Berlin-Kreuzberg Sarotti-Höfe
Berlin-Kreuzberg Sarotti-HöfeFoto-Quelle: Fridolin freudenfett unter https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/

Politisch korrekte Sprache: Wo liegen die Grenzen?

News Team
Beitrag von News Team

Die Emotionen kochen hoch, wenn vermeintliche "Gutmenschen" es wieder einmal zu gut meinen und allgemein gängige Begriffe "politisch korrekt" verbieten wollen. Dabei ist der Negerkuß schnell in einen Schokokuß umbenannt, was aber macht man mit Kulturgut wie dem Lied von den "Zehn kleine Negerlein", dem Buch "Mecki bei den Negerlein" oder Pippi Langstrumpfs Vater der von Beruf "Negerkönig" ist?

Noch bis in die 1960er-Jahre wurde das Wort "Neger" auch von Journalisten unbedarft verwendet, wie von Gerd Ruge, der Martin Luther King als "Negerrechtler" bezeichnete. Eine zugrunde liegende Verunglimpfung wurde und wird im allgemeinen Sprachgebrauch oft nicht mehr erkannt. Der "Mohr" von Sarotti wird heute allgemein mit dem kleinen Muck oder Sindbad in Verbindung gebracht - und eben nicht mit der menschenverachtenden Gepflogenheit, Kriegsgefangene als Hoftürken oder Hofmohren zu halten.

Dass die vermeintlichen Geschädigten solche Vorstöße gar nicht teilen, zeigt ein Fall aus dem Jahr 2013. Eine lokale Organisation aus Hannoverforderte damals das Verbot der Bezeichnung "Zigeunersoße". Ausgerechnet der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma widersprach aufs heftigste. Ihre ernsten Anliegen würden durch solche Anträge lächerlich gemacht.

Doch wo liegt die Grenze? Wie sollen wir umgehen, mit einem kulturellen Erbe, das zum Teil von Rassismus geprägt ist?