Auf der Suche nach einem neuen Job: Was tun wenn das Aussehen mitbestimmt?

Beitrag von wize.life-Nutzer

In den letzten Jahren ist die Suche nach einem neuen Job schwieriger geworden, achten zunehmend zukünftige Arbeitgeber nicht mehr nur auf das sichere Auftreten und einen abgerundeten Charakter, sondern auch zunehmend auf das Aussehen ihres späteren Mitarbeiters. Insbesondere in Berufen, bei denen der Kundenkontakt unausweichlich ist und wichtiger Bestandteil des Jobs ist. Deshalb sollte man schon direkt bei der Wahl des Jobs, der Branche oder des Unternehmens wissen bzw. berücksichtigen, dass das äußere Erscheinungsbild ein sehr wichtiges Kriterium ist. Aber was kann man tun, wenn das Aussehen im Job mitbestimmt? Welche Chancen hat ein zukünftiger Arbeitnehmer mit keinem perfekten Schönheitsideal? Und kann ein Arbeitgeber einen Mitarbeiter wirklich aus Gründen eines nicht vorhandenen Schönheitsideals ablehnen? Und in wie weit verstößt das gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz?

Die Suche nach einem geeigneten Mitarbeiter aus Sicht des Arbeitnehmers
Natürlich ist nicht die Tatsache zu vernachlässigen, dass ein gepflegtes und ordentliches Erscheinungsbild in vielen Berufen sehr wichtig ist, besonders da, wo viel Austausch und Kommunikation mit anderen Menschen stattfindet. Sei es in der Bank am Schalter, im Supermarkt an der Kasse oder im Autohaus am Informationsstand. Ein Kunde lässt sich nicht nur durch eine freundliche und aufgeschlossene Art zu einem Autokauf oder dem Unterschreiben eines Wohnungsvertrages überzeugen, sondern auch durch das äußere Erscheinungsbild. Wer etwas verkaufen oder für etwas werben möchte, der muss auch von außen her, einen gute Figur machen. Der Grat zwischen einem bestimmten Schönheitsideal aus Sicht des Arbeitnehmers oder zukünftigen Chefs und ein gepflegtes, äußeres Erscheinungsbild für die Allgemeinheit scheint ein schmaler Grat zu sein. Wo beginnt Diskriminierung und Benachteiligung und wo ist eine Absage für einen Job aufgrund eines mangelnden äußeren Erscheinungsbildes eventuell vertretbar?

Die Rechte des Arbeitnehmers
Im Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz , steht bereits in § 1, dass niemand aufgrund seiner Rasse, ethnischen Herkunft, Geschlecht, Religion, Weltanschauung, Alter oder sexuellen Identität benachteiligt werden darf. Ferner begründet der Artikel, dass niemand aufgrund einer Behinderung jegliche Benachteiligung widerfahren darf. In Paragraph § 13 wird darauf verwiesen, dass jedem zukünftigen Mitarbeiter und Beschäftigten das Recht der Beschwerde eingeräumt wird, sofern aus einem der zuvor aufgezählten Gründe eine Benachteiligung durch den Arbeitgeber oder Vorgesetzten erfolgt. Hier können durchaus, je nach Fahrlässigkeit oder Härte der Benachteiligung hohe Geldstrafen auf den Arbeitgeber zukommen. Das Problem an der Sache versteht sich eher in der Definition der Behinderung. Sind nur Menschen mit offiziell bestätigter Behinderung eingeschränkt oder auch Menschen, die aus Sicht des Arbeitgebers nicht in das Konzept des Unternehmens passen?

Lösungsansätze für die Zukunft
Um dieses zunehmende Problem in den Griff zu bekommen, wird eine Überarbeitung und Feindefinition des Gesetzes eventuell von Nöten sein. Fakt ist, niemand sollte aufgrund von der Norm abweichender Äußerlichkeiten von vorn herein abgelehnt werden und damit nicht nach seinen Qualifikationen bewertet werden. Grundsätzlich sollte niemandem ein Job verwehrt werden, der eine etwas längere Nase im Gesicht trägt oder etwas größere Ohren vererbt bekommen hat. Sofern der zukünftige Mitarbeiter alles daran setzt, ein gepflegtes und sauberes Erscheinungsbild aufrecht zu erhalten und angemessene Bekleidung zum Vorstellungsgespräch und bei der zukünftigen Arbeit trägt, sollte ihm zumindest eine reale Chance eingeräumt werden. Sicherlich ist in diesem Kontext auch immer die Branche ein wichtiges Einstellungskriterium, bei dem sicherlich Abstufungen festzuhalten sind, macht es doch einen erheblichen Unterschied, ob jemand in einem Supermarkt an der Kasse arbeitet oder in der verwöhnten Medienwelt der Reichen und Schönen.

Mehr zum Thema