Warum ich nicht für den Doppelpass/Staatsbürgerschaft bin

Beitrag von wize.life-Nutzer

Bislang gilt die Optionspflicht für Kinder von ausländischen Eltern, sich bis zum 21. Lebensjahr entweder für die deutsche Staatsbürgerschaft oder für die Staatsbürgerschaft der Eltern zu entscheiden.

Im Koalitionsvertrag SPD/CDU/CSU wurde vereinbart, dass das Staatsbürgerschaftsrecht so geändert werden soll, dass diese Kinder den Doppelpass erhalten, unter der Voraussetzung, dass sie in Deutschland „ geboren UND aufgewachsen“ sind.
Die Länder Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Schleswig-Holstein streben sogar die Vergabe des Doppelpasses ohne diese Bedingung an.
Also, den Doppelpass für Kinder, die zwar in D. geboren wurden aber in ihren Heimatländern aufwuchsen.
Begründung: Mit diesem Schritt würden die Betroffenen zur Einbürgerung in Deutschland ermuntert werden.

Ich bin nicht für die doppelte Staatsbürgerschaft.

Der deutsche Pass ist global so begehrt, so, wie der Schweizer- oder der britische Pass es ist. Verlockend begehrt.

Das aber ist nicht der Grund, warum ich gegen den Doppelpass bin.
Mir geht es allein um das Wohl des Kindes mit fremden Wurzel, das in Deutschland geboren wurde.
Ihm sollte die uneingeschränkte Chance, sich in unserer westlich, freiheitlichen Demokratie zu entfalten, zugestanden werden.

Es sollte sich in unserem Kulturkreis frei entwickeln und etablieren können.
Es soll in unsre Gesellschaft integriert werden und nicht am Rande stehen bleiben müssen.

Das gelingt, wenn es sich frei von dem Ballast der heimatlichen Tradition der Eltern und Großeltern fühlen kann.
Wenn es nicht in seinem Bestreben der Annäherung mit der elterlichen Ermahnung: "Vergiss nicht, dass Du Türke, Syrer, etc. bist." gehemmt, behindert werden soll.

Es ist für mich aber nachvollziehbar, dass die Eltern/Großeltern ihrer Heimat, ihrer Tradition noch engstens verbunden sind. Sie werden lange unter dem Verlust der Heimat leiden.
Die Einbürgerung der Eltern mit gleichzeitigem Verlust der angestammten Staatsbürgerschaft wäre sicherlich eine besondere Härte.

Kinder dagegen werden in eine Welt hineingeboren, die sie ohne Anpassungszwänge erfassen sollen, in der sie später groß werden sollen und wollen.

Deshalb halt ich einen Doppelpass für nicht kindgerecht.

Er ist ein politisches Kompromissprodukt von zweifelhafter Tauglichkeit.