidung trägrt, können für Webezwecke nicht nur individuelle Einkaufstipps ermittelt werden, sondern schlimmer noch, es kann ein vollständiges Bewegungsprofil eines Kunden ermittelt werden. Technisch möglich wäre das heute schon.

An Bahnhöfen und Flughäfen werden wir mit Video überwacht. Damit haben wir uns angefreundet. Schließlich dienen sie dazu, terrorisrtische Anschläge zu verhindern. Ich habe im Internet aber auch Beispiele gefunden, in denen unbescholtene Bürger unter Verdacht des Terrorismus gerieten. Ein falsches Wort in einer E-mail und...

Können wir uns überhaupt vor Überwachung schützen?
Das ist auch unser Thema im Themenchat am 17.03. im Foyer. 20.00 Uhr

19 Kommentare

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Das ganze ist nicht so einfach zu beantworten.
Einerseits haben wir in einer offenen Gesellschaft mit offenen Grenzen, die wir alle wollen und lieben, leider auch die verschworenen Feinde einer solchen Gesellschaft. Wie sollen die Sicherheitsorgane denen auf die Spur kommen ohne ein Mindestmaß an Überwachung?
Andererseits breitet sich die Überwachungskrake ohne demokratische Kontrolle aus, bis der Bürger im Würgegriff sitzt. Ein komplizierter Seiltanzakt zwischen notwendiger Kontrolle und liberaler Freiheit, der Sieger steht noch nicht fest, ich habe aber kein gutes Gefühl...
  • 16.03.2014, 13:59 Uhr
Überwachung kann dann total missbraucht werden in einem totalitären Staat. Dann wird es wirklich gefährlich. Wir können nur hoffen, das unsere Demokratie bleibt. Terroristen mit Überwachungsmaßnahmen aufzuspüren, ist eine gute Sache, solange solche Maßnahmen nicht missbraucht werden.
  • 16.03.2014, 14:40 Uhr
Ja, die demokratische Kontrolle ist wohl der beste Garant gegen Missbrauch.
  • 16.03.2014, 15:19 Uhr
Schlaf weiter.
  • 16.03.2014, 17:07 Uhr
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hmmm -- überwachung is scheiße -- aber sie ist doch nur gegeben wenn jemand misstraut -- wer nichts tut braucht doch auch nichts befürchten -- der ehrliche hat nichts zu verbergen -- der lauscher an der wand hört seine eigne schand !! was ich denk und tu trau ich jedem andrem zu !! nur dem ehrlichem gehört die welt !!
wer des lügens nicht mächtig ist sollte lieber ehrlich sein !!

Dat gilt für alle -- jeden -- hier und da -- auch für euch alle die ständig hinter die dinge schauen wollen -- mal ehrlich - wieviele von euch wollen mehr von anderen hier wissen wie diese preisgeben ??
  • 16.03.2014, 13:58 Uhr
och man -- dat weiß ich doch -- ich hops schon seit jahren durch die umfragen und überwachungsdinger -- nehm die anfragen nach postleitzahl und anderem ernst und beantworte sie falsch -- nehm gerne an umfragen teil die ich dann völlig blödsinnig beantworte - natürlich nicht im net - cams kann ich nicht ausschalten und chips sind nicht immer zugängig -- datenerfassung seitens des staates und erfassung von gewohnheiten durch die post kann ich nicht vermeiden -- den adressenverkauf durch bund und post vermeide ich mit - kein geld für nix -- pleite
was tun wir nur ohne all die technik der wir uns verschrieben haben -- die wir frisch fromm fröhlich frei und naiv wie ein kind nutzen ??
  • 16.03.2014, 21:04 Uhr
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der mensch an sich-verträgt garkeine überwachung--ausnahmen bestätigen die regel-- denn die regel ist doch die,---daß man sich moderat benimmt
  • 16.03.2014, 13:50 Uhr
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ich bin vor kurzem aus der Augenarztpraxis in der ich 10 Jahre Patientin war geflogen:
Warum?
Ich habe mich geweigert einen Freibrief zur Weiterverschickung meiner Daten zu unterschreiben. Sofort wurde ich der Praxis verwiesen. Draußen saßen andere Patienten und unterschrieben fleißig.
Ich habe soviel Wind gemacht, dass ein neues Blatt entworfen wurde und niemand mit einem Nein aus der Praxis fliegen kann.
Ich habe allerdings keine Augenärztin mehr.
Nur wenn wir uns im Kleinen wehren können wir etwas tun....
  • 16.03.2014, 13:47 Uhr
Margarethe, das hört sich aber krass an. Da wäre ich, glaube ich, auch auf die Barrikaden gegangen. Vor allem hätte ich mich bei der Ärztekammer beschwert.
Deinen letzten Satz würde ich unterschreiben.
LG und schönen Sonntag
  • 16.03.2014, 14:11 Uhr
Lorbas, ich habe das Schreiben an meine Krankenkasse gefaxt
die erste Seite ist angekommen
die zweit verschwunden
wehret den Anfängen !
Dabei bin ich kein Held, will es auch nicht sein...
  • 16.03.2014, 14:15 Uhr
Wenn jeder ein wenig in seinem persönlichen Bereich tut ergibt sich auch ein Ganzes. Gilt z.B. auch bei Umweltschutz.
Dazu braucht es kein Heldentum, eher gesunden Menschenverstand.
  • 16.03.2014, 14:22 Uhr
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Hallo Martin,
interessanter Artikel. Danke für die Informationen.
Schützen kann man sich wohl nur, in dem man die elektronischen Medien so wenig als möglich benutzt. Wobei das ja schon am Telefon oder auch dem Fernseher scheitert.
Keine guten Aussichten für die Zukunft aus meiner Sicht.
  • 15.03.2014, 19:10 Uhr
Hallo Lorbas,
was ist denn das Neue an den Artikel?
Und ich frage mich schon so oft: Wo sind die beiträge jeglicher Art auch bei SB wenn sie nicht mehr zu sehen sind?
  • 16.03.2014, 13:29 Uhr
nein, war nur ne frage
keine unterstellung
mir ist das eh egal
verräter gabs schon immer
bis ins paradies
  • 16.03.2014, 13:32 Uhr
Hallo Margarethe, so weit ich das sehe, sind alle Artikel hier bis in die Anfänge von SB nachlesbar.
Suchst Du was konkretes? Kann ich Dir helfen?
LG
  • 16.03.2014, 13:36 Uhr
Nein Lorbas, aber das finde ich sehr interessant.
Ich habe mich das tatsächlich immer gefragt wohin das alles verschwindet.
Das ist eine interessante Information
Danke dafür
dir einen schönen Sonntag
oder besser: sturmfreie Bude
  • 16.03.2014, 13:50 Uhr
@Rita, das ist bei den Themen so, da steht ja Dein Autorenname dabei. Deswegen dürfen auch in den Postings und Kommentaren am schwarzen Brett keine Klarnamen benutzt werden. Das ist dann ein Löschgrund, weil über google recherchierbar.
  • 16.03.2014, 14:03 Uhr
@Margarethe, danke. Sturm hat sich hier gelegt, Regen hat er leider da gelassen
  • 16.03.2014, 14:04 Uhr
Hallo Margarethe, im Grunde genommen nichts neues. Nur noch mal hier zusammengefasst.
  • 16.03.2014, 14:28 Uhr
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