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Mein Wort zum Sonntag: Freiheit für Kakanien!

Mein Wort zum Sonntag: Freiheit für Kakanien!

News Team
03.05.2014, 23:54 Uhr
Beitrag von News Team

Nachdem die Krim sich von den Unterdrückern der Zentralregierung in Kiew befreit hat und ihn ihr angestammtes Reich zurückgekehrt ist, sind andere freiheitsliebende Völker diesem Beispiel gefolgt. Ein Rückblick aus dem Jahr 2030.
Es begann, wie allen bekannt, mit dem Osten der Ukraine. Durch wohlwollende Unterstützung der Brüder jenseits der Grenze gelang es der von den Ukrainern so grausam unterdrückten russischen Minderheit, mittels einer Volksbefragung ihre Heimkehr ins Reich aller Russen durchzusetzen. Zwar wurde nur dort abgestimmt, wo die Bevölkerung diesen Übergang wollte, doch hat im Anschluss daran das russische Parlament in der üblichen freien Abstimmung die Legitimität des Volksbegehrens bestätigt und damit der Ost-Ukraine endlich die ersehnte Freiheit gegeben.
Das Beispiel machte Schule. Die Katalanen, schon lange der rechthaberischen Regierung in Madrid überdrüssig, hatten noch vor den Ost-Ukrainern die Abhaltung eines Volksbegehrens organisiert, getreu dem Motto ihres Nationalhelden Pep Gardiola: Im Fußball ist alles möglich, sogar ein Tor. Trotz des Verbots der spanischen Zentralregierung wurde das Referendum abgehalten, mit dem erwarteten Ergebnis: 98% der Katalanen wollten ein unabhängiges Katalonien. Flugs machte die Provinzregierung die Grenzen dicht, etablierte Katalanisch als Amts- und Schulsprache und verbot bei Strafe die Verwendung des Spanischen auf öffentlichen Plätzen und in Gebäuden "mit würdevollem Charakter". Da sich die Katalanen weigerten, in den Schoß der großen Schwester (oder war es der Große Bruder?) zurückzukehren, ließ die spanische Zentralregierung Truppen an der Grenze zum neuen Staat aufmarschieren. Katalonien rief die Nato zu Hilfe, die aber kam nicht, denn wen sollte sie gegen wen verteidigen? Da besannen sich die Katalanen auf ihre eigentliche Stärke, die Malerei. Immerhin waren Picasso und Dalí Katalanen gewesen. So malten sie Karikaturen ihrer Unterdrücker, die sie per Flugzettel millionenfach verteilten, in der Hoffnung, wenigstens einen moralischen Sieg davon zu tragen. Zudem riefen sie den Europäischen Gerichtshof an, dessen Urteil bekanntlich noch aussteht.
Unabhängig vom Ausgang dieser Freiheitsbewegung kamen andere Völker auch auf den Geschmack. Die Südtiroler waren der Vorherrschaft der unfähigen Regierung in Rom schon lange überdrüssig. Das waren zwar alle Italiener, aber die sprachen wenigstens die gleiche Sprache wie ihre Politiker. Die Südtiroler nicht, denn, wie der Name sagt, sie waren ja Tiroler, durch ein widriges Geschick in einer wirren Zeit dem falschen Staat zugeschustert. Während die Politiker des Landes noch überlegten, ob sie wieder Strommasten sprengen oder gleich den römischen Justizplast anzünden sollten, kam die europäische Freiheitsbewegung so richtig ins Rollen. Dass die Schotten ihre Schotten dicht machten gegenüber den Unterdrückern in der Downing Street, war ja zu erwarten gewesen. Die Engländer fanden das auch in Ordnung, denn, wie ein hochrangiger Politiker im Vertrauen einst sagte: Wozu hat Gott eigentlich die Schotten erschaffen? Des Öls wegen, wurde ihm geantwortet, aber England brauchte kein Öl, sondern undurchsichtige Bank-Derivate, von denen es seit längerem schon lebte. Dass sich die Walliser und andere Völker anschließen wollten, war zu erwarten. Doch da bei ihnen weder Öl zu finden war noch seltene Erden, mussten sie wohl oder übel die Fremdherrschaft der verhassten Engländer weiter ertragen.
Von den sonstigen Freiheitsbestrebungen ist nur eine noch erwähnenswert, da ihre Ursprünge noch immer im Dunkel liegen. Es handelt sich um die Gruppe "Freiheit für Kakanien". Unklar blieb, wer die Kakanier sind, wo Kakanien liegt und von wem sie sich befreien müssen. Recherchen des SPIEGL (nach einem Tipp der amerikanischen NSA) ergaben, dass die Gruppe von einem ehemaligen "Piraten" angeführt wurde, der sich zuvor erfolglos als Kabarettist versucht hatte. Auf diese Anschuldigung reagierte der Initiator der Bewegung mit Empörung. Ein Clown zu sein sei nicht ehrenrührig und schon gar kein Hindernis, in die Politik zu gehen. Was nun die Kakanier anbelange, so sei dieses Volk über ganz Europa und weite Teile Asiens verstreut, sodass es bisher nicht möglich gewesen wäre, sie zu einem einheitlichen Volk zusammen zu schweißen oder ihnen gar das ihnen zustehende Reich zu überantworten.
Wie die Sache weiterging, weiß jeder, der in der Zukunft lebt, und deswegen will ich hier nicht näher darauf eingehen.

7 Kommentare

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guter Beitrag!
  • 30.11.2014, 20:03 Uhr
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Ein guter Beitrag zum Nachdenken und zum Überdenken der eigenen Meinung.
Einerseits wählen wir in diesem Monat ein Europaparlament nach nationalen und nicht nach europäischen Vorgaben. Andererseits fühlen sich viele Volksgruppen in ihren Ländern von den Regierungen nicht genügend gewürdigt.
Die einzelnen Länder müssen zuerst ihr "Kakanien" friedlich und durch Bürgerbegehren lösen, damit ein wirkliches EUROPA entstehen kann. Zuerst Jugoslawien mit Krieg, jetzt die Ukraine. Die Tschechoslowakei hat es ohne Krieg gemeistert - Tschechische Republik, Slowakei -.
  • 05.05.2014, 12:06 Uhr
Bei anderen Staaten , hat es nicht funktioniert ! Siehe Italien . Das Problem ist bis jetzt noch nicht richtig gelöst worden .
siehe Ressenpasssee,, die Frage Südtirol , die Italisierungspolitik.
  • 21.06.2014, 18:42 Uhr
Das ist noch ein sehr weiter Weg !
  • 22.06.2014, 18:59 Uhr
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Schade, dass die Geschichte erst so spät anfängt. Sie ist schon viel älter.
  • 04.05.2014, 13:37 Uhr
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Im Spannungsfeld zwischen regionalen Bedürfnissen und Machtaufteilung und den Erfordernissen eines großen Staatengebildes scheint mir der Föderalismus die logischste Kompromissvariante zu sein. Zuviel Zentralismus einerseits oder Regionalismus und Kleinklein andererseits haben sich in einer globalisierten Welt als weniger sinnvoll herausgestellt.
Auch wenn es Reibungsverluste gibt, scheint mir dieses Problem in D einigermaßen gut gelöst worden zu sein.
  • 04.05.2014, 12:11 Uhr
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Wenn jede Region anfängt aus einem Völkerbund aus zusteigen wie sie Lust und Laune haben nach dann viel Spass , Russland hat die Krim besetzt ohne einen Grund zuhaben , und ob die Wahlen so waren wie sie uns erklären wollen mal dahin gestellt , die Krim war nun mal Bestandteil der Ukraine. Und wenn nun jedes kleines Bundesland meinst aussteigen zu müssen nah viel Spaß Wirtschaftlich . Mal schauen was wir machen wenn Bayern Morgen sagt wir wollen und der Schweiz bei treten . Ob Deutschland da so zuschauen würde , und ob den auch Schweizer Panzer einrollen in Bayern . In dieser Globalen Welt kann man nur überleben als Starke Land und wenn die Wirtschaft stimmt und wenn jeder meint jeder will seinen eignes Süppchen kochen brennt die bestimmt irgendwann gewaltig an .
  • 04.05.2014, 10:07 Uhr
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