China jubelt, Putin freut sich: Die Fragwürdigkeit von Sanktionen
China jubelt, Putin freut sich: Die Fragwürdigkeit von SanktionenFoto-Quelle: Zscout370, gemeinfrei

China jubelt, Putin freut sich: Die Fragwürdigkeit von Sanktionen

Beitrag von wize.life-Nutzer

Das für seine wissenschaftliche Gründlichkeit bekannte Münchner Ifo-Institut brachte es auf den Punkt: die neuen Sanktionen haben ökonomisch keine Wirkung und schaden langfristig nur dem Westen, vor allem auch Deutschland.

Einige Fragen für denkende Menschen. Haben die Eurokraten in Brüssel und ihre medialen Lautsprecher nicht mitbekommen, dass erst vor zwei Wochen Putin einen großen Wirtschaftspakt mit Brasilien, Südafrika. Indien und China vereinbart hat? Muss es die englische Regierung nicht beunruhigen, wenn der Finanzplatz Londen beschädigt wird, der einzige Wirtschaftszweig der noch großes Geld für das Land abwirft? Hat man sich vielleicht in Brüssel und den USA nur darüber geärgert, dass die besagten fünf Staaten nun eine eigene Weltbank aufbauen mit dem Sitz in Schanghai und Moskau, allein China verfügt über rund 5 Billionen amerikanischer Schatzbriefe?

Die bisherige alleinige Weltbank unter amerikanischer Führung hat vor allem die Länder der dritten Welt schwer verärgert, weil sie notwendige Kredite mit Sparauflagen verknüpften, die letztlich den ärmsten Teil der Bevölkerung getroffen haben. Warum sagt man der Bevölkerung nicht, dass die Einreiseverbote nur für das kleine Europa und die USA gelten aber nicht für Asien, die islamische Welt, Afrika und Südamerika? Warum verschweigt man, dass die angedrohten Sanktionen im Westen bisher schon Milliarden verbrannt haben und die Investitionen bremsten, also Arbeitsplätze von morgen?

Die plötzlich sinkenden Aktienkurse betreffen auch viele Kleinanleger

Ist man so einfältig zu ignorieren, dass Russland alle Dinge, diese will in China kaufen kann und die dortige Wirtschaft - sie dürfte in diesem Jahr, entgegen den monatelangen Unkenrufen des Westens wieder ein Wachstum von annähernd 10 Prozent erreichen - noch mehr stärkt im Wettbewerb gegen Europa und den USA? China ist technologisch bereits so weit, dass es einen bemannten Mondflug starten könnte. Vielen in der Pekinger Führung ist dafür aber dafür noch das Geld zu schade. Und die Erfahrung zeigt meist, einmal Kunde immer Kunde.

In Russland selbst zeigt gerade die Raketenforschung, dass es mit der angeblichen zwingenden Notwendigkeit neueste Technologie einzukaufen, nicht so zwingend ist, wie man immer tut. Noch weiss auch nicht was dem Kreml einfällt. Jedenfalls wird Putin die einmalige Chance nutzen, die deutschen Firmen aus dem Land zu drängen, die sich unter Jelzin billigst eingekauft haben. Da gebt es zum Beispiel einen Waschmittel-Konzern, der schätzungsweise 300 Millionen Gewinn jährlich nach Deutschland bringt. Ihn könnte man mit Hilfe auf den Hinweis der Sanktionen locker aus dem Land werfen. Und das gilt für viele andere Unternehmen.

Ein totales Importverbot für deutsche Autos liegt auch in der Luft

Man könnte sofort das ganze Angebot der koreanischen PKW-Industrie die in Russland selbst und in Kasachstan eigene Fabriken unterhält. Außerdem ginge ein Herzenswunsch Putins auf, endlich die russische Autoherstellung in Schwung zu bringen verfügen die wirtschaftlich unterbelichteten Außenminister, dies ist keine Beleidigung sondern eine nachprüfbare Tatsache, über keine derartigen Informationen? Doch - soviel wissen sie.

Und aus der Geschichte müsste man lernen, dass man die russische Wirtschaftskraft in Krisenzeiten schon einmal mit deutscher Rechthaberei sträflich unterschätze. So hat man sich ein Hintertürchen offen gehalten. Oligarchen, die ihr Vermögen bisher bei Londoner Banken gelagert hatten, haben das Geld zurück geholt oder noch mehr nach Macao verlagert. Auch das freut Peking, das schon jetzt der große Gewinner dieses Konfliktes ist. Die Bundeskanzlerin hat auf ihrem letzten Besuch in China vergeblich um Beistand im Krieg gegen Russland gebeten. Die kommunistischen Kaiser hatten dafür nur ein mitleidiges Lächeln.

Der zweite Trick, bei den Sanktionen, die offenbar mehr der Propaganda dienen

Die Massnahmen gelten nicht für bereits abgeschlossene Verträge. Nun sind bei größeren Projekten meist mehrjährige Abkommen üblich. So erfreuen sich ungestört mehrere Hundert russische Militärfachleute in Frankreich eines schönen Lebens, die dort den Weiterbau zweier Großkampfschiffe modernster Art, die als Hubschauberträger nach Russland verkauft werden. Das marode Frankreich kann sich einen Milliardenausfall nicht leisten.

Schließlich, wären nicht Sanktionen gegen die Kriegsverbrechen in Afghanistan berechtigt. Dort kamen viel, viel mehr unschuldige Menschen gerade Kinder ums Leben? Aber so dumm würde Russland nie sein den verlorenen Krieg etwa mit dem Stop von Gaslieferungen zu beenden. Während wir deutsche Steuergelder verpulvern kaufen die Chinesen mit enormen Eifer und sicherlich ansehnlichen Schmiergeldern für unsere "Freunde", die Rauschgiftproduzenten dieser Welt, eine Rohstoffmine nach der anderen auf. Vor allem bei den Lagerstätten für "seltene Erden" greifen Sie zu jedem Preis beherzt zu.

Warum, so stellt sich die Frage, erfährt man hierzulande kaum etwas über diese Tatsachen und Zusammenhänge? Man muss schon die "Neue Zürcher Zeitung" lesen. Traurig. Es gibt dafür nur eine einfache Erklärung. Im Krieg stirbt zuerst die Wahrheit. Und Anlass zur Sorge bereitet die Tatsache, dass Eurorpa schon einmal, seine eigene Kraftmeierei überschätze und plötzlich in einen Weltkrieg hineinschlitterte.

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