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"Grüner Haken" zeigt gute Seniorenheime an

"Grüner Haken" zeigt gute Seniorenheime an

08.04.2014, 13:58 Uhr
Beitrag von wize.life-Nutzer

Gütesiegel „Grüner Haken“

Von Gernot Gottwals, in der Frankfurter Neuen Presse, 2.4.2014

Gesellschaft „Heimverzeichnis“ bildet Gutachter aus, die Altenheime und ihr Angebote prüfen
Zwölf neue Gutachter haben ihre Schulung bei der gemeinnützigen Frankfurter Gesellschaft „Heimverzeichnis“ erfolgreich absolviert. Sie werden künftig das Pflege- und Betreuungsangebot von Seniorenheimen auf Menschenwürde, Autonomie und soziale Teilhabe überprüfen. Ist alles gut, gewähren sie „Grüne Haken“.
Frankfurt.
Seine Fragebögen und Checklisten für das Henry und Emma Budge-Pflegeheim in Seckbach hat der Gutachter Dieter Mönch sorgfältig vorbereitet. Punkt für Punkt bespricht er mit dem Heimleiter, der ihm von der intensiven Vernetzung des Hauses mit Chören und Vereinen in Seckbach und Bergen-Enkheim berichtet. Doch welchen Eindruck wird der Gutachter von den Zwei- und Dreibettzimmern gewinnen? Und wird der Heimbeirat die Angaben des Heimleiters auch bestätigen?
Ein Video auf der Homepage der Gesellschaft „Heimverzeichnis“ dokumentiert einen typischen Besuchstermin, wie ihn ein ehrenamtlicher Gutachter zur Zertifizierung von Seniorenheimen vorzunehmen hat. Zwölf Teilnehmer der jüngsten Schulung mit beruflichen Vorkenntnissen oder familiären Erfahrungen zur Heimpflege haben sich nun in einem mehrtägigen Seminar die nötigen Fachkenntnisse erworben. „Wichtig ist dabei vor allem die Bewertung nach den drei Kriterien Menschenwürde, Autonomie und soziale Teilhabe“, erklärt Karin Stiehr, Geschäftsführerin der „Heimverzeichnis“-Gesellschaft und des Instituts für soziale Infrastruktur (ISIS), das die Standards für die Gutachten erarbeitet. Beide unterhalten eine Geschäftsstelle im Ökohaus in Frankfurt in der Kasseler Straße. Der Hauptsitz ist in Swisttal bei Bonn. Derzeit haben 26 Seniorenheime in Frankfurt den „Grünen Haken“, rund 1400 sind es bundesweit.
Wissenschaftlich betreut
„Ich wurde zum ersten Mal mit dem Thema Heimpflege konfrontiert, als ich vor der schwierigen Situation stand, für meine Eltern geeignete Plätze zu finden“, erklärt der Gutachter Wolfgang Schulz (71) aus Bremen, der früher in einem Sozialzentrum arbeitete. Und Carl-Heinz Wawzik (63) aus dem Landkreis Stade steht als Heim- und Pflegedienstleiter kurz vor dem Ruhestand und sucht nun nach einer Möglichkeit, sich weiter für die ältere Generation zu engagieren, der er in Kürze selber angehören wird: „Der medizinische Dienst der Krankenkassen prüft nur administrative Dinge und nimmt keine Rücksicht auf die Lebenssituation der Menschheit“, findet er. „Dabei müssten wir alle der älteren Generation mehr Respekt zollen, wie das etwa in Osteuropa selbstverständlich ist.“
Drei Tage lang dauert das Seminar für Neueinsteiger. Sie müssen am ersten Tag zunächst über einige grundsätzliche Dinge zum Thema Altenpflege informieren. Wer bereits fachliche Vorkenntnisse mitbringt, kann das Seminar auf zwei Tage verkürzen. Am Ende steht zunächst eine theoretische Prüfung, bei der die Teilnehmer nochmals online zu den Fragekatalogen abgefragt werden. In der praktischen Prüfung besucht der angehende Gutachter zwei Heime und nimmt die Zertifizierung in Begleitung eines erfahrenen Kollegen vor. Vor dieser Bewährungsprobe stehen nun die zwölf Absolventen.
„Sie alle haben gut mitgearbeitet und können es nun gar nicht erwarten, die Praxis kennenzulernen“, lobt Uwe Schacher. Er ist bei „Heimverzeichnis“ zuständig für die wissenschaftliche Begleitung und Qualitätssicherung. Noch ist etwas Geduld angesagt, bis die Gutachtertermine organisiert und die ersten erfolgreichen Gespräche mit den Verantwortlichen der Seniorenheime geführt sind. Künftig sollen neue Interessenten schon vor der Schulung zu einem Gutachtergespräch mitgenommen werden.
Hohe Verantwortung
Denn die Gesellschaft „Heimverzeichnis“ ist sich ihrer Verantwortung bewusst: So hat das Henry und Emma-Budge-Heim seine Zertifizierung „Grüner Haken“ zu Recht erhalten, weil der Rundgang alle Erwartungen erfüllt und auch der Heimbeirat die Angaben der Geschäftsführung bestätigt hat.
Doch bundesweit haben in den vergangenen drei Monaten 35 vorgeschlagene Heime die Kriterien zunächst nicht erfüllt. Immerhin erhielten einige von ihnen nach Nachbesserungen das Gütesiegel später – es will verdient werden. Der „Grüne Haken“ wird jedoch nur für jeweils ein Jahr verliehen.

3 Kommentare

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BILD, vom 8.9.14: Wie lässt sich gute Pflege in Heimen kontrollieren?
http://on.bild.de/1wdI57X

Ja, Personalmangel ist sicher ein enormes Problem, ein Hauptengpaß bei der Pflege (d.h. genauer dahinter: das Sparen wollen, oder müssen).

Dazu kommt aber mindestens gleichwertig (trotz evtl. Sparen müssens) ein expliziter Wille, MEHR zu leisten als eine bloße Unterbringung: nämlich "kundenfreundlich", "lebenswert", soweit "selbstbestimmt" wie sinnvoll möglich.

Dazu gibt es auf dem Markt (neben den, wie von BILD angemerkt, 76% "sehr gut"-Gutachten des MDK) einige Zertifikate, die Qualität diesbzgl. (laut Einschätzung von Verbraucherzentralen*) um Dimensionen realistischer, differenzierter abbilden: z.B. als das größte, bekannteste Label der "Grüne Haken".

Mehr dazu unter (für den Bundesverband der Verbraucherzentralen):
* http://www.vzbv.de/10335.htm oder
https://www.facebook.com/permalink.p...78485836364
  • 08.09.2014, 15:56 Uhr
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Hallo, alles oder nichts ist im gewöhnlichen Leben oft nicht die richtige Strategie, habe ich mir sagen lassen.
Wenn von "nichtssagenden" Bewertungen gesprochen wird, ist faktisch meist die MDK-Note gemeint, die tatsächlich viel zu gut ausfallen.
Andere Bewertungsmaßstäbe, die u.a. das Empfinden der Heimbewohner selbst berücksichtigen, gehören in eine andere Kategorie. Das macht der "Grüne Haken" etwa explizit.
  • 22.04.2014, 15:52 Uhr
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Habe diese Woche irgendwo im Internet gelesen,das ein Heimbewohner ausgezogen ist und keiner hat was bemerkt.
  • 10.04.2014, 07:34 Uhr
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