Was Frauen wirklich denken: Wann bin ich reich?
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Was Frauen wirklich denken: Wann bin ich reich?

Sonja Bissbort
Beitrag von Sonja Bissbort

Wann beginnt Reichtum? Ab welchem Jahreseinkommen, mit welchem Sach- und Barvermögen? Kann man Reichtum überhaupt objektivieren? Mit der so genannten Reichensteuer unternimmt man einen vordergründigen Versuch. Sie wird gerne auch als Neid- und Millionärssteuer bezeichnet und ist wenig effektiv. Nachweislich nimmt der deutsche Staat weniger Steuern ein - 2010 rund 640 Mio. Euro - als er gerne vorgibt. Absolut sind 640 Mio. Euro natürlich sehr viel, für mich sogar unvorstellbar viel, aber relativ betrachtet im Verhältnis zu unseren aufgeblähten Staatsausgaben und Milliardenrettungsschirmen verschwinden sie wie Eis am Stiel in der Sommersonne.

In der vielfach und auch sehr konfliktiv geführten Debatte um die Besteuerung der Reichen fehlt mir eine wichtige Bedeutung von Reichtum. Prof. Thomas Dryen hat diese in seinem Buch "Goldkinder" beschrieben.

Der wahre Wert des Geldes liegt nicht in dessen Anhäufung. Vermögen ist viel mehr.


Wer nur Geld verdienen und haben will, hat und verdient nur Geld. Vermögen hingegen verpflichtet und bedeutet individuelle wie auch gesellschaftliche Verantwortung. Dabei beziffert sich Vermögen nicht nur in "Geldwert", sondern auch und vor allem in immateriellen Werten und einer sinnvollen Antwort auf die Frage, warum bin ich da.

Sprich: man kann eine Million im Lotto gewinnen und ist (bald wieder) arm. Man kann wenig haben und hat viel zu geben. Man kann viel Geld in riskanten Börsenaktivitäten gewinnen und es sinnlos verprassen. Man kann Familienvermögen sinnvoll und nutzbringend einsetzen.

Viel Geld und Vermögen ist nicht an sich besser oder schlechter als wenig Geld und Vermögen. Es kommt darauf an, was man daraus macht.


Wäre es anders, hätten wir mindestens 1000 superglückliche Menschen mehr auf diesem Planeten. 1000 Milliardäre gibt es weltweit, Tendenz und Zahl steigend. Aber mal ganz ehrlich: sind und leben sie wirklich glücklich? Bringen sie ihr Potenzial, ihre Talente wirklich ein? Hat und kennt ihr Leben einen Sinn, eine Aufgabe, ein Warum? Wer keinen Sinn in seinem Tun erkennt, erlebt maximalen Stress. Dies gilt nicht nur an Arbeitsplätzen, dies gilt für das gesamte Leben.

Ist deshalb jeder glücklich, der wenig hat?


Der Umkehrschluss gilt wohl ebenso wenig. Wann also bin ich reich? Ich glaube und da kann ich letztlich nur für mich sprechen (und die Frage an Sie weitergeben):

  • Ich bin und fühle mich reich, wenn ich zufrieden bin mit dem, was ist und wer ich bin.

  • Wenn ich nicht bin, um zu haben, sondern um zu sein.

  • Wenn ich Glück und (inneren) Reichtum nicht an diesem oder jenem festmache.

  • Und wenn ich bereit bin, anderen neidlos zu lassen, was sie sind und haben, und meinen eigenen Weg zu gehen.

Die reichsten Momente meines Lebens hatten, wenn ich zurückblicke, nichts mit Geld zu tun.


Sie waren verbunden mit Wärme und Freude, Glück und oft ganz kleinen Dingen. Zum Beispiel stand ein kleines Eichhörnchen vor kurzem in meinem Wohnzimmer. Es lebt draußen in einem Baum und traute sich immer weiter in meine Nähe, wenn ich auf der Terrasse war. Und an diesem Sonntag, ich kam gerade aus der Küche, hat es den Schritt über die Schwelle gewagt. Es sah kurz in meine Richtung und erkundete dann in aller Seelenruhe mein Zuhause. Oder war es nun sein Zuhause?

Ein Zeichen für Vertrauen und ein wunderschönes Geschenk für mich, das kein Geld der Welt kaufen kann.