Pausder: 'VdK Bayern bleibt auf Erfolgskurs'
Pausder: 'VdK Bayern bleibt auf Erfolgskurs'Foto-Quelle: Logo des VdK Bayern

Pausder: 'VdK Bayern bleibt auf Erfolgskurs'

Beitrag von wize.life-Nutzer

Der VdK kann etwas bewegen – gerade hier in Bayern. Und das Thema Pflege bewegt unsere Mitglieder besonders stark. Begleitend zu unserer Pflegekampagne „Große Pflegereform – jetzt!“ haben die VdKler während der letzten Wochen in allen Regierungsbezirken die Hallen bei acht politischen Großveranstaltungen gefüllt.

Die Wortmeldungen aus dem Publikum und die Diskussionen mit Prominenten wie dem Pflegekritiker Claus Fussek oder dem bayerischen Pflegebeauftragten Hermann Imhof haben deutlich gemacht, dass die Menschen nicht mehr gewillt sind, die von der Politik hausgemachte Pflegemisere länger hinzunehmen. Besonders bewegend waren die Schilderungen von betroffenen Angehörigen, die sich oft über Jahre aufopferungsvoll um ihre pflegebedürftigen Familienmitglieder kümmern. Oft genug am Rande ihrer Kräfte. Von der Politik fühlen sie sich allein gelassen.

Der Sozialverband VdK wird von den Mitgliedern und der Öffentlichkeit als glaubwürdiger Vertreter der sozialpolitischen Interessen der Bevölkerung wahrgenommen. Die Menschen vertrauen uns. Wir sind deshalb so glaubwürdig, weil wir parteipolitisch neutral sind und keinerlei staatliche Mittel erhalten. Wir sind auch nicht von Koalitionsmehrheiten abhängig, sondern sind nur unseren Mitgliedern verpflichtet. Diese Unabhängigkeit, natürlich vor dem Hintergrund unserer Mitgliederstärke, hat uns in den letzten Jahren zu einem ernst zu nehmenden politischen Faktor gemacht.

Wenn der VdK ankündigt, eine Verfassungsbeschwerde für eine menschenwürdige Pflege einzureichen, sorgt das für Wirbel und Aufmerksamkeit – bis hin zur Kanzlerin.

Viele dieser Aktivitäten gehen von Bayern aus und werden von den bayerischen Mitgliedern besonders aktiv unterstützt. Das Engagement für den VdK ist hier traditionell groß. Für die „VdK-Familie“ stellen die Menschen in den Städten, Gemeinden und Dörfern einiges auf die Beine.

So kamen 100 000 der 200 000 Unterschriften für die Pflege-Petition aus Bayern. Und in keinem anderen Bundesland konnten so viele Mitglieder aktiviert werden, um bei den Großveranstaltungen für eine große Pflegereform für ordentlich Masse und Stimmung zu sorgen.

Die wichtigste Stütze für unsere Durchsetzungsfähigkeit, die der VdK immer wieder unter Beweis stellen kann, ist unsere große Mitgliederstärke, gerade hier in Bayern.

Seit Jahresanfang 2014 konnte der VdK Bayern 28 000 neue Mitglieder gewinnen, so dass die Mitgliederzahl bis heute auf 635 000 gestiegen ist. Durchschnittlich 134 Menschen treten pro Kalendertag dem VdK im Freistaat bei. 5 Prozent der gesamten bayerischen Bevölkerung – also vom Säugling bis zum Rentner – haben einen VdK-Mitgliedsausweis.
Davon können andere Organisationen nur träumen. Selbst eine erfolgreiche Partei wie die CSU kommt nur auf knapp 150 000 Mitglieder.

Trotzdem ist uns bewusst, dass die gute Mitgliederentwicklung kein Selbstläufer ist. Das große Vertrauen, das aus den hohen Mitgliederzahlen spricht, ist für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des VdK Bayern Ansporn und Verpflichtung, diesem Vertrauen gerecht zu werden.

Unsere Kernkompetenz ist natürlich nach wie vor die Sozialrechtsberatung in unseren VdK-Geschäftsstellen überall in Bayern. Wir haben anlässlich der Pressekonferenz nachgefragt, mit welchen Fragen unsere Mitglieder am häufigsten zur Beratung kommen.

Das zum 1. Juli in Kraft getretene Rentenpaket der Bundesregierung führte natürlich zu vielen Nachfragen. Teilweise wurden unsere Geschäftsstellen regelrecht überrollt mit Fragen zur Mütterrente, zur „Rente ab 63“ und zur veränderten Erwerbsminderungsrente.

Viel Verwirrung stifteten die aktuellen Rentenanpassungsmitteilungen, in denen zwar die erhöhte Anerkennung von Kindererziehungszeiten vermerkt war, aber die höhere Mütterrente wurde bisher noch niemandem ausbezahlt. Hier hätten wir uns von der Deutschen Rentenversicherung eine etwas kundenfreundlichere Formulierung gewünscht, aus der klar hervorgeht, dass sich die Auszahlung der höheren Beiträge verzögern wird, dass aber rückwirkend zum 1. Juli 2014 ausbezahlt wird.

Bei der „Rente ab 63“ sorgen vor allem die Modalitäten für die Anrechnung von Arbeitslosenzeiten auf die 45 notwendigen Beitragsjahre für Unsicherheit unter den Mitgliedern.

Und schließlich sind viele Erwerbsminderungsrentner enttäuscht, die schon vor dem 1. Juli 2014 ihre Rente bezogen haben, dass sie von den Verbesserungen des Rentenpakets nicht profitieren werden. Wegen der Stichtagsregelung werden leider nur die Neurentner mit höheren Auszahlungsbeträgen rechnen können.

Der VdK ist die größte Lobby für Rentner und ältere Arbeitnehmer in der Bundesrepublik. Doch nicht nur in Sachen Rente suchen unsere Mitglieder Beratung.

Viele kommen auch zu uns, weil sie Probleme mit der Krankenkasse haben. Unsere Berater berichten von vielen Ablehnungen von Anträgen auf medizinische Rehabilitation oder davon, dass Versicherte zunehmend unter Druck geraten, wenn sie Krankengeld beziehen. Immer mehr werden vom MDK einfach nach Aktenlage – also ohne den Patienten selbst untersucht zu haben – für arbeitsfähig erklärt, obwohl die Erkrankung nach wie vor besteht. Das sind existenziell bedrohliche Situationen, und meist muss schnell gehandelt, also Widerspruch eingelegt werden.

Insgesamt sind die Anliegen unserer Mitglieder über die Jahre komplexer geworden, weil auch die rechtlichen Grundlagen durch viele Gesetzesänderungen in den letzten Jahren immer komplexer geworden sind.

Beispiel Krankengeldbezug: Wer längere Zeit arbeitsunfähig ist und in den Krankengeldbezug gerät, hat häufig auch Fragen, wie es in Zukunft weitergeht. Was ist zu tun bei Arbeitslosigkeit? Ist die Krankheit so schwer, dass eine Schwerbehinderung daraus folgt? Was bedeutet eine Schwerbehinderung wiederum für das Arbeitsverhältnis? Oder kann jemand gar nicht mehr an den Arbeitsplatz zurückkehren und braucht deshalb Beratung zur Erwerbsminderungsrente oder zur vorzeitigen Altersrente?

Viele, die unsere Beratung in Anspruch nehmen, sagen: „Gut, dass es den VdK gibt!“ Und in der Tat scheint der Absender „VdK“ alleine schon zu helfen, dass Rechtsansprüche bei Krankenkassen und anderen Sozialbehörden durchgesetzt werden.

Der VdK Bayern konnte im ersten Halbjahr 2014 wieder eine beeindruckende Rechtsschutzstatistik vorlegen:

  • Etwa 96 000 Beratungen wurden in den VdK-Geschäftsstellen durchgeführt. Dabei wurden 31 650 Anträge gestellt, 13 000 Widersprüche gegen Behördenbescheide eingelegt und 3758 Klagen erhoben.
  • Die individuelle Sozialrechtsberatung ist und bleibt das Kerngeschäft des Sozialverbands VdK. Doch gerade die vielen positiven Rückmeldungen, die der VdK aufgrund seines sozialpolitischen Engagements in Sachen Pflege bekommt, zeigt, dass auch dieser Einsatz von immer mehr Menschen gewürdigt wird. So wissen wir aus Zuschriften oder aus Gesprächen an Infoständen, beispielsweise am bayernweiten Tag der offenen Tür des VdK, dass viele bei uns Mitglied werden, um genau dieses sozialpolitische Engagement zu unterstützen.
  • Der VdK wird längst nicht mehr als antiquierte Rentnervereinigung wahrgenommen, sondern als moderner Sozialverband und ernst zu nehmender Akteur in der Sozialpolitik.
  • Der VdK ist durchsetzungsfähig, das haben die Verbesserungen beim Rentenpaket gezeigt. Die vielen VdK-Mitglieder, denen wir eine Stimme geben, sind eben auch Wählerinnen und Wähler, an denen man nicht einfach vorbeiregieren kann.
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