Kann man Kriege überhaupt noch verhindern?
Kann man Kriege überhaupt noch verhindern?Foto-Quelle: Jürgen Fälchle - Fotolia

Kann man Kriege überhaupt noch verhindern?

News Team
Beitrag von News Team

Am 28. Juli 1914 war der offizielle Beginn des Erste Weltkrieges. Vier Jahre später, am 11. November 1918, wurde der Krieg beendet und verzeichnete knapp 17 Millionen Todesopfer. Auslöser war bekanntlich die Ermordung des österreichischen Thronfolgers Franz Ferdinand in Sarajevo, gefolgt von einer Kriegserklärung Österreich-Ungarns an Serbien.

Das Zeitalter der Kriege


Auslöser und Grund sind bei jedem Krieg getrennt zu sehen. Grund für Millionen Tote war nicht das Attentat auf einen Erzherzog, es waren viel mehr dutzende verschiedener Konflikte, die es auszutragen gab. Der Auslöser, viel mehr der Vorwand, ist nur eine formale Kriegserklärung, so zu sagen der erste Dominostein. Rund 20 Jahre später wurde das Szenario eines Weltkrieges wiederholt, nur in noch grausameren Dimensionen: 65 Millionen Todesopfer. Auslöser und Grund waren nicht zu trennen, es war das allmächtige Deutsche Reich, das nach mehr strebte.
Gefolgte sind der Israel-Konflikt zur Staatsgründung, der Kalte Krieg mit all seinen Facetten, vor allem dem Vietnam-Krieg und der Kubakrise, die Militärputsche in Lateinamerika, die unzähligen Genozide in Afrika, die Völkermorde in Ruanda und Srebrenica und einige NATO-Interventionen.
100 Jahre, 54 Kriege und 185 Millionen Todesopfer - das Resümee des 20. Jahrhunderts?
Maßnahmen gegen den Krieg waren: Die Gründung transnationaler Organisationen zur Friedenssicherung (NATO, UNO, IWF, EU, etc.). Die Globalisierung lenkte mit auf andere Aspekte, es sollte nicht mehr nötig sein, sich militärisch zu bekriegen - ein ökonomischer Druck war mehr wert.

Neue Kriege, neue Formen, neue Gründe


"Wir finden in der menschlichen Natur drei Gründe für Streit: erstens Konkurrenz, zweitens Mangel an Selbstvertrauen, drittens Ruhmsucht." wusste schon Thomas Hobbes vor rund 400 Jahren. Das hat sich wohl nicht geändert. Was sich verändert hat, sind die Formen und Methoden der Kriege: Terrorismus, wirtschaftliche Erpressung, Atombomben-Gefahr, Bürgerkriege, religiöse Extremisten, wütende Patrioten..
Man dachte, dass das Zeitalter der Kriege mit dem Beginn des neuen Jahrtausends vorbei ist. Bereits am 11.September 2001 war klar: Der Frieden wird nicht einsetzen. Nicht jetzt und nicht bald.
Gefolgt sind: Der Irak-Krieg, der Afghanistan-Krieg, Auseinandersetzungen in Ägypten, Syrien, Libyen, Sudan, Somalia, Kosovo, Nigeria und vielen anderen Länder. Aktuell im Juli 2014 finden so viele Konflikte statt, dass man leicht den Überblick verliert: Prorussische Separatisten in der Ukraine schießen Flugzeuge vom Himmel und Israel und Palästina stecken mitten in der größten bewaffneten Auseinandersetzung seit 1948. Nordkorea probt mit ihren Atomraketen und die syrische ISIS verbreitet sich stetig weiter: Syrien, Irak, Libanon - Weitere folgen?

Kann man dann noch Kriege überhaupt verhindern?


Die UN ist diejenige Organisation, die über Krieg und Frieden entscheiden sollte. In der Praxis ist das leider nicht umsetzbar. Die NATO interveniert auf eigene Verantwortung, kaum ein Land hält sich an die Resolutionen und die USA verfolgt eine ganz eigene Kriegslogik. Eine der wenigen Flecken der Welt, wo diplomatische Verhandlungen halbwegs funktionieren, ist die Europäische Union. Sie ist ein Vorbild für die Möglichkeit einer transnationalen Zusammenarbeit. Und sie sollte aktiver werden, dem Frieden auf die Sprünge zu helfen. Dass flächendeckend Frieden herrscht, ist unrealistisch. Dass man die aktuelle Zahl von 41 bewaffneten Konflikten weltweit senken kann, ist es nicht. Doch dazu müssen die richtigen Akteure sanktionieren, intervenieren und auch belohnen. Ist einer dieser Akteure die Europäische Union? Sicherlich.

Was meint ihr? Gibt es eine Möglichkeit Kriege zu verhindern? Und wenn ja, welche?