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Korruption – Kavaliersdelikt, Medienhysterie oder einfach nur der ganz norma ...

Korruption – Kavaliersdelikt, Medienhysterie oder einfach nur der ganz normale Wahnsinn?

Christine Kammerer
03.04.2014, 09:50 Uhr
Beitrag von Christine Kammerer

Hoeneß tritt seine Haftstrafe an. Doch wie viele Millionen hat er wirklich hinterzogen? Kommt es womöglich auf ein paar mehr oder weniger gar nicht an? Ist Korruption immer noch ein Kavaliersdelikt? Ein bisschen so, wie wenn Otto Normalverbraucher bei der Steuererklärung schummelt? Und wie viel Korruption verkraftet unsere Wirtschaft?

Alle tun es – überall auf der Welt: Unternehmer, Politiker, Privatpersonen und Beamte. Wenn von Korruption in den ärmsten Ländern der Welt die Rede ist, wundern wir uns nicht weiter darüber. Wo das Gehalt eines Staatsdieners kaum für einen Monat reicht, kann Bestechung ein Verwaltungsverfahren immer noch erheblich beschleunigen. Ein bisschen Bakschisch und schon stellen die Behörden keine Fragen mehr.

Doch auch im Fall Hoeneß soll es einen Deal hinter den Kulissen gegeben haben. Das ist weder ungewöhnlich noch illegal - geheime Absprachen zwischen Verteidigung und Staatsanwaltschaft gehören inzwischen zum allgemein üblichen Instrumentarium unseres Rechtssystems. Sie dienen dem Zweck, einen Prozess nicht unnötig in die Länge zu ziehen. Da wird so manche offene Frage eben mal unter den Teppich gekehrt. Ein Schelm, wem sich dabei der Gedanke an an Korruption aufdrängt?

Beinahe wie im Krimi
Polizisten und Staatsanwälte klopfen im Morgengrauen an den Türen: Betrug, Bestechung, Insidergeschäfte, Schwarze Kassen, Mauscheleien, Vetternwirtschaft – der ganz normale Wahnsinn eben. Der Schaden für die deutsche Wirtschaft wird auf bis zu 50 Milliarden Euro jährlich geschätzt. Bei großen Finanzgeschäften kann man sogar generell davon ausgehen, dass Korruption im Spiel ist. Eine Hand wäscht die andere. Der eigentliche Skandal: Niemanden kümmert es wirklich - man ist Schlimmeres gewohnt.

Korruption – nur ein Kavaliersdelikt?
Korruption gilt nach wie vor als Kavaliersdelikt und wird gerne verharmlosend als „kreative Buchführung“ bezeichnet. Der Bürger toleriert solche Grauzonen bis zu einem gewissen Grad. Schließlich schummelt er selbst auch schon mal bei der Steuererklärung. Doch ist das schon Korruption?

Wirtschafts-Straftäter loten die Grauzonen so weit aus, bis sie eigentlich schon im schwarzen Bereich angekommen sind. Die Schäden gehen in die Millionen, doch die Urteile fallen meist milde aus. Und gut verdienende Kriminelle können sich auch gute Rechtsanwälte leisten. Diese drohen dann damit, das Verfahren endlos in die Länge ziehen. Da gehen Gerichte gerne Kompromisse ein, um überhaupt noch zu einer Verurteilung zu kommen. Das heißt im Klartext: Reduzierung des Strafmaßes auf das absolut notwendige Minimum.

Macht korrumpiert – ein ehernes Gesetz?

Macht verleitet dazu, sich über die Spielregeln der Allgemeinheit hinweg zu heben und Korruption ist so alt wie die Menschheit. Doch seit das Thema in den Medien Konjunktur hat, scheint sie nicht etwa abzunehmen - wie man vielleicht unter dem Druck der Öffentlichkeit erwarten könnte - sondern eher zu. Das liegt unter anderem daran, dass viele Dinge, die früher noch unter dem Mäntelchen des Schweigens abgehandelt wurden, heute öffentlich werden. Aber die viel wichtigere Frage ist doch: Haben wir uns etwa schon mit einem gerüttelt Maß an Korruption abgefunden? So sehr, dass noch nicht einmal mehr der Ruf nach Änderungen im System laut wird, sondern viele den Übeltäter sogar öffentlich bemitleiden?

25 Kommentare

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Klaue ich eine Banane ist es Diebstahl,,,man lernt von Klein auf ,,man darf nicht stehlen,,,
  • 03.04.2014, 16:14 Uhr
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Quelle MZ:"Tui Travel hatte offenbar ein ausgefeiltes System von Finanzinstrumenten genutzt, um Steuerzahlungen auf den Balearen zu umgehen. Zu Beginn des Verfahrens waren noch acht Manager des britischen Unternehmens angeklagt, die jedoch jeweils Deals mit Finanzamt und Staatsanwaltschaft ausgehandelt haben. Auf der Anklagebank sitzt nun nur noch ein für Steuerangelegenheiten zuständiger Mitarbeiter des Unternehmens, das Verfahren beginnt am 31. März".
Die Manager machen Deals mit der Staatsanwaltschaft und EIN (1) Kleiner geht ins Loch.
  • 03.04.2014, 15:55 Uhr
Das es aber so in der Presse veröffentlicht wird sieht man nicht oft.
  • 03.04.2014, 23:39 Uhr
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Wenn man Nachrichten oder Berichte im Fernsehen schaut, im Radio hört oder in der Presse liest---entsteht des öfteren der Eindruck, auch wir sind nicht mehr weit von einer "Bananenrepublik" entfernt...
Gleiches Recht für alle? - wo?
Geld regiert die Welt....
  • 03.04.2014, 15:34 Uhr
ja gert...was ist nur aus diesem land geworden!!!...ist wohl der Tribut von einer so langen Friedenszeit...ist leider so
  • 05.04.2014, 17:03 Uhr
das meine ich letzendlich auch mit meiner aussage
  • 05.04.2014, 19:27 Uhr
Griechenland liegt beim Korruptionsindex 2013 in Europa auf Platz 1, Deutschland auf Platz 12 und Frankreich auf Platz 23. Insofern sind wir ein Musterschüler.
Leute, fantasiert euch nicht ein Land zusammen, was viel besser ist, als ihr glaubt. Ich bin sehr glücklich in Deutschland.
  • 05.04.2014, 20:25 Uhr
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Ich kann nur für das Unternehmen schreiben, in dem ich über 30 Jahre tätig war. Es gibt seit langen Zeiten Compliance-Richtlinien (zur Unterbindung von Korruption) in den Unternehmen, die auch streng überwacht und mindestens einmal im Jahr schriftlich bestätigt werden müssen.
Wer nicht genau weiß, was das ist, bitte den Link öffnen
http://de.wikipedia.org/wiki/Compliance_%28BWL%29

Möglicherweise wäre das auch ein Lösungsansatz für die Politik
  • 03.04.2014, 15:15 Uhr
Wieder eine Bildungslücke bei mir geschlossen.
  • 03.04.2014, 15:39 Uhr
Mit dem Köfferchen gehen nur die obersten Chefs zum Kunden.
Auch Bauunternehmen haben solche Richtlinen und werden doch immer wieder erwischt.
  • 03.04.2014, 15:47 Uhr
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Korruption ist in jeder Hinsicht für mich kriminell
  • 03.04.2014, 15:02 Uhr
  • 03.04.2014, 15:09 Uhr
  • 03.04.2014, 15:34 Uhr
  • 03.04.2014, 15:40 Uhr
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Korrupt ist eine Eigenschaft, die man grundsätzlich unliebsamen Staaten oder deren Spitzenpolitikern unterstellt.
Insbesondere, wenn sie Unterstützungen annehmen, die nicht von USA und EU kommen, dann sind sie besonders böse.
In Deutschland machen wir so etwas nicht. Dafür gibt es bei uns Parteispenden.
Wenn BMW kurz vor einer politischen Entscheidung mal sechsstellige Beträge an die CSU spendet, ist das doch keine Bestechung.
Und wir schieben auch keine Umschläge über den Tisch (jedenfalls nicht nachweislich)!
Unsere Politiker haben millionenschwere Posten in den Vorständen der Konzerne und Banken. Selbstverständlich haben diese Nebeneinkommen keinerlei Einfluss auf ihre politische Arbeit, somit ist Korruption in Deutschland vollkommen ausgeschlossen.
Deutschland lebe drei Mal hoch, hoch, hoch, wir sind so unerträglich gut!
  • 03.04.2014, 14:46 Uhr
In Deutschland macht man so etwas nicht ?
Komisch Deutschland gehört zu den wenigen Ländern, die sich bis heute noch nicht der Resulution der UNO gegen die Korruption angeschlossen haben. Wir sind da aber in guter Gesellschaft.
Korruption fängt doch ganz klein an mit Vorteilnahme.
- Man wohnt in Grenznähe und tankt im Ausland, weil es billig ist.
- Man kauft "aus der Werbung", weil es ein Schnäppchen ist.
- Man nutzt den Mitarbeiterrabatt für Dritte.
- Seine Tätigkeit im öffentlichen Dienst ausnutzen, da wird es schon peinlich.
- Wer lässt sich schon nicht einmal zu einer Veranstaltung einladen, wenn da nicht droht "Eine Hand wäscht sie andere". Selbst ein Ex-Bundespräsident macht da keine Ausnahme.
Korruption oder Vorteilnahme - ab wann ist es strafbar ?
  • 03.04.2014, 15:51 Uhr
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Eine lebenslängliche Haftstrafe inklusive Sicherungsverwahrung hätte der Hoeneß von mir bekommen.

Alleine die Arroganz und die Selbstherrlichkeit dieses Verbrechers würden diese Strafe rechtfertigen. Sobald der sein Maul öffnet, kommt eine Lüge raus, wie jeder, der die Verhandlungstage einigermaßen mitverfolgte, feststelle konnte. Von 3,5 Mio. am ersten Tag wurden es 17,5 am nächsten, dann 28,5 usw. Und das ist wohl nur die Spitze des Einbergs.

Aber der echte "Mir-san-mir"-Bazi wird seinem geliebten Uli weiterhin bis zum Anschlag in den Arsch kriechen, egal was dieser auch verbrochen hat ...
  • 03.04.2014, 13:52 Uhr
Hallo Günter und Wolfgang! Seid ihr Kleinverdiener, weil ihr so neidisch seid?
  • 05.04.2014, 20:29 Uhr
Hallo Digger Wersin! Bist DU der Hoeneß-hörige "Mir-san-mir"-Bazi, der sich bemüßigt fühlt, sein Herrchen, das nun hoffentlich bald in den Knast wandert, zu verteidigen?
  • 07.04.2014, 14:52 Uhr
"Eine lebenslängliche Haftstrafe - Arroganz und die Selbstherrlichkeit dieses Verbrechers - sein Maul öffnet - aber der echte "Mir-san-mir"-Bazi wird seinem geliebten Uli weiterhin bis zum Anschlag in den Arsch kriechen".
Guten Tag Günter, zur Erinnerung habe ich Deine diversen Ergüsse kopiert. Dein Tonfall entspricht Stammtischbrüdern, mit denen eine normale Diskussion nicht möglich ist. Wenn Deine Gedanken Eingang in unser Rechtssystem finden würden, dann hätte wir ganz schnell wieder die Todesstrafe. Oder einen Volksgerichtshof wie bei den Nazis oder in der DDR.
Mir ist Hoeneß im Prinzip egal. Er hat, wie viele andere, gegen Gesetze verstoßen und wurde von einem unabhängigen Gericht verurteilt. Wenn Du der Richter gewesen wärst, dann wärst Du wahrscheinlich in den Knast gekommen, weil Du die Gesetze nicht eingehalten hast.
  • 07.04.2014, 15:57 Uhr
@ Digger Wersin

Da ich weder ein Richter noch eine wichtige in der Öffentlichkeit stehende Persönlichkeit bin, nehme ich mir das Recht heraus, das zu sagen bzw. zu schreiben, was ich denke. Auf politische Korrektheit und sonstigen zeitgeistigen Schnickschnack nehmen dabei weder meine Gedanken noch mein Schreibstil Rücksicht.
  • 07.04.2014, 16:43 Uhr
Günter, wie kann man dich dann ernst nehmen???
  • 07.04.2014, 22:11 Uhr
@ Digger Wersin

Ich erhebe nicht den Anspruch, ernst genommen zu werden. Viel eher handelt es sich um Gedankenspiele bzw. im vorliegenden Fall um eine kleine Provokation.
  • 08.04.2014, 14:58 Uhr
Provokationen sind immer gut. Deine war täuschend echt formuliert. Glückwunsch!!!!
  • 08.04.2014, 16:35 Uhr
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Eigentlich ist das furchtbar deprimierend.
  • 03.04.2014, 11:26 Uhr
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