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Gesundheit und Sicherheit weiblicher Flüchtlinge

Deutscher Evangelischer Frauenbund Bayern

Die Liste der Krisenherde weltweit ist lang. Vor allem der Islamismus und der gescheiterte Arabische Frühling führen zu einem steten Anwachsen der Flüchtlingsströme in Europa. Hunderte landen beinahe jeden Tag in Süditalien an. Das führt auch zu einem Anwachsen der Zahlen von Flüchtlingen und Asylbewerbern in Deutschland und im Bundesland Bayern.

Dabei dürfen wir Frauen aus den Frauenverbänden jedoch nicht die spezifische Situation von Frauen aus dem Blick lassen. Der Gesundheitspolitische Ausschuss des Landesfrauenrates in Bayern hat sich mit der Frage der Gesundheit und Sicherheit weiblicher Flüchtlinge und Asylbewerberinnen befasst und stellt fest, dass viele Frauen von Verfolgung, Folter und Flucht schwer traumatisiert sind. In Bayern treffen sie auf überfüllte Asylbewerberunterkünfte, die beiden Erstaufnahmeeinrichtungen platzen aus allen Nähten. In einer solchen drangvollen Situation verschärft sich die Notsituation für diese Frauen. Sie seien in Gemeinschaftsunterkünften untergebracht, die von Enge, Lärm und dem Fehlen von Privatsphäre gekennzeichnet sind.
"Durch mangelnde Rückzugsmöglichkeiten kann das Sicherheitsbedürfnis von Mädchen und Frauen nicht befriedigt werden. Zudem verstärken die Fremdbestimmung des Aufenthaltes und die Aufenthaltsbedingungen das Gefühl von Hilf- und Perspektivlosigkeit."

Der Landesfrauenrat erkennt die von Ministerin Emilia Müller in der Asylpolitik bereits angefassten Veränderungen ausdrücklich an und schlägt der Landesregierung ein Bündel von Maßnahmen vor, die geeignet sind, die Not der weiblichen Flüchtlinge und Asylbewerberinnen zu beheben:

"Zugang für Leistungsberechtigte nach dem Asylbewerberleistungsgesetz zu den Regelangeboten der Gesundheitsversorgung wie anerkannte Flüchtlinge;
keine Einschränkungen für Minderjährige;
• Kultursensible Fortbildungen für Ärzte, um besser auf die Probleme der gefolterten und geflohenen Mädchen und Frauen eingehen zu können – inklusive erwerbbarer Fortbildungspunkte;
• Ausbau der psychosozialen Beratung (Stichwort: Frauen für Frauen) durch gezielte Ansprache niedergelassener Ärztinnen und Ärzte, aber auch die Stärkung entsprechender Zentren;
• Bessere Rücksichtnahme auf die speziellen Bedürfnisse von Mädchen und Frauen in den Sanitäreinrichtungen. Einhaltung diesbezüglicher räumlicher Anforderungen muss bereits vor der Anmietung bzw. dem Bau von Unterkünften im Genehmigungsverfahren sichergestellt werden;
• soziale Einbindung der Asylbewerber und Flüchtlinge durch bürgerschaftliches Engagement und Orte des Willkommens;
• Hilfestellungen zur gesellschaftlichen Orientierung sowie bessere Integration in die Gesellschaft, auch durch verantwortungsvolle und wertschätzende Sprache von Politik und Medien.

Nach Flucht und Verfolgung in einer deutschen Flüchtlingsunterkunft weiteren Drangsalierungen und Angstsituationen schutz- und hilflos ausgeliefert zu sein, das darf nicht sein.
Die Forderungen zeigen, dass Handeln wirklich dringend geboten ist.

Nähere Informationen, die Pressemitteilung und die fünfseitige Stellungnahme des LFR finden sich auf der Homepage des Bayerischen Landesfrauenrates:
http://www.stmas.bayern.de//frauenrat/

Der DEF Bayern ist über die Evangelische Frauenarbeit in Bayern EFB Mitglied im Bayerischen Landesfrauenrat.

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