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Tricksen, Täuschen, Schieben - Geschäftskultur in Deutschland?

Marion Dr. Diwo M.A. -HP
01.04.2014, 08:18 Uhr

Tricksen, Täuschen, Verschleiern
Mühsam haben wir mit Hilfe der Schwarmintelligenz gelernt, dass Kooperation, Klarheit und Dialog effizient und wertschöpfend sind, dass korrekter Umgang miteinander Zusammenhalt, Solidarität und Leistungsidentifikation bewirken- und dennoch werden diese Erkenntnisse eines sicheren, friedlichen Umgangs miteinander zunehmend mit Füßen getreten.
Irgendwie haben wir uns bereits daran gewöhnt, von kleinen Provinzpolitikern übers Ohr gehauen zu werden. Da, wo der Zugang zu unserer aller Steuermitteln möglich ist, wird er auch genutzt. Oder die miesen Fälle von Steuerhinterziehung, die in aller Munde sind. Wahrscheinlich ist das irgendein Sport, der Beste zu sein, bei dem es nicht auffliegt- oder halblegale „Grauzonen“-Regelungen zu finden, an die die Staatsanwaltschaft nicht rankommt. Was haben diese Leute davon?
Und mal ehrlich: Das Bewusstsein gegen Schwarzarbeit, Betrug, Hinterziehung, Unterschlagung muss man sich erst antrainieren, wenn man selbst nicht betroffen ist.

Der Handschlag des Kaufmanns
In den 80er Jahren galten der kaufmännische Handschlag etwas, eine schöne Tradition: Als ich in Amsterdam einen Ballen Leinen benötigte und meinen ersten Handschlag von einem Kaufmann erhielt, der ohne Vertrag oder Zahlungssicherheit ganz auf Vertrauen nach Bonn lieferte, war ich schon erstaunt und stolz. Heute muss man im Supermarkt abends die Kassenbons studieren, weil die Kassen ihre über den Tag angesammelten Fehlbeträge sukzessive auf Spätkunden zu buchen scheinen. Es lohnt sich auch zunehmend, die Arzt-Rechnungen genauer zu prüfen. Irgendwie ist die Werte-Luft ´raus. Das fängt viel früher an, als Betrug und Diebstahl.
Wenn heutzutage bunt bepinselte Yoghurtbecher als „Designedition“ beworben werden, wenn Kitsch und Müll als der Weisheit letzter Schrei angeboten werden, dann stimmt insgesamt etwas nicht mehr, nämlich die Haltung zum Konsumenten, Kunden und Geschäftspartner. Und dieser setzt auch keine Grenzen. Was lassen wir uns schlechte Waren andrehen –vom Lebensmittel bis zum Möbel- und halten das für normal.

Die Wertesysteme wanken
Und wenn die Kirche ihre Schweinereien nicht aufzuarbeiten gedenkt und es erst eines Papstes wie des jetzigen bedarf, um das ganze System an einige Grundsätze zu erinnern, die Ursubstanz der ganzen Bewegung war, dann wundert einen nichts mehr. Irgendwie hat eine intelligente Bösartigkeit um sich gegriffen, der man sich häufig ungefragt unterwirft, weil man sich zunehmend daran gewöhnt hat.
Wenn ich mir die Vorabendserien im TV ansehe und dort diese vermeintlich spannend-spießigen Dialoge anhöre, wird mir schlecht, Qualität im Journalismus ist verkommen zur kurzweiligen Schlagzeile, die vielfach schlecht recherchiert, auf den „Wow“-Effekt setzt- und ansonsten keine Inhalte, noch weniger gedankliche Anregung zu bieten hat. Die ganze Nation scheint auf dem Weg zu sein, den kleinen eigenen Vorteil, den betrügerischen Geld-Erfolg, den hinterhältigen Betrug zu praktizieren. Übergriffigkeiten, wohin man blickt.

Wollen wir das?
Wollen wir wirklich, wie in Teilen des saturierten USA, hinter Zäunen und Wachanlagen ängstlich und einsam in den Wohnungen sitzen, weil wir unsere Mitmenschen kennen? Wollen wir überall kontrollieren müssen, ob sich schon wieder einmal jemand unser Geld unter den Nagel reißt? Verzichten wir auf Dialog und Gemeinschaft, weil wir uns nur noch fürchten? Lassen wir uns weiterhin Müll als Weisheit letzter Schluß und hohle Versprechen als Zuverlässigkeit andrehen?- oder fangen wir an, nachzudenken? Und wenn ja, wo fängt man an?

Wie sehen Sie das? Hatten Werte wie Korrektheit, Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit früher eine andere- bessere Chance im Zusammenleben?

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