"Wir sind zusammen allein"
"Wir sind zusammen allein"

"Wir sind zusammen allein"

Beitrag von wize.life-Nutzer

PETER HAFFNER (INTERVIEW) FOTO: LINUS BILL

Früher haben die Menschen miteinander gesprochen. Heute tippen, chatten und mailen sie. Deshalb befürchtet die Kulturwissenschaftlerin Sherry Turkle, dass das Gespräch aussterben könnte. Ein Gespräch – genau darüber.

Warum miteinander reden, wenn man jederzeit jeden erreichen kann?

SZ-Magazin: Mrs. Turkle, Sie galten lange als großer Freund jeder neuen Technologie – mittlerweile kritisieren Sie die Vereinsamung, die permanentes Starren auf das Smartphone mit sich bringt. Sind Sie zur Konvertitin geworden?
Sherry Turkle: Nein. Technologie begeistert mich immer noch. Aber ich glaube, dass sie uns zu etwas führt, wo wir nicht hinwollen. Beispielsweise Geselligkeit als das zu definieren, was uns ein soziales Netzwerk machen lässt. Mit meinem Buch Alone Together tue ich Buße für meinen Fehler, etwas übersehen zu haben.

Was denn?
Als ich das Internet als einen Ort pries, an dem Leute mit ihrer Identität experimentieren können, dachte ich, man sitzt an seinem Computer, verbringt ein bisschen Zeit damit und lebt dann sein Leben weiter. Ich sah nicht voraus, dass Sie und ich hier zusammensitzen würden, Ihr Telefon vibriert und Sie sagen: »Entschuldigen Sie bitte, ich habe jetzt Besseres zu tun.«

Es leidet also die Wichtigkeit des Gesprächs von Mensch zu Mensch?
Wenn etwas funktioniert hat und nützlich war für Eltern, Lehrer und Kinder, sollten wir es schätzen und fördern. Smartphones, Computer und das Internet sind nicht schlecht. Es geht um den Platz, den wir ihnen in unserem Leben geben.

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